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Muster erkennen, Energie lenken

Energiemujster TCM

Energiemuster sind in der TCM ganz zentral.
In Zusammenhang mit den Spirits bekomme ich immer wieder Anfragen, welche Pflanze denn die richtige sei. In den folgenden Gesprächen wird deutlich, wie sehr wir doch an der symptomatischen und analytischen Betrachtung der Dinge gewöhnt sind.
Bei Husten Salbei, bei Kopfschmerzen Pfefferminze, bei Schlafstörungen Baldrian.
Und auch wenn solche Erscheinungen einen ersten Ansatzpunkt liefern, so werden sie einem ganzheitlichen Verständnis unseres Körpers und des Geschehens bei Krankheit und Heilung nicht gerecht.

Ständiger Wandel

Nach vier Jahren naturwissenschaftlichem Studium hatte ich mich in meinen frühen Zwanzigern abgewandt von der kausalistischen und intervenierenden Herangehensweise an die Natur. Wenig später lernte ich den japanischen Gelehrten und WHO-Berater Michio Kuchi kennen, der mich an die ganzheitliche Betrachtung der fernöstlichen Lehren heranführte.
In der TCM (Traditionelle Chinesische Medizin) – wie übrigens in allen orientalischen Heilkunden – schauen wir nicht auf ein einzelnes Symptom, kennen auch nicht die Clusterung von Symptomen zu festgeschriebenen Krankheitsbildern, wie sie im ICD-10 Code angewandt werden.

Vielmehr betrachten wir jedes System – ob Körper, Garten oder Gesellschaft – als ein einzigartiges Phänomen, das sich in einem ständig sich verändernden Fluss bestimmter, energetischer Qualitäten befindet. Diese Qualitäten beschreiben Grundenergien, wie sie überall in der Natur vorkommen: Etwa eine aufsteigende, sich dematerialisierende Qualität, wie die, die in Pflanzen von der Wurzel bis hinauf in die Blätter im Wind wirkt. Oder eine sich verdichtende, trockene, schwere Qualität, wie die, die wir in Steinen und Mineralien finden, und so fort. Derartige Betrachtung und Beschreibung enthält so viel mehr Informationen, als etwa die Aussage: „Das Laubblatt hat ein Loch“. Die Qualitäten, derer wir uns hier zu Erfassung des Geschehens bedienen, werden verglichen mit den Fünf Elementen, die unsere physische Welt definieren: Wind, Feuer, Erde, Mineral und Wasser.

Fließgleichgewicht

Der natürliche Zustand enthält alle diese energetischen Phasen – in einem fließenden Gleichgewicht. Die eine Phase geht in die nächste über, keine ist dominant, alle sind in wechselnder Zusammensetzung vorhanden und eine Flussrichtung fördernd.
Störungen – also mehr, als nur körperliche Krankheit, die oft die allerletze Ausprägung einer Störung auf einer feinstofflichen Ebene ist – treten auf, denn der Fluss (an Lebensenergie) nicht mehr natürlich strömt: Etwas staut oder fließt zu schnell, verdunstet und Mangel entsteht oder wird „brackig“ und eine Barriere entsteht …

Es braucht Energie, um ein solches Ungleichgewicht aufrecht zu erhalten.
Der natürliche Fluß erfordert hingegen ein Minimum an Energieaufwand – eher setzt er Energie frei.
Diese Energiebarriere, die wir aus welchen Gründen gebildet und damit Ungleichgewicht in uns erzeugtz haben, muß überwunden werden. Um dann das „Zuviel“ zu mindern oder den Mangel aufzufüllen. Um Dynamik, Konsistenz, etc. wieder in ein natürliches Fließgleichgewicht zu bringen.

Doch wo ansetzen ?
Wo die Barriere überwinden ? Und mit welcher Qualität ?

Genau hier dient mir die Systematik der TCM sehr, den ganzen Menschen, das ganze Geschehen zu erfassen, seine enthaltenen – und fehlenden Qualitäten zu erfassen, zu erkennen, wo Energie nicht fließt oder zu stark austritt und von welcher Qualität ist.
Diese Grundlagen erarbeite ich mit den Teilnehmer*innen des Diagnostik-Kurses.

