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Blütengeküsst – An meine Haut laß ich nur … die Natur !

Naturkosmetik zusatzfrei

Der Frühling ist da – und endlich auch der Regen. Blütengeküsst !
Ich spüre die angewärmte, frische Luft auf meiner Haut – jede Zelle atmet, pulsiert, nimmt die erwachende Schönheit um mich herum auf.

Wie fühlt sich deine Haut an ?
Ist sie kühl oder warm ?
Hast Du das Gefühl, dass sie Dich schützt und beatmet ?

Mach mal die Augen zu. Kannst Du spüren, wie deine Haut alles abtastet, den Wind, die Temperatur, die Feuchtigkeit – ja sogar die Düfte und Klänge ?

Dann ist deine Haut so lebendig und gesund, wie meine.
Weder Alkohol hat sie ausgetrocknet noch Parabene sie aufgeschwemmt. Sie hat ihre natürliche Elastizität, reagiert mit den Informationen des Umfeldes, vermag sich zu schließen, wenn es zu kalt oder zu viel wird, vermag sich zu öffnen, wenn die Schönheit über das Land flutet.
Weil meine Haut blütengeküsst ist: Seit ich die traditionellen Heilkräuter unseres Breitengrades selbst anbaue und destilliere, habe ich mich viel mit Hautgesundheit, mit Kosmetik und dermatologischen Problemen befaßt. Habe Inhaltsstoffe bekannter Naturkosmetikhersteller studiert und mich so oft gewundert, was für ein wildes Gemisch oft fremdländischer oder tierischer Stoffe da auf die Haut aufgebracht wird. Wie soll meine Haut denn da noch mit dem Wind atmen, mit dem Regen tanzen ?

Klar habe auch ich gelernt, mich hübsch zu schminken, und abends all das Ungute mit Seifen aller Art – je teurer je besser – abzuwaschen, die Seife dann mit alkoholischem Tonikum wieder aus der Haut zu lösen, die vom Alkohol verursachte Trockenheit mit Wollwachs oder fetten Ölen zu übertünchen und dann am Schluß noch was aufzuschmieren, was gut riecht und sich weich anfühlt. Und weil hieraus immer neue Hautprobleme entstanden, mußte ich auch immer neue Produkte kaufen…
Finde den Fehler ! …

Schon in den Zeiten im Dschungel, wo mir nach kurzer Zeit das ganze Zeug ausgegangen war, das ich mir täglich zweimal ins Gesicht schmierte, bemerkte ich nach einigen Wochen, wie meine „pflegelose“ Haut sich veränderte: Nach heftigen Reinigungsprozessen wurde sie widerstandsfähiger, war besser durchblutet und damit auch elastischer, entwickelte eine feinere Struktur…

Naturkosmetik zusatzfrei

Dann begann ich hier auf Aditi, mit den reinen Pflanzendestillaten zu experimentieren.
Was machte die Schafgarbe mit meiner leichten Cuperose an den Nasenflügeln ?
Wie nahm meine großporige Haut den adstringierenden Salbei auf ?
Was geschah, wenn ich all die Unreinheiten von der puren Essenz der Kamille küssen ließ ?

Die klassische Kosmetik(industrie) arbeitet über Hauttypen – reife Haut”, „trockene Haut“, „sensible/empfindliche Haut“, „normale Haut“, „Mischhaut“ und „fettige/unreine Haut“. Das kam mir irgendwie … reduziert vor. Symptombezogen.
Zum Glück beschäftigte ich mich ja schon seit drei Jahrzehnten mit der Traditionellen Chinesischen Medizin. So konnte ich bestimmte Hautverfaßtheiten auch bestimmten Pflanzen zuordnen – und war überrascht, wie freudig meine Haut auf diese Blütenküsse reagierte.
Mehr und mehr Menschen begannen, die Pflanzendestillate für ihre Haut zu nutzen – und so quellen die Produktbewertungen mittlerweile über von hilfreichen Anwendungshinweisen und Erfahrungen. Eine grobe Zusammenstellung der Pflanzen, wie sie in Bezug zu deiner Gesamtverfassung stehen – findest Du hier: https://wild-natural-spirit.org/anwendung-unserer-naturkosmetik/ … hier bemühe ich mich, die bekannten, symptomatischen Bezeichnungen der Hauttypen stärker in Verbindung zu bringen mit deinem gesamten körperlichen und seelischen Zustand.

Im Frühjahr 2019 lernte ich, daß manche Destillate einen zu hohen Gehalt an ätherischen Ölen haben können für die zarte Gesichtshaut. Daß wir dieses Level messen und regulieren mußten, um eine wirksame und verträgliche kosmetische Alternative zu der gewohnten Cremerei zu gewährleisten. Und so entstand die Naturreine Gesichtspflege, wie Du sie nun – weltweit einzigartig – bei Wild Natural Spirit findest. 
In diesem – wie es auf der BIOFACH vorgestellt wurde: „Natürlichen Monoprodukt“ – findet sich das volle, reine Spektrum einer einzigen Heilpflanze. Diese eine Pflanze kann vollkommene Resonanz mit Dir, mit deiner Hautverfaßtheit herstellen und sie dabei unterstützen, natürlich zu atmen und in ihrem gesunden Gleichgewicht zu bleiben. Sie ist wirksam, verträglich und zudem purer Genuß.

Da alle Pflanzen, die ich verarbeite, von mir selbst – maschinenfrei, biozertifiziert und in Permakultur – genau da angebaut werden, wo ich sie auch destilliere, schwingt in den Destillaten noch eine Reinheit und Unbeschwertheit mit, gewinnt ein feinstofflicher Aspekt an Tragkraft, den ich auch Dir gönne.

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Pflanzenfrisch – Eine Frühjahrskur für Genießer/innen

Frühjahrskur

Die Forsythien-Knospen haben bereits einen gelben Glanz – es ist Zeit für eine Frühjahrskur !
Lichtmangel, Heizungsluft und weniger Bewegung haben unseren Körper verschlacken lassen über den Winter. Unsere Haut wirkt fahl – bei den einen ist sie etwas teigig geworden, bei den anderen trocken und schuppig. Und auch das Gemüt mag über die dunkle Zeit ein bisschen schwer und träge geworden sein.
Geist und Körper brauchen jetzt eine Grundreinigung und Vitalisierung, um mit den aufstrebenden Kräften des nahenden Frühlings mitschwingen zu können.

Ich habe hierfür aus meinen Pflanzenschätzen ein Körbchen feiner, frischer Kräuter-Destillate zusammengestellt, die ich Dir wärmstens ans Herz legen möchte.

Wermut

Zu allererst kommt da das Wermut-Reindestillat.
Der Wermut (Artemisia absinthum) ist ein altbewährtes Lebermittel – der unserem zentralen Entgiftungsorgan kostbare Bitterstoffe zukommen läßt. Thujon, Chamazulen, Sabinen, Absinthin, und Anabsin machen ihn gleich nach dem Enzian zur bittersten Pflanze, die die Natur hervorbringt.
So wird auch der Gallenfluß angeregt und die Verdauung bekommt neuen Schwung.
Der berühmte Schweizer Kräuterpfarrer Künzle (1857-1945) schrieb: “Ist einer grün wie ein Laubfrosch, mager wie eine Pappel, nimmt täglich ab an Gewicht und Humor und wirft keinen Schatten mehr, der probiere es mit Wermut“.
Aber Vorsicht: Der Wermut ist auch ein Rauschmittel – also schön sachte !

