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Pflanzenfrisch – Eine Frühjahrskur für Genießer/innen

Frühjahrskur

Die Forsythien-Knospen haben bereits einen gelben Glanz – es ist Zeit für eine Frühjahrskur !
Lichtmangel, Heizungsluft und weniger Bewegung haben unseren Körper verschlacken lassen über den Winter. Unsere Haut wirkt fahl – bei den einen ist sie etwas teigig geworden, bei den anderen trocken und schuppig. Und auch das Gemüt mag über die dunkle Zeit ein bisschen schwer und träge geworden sein.
Geist und Körper brauchen jetzt eine Grundreinigung und Vitalisierung, um mit den aufstrebenden Kräften des nahenden Frühlings mitschwingen zu können.

Ich habe hierfür aus meinen Pflanzenschätzen ein Körbchen feiner, frischer Kräuter-Destillate zusammengestellt, die ich Dir wärmstens ans Herz legen möchte.

Wermut

Zu allererst kommt da das Wermut-Reindestillat.
Der Wermut (Artemisia absinthum) ist ein altbewährtes Lebermittel – der unserem zentralen Entgiftungsorgan kostbare Bitterstoffe zukommen läßt. Thujon, Chamazulen, Sabinen, Absinthin, und Anabsin machen ihn gleich nach dem Enzian zur bittersten Pflanze, die die Natur hervorbringt.
So wird auch der Gallenfluß angeregt und die Verdauung bekommt neuen Schwung.
Der berühmte Schweizer Kräuterpfarrer Künzle (1857-1945) schrieb: “Ist einer grün wie ein Laubfrosch, mager wie eine Pappel, nimmt täglich ab an Gewicht und Humor und wirft keinen Schatten mehr, der probiere es mit Wermut“.
Aber Vorsicht: Der Wermut ist auch ein Rauschmittel – also schön sachte !

Daneben habe ich das Ringelblumen-Destillat in das Frühjahrs-Special gepackt. Die Ringelblume ist die Vitalkraft pur- mit ihren kräftigen, hellgrünen Blättern wird sie schon bald durch die winternasse Erde stoßen und sich pfeilgerade zum Himmel strecken.
Es sind vor allem die Saponine und das alpha-Cadinol, die für ihre pilzhemmenden, entzündungshemmenden und leberschützenden Eigenschaften bekannt sind und den Körper von allem reinigen, was nicht zu ihm gehört.

Neben den inneren Organen ist unser größtes Organ – die Haut – wichtige Schwelle zwischen Innen und Außen, die ganz unmittelbar die jahreszeitlichen Wechsel aufnimmt und abfängt.

Hier habe ich drei Sorten unserer absolut naturreinen Gesichtspflege ins Körbchen gelegt: Lavendel, Schafgarbe und Sonnenhut.
Mir ist während der Frühjahrskur wichtig, dass ich nichts zu mir nehme, was zusätzlich belastet: Keine Kosmetik mit Alkohol oder unnötigen Fetten, kein Duschgel, nur Olivenöl für die Körperpflege und eben unsere absolut naturreine Gesichtspflege. So öffne ich meine physischen und feinstofflichen Poren für das Reine und Natürliche.

Lavendel Kosmetik

Mit der Lavendel-Pflege gebe ich meiner Haut am Morgen einen großen Schwung Frische und Lebenslust: Nicht nur der Duft des kostbaren Reindestillats wirkt belebend auf die Sinne: Der Lavendel als Gesichtspflege belebt die Hautdurchblutung, verfeinert großporige Haut und beseitigt kleine Unreinheiten aus den Wintersünden.

Die Schafgarbe-Gesichtspflege streichelt die trockenen und entzündlichen Hautpartien, die sich durch Heizungsluft und Lichtmangel ergeben haben können. Sie ist so mild und heilend, daß sie sogar bei Allergikern und neurodermitschen Zeichen gute Wirkung zeigt.

