Veröffentlicht am Schreiben Sie einen Kommentar

Vom „Lesen“ des Menschen zum Finden des passenden Heilkrauts

Sonnenhut Sproß

Ich komme gerade herein vom Sonnenhut-Suchen. Ja wirklich: Die Taubnessel und die Vogelmiere waren so schnell in den kurzen Sonnentagen, daß ich den treibenden Sonnenhut (Echinacea) ein wenig suchen mußte unter den vorpreschenden Nachbarn. Kurz hatte ich den Impuls, die blühende Taubnelssel auszureißen, um meiner geliebten Sonnenhut Platz zu verschaffen. Doch da strahlte er mich schon an: Er hatte mit seinen unterirdischen Trieben die Erde zu einem kleinen Hügel angehoben und reckte seine festen, spitzen roten Blatttriebe ganz souverän empor.
Ich mußte lächeln. Wie konnte ich nur auf die Idee kommen, gerade dem Sonnenhut Raum schaffen zu müssen ?! Wie oft hatte ich diese majestätische Pflanze im Sommer bewundert mit ihre Stehkraft, mit ihrer Strahlkraft, die sich so klar abzugrenzen weiß und einen ganz klar definierten Raum hält.

Würde ich nicht täglich mit den Pflanzen sein, sie beobachten in ihrem Sein und ihrem Verhältnis untereinander, würde ich nicht monatelang im Sommer die heilenden Blüten und Blätter sammeln und viele Stunden über dem offenen Feuer an der Destille erfahren, was das Wesen der jeweiligen Pflanze so einzigartig macht – dann würde mir mein akademisches Wissen aus Biologie, Pharmazie und Biochemie wenig nutzen.

Denn es sind nicht einzelne, isolierbare und künstlich nachbaubare Substanzen, die vermögen, uns Menschen wirklich heil zu machen. Es ist das Wesen, der Spirit einer Pflanze, der eine ganz bestimmte Frequenz, einen ganz klar definierten Impuls trägt und übermittelt. Und mit diesem speziellen Muster kann das empfangende, menschliche System in Resonanz gehen – und Ungleichgewichte heilen.

Ich wünsche mir von Herzen, daß noch viel mehr Heilpraktizierende diesen Vorgang begreifen und sich das Wissen um das Wesen unserer einheimischen Heilpflanzen in dieser Art erschließen. Denn dann ist es so leicht, Menschen in die Heilung zu begleiten.

Das ist der eine Teil des alten Wissens um Heilung.

Davor jedoch gilt es, unsere Fixierung auf „Symptome“ zu überwinden und die Vorstellung davon, daß wir GEGEN eine Krankheit vorgehen müssen.

Es sind nicht nur leere Worte, dieses „alles ist mit allem verbunden“ und „Gedanken schaffen Realität“. Wenn wir Zeichen unseres Körpers (oder unserer Seele) feindlich gegenüber stehen, sie beseitigen wollen, weil sie uns schmerzen, nehmen wir uns letztlich die Chance, gesund zu werden.

Vielmehr gilt es, die Zeichen (Symptome) zu lesen – und den Blick auf den erkrankten Menschen als eine kostbare, komplexe Ganzheit zu richten. „Trockener Husten“ – zum Beispiel – gibt uns als Diagnose noch viel zu wenig Informationen über die Verfassung dieses Menschen, als daß wir eine Lösungsempfehlung geben könnten.
Den meisten Heilpraktizierenden ist das bewusst – und doch lassen sie sich immer wieder dazu verleiten, zu einem Mittel GEGEN das Symptom zu greifen.
Natürlich gibt es eine Erwartungshaltung des Patienten, natürlich ist das Symptom der Grund dafür, daß ein Mensch Rat bei einem Heilkundigen sucht und der Fokus liegt auf dem Symptom, das es zu beseitigen gilt.

Doch wenn es dem Heilpraktiker oder Arzt oder Therapeuten ernst mit seinem Beruf ist, wird er längst wissen, daß der schnelle Griff zum GEGENmittel nur neue Probleme, manchmal an ganz anderer Stelle, manchmal mit einiger Verzögerung aufwerfen wird.

Die Heilpraktizierenden, die mit den Spirits (Pflanzenessenzen) arbeiten, haben ein kostbares Instrument an der Hand, das diesen Konflikt zwischen Leidens-/Erwartungsdruck und ganzheitlicher Herangehensweise löst:
Es ist ein ganz einfaches Schema aus der TCM (Traditionelle Chinesische Medizin), das es uns erlaubt, die Gesamtverfasstheit eines Menschen – ganzkörperlich ebenso wie geistig-seelisch – sehr schnell und präzise zu erfassen.

Ich hatte schon viel über diese einfache doch treffsichere Diagnostik geschrieben – auch wenn es um die Produktauswahl bei Wild Natural Spirit geht (etwa hier: https://wild-natural-spirit.org/tcm-in-der-kosmetik/ und hier: https://wild-natural-spirit.org/anwendung-natuerlicher-pflanzenkraft / ). Doch sicher – und auch das wissen Heilpraktizierende – gibt es auch noch eine Ebene des Wahrnehmens, die nicht schematisierbar, nicht strukturierbar ist.

Diese Wahrnehmung zu schulen, halte ich für unglaublich wichtig.
Es ist eine Art „ichloses Eintauchen“, das sich frei machen kann von bisher Bekanntem, eine ungeteilte Präsenz und Aufnahmefähigkeit.
Und hier schließt sich der Kreis: Denn diese Art, ganzheitlich und unvoreingenommen Wahrzunehmen, läßt sich vortrefflich im Umgang mit den Pflanzen lernen und üben. Wenn wir unseren Fokus weg nehmen von dem „Unkraut das weg muß“, von den welken Blättern, die wir abschneiden, von der gewollten Anordnung im Garten und hinfließen lassen in das Wesen der Pflanze, in ihr Pulsieren, in ihre Präsenz und Nachricht. Dies beides zusammenzuführen – eine ganzheitliche Wahrnehmung von Mensch und Pflanze einerseits und den konsequenten und strukturierten Abgleich der menschlichen und pflanzlichen Energiemuster andererseits – befähigt uns präzise, einfach und wirkungsvoll Heilung zu befördern.

Veröffentlicht am Schreiben Sie einen Kommentar

Part 4: Metall – Das Strukturierende – Aus der Reihe: Einheimische Heilkräuter und die Kraft der Traditionellen Chinesischen Medizin

TCM mit einheimischen Heilkräutern ist hochaktuell. Eine ganzheitliches Sichtweise, wie sie hierzulande längst in Vergessenheit geraten ist – verbunden mit der Nutzung unserer einheimischen Heilpflanzen befähigt jeden und jede von uns, eigenverantwortlich und umsichtig für die eigene Gesundheit zu sorgen.
Mittlerweile haben wir in dieser Reihe zur Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) gemeinsam die Qualitäten des Ätherelements (Holzelement), des Feuerelements und des Erdelements durchlaufen.

Eine Bewegung von der Vergeistigung (Luft / Äther) in die Dynamik und Vorwärtsenergie des Feuers hin zur Beruhigung, zur Setzung und Sammlung der Erde. Die natürliche Entwicklung lenkt den Energiefluß nun immer weiter in die Form, in die Struktur, wie wir sie im Reich der Mineralien antreffen.

Im Unterschied zu occidentalen Lehren, die vier Elemente unterscheiden, verstehen die orientalischen Lehren (auch die persische, ägyptische, südostasiatische und eben die chinesische) diese Qualität als deutlich unterscheidbar von der weichen, aufnehmenden und wandelnden Erdqualität.

Die kosmische Grundenergie des Metalls

Im Metallelement erreichen wir den zweiten Kulminationspunkt in der Wandlung von Yin zu Yang: Komplementär zum Feuerelement, in dem die Yin-Aspekte ein Maximum erreichten und „ins Yang kollabierten“ – findet in der Metallphase das Yang seine maximale Ausprägung – und kollabiert im Höhepunkt der Metallphase in das kleine Yin. Yang – das ist schwer, fest, trocken, zentripetal hell und heiß. Diese Entwicklung läßt sich bildlich gut aus der Erde kommend nachvollziehen: Die fallende Asche des erlöschenden Feuers sinkt zu Boden, sammelt sich, baut Masse auf, wird zu Erde. Bei fortgesetztem Verlauf entsteht immer mehr Masse, immer mehr Gewicht. Die einzelnen Teile sind auf minimalen Raum zusammengepresst, versteinern. Bewegung kommt (fast) ganz zum Erliegen – pure Form, reine Struktur stellt sich ein, so, wie wir sie von den Mineralien – den Steinen und Kristallen kennen. Das ist maximales Yang. Setzt sich dieser Vorgang fort, können wir in diesem Bild auch das „Kollabieren des Extrems“ beobachten: Das zunehmende  Gewicht „drückt“ auf das Zentrum des Vorgangs, auf den Erdmittelpunkt. Dort herrscht so viel Druck auf minimalem Raum, daß die aufgebaute Materie beginnt, den Aggregatzustand zu verändern – sie schmilzt. Wir können uns hier bildlich das heiße, zähflüssige Magma im Kern der Erde vorstellen.
Die Aufgabe von Form und Struktur zeigt an, daß Yin erneut ins Spiel kommt, die erstarrte Form beginnt neu zu fließen.

Die Symbolik in der TCM für metalltypische Kräfte sind vier rechtwinklig zueinander stehende Pfeile, die auf ein gemeinsames Zentrum deuten. Dies verdeutlicht, daß diese Phase in höchste Konzentration führt, definiert und strukturiert.

Die TCM unterscheidet – wie in dem Beispiel oben gezeigt – zwei Typen von Metall: Die vollständige Struktur, Stillstand, Masse, Form – das ist 6 graues Metall. Die zähflüssige Lava nach Überschreiten des Kulminationspunktes wird als 7 oranges Metall bezeichnet.

Mit dem Metallelement sind in der TCM der Herbst als Jahreszeit, die Farben silber, grau und orange, die Zahlen 6 und 7 sowie die Geschmacksrichtung „scharf“ assoziiert. Der Abend, der Nordwesten und die Definition, Form und Struktur.

Metallqualitäten im menschlichen System

In der TCM sind insbesondere Lunge und Dickdarm mit dieser Energiephase verbunden. Auch die Haut wird dem Metallelement zugeordnet. Organe also, die verdichten, filtern… und ausscheiden.
Diese Trennung von Wohltuendem und Belastenden ist die Hauptaufgabe.
Wann immer Körper oder Seele „aufgeweicht“ oder „unstrukturiert“ sind, das Fehlen von Form, Manifestation und Klarheit, erhalten wir Hinweis auf einen Mangel im Metallelement. Aber auch Schwächen in der Immunabwehr, eine dysfunktionale Innen-Außenwahrnehmung (zB Hypersensibilität, Irritierbarkeit, Manipulierbarkeit) zeigen ein geschwächtes Metallelement an.
Umgekehrt sind Erstarrung und Impulslosigkeit ein Hinweis für einen Überschuss an Metallenergie.

Häufig gehen Störungen in dieser Energiephase mit Trauer und Depression einher: Die geordneten Abläufe – insbesondere die Verdauung – physisch wie psychisch –  sind aus dem Gleichgewicht.

Der das Metall im Körper regierende Geist wird in der TCM Po genannt.
Po, auch “Geist des Lebens” genannt, steht für das körperbezogene Gedächtnis, hat mit körperlicher Erinnerung zu tun. Der Kolleg Eduard Trip zitiert aus dem Neijing: „Die Aufgabe des Po (“Körperseele”) ist es, die physischen Prozesse des Körpers aufrecht zu erhalten. Er ist verantwortlich für instinktive Reaktionsmuster, die ohne geistige (bewußte) Kontrolle ablaufen. Der Po steht für Kraft, Lebensmut und Draufgängertum. Es geht um die Aufrechterhaltung der lebensnotwendigen Funktionen, um den Überlebensinstinkt einerseits und um die körperliche Entfaltung andererseits. Die alten Chinesen gingen davon aus, daß Po nach dem Tod im Körper verbleibt.“

Ist das Metallelement geschwächt, ist auch die Abwehrfunktion des Organismus (Wei Qi) auf allen Ebenen schwach. Der betreffende Mensch ist krankheitsanfällig und unfallgefährdet. Sein Überlebensinstinkt ist geschwächt. In der Eskalation mündet eine Störung des Metallelements darin, daß man in seinem Leben keinen Sinn mehr sieht.

Die Antwort auf solche Störungsmuster heißt: Strukturen festigen – Kanäle öffnen und reinigen.

Es geht um das Führen der physischen und psychischen Energie. Hierzu braucht es klare Leitungen, klare Grenzen und Richtungen einerseits – aber auch durchlässige Wege und Bahnen andererseits.

Mit Blick auf unsere Ernährung fördern wir das Metallelement durch Gebackenes, Gedörrtes, durch weißes Wurzelgemüse, scharfe Würzung (Ingwer, Chili, Pfeffer) und vor allem: Reduktion.
Es muß ja nicht zwingend Fasten sein – die berühmte „Diet Number Seven“ von George Oshawa hat mir persönlich schon viele Male dazu verholfen, mein System auf allen Ebenen zu bereinigen, zu Klären und zu kräftigen.
Und natürlich nutze ich meine Heilpflanzen, um meine Metallkraft aufrecht zu erhalten und zu stärken.

Heilpflanzen mit einer ausgeprägten Metallqualität

Um herauszufinden, wie ich über Heilkräuter die Metallenergie im menschlichen System erreichen kann, hielt ich zunächst Ausschau nach Pflanzen, die von ihrem Habitus klar definierte Formen aufwiesen, die eher „verschlossen“ als zugänglich waren, eher von trockener als fetter Substanz.