Daneben habe ich das Ringelblumen-Destillat in das Frühjahrs-Special gepackt. Die Ringelblume ist die Vitalkraft pur- mit ihren kräftigen, hellgrünen Blättern wird sie schon bald durch die winternasse Erde stoßen und sich pfeilgerade zum Himmel strecken.
Es sind vor allem die Saponine und das alpha-Cadinol, die für ihre pilzhemmenden, entzündungshemmenden und leberschützenden Eigenschaften bekannt sind und den Körper von allem reinigen, was nicht zu ihm gehört.

Neben den inneren Organen ist unser größtes Organ – die Haut – wichtige Schwelle zwischen Innen und Außen, die ganz unmittelbar die jahreszeitlichen Wechsel aufnimmt und abfängt.

Hier habe ich drei Sorten unserer absolut naturreinen Gesichtspflege ins Körbchen gelegt: Lavendel, Schafgarbe und Sonnenhut.
Mir ist während der Frühjahrskur wichtig, dass ich nichts zu mir nehme, was zusätzlich belastet: Keine Kosmetik mit Alkohol oder unnötigen Fetten, kein Duschgel, nur Olivenöl für die Körperpflege und eben unsere absolut naturreine Gesichtspflege. So öffne ich meine physischen und feinstofflichen Poren für das Reine und Natürliche.

Lavendel Kosmetik

Mit der Lavendel-Pflege gebe ich meiner Haut am Morgen einen großen Schwung Frische und Lebenslust: Nicht nur der Duft des kostbaren Reindestillats wirkt belebend auf die Sinne: Der Lavendel als Gesichtspflege belebt die Hautdurchblutung, verfeinert großporige Haut und beseitigt kleine Unreinheiten aus den Wintersünden.

Die Schafgarbe-Gesichtspflege streichelt die trockenen und entzündlichen Hautpartien, die sich durch Heizungsluft und Lichtmangel ergeben haben können. Sie ist so mild und heilend, daß sie sogar bei Allergikern und neurodermitschen Zeichen gute Wirkung zeigt.

Und am Abend gönne deiner Haut die Sonnenhut-Gesichtspflege. Damit „schließe“ ich das System auf natürliche Weise, stärke die eigenen Schutzkräfte und helfe der Haut, Feuchtigkeit aufzubauen und zu speichern.

Und wenn diese pur pflanzliche Fürsorge begleitet ist von reichlich Schlaf, viel Bewegung an der frischen Luft und guter, vegetarischer Ernährung, schwinge ich mich mit dem Frühling weit hinauf in die wachsende Sonne.

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Bio, Bio ! … ???

Zusatzfreie Naturkosmetik

Sinn und Unsinn von Naturkosmetik

Es war nicht ganz leicht, aus der Ruhe und Schönheit von Aditi heraus vier sehr lange Tage in einem gigantischen Messezentrum mit wenig Tageslicht, dafür einer Flut von Eindrücken, Informationen und Kontakten zu verbringen. Ich habe es für Wild Natural Spirit getan – und dafür, den Fachleuten aus aller Welt auf der größten, internationalen Bio-Fachmesse zu zeigen, daß Landwirtschaft maschinenfrei, Wirtschaft ohne Skalierung und Kosmetik ohne unnatürliche Zusätze möglich ist.
Die Resonanz war überwältigend: Von etablierten #Aromatherapeutinnen, die mit unserem Sonnenhut-Reindestillat auf der Haut in Freudentränen ausbrachen über Mitarbeiterinnen der Branchen-Führer, die leise sagten „Ach es wäre so schön, wenn das bei (…) auch noch so wäre – aber das geht bei den Mengen nicht mehr“, bis hin zu taiwanesischen Business-Scouts, die gleich die ganze Jahresproduktion in Roßfeld abholen wollten, war alles dabei.

Das Wesentliche, was ich aus den Rückmeldungen mitnehme, ist:
1. Die Qualität der Naturreinen Gesichtspflege wird von Naturkosmetik-Profis als „überragend“, „einzigartig“, „beeindruckend“ bewertet. (macht mich sehr glücklich 🙂 ) Der wichtigste Grund dafür ist vermutlich:
2. „Maschinenfreier Anbau“ – und dieser Claim überrascht viele. Das ist offenbar noch einzigartig in der Branche.

Das Kontakt- und Auftragsbuch quillt über und ich werde in den kommenden Wochen damit beschäftigt sein, all die Fäden aufzunehmen und auf gute Weise mit Wild Natural Spirit zu verweben.
Als ausgesprochener Branchen-Neuling war es für mich auch sehr lehrreich, durch all die Hallen zu laufen und zu sehen, wie es die Anderen, die Großen und die Meisten machen. Am Ende der Messe konnten Martin, Gregor und ich die Worte „bio“ und „organic“ nicht mehr hören.
Gerne lasse ich Dich teilhaben an meinen Eindrücken und Entdeckungen.

Macht „Bio“ Sinn ?

Was motiviert einen Menschen, „Bio“ zu kaufen ?
Nun, zum einen der Wunsch, sich selbst Lebensmittel und Körperpflege zuzuführen, die wenigstens nicht „ungesund“ ist. Also keine oder doch weniger Schadstoffbelastung.
Und zum anderen auch der Wunsch, eine Art der Rohstoffproduktion zu unterstützen,  die ein wenig rücksichtsvoller mit unseren natürlichen Ressourcen umgeht, vielleicht sogar ganz aktiv etwas FÜR den Erhalt des natürlichen Gleichgewichts tut.

Und was motiviert einen Menschen, „Bio“ zu produzieren ?
Ist es der Wunsch, aktiv zu Gesundheit von Mensch und Umwelt beizutragen ? Oder doch eher Blendwerk, dazu angetan, auf einer Marketingwelle mitzureiten ?

Um das sinnvoll beantworten zu können, braucht es erst einmal Grundwissen:

Was wird mit dem Bio-Siegel gesichert ?

Biozertifiziert

Das #Bio-Siegel, das ausschließlich auf Lebensmitteln stehen darf, bekommt – kurz gefaßt –  jeder Landwirtschaftsbetrieb – ob 1 oder 10.000 Hektar – wenn auf seinen Böden mindestens 3 Jahre kein mineralischer Dünger und bestimmte Pflanzenschutzmittel nicht ausgebracht wurden. Das wird jährlich gegen Gebühr überprüft. Tonnen von Nutztiergülle (im Rahmen der allgemeinen gesetzlichen Vorgaben), schwere und schwerste Maschinen, Monokultur spielen hier keine Rolle. Die Hürde ist also denkbar niedrig.
Auch das beliebte #Demeter -Siegel vermag nicht wesentlich mehr zu sichern: Wohl wird im Verband stark auf die Verinnerlichung der steinerschen Prinzipien hin gewirkt – und diese fördern eine ganzheitlichere Wahrnehmung von Natur und Mensch, energetischen Zusammenhängen und moderater „Abschöpfung“. Zentral sind bei Demeter allerdings die „tierischen Präparate“ (zB. Kuhmist in Kuhhörnern), die jeder Demeter-Betrieb ausnahmslos verwenden muß. Das ist für #vegan orientierte Menschen und solche, für die ein Tier unmöglich „Rohstoff“ sein kann, aber auch nicht akzeptabel.