Die TCM bedient sich dann – beim Versuch, das Fließgleichgewicht wiederherzustellen – dreier kraftvoller Instrumente: Der Akupunktur (und ihrer Ableger), der Ernährung (ein sehr komplexes System der Wirkweise verschiedener Nahrungsmittel und ihrer Zubereitung) und der Kräuterheilkunde. Ich habe Stunden in chinesischen „Apotheken“ auf aller Welt verbracht – mit großen Augen, riechend, fühlend, schmeckend – ein phänomenaler Schatz !

Die TCM beachtet jedoch auch sehr, sehr nachdrücklich die klimatischen Bedingungen, in denen wir leben. Eine Ingwerwurzel, die am Fuße des Himalaya gewachsen ist, mag einem Inselbewohner in südlichen Gefilden wenig nutzen. Oder eine Zistrose aus dem Mittelmeer – sie trägt so viel Sonne, Wind und Trockenheit in ihrem „Programm“ , daß sie für einen Mitteleuropäer einfach zu viel Yang ins Spiel bringt.

Aus diesem Grunde arbeite ich für uns, hier und jetzt, mit den Heilpflanzen, die hier, mit uns, leben und gedeihen.

Resonanz

Wenn das Bild also vollständig und klar ist, das ein mit Störungen behaftetes System Dir zeigt, dann gilt es also,

  1. Die Energiebarriere zu überwinden, die die Störung aufrecht erhält
  2. Das System genau da „anzustupsen“, wo der größte „Knoten“ ist

Alles in unserer Welt ist dem Prinzip der Resonanz ausgesetzt.
Alles ist mit allem verbunden – wir schwingen wie in einem riesigen Netz mit all den Geschehnissen, Empfindungen, Gedanken, die sich hier und jetzt ereignen.
Störungen, und Krankheiten, entstehen, wenn es uns nicht gelingt, mitzuschwingen. Es ist, als „verhake“ sich unser System. Es entsteht ein Widerstand, eine Reibung zwischen unserem eigenen System und dem System, in das wir eingebunden sind. Das kostet Kraft und kann unseren Körper/Geist/Seele beschädigen und in seiner Funktion mindern.

Wollen wir uns wieder in Einklang, in ein natürliches, gesundes Fließgleichgewicht in uns selbst und mit unserem Umfeld bringen, muß es gelingen, uns selbst in Resonanz zu bringen. Nicht zwingend an dem Punkt, an dem es „verhakt“ ist und an dem Symptome erscheinen.

Und hier kommen die Pflanzen ins Spiel. Die Pflanzen sind im Vergleich zu Mineralien, Tieren und Menschen um ein vielfaches durchlässiger und am wenigsten von den höher organisierten Körpern an die Materie gebunden. Sie sind die einzigen Wesen auf unserem Planeten, die aus Licht Materie erzeugen können.
So sind sie besonders geeignet, Barrieren zu durchdringen und Resonanz aus dem Feld zu übermitteln. Diese Eigenschaft machen wir uns seit Menschengedenken zunutze.

Bei der Herstellung unserer Reindestillate sammeln wir die Heilpflanzen, die vollständig maschinenfrei und ohne Zufügungen fremder Stoffe aufgewachsen sind, von Hand. Dabei sind alle Erntenden in einer Verfassung expliziter Bewußtheit und Meditation – zugänglich für die Kraft und Eigenart der Pflanze, die sie ernten. Bereits hier entsteht eine hohe Resonanz zwischen menschlichem und pflanzlichem Feld. Wenn wir die Pflanzen dann – unmittelbar nach der Ernte – auf offenem Feuer destillieren, führen wir ihnen die Qualitäten von Wasser und Feuer zu – beides energetische Formen, die reinigen, in Gang und in Fluß bringen.