Ganz offensichtlich ist der Salbei (Salvia officinalis) eine Pflanze, die diese sehr yangen und yangisierenden Eigenschaften trägt: Sein trockener, aufrechter Wuchs mit der Tendenz, rasch zu verholzen und seiner enormen Langlebigkeit trägt ein hohes Maß an metallisch-mineralischen Qualitäten. Als Destillat verwendet hilft er, Strukturen aufzubauen, Zentrierung und Konzentration zu fördern und damit auch die Fähigkeit, im Inneren zu halten. Er wärmt, festigt und treibt das Fremde aus Geist und Körper.
Daher empfehle ich diese Pflanze bei Menschen, die sich schwer tun, bei sich zu bleiben, sich zu konzentrieren und Energie zu halten. Auch bei Schlaffheit und Müdigkeit regen sein intensiv-aromatischer Duft und sein bitter-scharfer Geschmack die Sinne an.
Auf der Haut wirkt die Naturreine Gesichtspflege tonisierend, porenverfeinernd und klärend. Insbesondere bei entzündlichen Hautveränderungen, wie etwa der Akne, ist der Salbei (neben Kamille) die Hautpflege, zu der am meisten positive Rückmeldungen vorliegen.

Doch auch der Rote Sonnenhut (Echinacea purpurea)  mit seinem außerordentlich festen, aufrechten Gebäude, seinen markanten violetten Stielen und den auffällig kompakten, schweren Blütenböden ist eine Pflanze, mit der die Metallenergie hervorragend übermittelt bzw. aktiviert werden kann: Mit ihm habe ich gute Erfahrungen gemacht bei allen Abgrenzungsthemen.

Als letzte der Metallenergie übermittelnden Pflanzen sei der Baldrian (Valeriana officinalis) genannt, der bereits an der Schwelle zum Wasserelement steht: Diese Pflanze repräsentiert die Metallenergie nach dem Kulminationspunkt – also nach dem Zusammenbruch des übermäßigen Yang in das fließende, kleine Yin. Er ist als Pflanze eine wunderbare Antwort auf Menschen, die sich in übermäßiger Spannung und Fokussierung befinden, gibt einen Impuls in die nächste Phase, in das Fließen und Aufnehmen, wie es die Yin Qualität des Metalls mit sich bringt.

Und da die Metallphase eine besondere Bedeutung für Hautthemen hat, noch eine letzte Anmerkung zum Einsatz der Pflanzen zur Hautgesundheit: Generell sind Hautkrankheiten mit Störungen im Metallelement verbunden. Im Falle von Rissen, allergischen Bildern und Überempfindlichkeiten macht es auch Sinn, die Naturreine Gesichtspflege der oben beschriebenen Pflanzen direkt einzusetzen.
Bei Hautproblemen jedoch, in denen Trockenheit, Spannungsgefühle und Ansammlungen (Knoten, Verstopfungen, Pigmente) auffällig sind, liegen eher Störungen vor, in denen ein Zuviel an Metallenergie gegeben ist. Hier Antworten wir jeweils mit dem Komplementär (Feuerelement) oder der auf das Metall folgenden Energie (Wasserelement). Wie ich die TCM in der Hauttherapie verstehe, kannst Du hier eingehender nachlesen: https://wild-natural-spirit.org/tcm-in-der-kosmetik/

Den metallbetonten Heilpflanzen ist gemeinsam, daß sie sowohl eine Sonnen- wie auch eine Saturnsignatur tragen. Das Überdauernde, Strukturierte, klar Abgegrenzte steht im Vordergrund. Sie vermitteln unmittelbar Richtung und Eindeutigkeit.

In Resonanz mit dem menschlichen System gebracht, erzeugen sie Aufrichtung und Festigung – sowohl auf körperlicher wie auch auf mental-emotionaler Ebene.
Das ist die Qualität der Metallenergie.

Ich lade Dich ein, mit den Qualitäten der Fünf Wandlungsphasen und den Kräutern, die ihnen zugeordnet sind, zu experimentieren. Hierfür habe ich die “TCM Boxen” zusammengestellt – Kombinationen aus Rohdrogen und Destillaten, die die jeweilige Wandlungsphase repräsentieren und fördern.
Wenn Du deine Wahrnehmung hier schulst und verfeinerst, wirst Du Dich in der belebten Natur besser orientieren können, Entwicklungsverläufe erkennen und vorhersehen können. Vor allem aber wirst Du in der Lage sein, in Systeme gezielt einzugreifen, Ungleichgewichte zu beheben und Fließgleichgewichte wiederherzustellen, sei es dein Garten, sei es dein Körper oder sei es dein Umfeld. Probiere es und übe Dich !

***

Ich möchte klarstellen, daß meine Betrachtungen KEINE medizinische Beratung ersetzen. Überhaupt sehe ich mich in keinerlei Konkurrenz zur konventionellen Medizin oder Pharmazeutik. Denn mein Umgang mit den Pflanzen und meine Leidenschaft für die TCM sind weit entfernt von Heilversprechen, die ich per se und egal von wem sie kommen für unlauter halte. Heilung ist nach meiner Auffassung ein Vorgang, der weder von irgendeinem einzelnen Menschen „gemacht“ werden kann, noch ein Ereignis, das sich in der immer gleichen Weise auf jeden Menschen übertragen läßt.
Insofern lade ich dazu ein, die Qualitäten der kosmischen Grundenergien individuell wahrnehmen und einsetzen zu lernen, den Blick auf die eigene Gesundheitsverfassung vom Symptom zu lösen und zu lernen, systemisch und in Fließgleichgewichten zu denken und vor allem das vieldimensionale Wirkspektrum unserer einheimischen Heilkräuter zu erforschen.
Gerne können wir das auch gemeinsam in einem der Seminare auf dem Berg Aditi tun. Hier ist eine Übersicht zu den Angeboten: https://wild-natural-spirit.org/seminare-und-praxiswochen/

Veröffentlicht am Schreiben Sie einen Kommentar

Von der Linderung zur Heilung

Neurodermitis TCM

Wie wir Neurodermitis in der TCM verstehen

Es gibt mittlerweile einige Hautärzte, Hausärzte und Kosmetikerinnen, die mit den Spirits arbeiten. Zudem habe ich einige Kund/innen, die wegen Hautproblemen auf die Naturreine Gesichtspflege kamen – und gute Erfolge zurück meldeten.
Ein sehr häufiges Thema ist das, was unsere Ärzte als Neurodermitis oder Dermatose bezeichnen.
Wie Du weißt, halte ich nicht viel von der symptombezogenen Herangehensweise und verwende die üblichen Krankheitsbergriffe auch nicht in meiner Arbeit.
Da neurodermitische Krankheitsbilder jedoch immer häufiger werden, wie auch andere, als „Allergien“ bezeichnete Syndrome, habe ich mich im Feld der TCM ein wenig schlau gemacht und möchte das Gefundene gerne mit Dir teilen.

Neurodermitis ist ein Begriff der modernen Medizin, der für chronische, in Schüben auftretende Hauterkrankungen verwendet wird. Die Betroffenen – oft Kinder – leiden unter Schuppenkrusten auf der geröteten Haut, verbunden mit starkem Juckreiz. Mitunter nässen die entzündlichen Hautstellen. Aus diesen offenen Hautstellen können weitere Infektionsherde entstehen.

Die moderne Medizin sagt „Die genaue Ursache ist unbekannt. Mehrere Faktoren scheinen bei der Entstehung der Krankheit mitzuspielen, unter anderem eine gestörte Hautbarriere und genetische Prädisposition“. Hypersensibilisierung, Cortisongaben und Antikörperbehandlungen sind neben Diäten und Triggervermeidung die gängigen Herangehensweisen. Doch die Heilungserfolge bleiben trotz groß angelegter Forschungsprojekte schwach.

Im Kontext der TCM (Traditionelle Chinesische Medizin) handelt es sich um eine im Yin verortete Störung, die mit Hitze und einem Mangel der natürlichen Abwehrkraft (Wei-Qi) einhergeht.

Bereits hier können wir zu den Heilkräutern, die den nötigen Impuls bringen sollen, folgende Anforderungen formulieren:

– das System muß temperiert und
– die Innen-Außen-Grenze gestärkt werden.

In früheren Artikeln hatte ich bereits dargelegt, daß wir mit den Minzen, mit Melisse, Schafgarbe, Lavendel und Sonnenhut systemisch kühlen können. Ysop temperiert. Abgrenzungsthemen werden durch Wermut, Ringelblume, Sonnenhut und Salbei in Ausgleich gebracht.

Nun fand ich bei  Dr. F. Ploberger einen großartig differenzierten Artikel zur Formenbeschreibung der Dermatosen – und auch seine Einordnung in die TCM und entsprechende Heilkräuter-Therapien. Ploberger differenziert beim neurodermitischen Formenkreis drei unterschiedliche Ausprägungen:

  1. Blut-Hitze Neurodermitis – „Hier ist die Haut massiv gerötet und entzündet. Der Juckreiz ist stark ausgeprägt. Oft der ganze Körper betroffen“
  2. Feuchte-Hitze Neurodermitis – „Häufig nässende Ausschläge. Das Sekret ist dabei gelb, zähflüssig und geruchsintensiv ohne massive Entzündungen auf. Der Juckreiz ist mäßig stark ausgeprägt – vor allem in den Körperbeugen.“
  3. Blut-Mangel Neurodermitis – „Chronisches Ekzem mit Lichenifikation. Nicht so intensiv gerötet und eher trocken. Der Juckreiz besteht auch an nicht betroffenen Hautstellen, und tritt am Nachmittag und Abend verstärkt auf. Deutliche psychische Irritationen gehen einher (Konzentrationsschwäche, Unsicherheit)

Dr. Ploberger benennt zu den drei Typen komplexe Kräuterrezepturen, wie es in der TCM üblich ist.

Der Hintergrund für diese Mischungen besteht – kurz gesagt – darin, Nebenwirkungen der einzelnen, zum Teil sehr wirkkräftigen Heilpflanzen aufzufangen und zu kompensieren durch andere Pflanzen.

1 Zustand – 1 Pflanze

Diese Herangehensweise sehe ich kritisch. Denn wenn es gelingt, die „richtige Pflanze“ zu identifizieren – also eine Pflanze, die zur Gesundheitsverfassung des Anwenders wirklich paßt – dann hat sie keine unerwünschten Nebenwirkungen.

Hier sehe ich in der alten Lehre die Ursprünge für unser heutiges verqueres Heilverständnis: „gegen“ die Krankheit vorgehen zu wollen, verleitet uns dazu, (zu) starke Geschütze aufzufahren, deren destruktive Effekte wir an anderer Stelle wieder auffangen müssen.

Da liegt es in meinen Augen doch näher, bei der Diagnose etwas genauer hinzusehen und sich zu lösen von der „objektiven Medikation“ – also dem Ansatz, das richtige Mittel >> gegen eine standardisierte Krankheit<< zu finden. Viel leichter, natürlicher ist es doch, das richtige Mittel >> für genau diesen Menschen << zu finden.
Und dazu muß ich mir ansehen, ob etwa das starke Wind/Holzelement der Minzen zwar Kühlung bringt – aber auch wieder Wind und Diskontinuität. Beim ersten und dritten Typ der Neurodermitis, wie Dr. Ploberger sie beschreibt, könnte eine Minze zu einer weiteren Destabilisierung des Systems führen. Um das beurteilen zu können, muß ich jedoch den betroffenen Menschen ansehen – erkennen, ob das Holzelement stabil bei diesem Menschen etabliert ist – oder ob die Hautprobleme generell mit einem zu hohen Maß an Dynamik in diesem Körper einhergehen.

Kehren wir zurück zu den Erkenntnissen über eine Pflanze, die bei neurodermitischen Symptomen passen könnten.
Weiter oben hatten wir bereits herausgearbeitet, daß wir eine Pflanze brauchen, die kühlt und die Abgrenzung des Systems unterstützt.

Mit der differenzierten Betrachtung aus der TCM können wir von hier aus weiter differenzieren:

Bei dem Typ, der Rötungen und Entzündungen mit starkem Juckreiz zeigt (Blut-Hitze Neurodermitis), ist klar das Feuerelement aus dem Gleichgewicht. Zusätzlich zu Kühlung und Zentrierung braucht es hier unbedingt auch Befeuchtung.
Zur äußeren Linderung empfehle ich folglich die Naturreine Gesichtspflege Melisse oder alternative Naturreine Gesichtspflege Baldrian (die natürlich auf dem ganzen Körper angewendet werden kann).

Liegt „Feuchte-Hitze Neurodermitis“ vor mit nässenden Ausschlägen, die sich vor allem in den Körperbeugen zeigen, brauchen wir hingegen zusätzlich zum kühlenden, abgrenzenden Wirkspektrum einen trocknenden, ableitenden Effekt. Das kann der Lavendel, wie Du unschwer beobachten kannst, wenn Du Dich zu der kompakten und doch fein gegliederten Pflanze setzt.

Die dritte Form (Blut-Mangel Neurodermitis) bildet auch in den Klassifikationen der TCM ein höchst Besorgnis erregenden Gesamtzustand. Hier richtet sich die TCM zunächst auf den Aufbau der Systeme, die mit dem Erdelement und den Magen/Milz-Bahnen korrelieren und raten auch zu einer Unterstützung durch Ernährungsumstellung (!!Wurzelgemüse!!). Über die Haut kann ein solcherart erschöpftes System am ehesten durch das Ringelblumen-Destillat aufgebaut werden.
Zu diesem gibt es auch zahlreiche sehr positive Kundenrückmeldungen.