Also: Das #Biosiegel allein gibt uns nur ein ganz klein wenig Sicherheit.

Was sind Naturkosmetik-Label ?

Es war auf der Vivaness – also der #Naturkosmetik -Sektion der Biofach-Messe – eigentlich Grundvoraussetzung für die Teilnahme als Aussteller, von einem „Naturkosmetik-Label“ zertifiziert zu sein. Das ist auch bei den meisten Ladenketten oft Bedingung, um überhaupt gelistet zu werden.
Wild Natural Spirit hat kein solches Label – einfach weil mir 9 Aufsichtsbehörden mit dem dazugehörigen Verwaltungsaufwand und die ganzen Kosten, die mit #Zertifizierungen verbunden sind, einfach reichen.
Das wird allerdings nur deshalb von Handel und Messeleitung akzeptiert, weil Wild Natural Spirit ein sogenanntes „Monoprodukt“ aus eigener, biozertifizierter Herstellung ist. Unsere Naturkosmetik enthält einfach nur und ausschließlich Kräuterdestillat aus dem eigenen Anbau.
Nicht einmal Wasser oder (entsetzlich !) Alkohol sind zugefügt.
Von daher sind die Naturkosmetik-Label gedacht für Produkte, bei denen aus aller Herren Länder die Zutaten für die Kosmetik gekauft und dann vom „Hersteller“ zusammengerührt werden. Die Naturkosmetiklabel sollen sicherstellen, daß ein bestimmter Anteil (!!) der Zutaten aus biozertifiziertem Anbau kommt.
Ob die #Sheabutter dafür 1 mal um die Welt geflogen wurde, die zugesetzte (übrigens: potentiell krebsauslösende) #Hyaloronsäure in einem Bayer-Labor synthetisiert wurde oder die Herstellung der „feuchtigkeitsspendenden Emulgatoren“ (etwa  Pentylene Glycol oder Propylenglycol) Tonnen von Wasser verschwendet wurden, ist hier nicht relevant.

Woran ist erkennbar, wie „sauber“ ein Produkt wirklich ist ?

Ganz ehrlich: Das ist sehr schwer erkennbar ! Aber es ist erkennbar – auch schon aus der Ferne. Nein, es sind leider nicht die Zertifikate, die uns die Sicherheit geben, ein Produkt zu kaufen, das uns und die Umwelt achtet. Das erkennen wir eher an einfachen, logischen Zusammenhängen.

Also: Ich stelle Dir hier einmal ein paar zentrale Punkte zusammen, die Merkmal dafür sind, daß Du es mit einem

gesunden – Kein Alkohol (a-biotisch = lebensfeindlich)
– keine Emulgatoren
– keine Stabilisatoren
– Abfüllung in getöntem Glas
umweltschonenden Ja, biozertifiziert – aber schau noch tiefer: kbA kann man auch in Peru kaufen … daher:
– Inhaltstoffe sind einheimisch
– Es wird auf tierische Inhaltstoffe verzichtet
– Es gibt nur kleine Chargen
(für alles andere werden große Maschinen und Zukäufe benötigt)
– Produkt verzichtet auf Kunststoff- und Umverpackung

Naturkosmetik-Produkt zu tun hast.     

Der Claim von Wild Natural Spirit – „maschinenfrei“, „wir verwenden nur Rohstoffe aus dem Eigenanbau“ und „Permakultur“ – ist freilich noch (!) nirgendwo sonst zu finden. Er hat ganz schön für Aufmerksamkeit (und Wertschätzung) auf der Messe geführt. Denn dieser Claim ist nicht in Einklang zu bringen mit dem Anspruch, immer weiter zu wachsen, immer größer zu werden, international zu sein…

Muss Kosmetik glitzern ?

Um mit dem einzigen nicht so guten Feedback zu beginnen: Ich hatte eine Fachjournalistin am Stand, sie hatte sich angekündigt und begrüßte mich mit „Das ist ja toll, was sie machen – aber in unsere Zeitschrift kann das nicht. Das paßt einfach nicht in eine Drogerie“.
Ich sah sie fragend an und sie sah mit gerunzelter Stirn und aufforderndem Blick auf die schlichten blauen Fläschchen, die uns allen so gut gefallen. Ich fragte: „Sie meinen, es braucht eine Umverpackung und ein bißchen mehr „Glitzer“?“. Sie nickte bestätigend. Ich verzichtete darauf ihr zu sagen, daß ich einen Teil meiner Versandpackungen aus recycelten Kartons unserer Gewerbetreibenden schöpfe…. stattdessen forderte ich sie auf, eine der Gesichtspflegen auf ihrer Haut zu testen.
Dazu muß ich sagen, daß an diesem Tag schon etwa vierzig Menschen getestet hatten und jedesmal beglückt über das frische und gleichzeitig nährende Empfinden auf der Haut und den zarten, natürlichen Duft unserer Reindestillate waren.
Die Dame wählte also den intensiven Salbei, sprühte ihn aufs Handgelenk, verrieb in kräftig und lange und tupfte sich dann mit dem Handgelenk hinter das linke Ohr. Dann roch sie am Handgelenk, verzog den Mund und sah mich hilflos an. „Nicht Ihr´s?“ , fragte ich. „Nein“, antwortete sie. „Das ist schon ein sehr ungewöhnlicher Duft. Man merkt ja fast gar nichts, nur ein bißchen Heu oder so…“
… in diesem Moment kam Martin von seiner Tour durch die Hallen zurück. Ein gigantischer Schwall von süß, voluminös, würzig und Barbiepuppe wogte um ihn und seine Raucherfahne – und die Frau lächelte schnuppernd. Das war dann der richtige Moment, um sich freundlich zu verabschieden.

Was wollen wir mit Kosmetik ?

Hautgesundheit herstellen und erhalten ?
Den Genuß und Luxus, uns Zeit und angenehme Sinneswahrnehmungen zu schenken ?