Und am Abend gönne deiner Haut die Sonnenhut-Gesichtspflege. Damit „schließe“ ich das System auf natürliche Weise, stärke die eigenen Schutzkräfte und helfe der Haut, Feuchtigkeit aufzubauen und zu speichern.

Und wenn diese pur pflanzliche Fürsorge begleitet ist von reichlich Schlaf, viel Bewegung an der frischen Luft und guter, vegetarischer Ernährung, schwinge ich mich mit dem Frühling weit hinauf in die wachsende Sonne.

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Messeinnovation: Heile Pflanzen auf der Haut

Wild Natural Spirit auf der Vivaness/Biofach

Es bleibt kaum noch Zeit, etwas für den wöchentlichen Newsletter zu schreiben. Die Spirits für die BIOFACH-Messe sind sorgfältig gepackt, wunderschöne Broschüren zu unserer besonderen Naturkosmetik entwickelt, gedruckt und für die Messe sortiert. Für interessierte Händler/innen, Kosmetiker/innen und Hautärzte gibt es für die Zeit der Messe (12. – 16. Februar) ein sehr vorteilhaftes Angebot, um JETZT mit Wild Natural Spirit einzusteigen.
(Bei Interesse bitte nachfragen; das Angebot endet am 16.2.2020).
Was jetzt noch bleibt ist ein gutes Stück Glück und gute Begegnungen.
Drück uns die Daumen ! Bilder folgen.
Herzlich, Evelin



Broschüre Naturkosmetik

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Futter für den Newsroom

Liebe Journalistinnen und Redakteure,
Für die Vivaness 2020 haben wir eine Pressemappe zu Wild Natural Spirit zusammengestellt, die es Ihnen leicht machen soll, über Wild Natural Spirit, maschinenfreie Permakultur und komplett naturbelassene Naturkosmetik, zu berichten.
Wir würden uns freuen, wenn Sie unsere Intention teilen und auf Ihre Weise in die Welt bringen.
Die wichtigsten Appelle, die wir teilen sind:
– Wirtschaft und aktiver Naturschutz sind miteinander vereinbar
– Die beste Kosmetik (und “Medizin”) muß nur gepflückt werden – möglichst schonend, bitte !
– eine ertragsfähige Landwirtschaft ohne Maschinen, Dünger und fossile Brennstoffe ist möglich – und nötig !

Unsere Text-Inspirationen für Sie – Pressemappe Wild Natural Spirit

1       Sehnsucht nach pur : 3.470 Zeichen mit Leerzeichen // Warum wir für hochwertige Kosmetik nicht mehr mischen und schmieren müssen.
2       Die Kräuterflüsterin : 12.000 Zeichen mit Leerzeichen // Die Frau, die aus Permakultur Hautpflege macht.
3       TCM für die Haut : 6.222 Zeichen mit Leerzeichen // Die Traditionelle Chinesische Medizin eröffnet uns einen ganzheitlichen Blick auf die Natur – der Pflanzen und des Menschen. Das macht Wild Natura Spirit sich zunutze bei der Produktion Naturreiner Gesichtspflege
4       Mehr als Fridays for Future ! : 1.923 Zeichen mit Leerzeichen // Wenn wir die Welt verändern wollen, müssen wir ein paar Überzeugungen zu Wirtschaft, Konsum, Gesundheit und Komfort über Bord werfen – und der Natur neu begegnen.
5       Naturkosmetik und Nachhaltige Landwirtschaft : 1.400 Zeichen mit Leerzeichen // Landwirtschaft ohne Maschinen ? Permakultur als Geschäftsmodell, das drei Menschen voll ernährt ? Das geht … und tut gut !

Sehen Sie sich gerne auch in unserem Blog um. Dort gibt es eine Vielzahl von Fachbeiträgen zu Permakultur, Heilkräutern, Naturkosmetik, Hydrolaten und Destillation.