Abschließend möchte ich natürlich noch darauf hinweisen, daß die Qualität der verwendeten Pflanzen eine zentrale Rolle spielt.
Erst jüngst zeigte eine medizinische Studie am Karolinska Institut in Stockholm, daß es einen nachweisbaren Zusammenhang zwischen Allergien und darauf folgende Autoimmunerkrankugen gibt. (siehe  British Journal of Dermatology (2020; DOI: 10.1111/bjd.19624) Zitat: „Die atopische Dermatitis (…), die auf einer epidermalen Barrierestörung beruht, erhöht die Anfälligkeit auf Allergien und (..) Autoimmunerkrankungen.“)
Allergien und Hautprobleme sind Ausdruck einer Überreizung. Sie spiegeln einen ausgesprochenen Unruhezustand. Maschinell gewonnene Pflanzen, Alkohol in Kosmetika und andere Konservierungsstoffe sind daher besonders bei diesen Problemstellungen ganz und gar kontraproduktiv.

Einer der vielen Gründe, warum wir ohne Maschinen und ohne Konservierung arbeiten.

Nun wünsche ich allen, die von diesen „Hauterscheinungen“ betroffen sind, rasche Genesung. Kühlung und Abgrenzung sollten „ganz oben“ stehen – auch mental, emotional und sozial. Fühl Dich bald wieder wohl in deiner Haut !!

Veröffentlicht am Schreiben Sie einen Kommentar

Part 3: Die Erde – Das Sammelnde – Aus der Reihe: Einheimische Heilkräuter und die Kraft der Traditionellen Chinesischen Medizin

TCM

Nachdem ich in den letzten Beiträgen zur Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) die Qualitäten des Ätherelements (Holzelement) und des Feuerelements beschrieben habe, fließt die Energie nun naturgemäß weiter in die Phase des Erdelementes.

Die kosmische Grundenergie der Erde

Im Feuerelement kamen die expansiven, dematerialisierenden, flüchtigen Kräfte (Yin) zu einem Maximum. Das Maximum, das Extreme ist in der Natur ein instabiler Zustand – natürliche Kräfte streben immer nach einem ausgeglichenen Verhältnis von Yin und Yang. Und so kollabiert, was über die Maßen gewachsen ist. Im Energiezyklus der Fünf Wandlungsphasen ist ein solcher Kulminationspunkt in der Feuerphase: Das extrem angewachsene Yin, das nur noch Ausdehnung Bewegung und Entstofflichung ist, fällt in sich zusammen, zieht sich in die Glut zurück, hält die Hitze, strebt nach Form und Materie. Hier leitet sich bereits die Folgephase, das Erdelement ein.
Die Symbolik in der TCM für erdführende Kräfte ist ein senkrecht nach unten gerichteter Pfeil: Er verdeutlicht, daß die Energetik sinkend, abwärts gerichtet, sammelnd ist.
Bildlich können wir uns vorstellen, daß die vom Feuer wild in die Luft geschleuderten Ascheflöckchen nun wieder hinab sinken, den Boden berühren, dort sich sammeln und auf diese Weise Materie aufbauen.
Wir sind also „zurück“ in einer Phase, in der es um Richtung und Substanz geht.
Ganz leicht wird das nachvollziehbar, wenn wir unseren Erdboden betrachten und erspüren, der von so großer Vielfalt und so sinnlicher Greifbarkeit ist. Hier endet und hier entsteht das organische Leben, hier wird zusammengesetzt, gewärmt, gebrütet und entwickelt.
In chinesischer Sicht ist die Erde – oder genauer: Die gelbe Erde – DAS Zentralelement, die vollkommene Balance. In der chinesischen Philosophie und Weltenlehre finden wir – im Unterschied zu den anderen Elementen – schwerlich etwas „Negatives“ bei der Beschreibung dieser Qualität: Das rechte Maß, das Gleichgewicht, die Mutter sind die Äquivalente dieses Elements und entsprechen gänzlich dem chinesischen Ideal.
Die TCM unterscheidet drei Typen von Erde, je nach dem „Reifegrad“ ihrer Yin- und Yang-Qualität.
Die weiße Erde, die mit der Zahl 2 assoziiert wird, beschreibt die Qualitäten von sehr leichter, noch wenig fruchtbarer Erde – eher sandig oder nah noch an der Asche aus dem Feuer. Sie ist licht und noch recht trocken. Die „vollkommene Erde“, das ist, wie oben bereits erwähnt, die gelbe Erde, assoziiert mit der (asiatischen Glücks-)Zahl 5, rund, weich, satt, duftend und fruchtbar. Mit fortschreitender Zunahme der Yang-Qualität nähern wir uns dann der schwarzen Erde, assoziiert mit der Zahl 8, für die man in der Natur schon tief graben muß, die dunkel und dicht „gesotten“, gefestigt ist und Stabilität und Halt gibt. Ihre Natur führt letztlich über zum Stein- bzw. Metallelement.

Mit der Erde sind in der TCM der Spätsommer (Ernte !) als Jahreszeit, die Farben weiß, gelb und schwarz, die Zahlen 2, 5 und 8 sowie die Geschmacksrichtung „süß“ assoziiert. Der Nachmittag, der Südwesten und die Ruhepause, das Reflektieren und Sammeln.

Erdqualitäten im menschlichen System

In der TCM sind insbesondere Magen, Milz und Bauchspeicheldrüse mit dieser Energiephase verbunden. Organe also, die für das Sammeln, Klären und Nähren sorgen.
Wann immer Körper oder Seele „unterkühlt“ sind, Mangelerscheinungen zeigen oder allzuhohe Trockenheit, erhalten wir Hinweis auf einen Mangel im Erdelement.
Die Kollegin Dr. Claudia Irsa schreibt: „Im Alter vorrangig anzutreffende Pathologien aus Sicht der TCM sind daher eine Schwäche des Erdelements, von Milz/Pankreas und Magen (…) sowie innere Hitze durch “Restpathogene” (meist infektiöser oder emotionaler Natur). (…) Schwäche der Milz äußert sich in einer Neigung zu Feuchtigkeitsansammlung und zur Adipositas (Fettleibigkeit)“
Ist dieser Energiefluß nicht im Gleichgewicht, kommt es zu Stauungen und „Kurzschlüssen“, die Energie wird nicht gleichmäßig verteilt,. Das Zusammenwirken aller Organe, die Harmonie zwischen Geist und Körper kann nicht mehr gehalten werden.
Körperlich gibt es erste Anzeichen bei schwachem Bindegewebe, Störungen im Geschmackssinn, Gewichtsschwankungen. Psychisch zeigt sich ein Ungleichgewicht der Erdenergie in Grübeleien und Sorgen – insbesonderee in Bereichen, die uns eigentlich gar nichts angehen.
Die Antwort auf solche Störungsmuster heißt: Wärme, Befeuchtung und Nährung.
Und beim Stichwort „Nährung“ geht es natürlich auch um Er-Nährung: Die Achtsamkeit bei unserer Nahrungsaufnahme – körperlich wie geistig – ist somit der zentrale Ansatzpunkt, um Alterungsprozessen vorzubeugen. Doch worauf soll Mensch achten, wenn es um „reine Nahrung“ geht ? Der Gelbe Kaiser (Standardwerk der TCM) nennt die Seele des Erdelements „Yi“, welche mehr oder weniger gleichbedeutend mit „Intellekt“, „Unterscheidungskraft“ ist. Ein intaktes Erdelement vermag zu unterscheiden zwischen toter, lebloser oder schädlicher Nahrung – oder eben vitaler, gehaltvoller. Wer sein Erdelement stärken möchte, sollte in jedem Falle von industriell aufbereiteten Lebensmitteln Abstand nehmen.

Heilpflanzen mit einer ausgeprägten Erdqualität

Nach meinen Beobachtungen tragen häufig Korb- und Doldenblütler diese sammelnde, unterscheidende und nährende Energiequalität des Erdelements. Gerade unter den Doldenblütlern finden sich zahlreiche Gemüsepflanzen, die ja im Sinne des Erdelements ganz explizit dazu angetan sind „Substanz aufzubauen“.
Besonders die Kamille repräsentiert die Qualitäten des Erdelements und vermag sie – idealer Weise als gereinigtes Destillat – an unser System zu übermitteln. Ringelblume an der Schwelle zum Feuerelement (also yiner) und Sonnenhut an der Schwelle zum Metallelement (also yanger) vermitteln Wärme, Nährung und Stabilisierung ebenfalls ausgeprägt. Als Doldenblütler ist der Fenchel als ausgesprochener Impulsgeber für Wärme, Befeuchtung, Beruhigung zu nennen.
Doch nun der Reihe nach.
Die altbekannte Kamille (matricaria chamomilla), die kaum mehr in der Flur zu finden ist und als industrielles Staubgemisch in Beuteln auch als Tee schon lange aus unserem Blick geraten ist, ist eigentlich etwas außerordentlich Lichtvolles, Aromatisches.
Dies ist uns mit vollen Sinnen erlebbar, wenn wir im Goldlicht der blühenden Kamille regelrecht berauscht sind vom Honigduft dieser Heilpflanze. Eine ruhige, satte Bestärkung stellt sich ein, wenn das Destillat mit seinem intensiv indigofarbenen Öl bei der Destillation seinen Duft und seine Aura verströmt. Ich nenne sie daher die „Goldene Königin“ – die Sorgen und Ängste im Nu vertreibt, Magen, Haut und Geist beruhigt und uns das Gefühl wohliger Sattheit vermittelt. Viele, die bei uns zum ersten Mal die ungebrochene Kamille als Rohdroge kosten, sind überrascht vom tatsächlichen Geschmack dieser wunderbaren Heilpflanze.
Von meiner Großmutter bekam ich als Pubertierende Kamillosan – sowohl gegen die Pickel (äußerlich) als auch zur Besänftigung hitziger Stimmungswandlugen (innerlich). Doch mich störte immer der Alkohol in diesem klassischen Kamillenauszug. Ohne Alkohol – so wie wir die Kamille in „Das Beste vom Kraut“ pur abfüllen, bleibt sie auch in ihrer ganzen Kraft erhalten und ist wirklich für jede/n bekömmlich.
Ein ausführliches Pflanzenprofil zu dieser Lieblingspflanze findest Du hier.

Mit Blick auf das Erdelement steht sie im Energiekreis der TCM noch vor dem Fenchel, dem sie noch immer etwas Dynamik voraus hat.
Zur ganzen Fülle und Tiefe und Gelassenheit des Erdelementes kommen wir mit dem Saatfenchel (foeniculum vulgare, das ausführliche Pflanzenprofil ist hier).
Seine lichtgelben, fast neonhellen Dolden reichen mir bei der Ernte gut bis ans Kinn. Saftige, feste Stengel und bizarr zarte, lichtgelbe Blüten umfangen mich wie ein Kokon … und genau hier zeigt sich bereits die besänftigende und schmeichelnde Eigenschaft des Fenchels, die ihn zum perfekten Übermittler der Erdenergie macht.
Das Sammelnde, Runde, Speichernde, was so charakteristisch für das Erdelement in der TCM ist, zeigt sich auch in der knollenförmigen Wurzel. So verwundert es nicht, daß Fenchel eine klassische „Mutterpflanze“ ist – sowohl zur Regulation von Milchfluß und Rückbildung bei jungen Müttern, wie auch bei der „Erdung“, beim Aufbau des eigenständigen Verdauungsvorgangs bei Neugeborenen. Ich wäre ganz schön verloren gewesen ohne das Fencheldestillat, als meine Hündin sich nach fünf Wochen weigerte, ihre 11 Welpen weiter zu säugen. Die Jungen fraßen zwar eigenständig das mit geriebenen Äpfeln und gekochten Möhren „besänftigte“ Futter – doch sie hatten furchtbare Blähungen und Durchfall. Wenige Gaben des Destillats – das sie mit großer Begeisterung ableckten – half ihnen erstaunlich schnell, das eigene System zu stabilisieren und aufnahmefähig zu bekommen.
Doch nicht nur eingenommen ist Fenchel eine metaphysische „Wurzel“, ein feinstofflicher „Kokon“. Auch als Kosmetikum bewährt das Erdhafte des Fenchels sich, indem er lindert, befeuchtet und glättet. Ein Jungbrunnen und Streichler also auch auf dieser Ebene.
In der Anwendung der Erd-Pflanzen auf der Haut sprechen wir Veränderungen an, die sich in Rauheit, Rauhheit, Alterung und Unreinheiten ausdrücken. Hier fehlt die Fähigkeit, Reines von Unreinem zu trennen und (nur) das Wohltuende zu speichern.
Gerade wenn Du bei Dir selbst das Erdelement ansprechen willst, ist es von besonderer Bedeutung, daß Du auf Qualität und Kontext achtest. Sieh hier also genau hin, was Zusatzstoffe, Pflanzenherkunft und Verarbeitung angeht.
Den erdbetonten Heilpflanzen ist gemeinsam, daß sie sowohl eine Sonnen- wie auch eine Venussignatur tragen. Das Lichte, Weibliche, Nährende, Wärmende steht im Vordergrund. Das Zentrum ist deutlich spürbar, Harmonie auf allen Ebenen.
In Resonanz mit dem menschlichen System gebracht, erzeugen sie unmittelbar Wärme, Befeuchtung und eine gesunde Sattheit – sowohl auf körperlicher wie auch auf mental-emotionaler Ebene.
Aufgebrachte Energie darf sich sammeln, sortieren und zentrieren.
Das ist die Qualität der Erdenergie.
***
Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) hat bis heute das Wissen um die vielschichtigen Vorgänge bewahrt, die bei der Gesunderhaltung unseres Körpers und unseres Geistes relevant sind. Anders als die monokausalistische und symptomorientierte Sichtweise der modernen abendländischen Heilkunde betrachtet sie Gesundheit als ein Fließgleichgewicht der kosmischen Komponenten, aus denen alles Leben gemacht ist: Luft, Feuer, Erde, Metall und Wasser. Das macht sie überlegen gegenüber Ansätzen, die ein Symptom lediglich beseitigen – und dabei an unzähligen anderen Stellen neue Ungleichgewichte erschaffen.
Ich befasse mich nun seit 30 Jahren mit der TCM und der ihr zugrundeliegenden Elemetenlehre. Die TCM hat eine ganz eigene Abteilung der Kräuterheilkunde – und als Inhaberin einer fränkischen Kräutermanufaktur ist mir natürlich wichtig, die TCM-Prinzipien auf unsere einheimische Kräuter zu übertragen. Mit der vorliegenden Sonderreihe gebe ich einen kleinen Einblick in die kosmischen Grundenergien nach der TCM – Luft, Feuer, Erde, Metall und Wasser – in Zusammenhang mit bestimmten menschlichen Verfaßtheiten und unseren altbewährten Heilkräutern.