Zur Hautgesundheit führe Dir bitte vor Augen, daß die Zellregeneration der Haut von Innen nach Außen erfolgt. In der mittleren der drei Hautschichten, der Dermis, enden Blutgefäße, Talgdrüsen, Lymphbahnen und Nerven. Sie versorgen unsere „Schutzschicht“, die Epidermis, mit allem was sie braucht, um gesund zu bleiben. Es sind also Schlaf, Ernährung und Bewegung die Faktoren, die Geschmeidigkeit, Zellerneuerung, Durchblutung und Elastizität bestimmen.
Die Hautpflege gilt traditionell lediglich dem Ausgleich von Schäden, die durch äußere Einwirkung den Wasser-Fettfilm unserer Haut schädigen – Sonne, physikalische Verschmutzung und Verletzung.
Um diesen Film wieder herzustellen und zu erhalten, braucht die Haut Wasser und Fettsäuren in einem ganz diffizilen und individuellen Verhältnis. Und bitte nur das. Die moderne Kosmetik arbeitet stark mit aufquellenden Materialien – das sieht erstmal glatter und „saftiger“ aus – de facto wird die Haut aber einfach überladen und mit der Zeit „ausgeleiert“. In ausgeleierte Hautzellen lagern sich natürlich gerne Bakterien und reizende Substanzen ein. Also fügt die Kosmetikindustrie den „Quellstoffen“ noch putzmittelartigen Substanzen wie Alkohole oder isolierte ätherische Öle hinzu, als „Desinfektion“ sozusagen. Ein sicherer Weg, um die aufgedunsene und ausgeleierte Hautschicht auszutrocknen, zu reizen und vollends zu zerstören.
Ich persönlich – bald 51 Jahre alt – würde mir niemals Alkohol ins Gesicht schmieren. Sicher ist es heute unerlässlich, die Haut von Umweltverschmutzungen zu reinigen –  und das geht wunderbar mit einem hochwertigen Pflanzenöl (Olive, Argan, Rhizinus, Mandel – kaltgepreßt !), das ich mit einem heißen, feuchten Tuch wieder abnehme. Auf diese gereinigte und geöffnete Gesichtshaut gebe ich dann alleine und ausschließlich einen zarten Sprühnebel von reinem Pflanzendestillat – also die unverändert pflanzliche Zusammensetzung, wie sie 1:1 in den Heilkräutern vorkommt.
Natürlich aus heilen Pflanzen !
Und natürlich nicht nur das Hydrolat, dem bereits die ätherischen Öle entzogen wurden. Sondern das über viele Stunden bei niedrigen Temperaturen gewonnene Volldestillat der Heilpflanze.

Anwendung der Naturkosmetik

Das hinterläßt nicht nur ein frisches, natürlich duftendes Gefühl auf meiner Haut. Die natürlich in der Pflanze vorliegende ätherische Emulsion nährt und ummantelt mein Gesicht ganz zart und natürlich.
Mehr wäre zu viel.
***
Um auch Dir diese höchste Form der Pflege zukommen zu lassen, baue ich alle verwendeten Pflanzen in Permakultur und maschinenfrei in Oberfranken an. Destilliere sie vor Ort, fülle das Volldestillat ohne jedweden Zusatz direkt ab. Naturreine Gesichtspflege in Form eines unveränderten Heilpflanzen-Reindestillats.
Die 9 Sorten, die jeweils nur 1 Pflanzenart enthalten, beantworten nach der Rezeptur der Natur selbst 9 ganz unterschiedliche, individuelle Gesamtverfaßtheiten.
Eine Zuordnung von Pflanze zu Typ findest Du in unserer Broschüre, die Du hier downloaden kannst oder in diesem Blogbeitrag.

Und da ich den beiden Taiwanesinnen ausgeschlagen habe, meine Jahresproduktion gleich komplett in Roßfeld abzuholen und nach Taiwan karren zu lassen, wirst Du in meinem Online-Shop mit großer Wahrscheinlichkeit auch „Deine“ Sorte noch vorfinden. Doch die Jahresproduktion ist und bleibt limitiert. Weil mehr von Hand und mit gutem Gewissen zu meinem Land nicht geht.

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Willkommen auf der BIOFACH

Wild Natural Spirit Vivaness

In genau 1 Woche stehen Martin und ich, zeitweise auch Gregor und Fabian, an unserem Stand auf der BIOFACH in Nürnberg.
Im Rahmen der Spezialsektion VIVANESS für Naturkosmetik präsentieren auch wir unsere Kostbarkeiten und sprechen damit die Apothekerinnen und Kosmetikerinnen, die Hautärzte, Heilpraktikerinnen, Phytotherapeuten und Aromatherapisten an. Auch auf Inhaber von Spezialgeschäften für hochwertige Bio-Lebensmittel, für zertifizierte Naturkosmetik und Kräuterpräparate freuen wir uns sehr. Denn noch in diesem Jahr sollen die Spirits in allen großen Städten auch vor Ort verfügbar sein.
Du findest uns in Halle 3C im Breeze-Bereich.
Ich würde mich freuen, möglichst viele meiner Leser/innen und Kund/innen dort zu treffen.

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Phytotherapie verstehen

Hast Du schon einmal in unserer ausführlichen Bibliothek zu Permakultur, Destillation, Heilpflanzen, Naturkosmetik und ätherischen Ölen gestöbert ?
Dort findest Du Wissen in der Tiefe über Pflanzen als Heilerinnen und Begleiterinnen, über unsere Art, maschinenfreie Landwirtschaft in Permakultur zu betreiben und kostbare Destillate vor Ort herzustellen.

Damit die Fülle an Praxiswissen übersichtlich bleibt und Dich in deiner Freude an unserer Naturkosmetik und den Reindestillaten unterstützt, haben wir den Blog nun strukturiert:
Wenn Du über den Menüpunkt https://wild-natural-spirit.org/blog/ auf den Blog kommst, kannst Du in der Seitenleiste wählen, zu welchem Thema Du mehr erfahren möchtest:

  • #Destillation – hier erfährst Du ein wenig über Technik und alchemistischen Vorgang der Destillation
  • #Heilpflanzen – hier findest Du auch die Pflanzenprofile, in denen ich beschreibe, welche Eigenschaften die von uns verwendeten Pflanzen haben, wie wir sie angebaut haben und wie Du sie verwenden kannst
  • #Hydrolate und #ätherische Öle – hier erfährst Du zum Unterschied zwischen Wild Natural Spirit-Reindestillaten und handelsüblichen Hydrolaten und ätherischen Ölen
  • #Naturkosmetik – ist unser Abschnitt zu Beschaffenheit, Wirkweise und Anwendung unserer absolut zusatzfreien Naturkosmetik
  • #Permakultur – und hier etwas Anregung zur Gestaltung deines eigenen Permakulturgartens und zu Grundprinzipien, die Du in der Praxiswoche erfahren und vertiefen kannst

Viel Freude beim Stöbern und Lernen !

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ZEN für die Haut

Langsam steigt die Aufregung hier auf Aditi: Es sind nur noch fünf Wochen, bis die “Spirits vom Berg” auf der international größten Biofach-Messe sein werden. Ich bin ja mal gespannt, ob wir in dem großen Trubel der Vivaness überhaupt bemerkt werden. Und von wem.