Magie in Flaschen

Die unterschiedlichen Pflanzenarten haben ebenfalls ganz eigene Energiemuster. Salbei etwa, definiert Struktur und stabilisiert sie, während die Schafgarbe diese Strukturen verfeinert und eher in Richtung Dematerialisierung bringt. Kamille wärmt auf eine satte, erdige Art während die Ringelblume ihre Wärme zusammen mit einer Auf- und Ausrichtung spendet. Diese Energiemuster zu erkennen und die „Passung“ für die Energiemuster des erkrankten oder geschwächten Menschen zu finden, ist Inhalt des Therapiekurses zu den Fünf Elementen.

Es freut mich von Herzen, daß meine ersten, vorsichtigen Versuche mit unseren traditionellen Heilkräutern im TCM-Energiekreis so fruchten und uns ein wirklich gutes Spektrum an die Hand geben, Resonanz zu übermitteln.

Ich lade Dich herzlich ein. Im Oktober zu der zusätzlichen Seminarreihe zu kommen.

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Anwendung natürlicher Pflanzenkraft

Anwendung natürlicher Pflanzenkraft

Die Kurse zur Fernöstlichen Heilkunde – Diagnostik und Therapie – mussten leider in den Juni verschoben werden. Gleichzeitig bekomme ich viele Zuschriften und Anfragen, zur Anwendung natürlicher Pflanzenkraft. Welche Pflanze denn „die richtige“ sei und wie wir Pflanzenkraft sinnvoll für uns anwenden können. Und so mache ich einfach ein kleines schriftliches Seminar, damit das Wissen in die Welt kann.

Sieh das Ganze – nicht den Punkt

Als ich in den 90er Jahren mein langjähriges Biochemiestudium über den Haufen warf und tief enttäuscht war von der Kurzsichtigkeit und Augenwischerei unseres naturwissenschaftlichen Establishments, stieß ich unerwartet auf die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) und ihre Grundprinzipien.

Anders als in den westlichen Naturwissenschaften basiert die TCM auf einer ganzheitlichen Betrachtung mit drei wesentlichen Grundannahmen:

  1. Ein „Symptom“ ist nur eine Sollbruchstelle in einem System, das aus dem Gleichgewicht geraten ist
  2. „Gesundheit“ ist ein Fließgleichgewicht: das ganze System verändert sich an jeder Stelle unaufhörlich. Solange der Wandel (von Yin zu Yang und von Yang zu Yin ) sich an jeder Stelle natürlich vollziehen kann, herrscht Gleichgewicht.
  3. Um ein „krankes“ System wieder in ein natürliches (gesundes) Gleichgewicht zu bringen, muß nicht das Symptom beseitigt werden, sondern die „Flüsse“, die nicht fließen und als Nebeneffekt das Symptom hervorbringen, ausbalanciert werden. („Flüsse“ – das meint Materie ebenso wie Energie)

Betrachten wir die Dinge – unter anderem: die menschliche Gesundheit – unter diesen Annahmen, so ist es nicht das Magengeschwür, das durch Operation oder Behandlung mit Protonenpumpenhemmern und Antibiotika „bombardiert” werden muß. Mit diesem symptombezogenen Tunnelblick mag die augenscheinliche Beschwerde verdrängt werden. Doch an zig anderen Stellen entstehen neue Störungen im Organismus – und das Ungleichgewicht, das sich unter anderem im Magengeschwür zeigte, ist nachher noch stärker als zuvor.
Vielmehr wird ein Mensch mit Magengeschwür als ganzer Organismus betrachtet: Hitze, Schleim, Verfestigungen in Puls, Hautbeschaffenheit und Bewegungen registriert, psychische Ungleichgewichte erfaßt – der ganze Mensch. Und so rückt das Symptom in den Hintergrund – die Fließgleichgewichte im gesamten Körper ergeben ein Bild, an dem erkennbar wird, wo das eine nicht zu- und das andere nicht abfließen kann, und wie hieraus ein ganzer Komplex von „Zeichen“ entsteht.
Bevor ich dieses Gesamtbild nicht entstehen lasse, ist nicht erkennbar, was den ganzen Menschen zurück in sein Gleichgewicht bringt. Die Lehre von den Fünf Wandlungsphasen beschreibt die natürliche Fließrichtung von Yin zu Yang und wieder zu Yin.
Ich stelle unter diesem Link https://wild-natural-spirit.org/wp/wp-content/uploads/2020/03/AB-Einführung-Fünf-Wandlungsphasen.pdf für eine begrenzte Zeit einen Auszug aus meinem Buch „Was Dir wirklich wichtig ist“ zur Verfügung, in dem ich den Fluß der Elemente anschaulich mache.
Das wird Dir helfen, die nachfolgenden Informationen begreifen und anwenden zu können.