Ich möchte klarstellen, daß meine Betrachtungen KEINE medizinische Beratung ersetzen. Überhaupt sehe ich mich in keinerlei Konkurrenz zur konventionellen Medizin oder Pharmazeutik. Denn mein Umgang mit den Pflanzen und meine Leidenschaft für die TCM sind weit entfernt von Heilversprechen, die ich per se und egal von wem sie kommen für unlauter halte. Heilung ist nach meiner Auffassung ein Vorgang, der weder von irgendeinem einzelnen Menschen „gemacht“ werden kann, noch ein Ereignis, das sich in der immer gleichen Weise auf jeden Menschen übertragen läßt.
Insofern lade ich dazu ein, die Qualitäten der kosmischen Grundenergien individuell wahrnehmen und einsetzen zu lernen, den Blick auf die eigene Gesundheitsverfassung vom Symptom zu lösen und zu lernen, systemisch und in Fließgleichgewichten zu denken und vor allem das vieldimensionale Wirkspektrum unserer einheimischen Heilkräuter zu erforschen.
Gerne können wir das auch gemeinsam in einem der Seminare auf dem Berg Aditi tun. Hier ist eine Übersicht zu den Angeboten: https://wild-natural-spirit.org/seminare-und-praxiswochen/

Veröffentlicht am Schreiben Sie einen Kommentar

Part 2: Das Feuer – Dynamik und Ausdehnung – Aus der Reihe: Einheimische Heilkräuter und die Kraft der Traditionellen Chinesischen Medizin

Ein Teil der Mission, die ich mit Wild Natural Spirit verfolge, besteht darin, uns alle wieder näher an die Vorgänge der beseelten Natur zu führen. Uns zu lösen von einem einseitig nutzenorientierten Umgang mit dem natürlichen Reichtum, den unsere Erde hervorbringt.
Wenn wir die Kraft der Natur in vollem Umfang für unsere körperliche und geistige Gesundheit erfahren wollen, müssen wir uns lösen von einer rein symptomorientierten Behandlung und lernen, die natürlichen Zyklen und Wirkspektren zu verstehen.
Ich orientiere mich sowohl beim Anbau unserer Heilkräuter als auch bei der Produktion der Essenzen und ihrer Anwendung bei bestimmten menschlichen Mustern an der sehr pragmatischen und zugleich ganzheitlichen Systematik der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM).

Das ermöglicht mir nicht nur, die Kräuter mit geringstem Aufwand in die reichste Blüte zu begleiten, sondern auch, das volle Wirkspektrum einer Pflanze zu erkennen und in Resonanz mit den Bedürfnissen eines Menschen, der die Pflanze für sich anwenden möchte, zu bringen. Schritt für Schritt lernen meine Anwender/innen so auch selbst, bestimmte Störgrößen, die sie bei sich feststellen, in einem größeren Zusammenhang zu erfassen und sich selbst die Mittel zuzuführen, die weniger auf Verdrängung und Beseitigung gerichtet sind, sondern vielmehr auf die Wiederherstellung natürlicher Fließgleichgewichte.

Nachdem ich im vorausgegangenen Beitrag die Qualitäten des Holz- bzw. Ätherelements in der TCM skizzierte und den Widerhall dieser gerichteten, aufstrebenden und verfeinernden Phase in den Minzen, Melissen und im Ysop zeigte, folgen wir dem natürlichen Wandlungsstrom heute zum Feuerelement.

In der Ätherphase wurde alles Schwere, Solide, Gebundene verfeinert und entstofflicht. Hierauf folgt mit der Feuerphase nun die vollständige Loslösung von Form und Prägung: Das Feuer ist die pure Bewegung – auswärts gerichtet, doch in der Richtung wahllos, 360 Grad wird die freiwerdende Energie nach außen geschleudert, alles in Bewegung gebracht und seiner vorausgegangenen Programmierung entledigt.

Nicht ohne Grund gilt das Feuer als der Transformator schlechthin – denn seine vollkommen befreite Bewegungsenergie lässt keinen Stein auf dem anderen, setzt alles in Bewegung.

Da in dieser Phase ein Kulminationspunkt zwischen Yin und Yang liegt, nutze ich die Gelegenheit, an dieser Stelle noch einmal etwas auf diese beiden Komplementäre einzugehen:
In den ursprünglichen Wissenschaften wurde der Lebensgeist, die vis vitalis oder die Schöpferkraft immer als das Zusammenwirken zweier Grundkräfte betrachtet: Adam und Eva, Shiva und Shakti, Geist und Materie, Merkur und Sulfur – und eben: Yin und Yang.
Die chinesischen Schriftzeichen für diese beiden lebenerschaffenden Kräfte sind „die beschattete Seite des Berges“ (Yin) und „die sonnenbeschienene Seite des Berges“ (Yang). Sie beschreiben Grundprinzipien, die sich in jedem irdischen Phänomen wiederfinden. Jeder Körper, jeder Zustand dieser Welt enthält einen bestimmten Anteil an Yin- und einen bestimmten Anteil an Yang-Charakteristik. Diese Zusammensetzung definiert das jeweils betrachtete Objekt.
Das Yinjing (Auch als I Ging oder Buch der Wandlungen bekannt) vermittelt uns das wissen darum, daß diese spezifische Zusammensetzung nicht von Dauer ist, daß sie, wie alles Irdische, der steten Verwandlung unterworfen ist nach einer immerwährenden Folge: Den Fünf Wandlungspahsen (oder Fünf Elementen). Der Yin-Anteil in einem System wächst solange an, und verdrängt das Yang, bis das System zusammenbricht – und Yang aufgebaut wird. Solange, bis wiederum das Yang ein Maximum erreicht, das System zusammenbricht und wieder mit dem Aufbau von Yin beginnt.
Das Feuerelement ist nun der „Kulminationspunkt des Yin“: Hier erreicht der Yin-Aspekt – das Dunkle, Feuchte, Flüchtige, Expansive aufgebaut im Holz-/Ätherelement sein natürliches Maximum und kollabiert im Zentrum der Feuerphase.

Die kosmische Grundenergie des Feuers

Das Feuerelement bringt das Greifbare, Feste, Strukturierte (Yang) zur (fast) vollständigen Aufhebung, versetzt alles und jedes in Bewegung, schleudert die dem Yang innewohnende Hitze hinaus in die Peripherie (daher werden in der TCM gerötete Körperteile in der Peripherie – Fingerspitzen, Zehen, Nase als „überschießendes Feuer“ interpretiert).
Die resultierende Bewegung ist nach außen gerichtet – ohne differenzierbare Richtung oder Struktur Die Verwandlung von Materie in Bewegung setzt Energie frei – in Form von Wärme, Handlungen, Ideen.  Sie verausgabt sich, bis alles umgesetzt ist und sinkt nach ihrem lodernden Tanz in die letzte Glut zusammen, um zu Asche, zu Erde zu werden. Dies leitet dann die Folgephase ein, die Erde, die sammelt, verdichtet, sich setzt und neues Yang aufbaut.

Mit dem Feuerelement sind in der TCM der Sommer als Jahreszeit, der Süden als Himmelsrichtung, die Farbe rot, die Numerologie der Zahl 9 (hier gibt es Abweichungen zwischen dem Nine Star Ki und dem Neijing), Vollendung, Transformation, die Geschmacksrichtung „bitter“ assoziiert. Der „helllichte Tag“, der Mit-Tag, die körperliche Aktivität und Shen – der innewohnende Geist, der für Intelligenz, Wendigkeit und Lebensmut zuständig ist.

Feuerqualitäten im menschlichen System

In der TCM sind insbesondere Herz und Dünndarm mit dieser Energiephase verbunden. Organe also, die für Bewegung und Verteilung verantwortlich sind.  Und mit ihnen die Blutbahnen und Gefäße, die sich – dem Feuer gemäß- bis in die äußerste Peripherie verteilen und verästeln.

Ist dieser Energiefluß nicht im Gleichgewicht, kommt es – bei einem „Zuviel“ – zu übermäßiger Aktivität – die sich in Unruhe, Herzrasen, Durchfall oder geplatzten Äderchen (Rosacea et alteri) zeigen kann. Bei einem Mangel zeigen sich Phlegma, Verkrustungen, harte Geschwülste, Antriebslosigkeit und Depression. Psychisch zeigt sich ein Ungleichgewicht der Feuerenergie in Hysterie und Aktionismus, die sich jeder Ansprechbarkeit, jeder Regulierung entziehen.

Die Antwort auf solche Störungsmuster heißt: Kontrollierte Transformation.
Ein System, in dem Entladung und Verteilung nicht natürlich stattfinden können, braucht Wärme, Anschub, Unterscheidung und Beweglichkeit.

Heilpflanzen mit einer ausgeprägten Feuerqualität

Die Dynamik des Feuers – die alles in Bewegung setzende, transformierende Kraft – ist nach meinen Beobachtungen am deutlichsten bei allen Artemisia-Arten gegeben. Nicht umsonst sind die Beifußgewächse in aller Welt und zu allen Zeiten Medizinpflanzen – insbesondere Schutzpflanzen.
Ihre stark gefiederten Blätter, ihr schier unzähmbarer Wuchs, die rispenförmigen Blüten versprengen Duft und Energie und Impression großzügig.

Die gesamte Gattung der Artemisia ist reich an Bitterstoffen und ätherischen Ölen. Mein Glaskolben ist schwarz von diesem Öl nach vollendeter Destillation !
Und so findet sie ihre Anwendung bei tiefen Reinigungsprozessen – körperlich wie seelisch. In Japan werden die kugeligen Blüten der Artemisia zur Moxabustion verwendet – eine Behandlung, bei der die glühenden Pflanzenteile über Akkupunkturpunkte gehalten werden. Heimisch ist bei uns neben dem Beifuß der Wermut (artemisia absinthum). Ihn bevorzuge ich, wenn es um starke Reinigungs- und Transformationsprozesse geht. Hier findest Du meine ausführlichen Informationen zur Artemisia absinthum.

Etwas weniger radikal, dafür umso hitziger ist auch der Thymian eine klassische Pflanze aus dem Feuerelement. Auch er sorgt für Bewegung – doch eher an der Peripherie – also als Schleimlöser in den oberen Bronchien oder als Muskeltonikum bei Verspannungen. Und so, wie er Wärme und Bewegung sanft durch den Körper dringen läßt, so wirkt er auch auf unsere geistigen und seelischen Prozesse: Er stimuliert, ermutigt und belebt.
Ein ausführliches Pflanzenprofil zum Thymian (thymus vulgaris) findest Du hier: https://wild-natural-spirit.org/thymian-und-destillat/

Das Treibende, Bewegende ist bei diesen Pflanzengattungen auch für die antivirale Wirkung ausschlaggebend. Kein Halt für Fremdes, Überkommenes.

Die sanfteste, einheimische Heilpflanze aus dem Formenkreis der Feuerelements, mit der ich arbeite, ist die Ringelblume. Daß sie vor allem dem Feuerelement zuzuordnen ist, war mir auch nicht gleich erkennbar. Mit ihrer unbeugsamen Vitalität und Strahlkraft bewegt sie sich schon in die stabilisierende und sammelnde Aura, die im Erdelement dann zu voller Ausprägung kommt. Und auch strukturbildende Fähigkeiten, wie sie erst dem Metallelement zueigen sind, finden sich in dieser allbekannten Heilpflanze. Dies macht sie zu einer hervorragenden Helferin, wenn es um Ausleitung und Rekonvaleszenz geht. Die Ringelblume bringt den Stau in Fluß – und das verdankt sie ihrer feurigen Seite. Doch als bekanntes Mittel bei Prellungen und bei der Wundheilung enthält sie eben auch bereits das „Gefäß“, das Formgebende, das auf die Transformation folgt. Ein ausführliches Pflanzenprofil zur Calendula findest Du hier: https://wild-natural-spirit.org/die-ringelblume-und-ihr-hydrolat/

In der Anwendung der Feuer-Pflanzen auf der Haut sprechen wir Veränderungen an, die sich in einem Mangel an Erneuerung und Vitalität zeigen. Thymian und Wermut auf der Haut wären ein zu arger Impuls für unsere empfindliche Hülle, deren Aufgabe ja ganz wesentlich Abgrenzung und Struktur sind. Daher habe ich mich bei der Gesichtspflege auf die Ringelblume konzentriert, die nicht nur bei neurodermitischen Problemen bereits zu zahlreichen positiven Rückmeldungen geführt hat, sondern auch als kräftigende, klärende Tagespflege ganz herrlich wirkt und pflegt und das Hautbild sehr schön verfeinert.