Denn dieser Schritt, mit den kosmetischen Reindestillaten derart an die Öffentlichkeit zu gehen, ist wichtig für unsere Zukunft. Wir brauchen Partnerinnen und Partner, die in ihren Apotheken, Kosmetikinstituten und Heilpraxen unseren Naturreinen vor Ort anbieten.
Mitten in den großen Städten. Wo viele Menschen von Allergien, Neurodermitis, Problemhaut und Unreinheiten betroffen sind und kaum Zugriff auf gesunde Schafgarbe, reine, echte Kamille oder die Essenz des Sonnenhuts haben.

Wild Natural Spirit

Klar ist: Bisher gibt es niemanden auf dem Markt, der handverlesene Bio Kräuter aus Permakultur ohne Transporte direkt destilliert – und unverdünnt zu echter Naturkosmetik veredelt.
Hinzu kommt unser Nachhaltigkeitskonzept: wir bauen die Kräuter maschinenfrei an, trocknen ohne Strom in selbst entwickelten Solardarren, destillieren auf offenem Feuer mit Brunnenwasser, füllen direkt aus der Destille in Glasflaschen ab und nutzen sogar wiederverwertetes Packmaterial für unseren Versand.
Das ist, was alle jetzt wollen. Und brauchen.

Mal sehen, ob die Fachbesucher/innen der Vivaness das auch so sehen. Wenn Du dazu beitragen möchtest, daß wir hier schön gesund bleiben und friedlich Spirits für Dich herstellen, dann überleg mal, welcher Apotheker, welches Kosmetikinstitut, welche größere Heilpraxis in deiner Stadt der beste Standort für die Naturreine Gesichtspflege sein könnte. Geh bitte hin – und frag nach unseren Produkten. Wenn sie sie nicht kennen: Gib ihnen unsere Broschüre (Du hast doch eine ? Wenn nicht: Sag Bescheid, ich schicke Dir welche).

Reindestillat


Zum Nachblättern kannst Du Dir hier die aktuelle Händlerbroschüre downloaden:


Meine Empfehlungen für den Januar:

Gesichtspflege Bio Fenchel – wohltuend für müde und zu Fältchen neigende Haut
Gesichtspflege Bio – vitalisierend für großporige und durchblutungsarme Haut
Gesichtspflege Bio Roter Sonnenhut – verjüngend für schlaffe und raue Haut

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Der Lavendel und sein Hydrolat – Tiefe Weiblichkeit

Naturkosmetik Lavendel

Ich erinnere mich an die endlosen Lavendelfelder der Haute Provence in meiner Kindheit, während unserer Familienurlaube in Frankreich. Was für eine Fülle, was für ein Duft und Rausch an Farben.
Damals wäre es unvorstellbar gewesen, den wärmeliebenden Lippenblütler in Deutschland anzubauen.
Doch aufgrund von Schädlingen und Kälteperioden hat sich in den letzten zehn Jahren die Anbaufläche von Lavendel in Frankreich fast um ¾ reduziert. Zudem wird der kostbare Echte Lavendel (lavendula angustifolia) immer seltener – zugunsten des billigen Lavandin, der nicht annähernd über die Heilkraft des Echten Lavendels verfügt.

Echter Lavendel in oberfränkischer Permakultur

Und so lag es nahe, daß ich es wenigstens versuche: Lavendel auf Aditi anbauen.
Ein gewagtes Experiment – denn zum einen ist die Aufzucht sehr schwierig – vor allem aber sind es eben Kälte und die gefürchtete Glasflügelzikade, die meinen Versuch zu einer Herausforderung werden lassen.
Letztlich gelang mir die Stecklingsvermehrung, die Gewinnung aus Saatgut scheiterte vermutlich aus klimatischen Gründen.

Bei der aufwendigen Vermehrung der Pflänzchen über die Bewurzelung von Seitentrieben zweier großer Mutterpflanzen fiel mir auf, daß solche Lavendel-Pflänzchen besonders gut gediehen, die umgeben von Schafgarbe waren. Als leidenschaftliche Vertreterin der Permakultur nahm ich diesen Wink auf und baute den gesamten Bestand in einer Schafgarben-Lavendel Mischkultur. Mit viel Hingabe hegte ich die skurrilen Wuschelköpfchen, belüftete die Erde, nahm den Klee heraus, schnitt die kindshohe Schafgarbe zurück.
Lavendel braucht viel Licht und Wärme, um seine duftenden Bestandteile voll auszuformen. Und die hatten wir in 2018 und 2019 ja reichlich…
Was für ein wunderschönes Bild – die blau-weiße Pracht von Juni bis August !
Und der Bestand hätte an Reichtum und Gehalt nicht übertroffen werden können:
Tiefdunkelblaues Destillat der Schafgarbe, reich gesättigt mit Chamazulen – und berauschend duftendes Lavendel-Reindestillat haben meine Wahrnehmung bestätigt.

Lavendel als Medizinpflanze

Bereits bei der Aufzucht der Pflanzen breitete sich eine herrliche Beschwingtheit aus, wenn ich mit Fabian im Lavendelfeld arbeitete. Bei der kleinsten Berührung verströmten die Pflänzchen diesen einzigartig herb-blumigen Duft, der beruhigt und doch wach macht. Wach in einer entspannten, ruhigen Art. Hier wurde bereits spürbar, daß die entscheidende Kraft des Lavendel im Ausgleich, in der Ausgewogenheit und im „rechten Maß“ liegt.

Und tatsächlich: Im Europäischen Arzneibuch wird die krampflösende und nach Inhalation auch zentraldämpfende Wirkung beschrieben. Das im Lavendel enthaltene ätherische Öl Linalylacetat soll verantwortlich sein für die milde Beruhigung bei Unruhezuständen, Einschlafstörungen und funktionellen Oberbauchbeschwerden. Den potentiellen Nutzen von Lavendelöl bei Angststörungen konnte eine 2014 publizierte Doppelblindstudie nachweisen.
Das kann ich bestätigen !

Das Spannendste aber fand ich in einer Studie von Ramsey et alteri: Wie bereits vorangegangene Studien hatten die Forschergruppe eine markante „östrogene und anti-androgene Aktivität des Lavendels“ nachgewiesen (das reversible Wachstum der Brustdrüsen, die Unterdrückung männlicher Hormone). Hiet bietet sich womöglich ein guter Ansatz für pubertäre Hormonschwankungen und Hautprobleme.

Diese klinischen Studien bestätigen meine unmittelbaren Wahrnehmungen im Umgang mit dem Lavendel: Auch wenn dem Lavendel heutzutage etwas Altmodisches anhaftet, so ist er in Farbe, Duft und Gestalt doch der Innbegriff des Weiblichen, Fließenden, Öffnenden.
Eine ausgesprochene „Frauenpflanze“, die uns aus der männlich getakteten und hierarchisierten Welt heraushebt in einen unbestimmten Fluß weiblicher Kreativität und Verträumtheit.

Ich habe mir angewöhnt, das Reindestillat des Lavendel einzunehmen und großzügig um mich herum zu versprühen, wenn ich allzu fest, allzu fokussiert meine Gelassenheit und Weichheit zu verlieren drohe.