Die Elementenlehre bei der Präparation pflanzlicher Heilmittel

Bei der Verwendung von Pflanzen als Heilmittel gibt es ganz klassische Formen, die Pflanzen aufzubereiten. Je nach Konstitution des Menschen, der die Pflanzenkraft aufnehmen will und den Beschwerden, die Ausdruck seines Ungleichgewichts sind, kennen wir von jeher diese fünf großen Herangehensweisen:

* Mit der Pflanze atmen: Der lebendige Kontakt

Das entspricht nach der Elementenlehre der Phase ERDE: In Verbindung mit Erde – also als lebende, wachsende Pflanze – kennen wir ihre Kraft aus stillen Stunden in Wald und Flur oder bei der Arbeit im Garten. Daher bieten wir manchen Menschen an, eine Zeitlang bei und mit uns auf Aditi zu arbeiten und dabei Heilung zu erfahren.

* Heilpflanzen trocknen: Rohdrogen und Tees

Das entspricht nach der Elementenlehre der Phase METALL/STEIN: Durch das Trocknen der Pflanzen nähern wir uns dem Mineralischen an. Unsere Kräutertees sind wie “Informations-Anker” für das menschliche System, denn sie enthalten den elementaren Aufbau der Pflanze – ohne das Bewegende Element des Wassers. Als Aufgüsse, Tinkturen oder trocken verrieben kommen sie zur Anwendung. Unsere handverlesenen und solargetrockneten Rohdrogen werden von Heilkundigen zu spagyrischen oder homöopathischen Heilmitteln weiterverarbeitet.
Besonders bei der Verwendung getrockneter Drogen ist es von außerordentlicher Wichtigkeit, „intakte“ Pflanzen zu verwenden. Vergleiche einmal einen handelsüblichen Salbeitee mit Apothekerware … und dann: lege sie neben die großen, vollständig getrockneten und in ihrer Farbe kaum veränderten Rohdrogen von Wild Natural Spirit….

* Die hohe Kunst der Destillation

Heilpflanzen-Destillate entsprechen nach der Elementenlehre der Phase WASSER: In Verbindung mit dem Wasser – bei der Destillation sogar das hoch bewegliche, mit Feuer versetzte Wasser als Dampf – lösen wir den körperlichen vom feinstofflichen Teil der Pflanze und verbinden diesen mit dem Allheilmittel “Wasser”. Wasser vermag alle Ebenen zu durchdringen und dient dem feinstofflichen Aspekt der Pflanze als “Bote” für die benötigte Wirkung. Bei Wild Natural Spirit trennen wir die ätherischen Öle NICHT von den Hydrolaten. So entstehen Ätherische Hydrolate und es bleibt der ganze Bogen des pflanzlichen Charakters erhalten und verfügbar.

* Fermentation: Die Loslösung

Das entspricht nach der Elementenlehre der Phase HOLZ/WIND: Durch die Vergärung der Pflanzen zu Essig findet eine physische Transformation und Infusion statt. Die Umsetzung der gebundenen Zucker in Alkohol und später Essig übertragen einen Yinisierungs-Vorgang. Das Körperliche wird auf die geistige Ebene gehoben und das Geistige herab in die materielle Welt geholt. Zu diesem Zweck stellen wir edelsten Kräuteressig her, der zwischen 9 Monaten und 3 Jahren gärt.