Das ist die Qualität der Feuerenergie.
Ein spezielles Arrangement an Kraut, Destillat und Kosmetischem Pflanzenauszug habe ich in der “TCM Box Feuerelement” zusammengestellt

***

Ich möchte klarstellen, daß meine Betrachtungen KEINE medizinische Beratung ersetzen. Überhaupt sehe ich mich in keinerlei Konkurrenz zur konventionellen Medizin oder Pharmazeutik. Denn mein Umgang mit den Pflanzen und meine Leidenschaft für die TCM sind weit entfernt von Heilversprechen, die ich per se und egal von wem sie kommen für unlauter halte. Heilung ist nach meiner Auffassung ein Vorgang, der weder von irgendeinem einzelnen Menschen „gemacht“ werden kann, noch ein Ereignis, das sich in der immer gleichen Weise auf jeden Menschen übertragen läßt.
Insofern lade ich dazu ein, die Qualitäten der kosmischen Grundenergien individuell wahrnehmen und einsetzen zu lernen, den Blick auf die eigene Gesundheitsverfassung vom Symptom zu lösen und zu lernen, systemisch und in Fließgleichgewichten zu denken und vor allem das vieldimensionale Wirkspektrum unserer einheimischen Heilkräuter zu erforschen.
Gerne können wir das auch gemeinsam in einem der Seminare auf dem Berg Aditi tun. Hier ist eine Übersicht zu den Angeboten: https://wild-natural-spirit.org/seminare-und-praxiswochen/

Veröffentlicht am Schreiben Sie einen Kommentar

Part 1: Der Äther – Das Feinstoffliche – Aus der Reihe: Einheimische Heilkräuter und die Kraft der Traditionellen Chinesischen Medizin

Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) hat bis heute das Wissen um die vielschichtigen Vorgänge bewahrt, die bei der Gesunderhaltung unseres Körpers und unseres Geistes relevant sind. Anders als die monokausalistische und symptomorientierte Sichtweise der modernen abendländischen Heilkunde betrachtet sie Gesundheit als ein Fließgleichgewicht der kosmischen Komponenten, aus denen alles Leben gemacht ist: Luft, Feuer, Erde, Metall und Wasser.

Das macht sie überlegen gegenüber Ansätzen, die ein Symptom lediglich beseitigen – und dabei an unzähligen anderen Stellen neue Ungleichgewichte erschaffen.
Denn bereits bei der Diagnose wird nicht nach einem einfachen „auf A folgt B“-Zusammenhang (monokausalistisch) gesucht – etwa: Ein Mangel an Thyroxin bewirkt eine Schilddrüsenunterfunktion, was zu unerwünschtem Übergewicht führt. In der TCM wird stattdessen der IST-Zustand eines Menschen als Ganzes erfaßt – also etwa nicht nur das Übergewicht, sondern auch die gerötete Haut, der verlangsamte Puls, die träge Darmtätigkeit, die Antriebslosigkeit bei gleichzeitiger Neigung zu Angstzuständen in Betracht gezogen. Und erst hieraus läßt sich eine angemessene Antwort auf die Verfassung des Menschen finden, die so viel mehr ist als „das Übergewicht soll weg“.

Ich befasse mich nun seit 30 Jahren mit der TCM und der ihr zugrundeliegenden Elemetenlehre. Die TCM hat eine ganz eigene Abteilung der Kräuterheilkunde – doch leider handelt es sich bei diesen Kräutern größtenteils um Pflanzen, die bei uns nicht heimisch sind und von daher mit unseren zentraleuropäischen Energiemustern oft nicht gut kompatibel sind. Natürlich macht es einen Unterschied, ob ich eine Pflanze, die unter gleichen Bedingungen lebt und wächst, wie ich selbst, einsetze – oder eine Pflanze verwende, die mit einem ganz anderen Klima, unter völlig abweichenden Boden-, Wasser- und Magnetfeldbedingungen „programmiert” ist. Zudem sind die langen Transportwege und die schwer kontrollierbaren Schadstoffbelastungen von Heilkräutern aus Zentralasien ein ernst zu nehmender Faktor.

So lag es nahe, nach Heilkräutern unserer heimischen Flora Ausschau zu halten, die im Sinne der ganzheitlichen Betrachtung geeignet sind, unser Wohlergehen zu fördern oder wiederherzustellen.

Nach drei Jahrzehnten habe ich diese europäischen Heilkräuter identifiziert und in ihrem Wirkspektrum hinreichend untersucht. In der fünfteiligen Reihe, mit der ich heute beginne, skizziere ich den Zusammenhang zwischen den fünf Grundenergien der TCM, bestimmten einheimischen Heilkräutern und menschlichen Verfasstheiten.

Dem natürlichen Zyklus entsprechend beginne ich diese Reihe mit dem Äther- oder auch Holzelement.

Die kosmische Grundenergie des Äthers

In der ewigen, natürlichen Verwandlung von Yin zu Yang und wieder zu Yin ist die Äther- oder auch Holzenergie die Phase, in der das Körperliche, Solide und Eigendynamische ganz aufgehoben und in das Geistig, Feinstoffliche überführt wird.

Klassisch werden Bilder wie der Baum, der Sproß (Holz), Wind und eben Äther und feinstoffliche Phänomene in der Natur zur Veranschaulichung dieser Grundenergie verwendet.

Der Energiestrom ist vertikal nach oben gerichtet – und wohlgemerkt: gerichtet – die Aufhebung von Schwere, Grenzen und Stagnation ist, was diese Energie bewirkt.

Die Ätherphase folgt auf die strukturlose, ungerichtete Fließbewegung der Wasserphase, gewinnt an Ausrichtung und hebt die Form vollständig auf. Durch den Zugewinn an Richtung verstärkt sich die Dynamik – das nach-oben-Strömen – bis sie endlich eine so starke Bewegung aufbaut, daß sie in der extremen und allgerichteten Transformation der Feuerphase mündet.

Mit dem Äther- oder Holzelement sind in der TCM der Frühling als Jahreszeit, die Farbe grün, die Numerologie der Zahlen 3 und 4 sowie die Geschmacksrichtung „sauer“ assoziiert. Der frühe Morgen, die geistige Aktivität.

Äther- und Holzqualitäten im menschlichen System

In der TCM sind insbesondere Leber und Gallenblase mit dieser Energiephase verbunden. Organe also, die für Reinigung, Lösung und Klärung verantwortlich sind.  Der Gelbe Kaiser (genauer: das Huángdì Nèijīng – Standardwerk der TCM) spricht hier von der „Körperseele“, die den elementaren Selbsterhaltungstrieb verwaltet.

Ist dieser Energiefluß nicht im Gleichgewicht, kommt es zur Kumulation von Schad- und Fremdstoffen, kann Aufgenommenes (materielle und immaterielle Nahrung) nicht verarbeitet und assimiliert werden.
Auch der gesamte dynamische Apparat – Sehnen und Muskeln – sowie das Blut und die Sehkraft repräsentieren diese Energiephase. Psychisch zeigt sich ein Ungleichgewicht der Ätherenergie in Groll und Wut, die plötzlich und gerichtet hervorbrechen.

Die Antwort auf solche Störungsmuster heißt: Gerichtete Expansion.
Ein System, in dem Reinigung, Lösung und Klärung nicht natürlich stattfinden können, braucht Lockerung, Kühlung und Ausrichtung (Ventil)

Heilpflanzen mit einer ausgeprägten Äther-/Holzqualität

Nach meinen Beobachtungen tragen die ätherischen Lippenblütler (Lamiaceen) sämtlich und vorrangig diese expansive Energiequalität des Äther- oder Holzelements.
Ganz besonders die Minzen in ihrer mannigfachen Variation (mehr als 300 Arten !) übermitteln das Raumgreifende, Durchdringende, Reinigende, was diese Energiephase charakterisiert. (Zu dieser Familie habe ich sehr ausführliche Pflanzenprofile geschrieben: https://wild-natural-spirit.org/wasserminze/ ).

Ich persönlich arbeite mit drei Minzesorten: Der „handfesten“, besonders in der keltischen Kultur geehrten Wasserminze (mentha aquatica), die einen außerordentlich ausgeprägten Corpus und somit eine deutlich wahrnehmbare Erd-Himmels-Achse mit sich bringt. Zudem die differenziertere, stark stimulierende klassische Pfefferminze (mentha piperita), die ich gerne bei punktuellen Verhärtungen und Stagnationen einsetze. Und dann das ganz besonders geartete Kräutlein Krauseminze (mentha crispa spicata) bei Menschen, die empfindlich auf Menthol reagieren. Krausminze ist die einzige Minzeart, die kein Menthol, dafür aber ausgeprägt Carvon enthält. Sie kommt bei den Fällen zum Einsatz, bei denen die Störung im Ätherelement nicht aus einem Yang- sondern aus einem Yinüberschuß resultiert; begleitende Symptome sind hier oft Blähungen, Zyklusbeschwerden oder yininduzierter Migräne. Aber jetzt sind wir ja schon wieder bei der Symptomorientierung, von der ich gar nicht so viel halte ! Migräne zum Beispiel kann so unendlich viele Grundverfassungen als Ursache haben, daß die Beobachtung „Migräne“ alleine nicht ausreicht, um die richtige Antwort zu finden.

Auch unsere Melisse (melissa officinalis) ist eine vortreffliche Repräsentantin des Ätherelements. Sie ist nicht ganz so „forsch“ (auch eine Holz/Äthereigenschaft) wie die Minzen, berührt das System etwas sanfter und spricht auf der zweiten Ebene auch das zum Holz komplementäre Erdelement an.
Bereits an der Schwelle zum Feuerelement ist der transzendente Ysop und sein Destillat.

In der Anwendung der Äther-Pflanzen auf der Haut sprechen wir Veränderungen an, die sich in Verhärtungen, Rauhheit, Großporigkeit ausdrücken. Hier fehlt der verfeinernde, lockernde und lichtende Impuls des Ätherelements und genau hierfür stelle ich aus Melisse, Ysop und Krauserminze auch die Gesichtspflege aus dem Reindestillat her.

Den Lippenblütlern gemeinsam ist die besondere Form ihrer Blüten, die Blütenkronen erinnern an Ober- und Unterlippe. Das Blattwerk ist meist sehr zart und stark strukturiert, oft gezähnt, die Stengel oft aufrecht, hohl und vierkantig.
In Resonanz mit dem menschlichen System gebracht, erzeugen sie unmittelbar Kühlung, Lockerung und Entspannung – sowohl auf körperlicher wie auch auf mental-emotionaler Ebene.
Die gestaute Energie darf sich ausdehnen, das Verfestigte, Grobstoffliche darf sich heben, leicht werden und in Bewegung kommen.
Das Verwirrte, Verschachtelte darf sich aus- und Aufrichten.

Das ist die Qualität der Ätherenergie.
Ein spezielles Arrangement an Kraut, Destillat und Kosmetischem Pflanzenauszug habe ich in der “TCM Box Ätherelement” zusammengestellt

***

Ich möchte klarstellen, daß meine Betrachtungen KEINE medizinische Beratung ersetzen. Überhaupt sehe ich mich in keinerlei Konkurrenz zur konventionellen Medizin oder Pharmazeutik. Denn mein Umgang mit den Pflanzen und meine Leidenschaft für die TCM sind weit entfernt von Heilversprechen, die ich per se und egal von wem sie kommen, für unlauter halte. Heilung ist nach meiner Auffassung ein Vorgang, der weder von irgendeinem einzelnen Menschen „gemacht“ werden kann, noch ein Ereignis, das sich in der immer gleichen Weise auf jeden Menschen übertragen läßt.
Insofern lade ich dazu ein, die Qualitäten der kosmischen Grundenergien individuell wahrnehmen und einsetzen zu lernen, den Blick auf die eigene Gesundheitsverfassung vom Symptom zu lösen und zu lernen, systemisch und in Fließgleichgewichten zu denken und vor allem das vieldimensionale Wirkspektrum unserer einheimischen Heilkräuter zu erforschen.
Gerne können wir das auch gemeinsam in einem der Seminare auf dem Berg Aditi tun. Hier ist eine Übersicht zu den Angeboten: https://wild-natural-spirit.org/seminare-und-praxiswochen/

Veröffentlicht am Schreiben Sie einen Kommentar

In Resonanz – im Leben

Resonanz Heilung

Das Phänomen von Resonanz und Gesundheit

Viele Menschen haben mittlerweile Erfahrungen mit den Spirits gesammelt.
Eigentlich sind es ja “nur” einfache Heilkräuterdestillate, die von Amts wegen “zur Aromatisierung von Speisen und Getränken” zugelassen sind, beziehungsweise, die moderierte Form zur “kosmetischen Anwendung gemäß EU-Verordnung”. Es gibt unzählige Anbieter sogenannter “Hydrolate” – Pflanzenwasser, denen in der Regel das ätherische Öl entzogen wurde. Warum sind die Spirits so anders ?
Liegt das “nur” daran, daß wir unversehrte Pflanzen verwenden, Heilkräuter, die noch nie eine Maschine gesehen haben ? Liegt es “nur” daran, daß wir mehrere Stunden auf offenem Feuer und unter Normaldruck destillieren und das volle Spektrum des Destillats erhalten ? Brauchen wir deswegen keine Konservierungsstoffe ?