Kosmetische Wirkung von Lavendel

Lavendel wirkt heilend, durchblutungsfördernd, entzündungshemmend und beruhigend. Das Linalool ist verantwortlich für die hohe Wirksamkeit des Lavendelöls bei Haut- und Nagelpilzerkrankungen (antifungal (gegen Pilze gerichtete) und antibakteriell)
Wie auch in Kamille und Ringelblume ist im Lavendel ein besonders hoher Flavonoid-Gehalt für die hohe immunstärkende und entzündungshemmende Wirkung verantwortlich. Im Vordergrund stehen dabei die Interaktion mit DNA und Enzymen, die Aktivierung von Zellen, ihre Eigenschaft als Radikalfänger, sowie die Beeinflussung verschiedener Signaltransduktionswege in den Zellen.

Das macht unsere Lavendel Gesichtspflege – Naturreines Pflanzendestillat zur Hauterneuerung par excellence. Insbesondere dann, wenn stressbedingte Rötungen du Entzündungen auftreten – denn wie immer ist es die ganze Pflanze, die auf den ganzen Menschen wirkt. Nicht nur die Wirkstoffe, die unmittelbar die gestresste Haut beruhigen, sondern der ganze Komplex Lavendel – ihre weibliche, umhüllende, fließende Art – beantworten das Bedürfnis unseres Körpers und unserer Seele als Ganzes.
Ich gebe in solchen Fällen ein paar Spritzer der Gesichtspflege in heißes Wasser und gönne meiner aufgeregten Haut ein Lavendel-Gesichtsdampfbad. An der Wichtigkeit zum Beispiel der Flavinoide für die Wirkkraft des Lavendels zeigt sich einmal mehr, daß die Verwendung des Reindestillats der Verwendung des abgespaltenen Lavendelöls (nur die ätherischen Bestandteile der Pflanze) deutlich überlegen ist.

Ernte und Verarbeitung

Ich konnte in diesem Jahr erstmalig genug Lavendel ernten, um eine ordentliche Charge Lavendel Reindestillat zu produzieren. Es war herrlich, nach der intensiven Sonnenzeit hinauszugehen und den Moment abzupassen, in dem die Blüten sich öffneten.

Unter strahlendem Mittagshimmel brachten wir Korb für Korb des berauschenden Violetts zur Destille und schwelgten bis tief in die Sommernacht in der grenzenlosen Weiblichkeit dieses Destillats.
Fläschchen um Fläschchen rann aus unserer großen Kupferdestille und zauberte ein Lächeln in unsere Gesichter, das bis heute nachklingt.

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Zarte Glückseligkeit – Der Fenchel und sein Hydrolat

Fenchel Naturkosmetik

Der Fenchel ist eine Pflanze, die auch bei Hildegard von Bingen eine zentrale Rolle spielt. Sie schreibt in ihrem Kräuterbuch „Wie auch immer er gegessen wird, macht er den Menschen fröhlich und vermittelt ihm angenehme Wärme und guten Schweiß und eine gute Verdauung.”“

Und diese Zeilen führen mich zurück in die Momente, in denen ich bei der Hege der außerordentlich zarten Pflanzen alles um mich herum vergaß und erfüllt von tiefer Freude und Genügsamkeit Reihe für Reihe lockerte, die wuchernde Brennnessel beiseite schob und die zauberhaften Fenchelpflänzchen ihre zarten Glieder in die Sonne reckten.
Diese Zartheit nahm der eigentlich groben Arbeit die Mühsal, verlieh meinen Bewegungen und Gedanken etwas Leichtes, Liebevolles. Oder war es die Pflanze selbst, die mich mit ihrem süßlich herben Duft so weich stimmte ? Ist der Fenchel ein Stimmungsaufheller ?

Was hat sie in sich, diese schon bei den Griechen bekannte Heilpflanze ?

(die Griechen nahmen den Fenchel zu sich, um den Hunger zu stillen – das macht das Fenchelaroma übrigens zu einem fabelhaften Appetitzügler bei dem Wunsch nach Gewichtsreduktion)

In den Heilbüchern finde ich diese Einträge: „Fenchel wird verwendet bei der Behandlung von Nieren-, Leber-, Erkältungen, Magen-Darm-Krämpfen und Koliken. Wegen des Gehalts an ätherischen Ölen ist Fenchel auch ein Bestandteil von Arzneimittel zur Behandlung von Erkrankungen der Harnwege, bei Diabetes, Übergewicht und für Magen und Gallenkoliken. Fenchel-Wasser (aqua Foeniculi) wird zur Behandlung von Augen und zum Gurgeln verwendet.“

Und wenn ich mir die Biochemie dieses Doldenblütlers ansehe, so finde ich einen wahren Heil-Cocktail an ätherischen Ölen (unter anderem trans-Anethol, Fenchon, α-Pinen, Camphen, Myrcen, α- und β-Phellandren, α-Terpinen, cis-Anethol, Limonen, Terpinolen, Estragol, p-Cymol; Kraut: α-Phellandren, α-Pinen, cis-Anethol, Myristicin, α-Terpinen, Limonen).
Kein Wunder, daß dem Fenchel so viele heilsame Wirkungen zugeschrieben werden. Unter anderem schreibt das Apothekerbuch für Heilpflanzen über die Öle im Fenchel „ Sie lösen festsitzenden Schleim aus den Bronchien und fördern zugleich dessen Abtransport aus den Atemwegen. Fenchelfrüchte können daher Erkältungsbeschwerden wie Husten und Schnupfen lindern. Außerdem wirkt das Öl verdauungsfördernd und krampflösend, weshalb Fenchel als Tee gegen Blähungen und Völlegefühl hilft.“

Erfreulicher Weise hatte ich mich bei der Wahl des Saatguts für den „Süßen Saatfenchel“ entschieden, der kaum mehr Estragol enthält. So kann ich sicher sein, daß das Fenchelhydrolat bekömmlich ist. denn: Das bei Überdosierung vom  Bundesinstitut für Risikobewertung als gefährlich eingestufte Eugenol und Estragol taucht nur im Fencheltee, nicht aber im Hydrolat auf. Das liegt an deren sehr hohen Siedepunkt. So ist das Hydrolat für Schwangere und Baybies, die den Fenchel als Heilmittel bei Blähungen, zur Milchbildung und als Schlafmittel nutzen, wesentlich sicherer, als der Tee.

Fenchel als Anti-Aging-Mittel in der Naturkosmetik

Und noch etwas entdeckte ich, als ich bei den fast neongelb blühenden, zarten Pflänzchen saß und mich an ihrer skurrilen Form erfreute: Er hat etwas Erfrischendes, Glättendes, Verjüngendes an sich.

Ich las nach und fand, dass das der Fenchel in der Kosmetik – wie auch unser Roter Sonnenhut – ein phänomenal effektives Anti-Aging Mittel ist. Die kosmetischen Test und auch das INCI-Register belegen, daß die Inhaltstoffe des Fenchel kräftigend, geschmeidig machend  und hautpflegend sind und erste Fältchen rasch verschwinden lassen oder mindern.