* Das Verräuchern von Pflanzen

Das entspricht nach der Elementenlehre der Phase FEUER: In Verbindung mit Feuer und Luft – die wir durch das Verräuchern der Pflanzen erzeugen – adressieren wir das “Netz” in dem Mensch und Pflanze, Mineral und Tier untereinander verbunden sind. Dies ist wohl die archaischste Form der Pflanzenmedizin.
Wir produzieren hierfür Räucherbündel und Räucherharze sowie den sogenannten “Knaster” – Rauchware aus leicht psychoaktiven, einheimischen Kräutern, die inhaliert wird.
Diese Prinzipien gelten für alles, was lebt und dem Atem von Yin und Yang unterworfen ist. So wende ich diese Prinzipien und das Bemühen, das Gesamtbild zu erkennen und in Gleichgewichten wahrzunehmen auch bei meinem Gartenbau an.

Die Wahl der „richtigen” Pflanze

Die wirkungsvollste Art, die Pflanzen einzusetzen, sind Reindestillate.
Welche Pflanze am besten zu deiner Verfaßtheit paßt, kannst Du in wenigen selbstbeobachtenden Schritten selbst feststellen:

  • ist dein System eher überhitzt oder unterkühlt ?
  • eher feucht oder eher trocken ?
  • eher fest oder eher formlos ?
  • energiereich oder energiearm ?

Für die Reindestillate (nicht Rohdrogen) gilt:

Anwendung natürlicher Pflanzenkraft
  • Schafgarbe, Ysop, Melisse, Lavendel, Pfefferminze und Roter Sonnenhut kühlen — Kamille, Calendula, Krause Minze, Wasserminze, Fenchel, Baldrian und Salbei wärmen.
  • Kamille, Melisse, Calendula, Lavendel, Baldrian und Fenchel befeuchten und lockern —  Schafgarbe, Salbei, Ysop und alle Minzen und Roter Sonnenhut trocknen und festigen.
  • Schafgarbe, Melisse, Lavendel und Roter Sonnenhut leiten Energie ab — Ysop, Calendula, Kamille, Fenchel, Baldrian und Salbei führen Energie zu. (Die Minzen setzen Energie frei)

Betrachte deine Gesamtverfaßtheit. Auf diese Weise findest Du am besten, was Dir gut tut und hilft.

Eine Sammlung von Pflanzen-Profilen und ihren Reindestillaten findest Du hier:

So … das war jetzt eine ganze Menge Stoff.

Wenn es zu diesem Beitrag hinreichend viele Kommentare gibt, könnte ich mir vorstellen, einen kleinen Online-Termin für alle Interessierten anzubieten, in dem ich offene Fragen gerne noch beantworte und individuell helfe, die „richtige“ Pflanze für Dich jetzt zu finden.

Also: KOMMENTIERE !

Außerdem lade ich sehr herzlich zu den beiden Praxiswochen Permakultur vom 4. – 10. Bzw. 10. – 14. Mai auf Aditi ein. Es gibt noch freie Plätze und ich gehe stark davon aus, daß wir bis dahin keine absolute Kontaktsperre mehr haben. Und wenn – macht das auch nichts – denn wir arbeiten unter freiem Himmel und können die nötigen Sicherheitsvorkehrungen entspannt einhalten, während wir in der Erde graben, den Vögeln lauschen und die Sonne auf unsere Haut scheinen lassen.
Hier geht es zur Buchung: https://wild-natural-spirit.org/seminare-und-praxiswochen/