Die technischen Gegebenheiten allein erklären für mich noch nicht, daß sowohl zur Behebung körperlicher wie auch psychischer Beschwerden in so kurzer Zeit unzählige Rückmeldungen vorliegen.
(Du findest sie gesammelt hier: https://wild-natural-spirit.org/kundenbewertungen/ )
Die Tatsache, daß Menschen einen Zusammenhang zwischen der Behebung von Gesichtsrose und unserer Schafgarben-Gesichtspflege, der Linderung von Neurodermitis und der Ringelblumen-Gesichtspflege , der Überwindung von Depressionen und dem Ysop-Destillat sehen, führe ich nicht nur auf die biochemische Reinheit der Destillate zurück. Vielmehr liegt für mich die Schlußfolgerung nahe, daß das ganze Projekt Wild Natural Spirit ein ganz erstaunliches Resonanzphänomen beinhaltet.

Ich stieß in letzter Zeit öfter auf Artikel, in denen der Zusammenhang zwischen „Liebe“ und irdischer Manifestation erwähnt oder zum Teil auch erklärt wurde. Einer dieser Beiträge ist von Llewellyn Vaughan-Lee mit dem Titel „A love story for the earth“, in dem er auf das Phänomen der Empfänglichkeit gegenüber der alles durchdringenden Lebensenergie eingeht.

Diese Empfänglichkeit betrachte ich als gleichbedeutend mit „Gesundheit“ – auf allen Ebenen.
Ein Mensch, der in der Lage ist, sich weitgehend widerstandslos der Lebensenergie zu öffnen, ist sozusagen zwangsläufig „in Einklang“ – körperlich, sozial, emotional, geistig und spirituell. Gedanken und Handlungen sind angefüllt mit Lebensenergie – und somit haben sie Kraft. Kraft, zu manifestieren.

Wenn wir also gesunden wollen, geht es darum, diese Empfänglichkeit in uns wiederherzustellen.
Das wäre in meiner Begriffswelt gleichbedeutend mit „Heilung“.

Liebesenergie ist Lebensenergie ist Heilsein

Die erstaunliche Wirkkraft der Spirits führe ich darauf zurück, daß sie diese Empfänglichkeit wiederherstellen helfen. Das vermögen sie – im Unterschied zu industriell hergestellten „Mitteln“ – vielleicht so gut, weil in ihrer Entstehung viele Male ein Resonanzfeld der Liebe erzeugt wird.

Das erste Resonanzfeld der Liebe zeigt sich in meiner vollständigen Hingabe an den Berg Aditi vor viereinhalb Jahren. Ich gab buchstäblich ALLES auf – oder hinein – um mich in Aditi hineinzuweben und ihr zu dienen. Planlos, ohne Auffangnetz. Doch ich spürte zutiefst, daß mein Handeln gewollt und gefordert war.
Das zweite Resonanzfeld der Liebe entstand, als ich begann, von Hand die Fruchtbarkeit Aditis wieder urbar zu machen und mit unzähligen zarten Heilkraut-Pflänzchen besetzte. Diese „Arbeit von Hand“ in vollständiger Konzentration auf das  Spektrum der Pflanze, mit der wir gerade umgehen, habe ich an die Menschen, die hier mitarbeiten, weitergegeben. Wenn wir äußerlich schwerste Körperarbeit verrichten, befinden wir uns zugleich in einem Zustand tiefer Meditation und Seligkeit. Weder Zeit noch Zweck bestimmen unsere Bewegungen in diesen Stunden, sondern ausschließlich der „Tanz mit der Energie“ der jeweiligen Pflanzenwesenheit.
Diese Haltung vermittle ich auch in allen Seminaren – seien es die Praxiswochen oder die Wochenendseminare.
Und das dritte Resonanzfeld entsteht jedes Mal, wenn wir in der oben beschriebenen Haltung die Pflanzen ernten und in einen „transportablen Zustand“ versetzen: Jedesmal, wenn ich mich nach einem heißen Erntetag am ruhigen Brodeln der großen Destille niederlasse, der ganze Raum gefüllt ist vom Spirit der Pflanze, die gerade in Feuer und Wasser transformiert wird, der charakteristische Duft zunimmt, der erste Tropfen fällt … und dann Fläschchen für Fläschchen befüllt, etikettiert und ins Lager gebracht wird, bin ich mir bewußt darüber, daß wir nicht nur eine Heilpflanze mit ihren ganz spezifischen Kräften und Wirkstoffen auf die reinste Form gewonnen haben, sondern auch, daß wir das energetische Feld, in dem sie gediehen und gereift ist, hinaus in die Welt senden.

Wie weit dieses Fläschchen kostbarsten Reindestillats letztlich seine Aufgabe erfüllen kann, liegt dann ganz in den Händen des Menschen, der es zur Anwendung bringt.

Denn die Pflanzen per se sind höchst geeignet, stoffliche und feinstoffliche Informationen zu halten und zu übermitteln. Ihre Unversehrtheit und ihre eigene Natur sind durch und durch dazu angetan, den Menschen, den sie erreichen, in Resonanz zu versetzen. Jeweils an dem energetischen Knotenpunkt, mit dem sie selbst korrelieren.
Doch die letzte Entscheidung darüber, ob Heilung geschieht, liegt beim Anwendenden selbst.

Es scheint mir so wichtig, daß da die Bereitschaft ist, loszulassen und sich in eine Erkenntnisebene zu begeben, die nicht logisch doch glasklar ist. Dem zu folgen, was es auslöst, es eindrigen und wirken zu lassen … und mitzuschwingen. Dieses Mitschwingen ist das Moment der Resonanz. Hier schwingt unser System mit der Lebenskraft – in der alles heil ist.

Lauschen und Schwingen

Wie eine solche feine Wahrnehmung und Öffnung bis in das Mitschwingen hinein erfahren werden kann, möchte ich Dich mit einer der vielzähligen Zuschriften, die ich zu den Spirits bekomme, miterleben lassen. Hier schrieb mir Claudia Neumaier aus München. Selbst kräuterkundig nutzt sie mit ihren Kursen den Vorgang des Destillierens dafür, die Teilnehmenden in die innere Alchemie zu führen (das war übrigens der Fokus der abendländischen Alchemisten im Mittelalter). Also, lausche Claudia (stark gekürzt!), die den Aditi-Wermut so trefflich eingelassen hat und ihn als das „Fahrzeug“ nutzen konnte, das er ist:

Der Ort, wohin es wollte, war der Solarplexus. Ein schneller Sprung mitten hinein in meine energetische Mitte. Und dann mal ordentlich drin wühlen. Aufruhr verursachen, in einem ganz neutralen Sinn. Ein langsames Drehen im Uhrzeigersinn, so als würde ein Teig in der Küchenmaschine geknetet. Und am Anfang noch keine Farbe, nur das Aufgewühltsein.
Und kurz danach ein Sprung in die Kehle. Und auch dort das gleiche „Durchwühlen“. Als würde etwas gesucht. So, als kniet jemand vor einer Kommode und wirft nacheinander die Sachen aus der Schublade hinter sich. “Alles raus. Alles anschauen.“ ruft der Wermut. Und ein leichtes Unwohlsein. Ein ganz zartes Würgen in der Kehle. „Alles raus.“ ruft er noch etwas lauter.
Jetzt kommt langsam Farbe: ein eisblaues, metallisches helles Blau. (…) Und dann der Impuls der Aufrichtung. Da habe ich erst gemerkt, daß der Kopf konzentriert gesenkt war. (…)  Dem kann man sich nicht entziehen. Irgendwann geht es nicht mehr gerader. Und nicht mehr höher. Aber biegen will ich mich. Weiten will ich mich. Die Armen zur Seite und zum Himmel strecken und mich dem Himmel öffnen. (…) Weil ich stark bin. Weil ich nicht mehr verletzlich (?), verletzbar (?) bin.
(…) Das große Thema ist heute die KLARHEIT.

So beginnt das Geheimnis des Heilseins also in der endlosen Welle der Lebensenergie. Sie aufzunehmen ist gleichbedeutend mit einer tiefen Erfahrung der Liebe, die unser Sein ganz entfaltet. Die Pflanzen – in ihrer unversehrten, reinen Form – vermögen die Brücke zu bauen.

Veröffentlicht am Schreiben Sie einen Kommentar

Morgendämmerung

Permakultur

Ich komme gerade aus den kühlen Nebeln des Februarmorgens. Als der Mond noch hoch stand am Westhimmel, war ich hinaus gegangen, hinein in Aditi, mein geliebtes Land.
Mehr als vier Jahre ist es nun her, daß ich alles was ich hatte und war hier hinein gegeben habe. Ich verschmolz geradezu mit diesem kleinen Berg an der bayerisch-thüringischen Grenze und als Eins wachsen wir empor.
Leise flüsterten mir die Eschen vorhin zu, umfingen mich mit ihrer liebevollen Präsenz, die ersten Amseln regten sich, Hasen raschelten im Gebüsch. Der Nebel löste sich in millionenfachen Tautröpfchen, den er über die Wiese streute, der Atem des Morgens und des nahenden Frühlings brachte uns in den Tag.

Als ich mich so genährt an der Feuerstelle niederließ und der Blick weit über das hügelige Land schweifte, kamen mir viele Bilder in den Sinn.

Das Juwel der Einfachheit

Nie hätte ich mir als Akademikerin und durchtrainiertes Leistungstier träumen lassen, daß ein politisch wirksames und ökonomisch tragfähiges Leben so viel mit Staub, Schweiß und schwerem Handwerkszeug zu tun haben kann.
Freilich hatte ich in den Zeiten, in denen ich politische Einrichtungen und Unternehmen beriet, immer betont, wie zentral die – seelische ! – Intention eines wie auch immer gearteten Vorhabens ist. Nicht Ziele, die uns nach konditionierten Abziehbildern nach vorne treiben, hinaus aus der unbefriedigenden Gegenwart, hinein in einen zukünftigen Ergebnisstatus, sind die Bedingung für ein gelungenes Unternehmen. Und schon gar nicht Angst – vor irgendwelchen zukünftigen Entwicklungen.
Vielmehr ist es die Liebe, die wir jetzt für das, was ist und was wir gerade tun, aufbringen können, die darüber bestimmt, ob wir jetzt in Frieden und Fülle leben – und dies ganz natürlich auch fortsetzen werden.

Und es ist für ein mit Sinnen, Empfindungen und Ideen ausgestattetes Menschenwesen verdammt schwer, vor einem Computer oder in einer täglichen, auf Arbeitsteilung basierenden Routine diese befriedigende Präsenz zu erfahren. Da helfen weder ein dreizehntes Monatsgehalt noch gesellschaftliche Anerkennung noch wertvolle Konsumgüter.
Es ist das tätige Handanlegen, ja zuweilen auch: Schwitzen. Es ist der sinnlich-physische Kontakt zu unseren Ideen und das Erleben der Gestaltgebung. Es ist das bewußte Einatmen frostklarer Luft, das Gefühl von feuchter Erde zwischen den Fingern, der Gesang der Vögel bei der Arbeit und der Duft von frisch gesenstem Gras, der ein Menschenherz erblühen läßt.

Derzeit, wo so viele Menschen sich fragen, wie es weitergehen wird mit unserer Gesellschaft und mit ihrem ganz persönlichen Leben, frage ich mich, wie viele Menschen in Betracht ziehen, daß der Verlust ihres monotonen, abhängigen Beschäftigungsverhältnisses ein echter Gewinn sein könnte. Wie viele Menschen können erkennen, daß die Reduktion ihres Einkommens Antrieb sein könnte für ein Leben mit weniger Konsum, weniger Bequemlichkeit, weniger Sicherheit – und daher auch mit mehr Kreativität, mehr körperlicher Fitness und mehr Selbstausdruck und geistigem Wachstum?Das Juwel der Einfachheit blieb den meisten Menschen der westlichen Hemisphäre bisher verborgen. Zu stark ist die bereits frühkindliche Konditionierung auf Konformität, Sicherheit, Kontrolle und Abgrenzung.

Ich blicke hinüber auf die zwei Hektar Ackerfläche, die gerade eben neuer Teil von Aditi geworden sind. Unglaublich viel Fläche – unglaublich viel Arbeit.
Ich werde diesen werdenden Raum und die viele, harte, schöne Arbeit verfügbar machen. Für Menschen, die sich das Juwel der Einfachheit wieder erschließen wollen.
Geborgen in der Fülle und Stille Aditis.

Die Selbstheilungskräfte der Verbundenheit

Ich verlasse den Feuerplatz und gehe hinüber in den Kräutergarten.
Still liegen sie da, die Permakultur-Beete mit Ysop und Salbei, Sonnenhut und all den Kostbarkeiten, die uns die einheimische Natur zu Nahrung und Heilung zur Verfügung stellt.