Wow – das hab ich natürlich gleich ausprobiert. Und zwar mit unserem einzigartigen (!) Reindestillat. In der Tat führte die Verwendung der des Gesichtspflege-Destillats von meinem liebevoll gehegten Fenchel zu einer Auffrischung und Glättung meiner Haut. Für mich – nach TCM-Systematik eher eine „heiße, trockene, feste“ Erscheinung – funktionierte allerdings der Rote Sonnenhut noch besser, der meine Haut tatsächlich um ein Vielfaches jünger erscheinen läßt.

Freundinnen, mit einer eher kühlen, weichen Natur, schwärmen von der Bio Fenchel Gesichtspflege. Nicht nur, weil sie tatsächlich die Haut verjüngt, sondern auch, weil sie eben komplett ohne Zusatzstoffe ist. 100% Pflanzendestillat eben.

Es ist schon spannend, wie sich der Kräuterkreis hier auf Aditi entwickelt und langsam schließt. Ich habe mir die 13 Sorten nicht „ausgedacht“, sie kamen natürlicher Weise, eine nach der anderen hinzu – irgendwie intuitiv, manchmal ganz konkret an bestimmten Plätzen, wo ich „vernahm“, daß hier genau dieses Kraut hin paßt. So war das auch beim Fenchel, der jetzt auf einem nordwestlichen, halbkreisförmigen Beet gedeiht und seine blaugrünen, zart gerieften Stängelchen mit den vielzähligen, feinen Verästelungen in den kühlen Winterhimmel reckt.

Was für ein süßer Gefährte !

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Die Sehnsucht nach “Pur”

pur

Kürzlich las ich in einem Kräuterforum einen Kommentar zu einem “selbstgemachten Rosmarinsalz”, der war etwa so:

Warum denn mischen ? Warum den köstlichen und komplexen Geschmack des Meersalzes nicht auskosten, seine rauhen, großen Körner, der mineralische Meersand, der auf deine Zunge flutet und dort eine weiche, salzige Aromawolke entfaltet ?

Wow !
So ungefähr empfinde ich, wenn das Parfum meiner städtischen Freundin noch tagelang im Gästezimmer förmlich “klebt”, sich so in meine Rezeptoren, in die Bettwäsche, in den ganzen Raum hineingefressen hat, daß ich kaum mehr den Regen draußen rieche ?!
Wie viele Menschen sind in ihren Sinnen schon so verstümmelt, daß sie den Lavendel nicht riechen, an dem sie vorbeigehen, daß der Weichspüler in der Wäsche sie vergessen lässt, wie ihr Partner riecht, die so viel Coca Cola getrunken haben, daß sie die Würze des Ysop nicht mehr schmecken ?
Und da kam sie, die Yoga- und Meditationswelle, die viele dazu brachte, sich auf ihre Sinne, auf das Wunder ihres Körpers und ihrer Wahrnehmung zurück zu besinnen.
Deren Unterhaltungsprogramm wieder darin besteht, im Wald zu sitzen und zu lauschen oder Berge zu erklimmen und in duftendem Moos zu liegen.

Der Mangel in unserem Bewusstsein, in unserer getakteten Welt, hat sich längst niedergeschlagen auf unsere Haut, unseren Geruchs- und Geschmackssinn, auf unseren Tastsinn – auf den ganzen Körper.
Es ist zu viel. Zu viel von allem.
Und in dieser “noch mehr”, “noch intensiver”, “noch spektakulärer”-Amputation entsteht – endlich – eine Sehnsucht nach “pur”.
Pur. Wahr. Ganz. Einfach. Klar.

Dieser Sehnsucht folgte auch ich, als ich die Gärten von Wild Natural Spirit mitten auf der Wiese, umgeben von flechtenbehangenen Schlehen und wilden Bienen anlegte. Nackte Füße in der feuchte Erde, ölverschmierte Hände vom Blütenpflücken, verzaubert von der Alchemie in der Destille und den unbeschreiblichen Sinnesfreuden, die ihr entweichen.
Pur.
Pure Kamille. Purer Salbei.
Aus dieser Erde hier.
Mit diesem Klima hier und jetzt.

Mittlerweile wundere ich mich nicht mehr.
Darüber, dass wir uns seit Jahrzehnten Mineralöl, giftige Metalle, Mikroplastik und synthetische Duftstoffe einverleiben und auf die Haut schmieren.
Ich biete eine Alternative: 1 heile Pflanze – pur – für eine Haut, die heil werden möchte, für Sinne, die sich wieder entfalten wollen.
Ich wundere mich nicht mehr, dass der Geruch nach verbranntem Kunststoff in der Sauna von allen als “Pfirsich” akzeptiert wird.
Ich biete eine Alternative: honigduftende, ganze getrocknete Kamillenblüten, berauschend intensive Wasserminze, leuchtend orange Calendulablüten … in Papierbeuteln.
Ich wundere mich nicht mehr über verwirrte und aus der Balance geratene Menschen, Allergien, Krebsgeschwüre und Depressionen.
Ich biete einen lebendigen Resonanzkörper …in kleinen braunen Glasflaschen.

Und ich kniee einfach auf der Erde und setze meine Salbeipflänzchen. Ich hacke die Rosen frei von Quecke, sammle die Calendulablüten in sengender Hitze und werfe meine Destille an.
Und ich bemerke, daß mehr und mehr Menschen nach den Devas fragen. Und von Erfolgen und Erfahrungen in den Produktbewertungen berichten, die mich sprachlos machen.

Im kommenden Jahr werden wir wohl die Produktionsgrenze erreichen, die mit der Liebe zum Land vereinbar ist. Natürlich limitiert.
Doch ich denke, es wird reichen für die, die wieder riechen wollen. Und schmecken, und spüren. Eben die, die Sehnsucht nach “pur” haben.


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TCM für die Haut

TCM

Mit großem Elan machen wir uns gerade daran zu verdeutlichen, daß unsere Haut sich außerordentlich darüber freut, von Alkohol, Emulgatoren, Stabilisatoren, Nanomaterialien und Mineralölsubstituten verschont zu bleiben. Und daß auch die Anwender/innen sich freuen werden, wenn sie nicht mehr schmieren müssen – sondern ein frischer Sprühnebel von duftendem, naturreinen Pflanzendestillat ein absolut gleich- wenn nicht höherwertiges Pflegeäquivalent ist.
Und: Natürlich ist es ganz entscheidend, daß wir nicht mit reduzierten Hydrolaten sondern mit Volldestillaten arbeiten. Und natürlich ist ganz zentral für Qualität und Haltbarkeit, daß die Pflanzen, die wir verarbeiten, noch nie eine Maschine gesehen haben, keine Transportwege hinter sich haben und in biozertifizierter Permakultur gewachsen sind.
Eigentlich ganz einfach. Aber außer uns scheint sich weltweit niemand sonst diese Mühe zu machen …

Im Zuge unserer Vorbereitungen auf die BIOFACH habe ich die 9 Sorten Gesichtspflege, die wir bei Wild Natural Spirit aus ausschließlich selbst angebauten Rohstoffen produzieren, noch einmal in den Kontext der TCM (Traditionelle Chinesische Medizin) gebracht.
Denn immer wieder bekomme ich Zuschriften, welche Pflege denn die beste für den jeweiligen Hauttyp sei.