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TCM für die Haut

TCM

Mit großem Elan machen wir uns gerade daran zu verdeutlichen, daß unsere Haut sich außerordentlich darüber freut, von Alkohol, Emulgatoren, Stabilisatoren, Nanomaterialien und Mineralölsubstituten verschont zu bleiben. Und daß auch die Anwender/innen sich freuen werden, wenn sie nicht mehr schmieren müssen – sondern ein frischer Sprühnebel von duftendem, naturreinen Pflanzendestillat ein absolut gleich- wenn nicht höherwertiges Pflegeäquivalent ist.
Und: Natürlich ist es ganz entscheidend, daß wir nicht mit reduzierten Hydrolaten sondern mit Volldestillaten arbeiten. Und natürlich ist ganz zentral für Qualität und Haltbarkeit, daß die Pflanzen, die wir verarbeiten, noch nie eine Maschine gesehen haben, keine Transportwege hinter sich haben und in biozertifizierter Permakultur gewachsen sind.
Eigentlich ganz einfach. Aber außer uns scheint sich weltweit niemand sonst diese Mühe zu machen …

Im Zuge unserer Vorbereitungen auf die BIOFACH habe ich die 9 Sorten Gesichtspflege, die wir bei Wild Natural Spirit aus ausschließlich selbst angebauten Rohstoffen produzieren, noch einmal in den Kontext der TCM (Traditionelle Chinesische Medizin) gebracht.
Denn immer wieder bekomme ich Zuschriften, welche Pflege denn die beste für den jeweiligen Hauttyp sei.

Um mit diesem genialen System der ganzheitlichen Betrachtung umgehen zu können, helfen zunächst zwei Informationen:

  1. Jedes Kraut entspricht einer bestimmten Gesamtverfassung. Diese Gesamtverfassung spiegelt sich auch im Hauttyp wider.
  2. Für die Diagnostik – des Gesamtsystems – in der TCM sind diese Basisgrößen wichtig: feucht/trocken, weich/fest, energiereich/energiearm, kalt/kühl/warm/heiß

Energie muss fließen

Die Traditionelle Chinesische Medizin lehrt uns, nicht nach Symptomen sondern nach einer Gesamtverfassung zu beurteilen, was unser Körper braucht. Diese Sichtweise liegt unserer Gesichtspflege zugrunde: Jede Pflanze spricht eine spezifische Verfaßtheit an. Die ganze Pflanze mit ihrem vollständigen, natürlichen Spektrum vermag, einen spezifischen Hautzustand zu spiegeln und in Balance zu bringen.
Auf dieser Systematik beruhen unsere Anwendungsempfehlungen.

Welche Pflanze am besten zu einer Hautsituation paßt, ist in wenigen Schritten feststellbar:

  • ist das System eher überhitzt oder unterkühlt ?
  • eher feucht oder eher trocken ?
  • eher fest oder eher weich ?
  • energiereich oder energiearm ?

Grundsätzlich gilt:

  • Kamille, Ysop, Melisse, Lavendel und Roter Sonnenhut kühlen  — Schafgarbe , Calendula, Fenchel und Salbei wärmen.
  • Kamille, Melisse, Calendula, Lavendel und Fenchel befeuchten und lockern  —  Schafgarbe, Salbei, Ysop und Roter Sonnenhut trocknen und festigen.
  • Schafgarbe, Melisse, Lavendel und Roter Sonnenhut leiten Energie ab  — Ysop, Calendula, Kamille, Fenchel und Salbei führen Energie zu.

Und so ergeben sich die kosmetischen Empfehlungen:

Unrein ist nicht gleich unrein

Feuchtigkeitsspendende Sorten

Ringelblume und Melisse enthalten gleichermaßen feuchtigkeitsspendende Wirkstoffe. Die Ringelblume hat dabei allerdings einen festigenden, formgebenden Effekt, die Melisse einen beruhigenden, weichmachenden.
Ringelblume – Calendula officinalis ist eine erdig-nährende Wohltat für empfindliche und gereizte Haut, die sich nach Aufbau und Strahlkraft sehnt.
Zitronenmelisse – Melissa officinalis ist eine zitronig-zarte Wohltat für angespannte, irritierte Haut, die eher empfindlich ist und sich nach Pflege und Entspannung sehnt.