Nie werde ich vergessen, wie ich mit den ersten hundert Hundsrosen die Mikroräume für diese Kräutermanufaktur schuf. Es war das extreme Dürrejahr 2018, Träume hatten mich aufgefordert, den traditionellen Heilkräutern Raum und Hinwendung zu geben. Mitten im Herzen Aditis. Von Hand – ohne Maschinen, ohne Dünger, Pflanzenschutz und Kapital.
Stattdessen mit unendlicher Freude an den abertausend keimenden Kräutlein, ungezählten Stunden auf den Knien beim Setzen der jungen Pflanzen, berauschenden Sonnenuntergängen beim Gießen des erwachenden Gartens.
Es war unglaublich mühsam. Und es war unglaublich heilsam: Mein heißgelaufener Intellekt beruhigte sich, mein von städtischer Unruhe ausgelaugter Körper regenerierte sich, mein Leben war in eine neue, tiefe Verbundenheit gemündet.
Binnen eines Jahres – ein Jahr, in dem die üblichen Früchte auf den Äckern verdorrten und die deutschen Wälder den größten Teil ihres Fichtenbestandes verloren – heilte (s)ich ein verwahrlostes, verwachsenes Stück Wiese und brachte einen blühenden Garten strahlender Heilkräuter hervor.
Doch damit nicht genug: im Juli desselben Jahres überraschte ich mich selbst mit dem Kauf einer riesigen, altertümlichen Kupferdestille. Ich weiß noch, wie wir mit einem viel zu kleinen Campingkocher stundenlang darauf warteten, daß die 100 Liter Wasser im Destillenkessel endlich siedeten. Doch bald schon wurde es zum heiligen Akt, zum vollkommenen Fest der Ernte, meine handgesammelten Kräuter zur Destille zu bringen, das Feuer zu entfachen und dem alchemistischen Prozeß beizuwohnen, der auf diese archaische Art und Weise die Seele, die Heilkraft der Pflanze, zu ihrer höchsten Potenz bringt.
Unbedarft und ohne großes Kalkül – jedoch unter fast unerträglicher Aufsicht von insgesamt neun Behörden – füllte ich die so gewonnenen, kostbaren Destillate in braune Fläschchen ab und brachte sie in die Welt. Was seither an Rückmeldungen und Erfahrungen mit diesen Destillaten zu mir zurück gelangt, ist atemberaubend. Würde ich selbst von solcherlei Heilerfolgen, Transformationserfahrungen und wunderbaren Begebenheiten schreiben, wie es die immer zahlreicher werdenden Anwender/innen der „Spirits“ tun, würde ich wohl nicht nur die mächtige Pharmaindustrie und die geschäftstüchtige Branche der Heilmittelhändler auf mich hetzen, sondern wohl auch erhebliche Schwierigkeiten mit den Behörden bekommen, die die Destillate strengstens nur zum „Aromatisieren von Speisen und Getränken“ zugelassen haben.

Ich halte es hier, wie mit Masken, Ausgangs- und Reiseverboten: Ich akzeptiere die demokratisch gewonnene Ordnung – und denke und handle verbunden eigenständig.
Durch viele Reisen in Südostasien weiß ich zu schätzen, daß wir hier in Mitteleuropa über ein einigermaßen funktionierendes System der Gewaltentrennung und der Rechtsstaatlichkeit verfügen. Ich steckte selbst tief genug in wirtschaftspolitischen Zusammenhängen, um zu wissen, daß man auch bei uns mit Geld und Kontakten demokratische Vereinbarungen umgehen kann. Und doch ist die staatliche Situation, auf die jede/r Bürger/in zurückgreifen kann, kostbar und das Ergebnis eines jahrhundertelangen Bemühens kluger und mutiger Menschen.
Ohne Zweifel ist der Staatsapparat über ein gesundes Maß hinaus gewuchert und es steht eine Bereinigung an. Ebenso, wie der Großteil der Bevölkerung in ein konsumistisches Koma gefallen ist und die Grundvoraussetzungen für gemeinschaftliche Mitbestimmung nicht mehr zu erfüllen in der Lage ist. Auch hier bedarf es einer Auffrischung.
Doch ich werde meine kostbare und endliche Lebenszeit nicht damit verschwenden, mit überforderten Beamten zu diskutieren, mich gegen Strafen wegen Lappalien zu wehren oder gar Berufspolitiker, die ich gar nicht persönlich kenne, ihrer Arbeit wegen anzuklagen. Vielmehr setze ich dieses eine kleine, kostbare Leben dafür ein, das Beste und Schönste, das mir innewohnt, zu entwickeln und für alle, denen es dienen kann, verfügbar zu machen.
Meine Erfahrungen, Gedanken und Einsichten kommuniziere ich nicht nur und mache sie „diskutierbar“ – ich setze sie auch in Taten um und mache sie damit erlebbar und überprüfbar.
So bleibe ich gesund und verbunden. Und das ist der natürliche, der heile Zustand, der sich auch nach und nach in unserer Gesellschaft einfinden wird.

Kreislauf und Wirtschaft

Über all diese Erwägungen zum viel gepriesenen Wassermannzeitalter und was es unserer heutigen Gesellschaft wohl für Veränderungen bringen mag, ist der Morgen schon weit fortgeschritten. Die Gedanken und Bilder haben mich hinaus aus dem Kräutergarten hin zu dem riesenhaften Acker begleitet, den ich gerade hinzu erworben habe.
Planlos ! würde mein Vater schimpfen.
Mit Intention ! antworte ich ihm.

In der Tat, ich habe noch keinen griffigen „Plan“, wie ich diese großen Fläche, die über Jahrzehnte von konventioneller Landwirtschaft ausgelaugt wurde, in das blühende Paradies Aditis integrieren werde.
Mit weniger als einem Viertel der Fläche gelingt es mir – ohne Maschinen, Kredite und Ausbeutung – drei Haushalte zu ernähren und obendrein Produkte in die Welt zu bringen, die auf ihrem gesamten „Wertschöpfungsweg“ nur Heilung hinterlassen:
Natur gesundet. Die Menschen, die diese Kräuterschätze produzieren, gesunden. Und die Menschen, die oft zum ersten Mal in ihrem Leben eine unversehrte Pflanze ohne Zusätze, ohne Maschinengewalt oder elend lange Transportwege für sich nutzen, gesunden auch. Auf ganz vielen Ebenen !

Mein Betrieb braucht weder Wachstum noch Effizienzsteigerung. Es genügt, was da ist. Es ist sogar mehr als genug. Und ich würde mich unbändig über echte Nachahmung freuen – denn dann multipliziert sich mein Geschenk an die Welt.

(Die letzten drei Sätze mögen sich die professionellen Kaufleute unter Euch bitte einmal in Ruhe auf der Zunge zergehen lassen !)

Wozu also der Acker ?
Und wieso habe ich – die ich nie nach Besitz oder Reichtum strebte – so viel Geld, das auch noch zu kaufen ?
… nein, ich habe nicht geerbt. Im Gegenteil: Ich wurde von meinem Vater mit 14 vor die Tür gesetzt und mit 21 beim Tod meiner Mutter um meinen Erbteil betrogen.
… nein, ich habe auch nicht an der Börse spekuliert, keinen gut dotierten „Posten“ ergattert, an dem ich mich lange genug festgehalten habe, um ein kleines Vermögen anzuhäufen.
Es ist ganz simpel: Ich habe in den letzten 25 Jahren genauso gehandelt, wie jetzt auch: Ich stand ein für eine bestimmte Geisteshaltung, bin ihr nachgegangen, habe zum Teil unter (herrlich !) asketischen Bedingungen im Dschungel gelebt, geforscht und mein Leben in das gemeinschaftliche Lernen eingebracht. Das hat so viele Menschen inspiriert, daß sie diesen Weg auch gehen wollten. Also habe ich sie begleitet und dafür Geld verdient, für das ich ad hoc gar keine Verwendung hatte. Bis eben dieser Berg vor mir sich auftat und ich wußte: Hier will und soll ich sein und wirken.

Wer bis heute Probleme mit Geld hat oder glaubt, es brauche viel Kapital, um selbständig zu sein, hat das Prinzip der Fülle noch nicht verstanden. Fülle entsteht IN uns, aus der Liebe zu den Dingen und zum Leben, aus den Träumen, die wir aus uns selbst hervorbringen und mit gegebenen Mitteln verfolgen, aus dem Mut, einfach los zu gehen. Und nicht dadurch, daß uns irgendwer, der vermeintlich mehr hat, etwas abgibt.
Das bedeutet nicht, daß Geschenke anderer Menschen keine Rolle spielen. Ich bin unendlich beschenkt worden hier auf meinem Weg. Wenn ich nur daran denke, wie unzählige Freunde und Klienten (!) kamen, um bei der Renovierung des Hauses zu helfen ! Oder der Verkäufer, der mir ermöglichte, das „Stückchen Geld“, das am Anfang noch fehlte, einfach später zu bezahlen. Zinsfrei und ohne Sicherheit. Solche Geschenke macht das Leben und machen unsere Mitmenschen uns täglich !!! Und es ist so traurig, wenn wir das nicht sehen oder geringschätzen.

Und doch und auch: Das Losgehen, das Anpacken, das Entscheiden kommt aus der eigenen, inneren Fülle und ist bereit, mit dem, was da ist, zurecht zu kommen. Das ist der Anfang von Fülle – und auch von Selbstbestimmtheit.
Selbstbestimmtheit und Eigenverantwortung bilden auch die Basis eines gesunden, eines nachhaltigen Wirtschaftens: Wer Kredite braucht, um anzufangen, sollte es lieber gleich lassen.
Zinsgeschäfte – also das Geldverdienen ohne Arbeit – sind der eigentliche Ursprung der massiven ökonomischen und damit auch ökologischen Schieflage in unserer heutigen Welt.

Der Garten lehrt uns, daß alle erforderlichen und integrierbaren Ressourcen bereits da sind. Daß die „Kunst“ des menschlichen Eingreifens darin besteht, diese Ressourcen sinnvoll anzuordnen und in einem natürlichen Fließgleichgewicht zu halten.
Das ist das Prinzip der Permakultur, auf der auch mein kleiner Betrieb, Wild Natural Spirit, basiert: Möglichst wenig, das nicht vom Platz stammt, wird herein gebracht (Saatgut, Pflanzennahrung, Verpackung, Brennstoffe etc.). Vielmehr ist der Grasschnitt auf der geschützten Wiese der Dünger für die Beete im Kräutergarten. Zusammengebrochene Bäume verbleiben zum Teil als Totholz im Wald – so ernähren sich die Bodenbewohner und sorgen für satte, nährstoffreiche Erde – und der Überschuss wird zu Benjeshecken aufgebaut dort, wo noch mehr Insekten und Destruenten eingeladen sind, den Boden zu verbessern.
Ein System, das in einem ausgewogenen Kreislauf fließt, ist stabil und bleibt gesund.

Das versuche ich auch den Menschen zu vermitteln, die eines der Pflanzendestillate für eine bestimmte Hautkrankheit oder ein definiertes anderes „Symptom“ suchen und bei mir um Rat fragen: Es geht niemals darum, Symptome zu bekämpfen – ob es nun überbordende Staatsapparate, mutierte Viren, eine hohe Arbeitslosigkeit, dysfunktionale Familiensysteme oder körperliche Störungen sind.

Vielmehr lehrt uns die Kreislaufwirtschaft, daß etwas im Gesamtsystem nicht natürlich fließen kann. Es gilt den Blick zu klären für solche „Systeme“ – System Gemeinschaft, System Körper, System Grundstück etc. – und zu erkennen, wo Energie sich zurückstaut – und an anderer Stelle fehlt. Und dann nicht einfach „irgend etwas“ dem System aufzuzwängen – oder ihm zu entreißen – sondern vielmehr die Qualitäten, die im System enthalten sind, zu erfassen und fühlend zu führen.

Die Fähigkeit, solche Gleichgewichte herzustellen – in uns selbst und in unserem Umfeld – ist kaum verträglich mit Eile, mit Angst, Gier oder fest gefahrenen Sichtweisen. Hier sind wir alle aufgefordert, das Empfangende, das Lauschende, das Wartende und das Hegende neu in uns zu entfalten.

2021 wird ein Jahr der Fließgleichgewichte werden. Für diejenigen unter uns, die den Mut haben, selbst Hand anzulegen und sich mit Freude ein Feld zu erschließen, in dem sie noch Anfänger sind.
2021 wird ein Jahr des Chaos werden, ein Jahr, in dem die Angst vor Kontrollverlust sich wandeln darf in die Bewunderung der Lebenskraft, die sich immer wieder neu emporhebt.
2021 wird ein Jahr der Eigenständigkeit werden, in dem viele Menschen zum ersten Mal entdecken, wie viele unterschiedliche Fähigkeiten sie haben, wie gut es tut, zu geben statt zu erwarten und Schöpfer des eigenen, gestaltbaren Lebenstraums zu sein.

All die notwendigen Veränderungen, die in intellektuellen und politischen Kreisen so heiß diskutiert werden, werden sich ganz natürlich als Folge dieser drei Faktoren ergeben.

***
Wenn Du für das Acker-Projekt spenden möchtest, damit wir den Brunnen bauen können, dann geht das hier:

Veröffentlicht am Schreiben Sie einen Kommentar

Beginne jetzt – es wird Frühling

Permakultur

Der warme Wind hat den Schneereichtum der letzten Wochen in einer einzigen Nacht weggeblasen. Auf den Wiesen steht satt das Tauwasser, das die Erde neu belebt.
Nach einem intensiven Jahr 2020 und einer ebenso intensiven Übergangsphase zwischen der Sonnenwende und der nahenden Lichtmess ist es nun Zeit, die Arme zu öffnen für das neue Leben.

Auf körperlicher Ebene bereite ich dies seit zwei Wochen mit einer kleinen Kräuter-Frühlingskur vor, die ich Dir ja schon im letzten Newsletter empfahl. Sie bereinigt, klärt und kräftigt deinen Körper und insbesondere deine Haut auf sanfte doch sehr durchdringende Weise. Sie bleibt bis Ende Januar im Angebot – danach ist sie natürlich auch noch verfügbar, zu den normalen Konditionen.

Doch auch psychisch und geistig gilt es jetzt, die Verhärtungen und Irritationen der vergangenen Monate endgültig zu lösen. Ich war heilfroh, daß ich mit dem Melissendestillat meine permanente Sorge um die zwölf Welpen, die ich zu versorgen hatte, beruhigen konnte und mir das Ysopdestillat half, das große Ganze im Blick zu halten und mich immer wieder auf das Wesentliche auszurichten.