Um mit diesem genialen System der ganzheitlichen Betrachtung umgehen zu können, helfen zunächst zwei Informationen:

  1. Jedes Kraut entspricht einer bestimmten Gesamtverfassung. Diese Gesamtverfassung spiegelt sich auch im Hauttyp wider.
  2. Für die Diagnostik – des Gesamtsystems – in der TCM sind diese Basisgrößen wichtig: feucht/trocken, weich/fest, energiereich/energiearm, kalt/kühl/warm/heiß

Energie muss fließen

Die Traditionelle Chinesische Medizin lehrt uns, nicht nach Symptomen sondern nach einer Gesamtverfassung zu beurteilen, was unser Körper braucht. Diese Sichtweise liegt unserer Gesichtspflege zugrunde: Jede Pflanze spricht eine spezifische Verfaßtheit an. Die ganze Pflanze mit ihrem vollständigen, natürlichen Spektrum vermag, einen spezifischen Hautzustand zu spiegeln und in Balance zu bringen.
Auf dieser Systematik beruhen unsere Anwendungsempfehlungen.

Welche Pflanze am besten zu einer Hautsituation paßt, ist in wenigen Schritten feststellbar:

  • ist das System eher überhitzt oder unterkühlt ?
  • eher feucht oder eher trocken ?
  • eher fest oder eher weich ?
  • energiereich oder energiearm ?

Grundsätzlich gilt:

  • Kamille, Ysop, Melisse, Lavendel und Roter Sonnenhut kühlen  — Schafgarbe , Calendula, Fenchel und Salbei wärmen.
  • Kamille, Melisse, Calendula, Lavendel und Fenchel befeuchten und lockern  —  Schafgarbe, Salbei, Ysop und Roter Sonnenhut trocknen und festigen.
  • Schafgarbe, Melisse, Lavendel und Roter Sonnenhut leiten Energie ab  — Ysop, Calendula, Kamille, Fenchel und Salbei führen Energie zu.

Und so ergeben sich die kosmetischen Empfehlungen:

Unrein ist nicht gleich unrein

Feuchtigkeitsspendende Sorten

Ringelblume und Melisse enthalten gleichermaßen feuchtigkeitsspendende Wirkstoffe. Die Ringelblume hat dabei allerdings einen festigenden, formgebenden Effekt, die Melisse einen beruhigenden, weichmachenden.
Ringelblume – Calendula officinalis ist eine erdig-nährende Wohltat für empfindliche und gereizte Haut, die sich nach Aufbau und Strahlkraft sehnt.
Zitronenmelisse – Melissa officinalis ist eine zitronig-zarte Wohltat für angespannte, irritierte Haut, die eher empfindlich ist und sich nach Pflege und Entspannung sehnt.

Klärende Sorten

Sowohl Kamille mit dem hohen Chamazulengehalt als auch Salbei mit dem hohen Gehalt an Thujon werden für unreine Haut empfohlen. Doch achten wir bei Wild Natural Spirit darauf, daß die Kamille einen befeuchtenden, kühlenden Effekt mit sich bringt, während der Salbei eher trocknet und wärmt.
Echte Kamille – Matricaria chamomilla ist eine wiesenduftende Wohltat für unreine und entzündliche Haut, die sich nach Reinheit und Schutz sehnt.
Echter Salbei – Salvia officinalis ist eine herb-frische Wohltat für wunde und schlaffe Haut, die sich nach Verfeinerung und Klärung sehnt.

Porenverfeinernde Sorten

Großporige Haut fordert Reinigung, Durchblutung und Festigung. Für eine energiereiche Grundverfassung bieten sich eher die Cumarine des Lavendel an, dagegen kurbelt der Campher des Ysop eher spannungsarme Strukturen an.
Lavendel – Lavendula angustifolia ist eine  eine extravagant verwöhnende Wohltat für großporige und zu Unreinheiten neigende Haut, die sich nach Klärung und Geschmeidigkeit sehnt.
Ysop – Hysoppus officinale ist eine zitronig-frische Wohltat für müde, fahle Haut, die eher kräftig strukturiert ist und sich nach Belebung sehnt.

Verjüngende Sorten

Die ersten Fältchen, eine nachlassende Spannkraft der Haut – sowohl der Rote Sonnenhut (Echinacea) als auch der Fenchel bringen hier rasch Glättung und Straffung. Der Sonnenhut spricht hier eher bei energiereichen Verfassungen an (von allem ein bisschen zu viel) – der Fenchel eher energiearme (Ermüdung).
Roter Sonnenhut – Echinacea purpurea ist eine fruchtig duftende Wohltat für trockene und zu Fältchen neigende Haut, die sich nach Feuchtigkeit und Kräftigung sehnt.
Fenchel – Foeniculum vulgare eine zart-schmeichelnde Wohltat für spröde Haut, die sich nach Geschmeidigkeit sehnt.

Beruhigende Sorten

Irritierte Haut kann auf innere und/oder äußere Einflüsse mit Reizungen, Rötungen, Ausschlägen und Juckreiz reagieren. Bewährte Kräuter hierfür sind Schafgarbe und Melisse – wobei erstere ihre lindernde Wirkung eher bei Menschen entfaltet, deren System eher mit Verschleimung kämpft und letztere eher bei Verfasstheiten anschlägt, die trocken sind.
Melisse – Melissa officinalis
Schafgarbe – Achillea millefolium ist eine blumige Wohltat für irritierte, zu Rötungen neigende Haut, die sich nach Schutz und Beruhigung sehnt.
Melisse – Melissa officinalis ist eine zitronig-frische Wohltat für müde, fahle Haut, die eher kräftig strukturiert ist und sich nach Belebung sehnt.

Alle Destillate findest Du im Online-Lädchen mit ausführlichen Detailinformationen zu Pflanzen, Anwendung und Herstellung.

Altes Wissen

Seit 1991 befasse ich mich mit den Prinzipien der TCM, von 1988 bis 1992 studierte ich Biochemie. Und es ist, wie bei jedem Versuch, wissen zu wollen: Je mehr ich beobachte, lese und lerne, desto mehr habe ich den Eindruck, nichts zu wissen.
Die Arbeit auf Aditi für Wild Natural Spirit bringt mich in das unmittelbare Erfahren: Ich kann beobachten, wie sich die Pflanzen hier im Unterschied zu maschineller Monokultur entwickeln, ich kann riechen, schmecken, spüren, wie anders der Salbei ist, der hier gewachsen ist als der, den ich in der Apotheke oder gar im Supermarkt kaufe.
Die Leitlinien der TCM helfen mir, Einflüsse und Wirkung ganzheitlich zu betrachten – zusätzlich zur kausalistischen Betrachtung unserer westlichen Naturwissenschaften.

Während der Praxiswochen und Themenseminare biete ich Gelegenheit, dieses Wissen zu teilen und zu erfahren. Fühle Dich eingeladen.