Klärende Sorten

Sowohl Kamille mit dem hohen Chamazulengehalt als auch Salbei mit dem hohen Gehalt an Thujon werden für unreine Haut empfohlen. Doch achten wir bei Wild Natural Spirit darauf, daß die Kamille einen befeuchtenden, kühlenden Effekt mit sich bringt, während der Salbei eher trocknet und wärmt.
Echte Kamille – Matricaria chamomilla ist eine wiesenduftende Wohltat für unreine und entzündliche Haut, die sich nach Reinheit und Schutz sehnt.
Echter Salbei – Salvia officinalis ist eine herb-frische Wohltat für wunde und schlaffe Haut, die sich nach Verfeinerung und Klärung sehnt.

Porenverfeinernde Sorten

Großporige Haut fordert Reinigung, Durchblutung und Festigung. Für eine energiereiche Grundverfassung bieten sich eher die Cumarine des Lavendel an, dagegen kurbelt der Campher des Ysop eher spannungsarme Strukturen an.
Lavendel – Lavendula angustifolia ist eine  eine extravagant verwöhnende Wohltat für großporige und zu Unreinheiten neigende Haut, die sich nach Klärung und Geschmeidigkeit sehnt.
Ysop – Hysoppus officinale ist eine zitronig-frische Wohltat für müde, fahle Haut, die eher kräftig strukturiert ist und sich nach Belebung sehnt.

Verjüngende Sorten

Die ersten Fältchen, eine nachlassende Spannkraft der Haut – sowohl der Rote Sonnenhut (Echinacea) als auch der Fenchel bringen hier rasch Glättung und Straffung. Der Sonnenhut spricht hier eher bei energiereichen Verfassungen an (von allem ein bisschen zu viel) – der Fenchel eher energiearme (Ermüdung).
Roter Sonnenhut – Echinacea purpurea ist eine fruchtig duftende Wohltat für trockene und zu Fältchen neigende Haut, die sich nach Feuchtigkeit und Kräftigung sehnt.
Fenchel – Foeniculum vulgare eine zart-schmeichelnde Wohltat für spröde Haut, die sich nach Geschmeidigkeit sehnt.

Beruhigende Sorten

Irritierte Haut kann auf innere und/oder äußere Einflüsse mit Reizungen, Rötungen, Ausschlägen und Juckreiz reagieren. Bewährte Kräuter hierfür sind Schafgarbe und Melisse – wobei erstere ihre lindernde Wirkung eher bei Menschen entfaltet, deren System eher mit Verschleimung kämpft und letztere eher bei Verfasstheiten anschlägt, die trocken sind.
Melisse – Melissa officinalis
Schafgarbe – Achillea millefolium ist eine blumige Wohltat für irritierte, zu Rötungen neigende Haut, die sich nach Schutz und Beruhigung sehnt.
Melisse – Melissa officinalis ist eine zitronig-frische Wohltat für müde, fahle Haut, die eher kräftig strukturiert ist und sich nach Belebung sehnt.

Alle Destillate findest Du im Online-Lädchen mit ausführlichen Detailinformationen zu Pflanzen, Anwendung und Herstellung.

Altes Wissen

Seit 1991 befasse ich mich mit den Prinzipien der TCM, von 1988 bis 1992 studierte ich Biochemie. Und es ist, wie bei jedem Versuch, wissen zu wollen: Je mehr ich beobachte, lese und lerne, desto mehr habe ich den Eindruck, nichts zu wissen.
Die Arbeit auf Aditi für Wild Natural Spirit bringt mich in das unmittelbare Erfahren: Ich kann beobachten, wie sich die Pflanzen hier im Unterschied zu maschineller Monokultur entwickeln, ich kann riechen, schmecken, spüren, wie anders der Salbei ist, der hier gewachsen ist als der, den ich in der Apotheke oder gar im Supermarkt kaufe.
Die Leitlinien der TCM helfen mir, Einflüsse und Wirkung ganzheitlich zu betrachten – zusätzlich zur kausalistischen Betrachtung unserer westlichen Naturwissenschaften.

Während der Praxiswochen und Themenseminare biete ich Gelegenheit, dieses Wissen zu teilen und zu erfahren. Fühle Dich eingeladen.