Diese intensiven Zeiten sind nun (für mich) vorüber und die Gärtnerinnen-Hände kribbeln schon. Jetzt gilt es für mich, Kraft aufzubauen und zu sammeln für das anstehende Arbeitsjahr und mich einzuschwingen auf die handfeste Beetbereitung, viele Stunden mit Rodhacke und Spaten Kompost auszubringen, Swales nachzuziehen, wuchernde Brennesseln und Brombeeren in das Gefüge des Gartens zu moderieren.
Der Permakulturgarten geht in das vierte Jahr und so hat sich die kultivierte Pflanzengemeinschaft weitgehend selbst stabilisiert. Wie es Sinn der Permakultur ist, bleibt hier nicht viel zu tun – die Pracht entwickelt sich aus dem inneren Gleichgewicht selbst und erst zur Ernte werden wir wieder von früh bis spät im Einsatz sein, sammeln, trocknen, destillieren.
So bleibt viel Zeit, andere Menschen darin zu begleiten, den lauschenden und leichten Weg mit der Natur zu beschreiten – und vielleicht sogar in eine Lage zu kommen, in der Selbstversorgung kein modernes Schlagwort ist, sondern persönliche Wirklichkeit wird.
Ich biete zunächst – wie jedes Jahr – zwei Wochen als Praxisseminar Permakultur an. Da diese sehr beliebten Lehrwochen auf Aditi sich bereits jetzt rasch füllen, werde ich vielleicht noch einen Termin nachsetzen. Doch erst einmal steht diese meine Lieblingsveranstaltung auf Aditi im Mai an: Im Mai grünt und sprosst es bereits überall auf Aditi, Vögel, Echsen, Bienen wuseln, die ersten Rosen knospen, die Kamille steht schon hoch, alles ist erfüllt von frischer, grüner Lebensenergie. In diesem Rahmen läßt es sich gut lauschen und spüren, lernen und probieren – zusammen mit uns in den vielgesichtigen Bereichen von Aditi.

Daneben haben schon einige Menschen angefragt, ob ich sie bei der Gestaltung eines neuen Permakulturraums bei sich zuhause unterstütze. Gerne kann ich das in diesem Jahr – und so lange die Arbeit mit Wild Natural Spirit das erlaubt – machen. Auch hier sind 80% Lauschen lernen, das Land, auf dem wir stehen, wirklich zu sehen und daraus zu erkennen, welche Pflanzen sich hier ganz natürlich entwickeln werden, welche Nachbarn sie brauchen und wie das System darin unterstützt werden kann, sich selbst zu stabilisieren. 20% sind dann handfeste, körperliche Arbeit – denn mit Maschinen und Chemikalien wird ein Permakultivist nicht arbeiten.
Für diese beiden Aspekte – feine Antennen UND ausdauernde Körperkraft – braucht es eben deine Fürsorge.
Was tust Du dafür, deine Wahrnehmung zu klären und zu verfeinern ? Wie gut achtest Du darauf, „reine Energie“ aufzunehmen – Dinge, Menschen, Situationen in dein Umfeld zu wählen, die lichtvoll und dankbar, dienend und eigenständig sind ? Wieviel von der industriellen, benutzenden, bewertenden, schnellen und lieblosen Energie findet sich in deinem Kühlschrank, in deinem Tagesablauf, in deinen zwischenmenschlichen Begegnungen ?
Bereinige das. Es ist leicht – und es macht Freude !
Verzichte auf das schnelle „Haben“ – zugunsten eines ruhigen „Seins“. Laß das „ich auch“ – erfreue Dich stattdessen an der Einzigartigkeit deines Lebens. Und gerne nimm Dir Pflanzenbegleiter.
Sie wirken weit über die körperlich-biochemische Ebene hinaus, sind lebendige, bewußte Wesen, die Resonanz in deinem System erzeugen können, die Dich genau in diesem Sinne wach und kraftvoll macht.

Ich habe zu all den Pflanzenwesen, mit denen wir hier auf Aditi arbeiten, ausführliche Pflanzenprofile geschrieben (hier zu finden: https://wild-natural-spirit.org/category/natuerliches-heilmittel/ ). Darüber hinaus biete ich die Seminarreihe „TCM und einheimische Heilpflanzen“ sowie zwei Seminare zu schamanischen Techniken an.
All dieses Wissen, das jedes Jahr durch die Beiträge der Teilnehmenden und auch durch großartige Produktbewertungen zu den einzelnen Pflanzen und Destillaten anwächst – fasse ich gerade zu einem neuen Buch zusammen. Der gelbe Kaiser, Hildegard von Bingen, Tompkins und Bird, Maria Treben, Christian Rätsch, Dieter Storl, …  all diese Pflanzenweisen sehen mir über die Schulter, während ich hier mit dem Blick in Aditis Weite Seite um Seite schreibe.

Doch viel schöner als Lesen ist natürlich das Erleben. Auch hier – mit dem Gemeinschaftsgarten-Projekt – hat sich in den letzten drei Wochen unwahrscheinlich viel getan. Der Bauer, der noch auf den Feldern wirtschaftet, die ich zu einem Paradiesgarten umgestalten will, hat die Flächen nun doch vorzeitig frei gegeben. Es haben sich zwei Partnerinnen für das Projekt eingestellt, die mich wunderbar befeuern mit ihren Fragen und Ideen, so daß es schon bald eine Satzung für das künftige Projekt geben wird. Ab jetzt ist jede/r willkommen, die ab Herbst 2021 teilhaben möchte an diesem Herzensprojekt, einen paradiesischen Naturraum zu schaffen – aus einer ausgelaugten Ackerfläche – und hier die Kunst der Naturverbundenheit und Selbstversorgung zu erlernen. Näheres zu diesem Projekt findest Du hier: https://wild-natural-spirit.org/gemeinschaftsprojekt-bad-rodach/

Alles steht auf GRÜN !

Veröffentlicht am Schreiben Sie einen Kommentar

Yoga und Pflanzen

Yoga und Heilkräuter

Wie Kräuter in Resonanz mit bestimmten Chakren stehen

Yoga heißt wörtlich übersetzt „Webstuhl“. Dieses Wort symbolisiert das Verweben des Yogins mit dem Kosmos. Denn weit über die körperliche Ertüchtigung an zwei, drei Stunden des Tages hinaus, zielt die gelebte Praxis des Yoga darauf, innen wie außen im Einklang zu sein.
Da ich zum einen leidenschaftliche Kräuterbäuerin und Destillateurin bin, andererseits auch von Kindheit an Yoga praktiziere und durch einige tiefere Ausbildungen gegangen bin, verrate ich Dir heute ein wenig über die Wechselwirkung zwischen den Kräutern und den Chakren.

Der Ashtanga – oder der geordnete Aufbau von Energie

In Einklang mit dem Kosmos zu leben setzt voraus, daß wir unsere menschlichen Schatten in den Griff bekommen und die gegebenen Möglichkeiten nutzen, den Geist in Frieden zu bringen, das Herz offen zu halten und unseren Körper störungsfrei als eine Art „Antenne“ einzusetzen. Der Ashtanga beschreibt den 8-stufigen Entwicklungsweg des Yoga, der mit den Yamas und Niyamas beginnt, noch bevor die Asanas (die als „Yoga“ bekannten Körperübungen) ins Spiel kommen.
Bei den Yamas und Niyamas geht es um ein Verhalten nach außen und um eine innere Geisteshaltung, die Ausgleich und Frieden bewahrt.
Unter den einheimischen Heilkräutern ist der Sonnenhut die Pflanze, die diese Zentriertheit und Durchlässigkeit am deutlichsten fördert. Lies hierzu gerne das vollständige Pflanzenprofil zum Sonnenhut (Echinacea).

Die Chakren – energetische Zentren im Körper

Neben dem Hauptenergiekanälen (Susuma, Ida und Pingala) gibt es in unserem stofflichen Körper sieben energetische Zentren, die man sich als dreidimensionale Spiralen vorstellen kann: Die Chakren. Sie können mehr oder weniger stark aktiviert sein und so den Menschen mit der erforderlichen Energie versorgen. Die Aktivierung der Zentren erfolgt im menschlichen Körper immer von unten nach oben, wie ein Wasserfall mit Becken: erst wenn das voran gegangene Becken vollständig gefüllt ist, läuft es sozusagen über und beginnt das nächste zu füllen.
Es ist also nicht möglich, ein – sagen wir – voll entfaltetes Herzchakra zu haben, ohne daß die voran gegangenen drei Chakren ganz aktiviert sind. Gleichwohl kann es sein, daß unser System vor allem auf der 2. Ebene – dem Sakralchakra – sich entwickelt, und uns ein Stau oder ein Mangel im Kehlchakra schwächt. Eine gezielte Förderung des Kehlchakras hilft uns, unseren (geordneten) energetischen Aufbau voran zu bringen.
Und dabei können uns die Pflanzen unterstützen. Bei den Pflanze ist die Fließrichtung umgekehrt – von oben nach unten – was ein wesentlicher Faktor bei ihrer Fähigkeit ist, uns zu unterstützen.
Doch welche Pflanzen helfen uns auf den verschiedenen Ebenen ?

Das Wurzelchakra und der Bezug zur Erdenergie

Muladhara, das Chakra, das etwa auf der Höhe des Damms sitzt, korreliert mit der elementaren Qualität der Erde. Es reguliert unsere instinktiven Überlebensfunktionen, unsere Fähigkeit, stoffliche und feinstoffliche Nahrung aufzunehmen und uns in der Welt zu verankern.  
In Resonanz zu dieser erdigen, nährenden und Geborgenheit vermittelnden Qualität stehen die beiden Heilkräuter Ringelblume (kühlend) und Kamille (wärmend). Insbesondere die Kamille vermag unsere Ankerung zu fördern und das Wurzelchakra anzuregen. Lies hierzu gerne das vollständige Pflanzenprofil zur Kamille.

Das Sakralchakra und der Bezug zur Wasserenergie

Sadiswara, das Chakra, das im Bereich des Uro-Genital-Bereichs verortet ist, ist in Resonanz mit der Qualität von Wasser. Ein gut gefülltes Sakralchakra versorgt uns vor allem mit Freude und Inspiration, ist also unter anderem mit unserer Libido, unserer Kreativität und geistigen Aktivität verknüpft.
Schafgarbe (kühlend) und Lavendel (wärmend) sind die beiden Heilkräuter, die das Sadiswara ansprechen und aktivieren. Lies hierzu gerne das vollständige Pflanzenprofil zur Schafgarbe.

Das Solarchakra und der Bezug zur Feuerenergie

Manipura, das Chakra auf der Höhe des Solarplexus, ist der Sammelort für unsere feurigen Qualitäten. Die Yogis bringen es in Verbindung mit Entscheidungs- und Tatkraft, mit klarer Wahrnehmung und Ausdauer. Diese Qualitäten sind besonders in Resonanz mit dem Wesen des Thymian. Lies hierzu gerne das vollständige Pflanzenprofil zum Thymian.

Das Herzchakra und der Bezug zur Luftenergie

Anahata, das Herzchakra, ist das energetische Zentrum, das für unser Empfinden und unsere Fähigkeit, uns zu verbinden zuständig ist. Die hohe Fähigkeit, Mitgefühl zu erfahren baut auf der Erkenntnis auf „ich bin wie Du“. Wenn ein Mensch Mitgefühl entwickeln kann, ist er bereits in Einklang mit den Wesen – und mit sich selbst.  
Am ehesten entspricht die Schwingung der Melisse dieser Qualität. Die Melisse habe ich nach den Regeln der TCM sowohl zur Luft/Äther als auch zur Erde geordnet. Ihre vordergründig beruhigenden Eigenschaften richten sich in der Tiefe an Hingabefähigkeit, Vertrauen und inneren Frieden- Lies hierzu gerne das vollständige Pflanzenprofil zur Melisse.

Das Kehlchakra und der Bezug zum Äther

Visuda bildet in unserem Körper die Grenze zwischen stofflicher und feinstofflicher Dimension. Erst wenn es uns gelungen ist, mit voll aktiviertem Wurzel-, Sakral-, Solarplexus- und Herzchakra friedvoll in der stofflichen Welt zu verankern und einzuweben, steht uns das Tor in die geistigen Dimensionen von Raum und Zeit offen. Elementar betrachtet bildet der Äther diesen Übergang zwischen Stofflichkeit und Geistigkeit. Und diese Qualität mögen die raumgreifenden Minzen zu übermitteln.
Lies hierzu gerne das vollständige Pflanzenprofil zu den Minzen.

Der spirituelle Weg

Von hieraus begeben wir uns dann tatsächlich auf einen spirituellen Weg, losgelöst von weltlichen Bedürfnissen und Abhängigkeiten, ganz ausgerichtet auf die geistigen und kosmischen Zusammenhänge. Die beiden Chakren oberhalb von Visudachakra – Ajna („drittes Auge“) und Sahasrara (Kronchakra) – sind bereits von einer überkörperlichen Qualität. Es gibt kaum Menschen in dieser Zeit, bei denen diese Chakren zu Lebzeiten ganz entwickelt sind, denn dies setzt voraus, daß die fünf vorausgehenden Energiezentren kontinuierlich und vollständig pulsieren.
Wer sich dennoch in diesen Dimensionen bereinigen oder stärken will, ist mit dem Ysop als Begleitpflanze gut beraten. Lies hierzu gerne das vollständige Pflanzenprofil zum Ysop.

Wenn Du Dich eingehender für die yogischen Zusammenhänge interessierst, so möchte ich Dir das ausschließlich auf vedischen Quellen fundierte große Standardwerk „Die Yoga Tradition“ von Georg Feuerstein, ISBN: 9783935001069 empfehlen.
Und wo Du hochwertige Kräuter und Essenzen bekommst, weißt Du ja …