Zur Illustration Ihres Beitrags stellen wir gerne folgende, urheberrechtlich geschützte Bilder zur Verfügung. Die Nutzungsgenehmigung gilt ausschließlich in Verbindung mit einem Beitrag zu Wild Natural Spirit

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Für jede Verfassung ist ein Kraut gewachsen

Lavendel naturreines Pflanzendestillat

Heute erfährst Du ein wenig zur richtigen Wahl der Medizinpflanze und ihres Reindestillats für bestimmte Menschen, Bedürfnisse und Verfasstheiten.
Bevor ich den dritten und letzten Teil zu meiner Beitragsreihe Permakultur veröffentliche, habe ich mich einmal mit der Auswertung unserer Produktbewertungen befasst (Du findest sie bei jedem Produkt unten, unter „Bewertungen“).
Mittlerweile haben weit mehr als 100 Menschen bei unseren Destillaten Ihre Erfahrungen und Rückmeldung zur Wirkung der Pflanzen-Spirits hinterlassen und ich habe mit meinen Pflanzenprofilen und Anwendungsempfehlungen abgeglichen.
Da immer mehr Anwender/innen eine Art „Übersicht“ oder „Anleitung“ zu den Einsatzfeldern der Reindestillate wünschen, habe ich Sorten und Wirkrichtung einmal so knapp wie möglich und auch mit plastischen Bildern zusammengefaßt.
Dabei muß ich immer beachten, daß die Destillate ja „nur“ als „Lebensmittel“ zugelassen sind, ich also keine Heilversprechen machen darf. Die Kund/innen, die von geheilten Gesichtsrosen, überwundenen Depressionen, behobenen Migränen berichten, dürfen da natürlich freier schreiben. Hierfür bitte ich Dich, direkt in den Rezensionen nachzulesen. Was mir natürlich erlaubt ist, ist die Heilwirkung der jeweiligen Kräuter, wie sie in jedem Pflanzenkundebuch stehen, zu zitieren.
Hinzu kommt, daß ich in meinen Einschätzungen ja nicht dem symptomatischen Krankheitsverständnis der ICD-10 Codes folge, sondern meine Sicht auf Mensch und Pflanze einem ganzheitlichen Verständnis entstammt, wie ich es in der Traditionellen Chinesischen Medizin gelernt habe.

Elementenlehre bei traditionellen Heilkräutern

Kamille Reindestillat

Wir befolgen beim Anbau und bei der Verarbeitung die Prinzipien der Fünf Elementenlehre aus der Traditionellen Chinesischen Medizin.
Jede (heile) Pflanze vermag durch ihr Spektrum den Energiefluß im Menschen anzuregen und auszubalancieren. Manche Pflanzen setzen eher bei den flexiblen, flüchtigen Aspekten des Menschen an, andere bei den strukturbildenden und festen.
Über das Prinzip der Resonanz (zu dem auch Biochemie und Physiologie zählen), gibt es für die individuellen Muster des Menschen eine Entsprechung in einer unserer traditionellen Medizinpflanzen.
Hier ist ein grober Überblick zur passenden Pflanzenwahl und Anwendung, der bei stetiger Anwendung durch eines unserer Fachseminare unterlegt werden sollte:

  1. Jedes Kraut entspricht einer bestimmten Gesamtverfassung. Diese Gesamtverfassung spiegelt sich in der körperlichen und psychischen Struktur, auch im Hauttyp, wider.
  2. Für die Diagnostik – des Gesamtsystems – in der TCM sind diese Basisgrößen wichtig: feucht/trocken, weich/fest, energiereich/energiearm, kalt/kühl/warm/heiß
  3. Bestimme die (Gesamt)Verfaßtheit des Menschen, für den eine Pflanze gewählt werden soll
    • Ist das System überhitzt oder unterkühlt ?
    • Eher feucht, eher trocken ?
    • eher fest oder eher weich ?
    • energiereich oder energiearm ?
  4. Wähle unter den Pflanzen diejenige, die in ihren Eigenschaften komplementär zu den Auffälligkeiten beim Menschen ist bzw. jene, die die gewünschte Kombination an Eigenschaften spiegelt.

Grundsätzlich gilt:

  • Kamille, Ysop, Melisse, Lavendel, alle Minzen und Roter Sonnenhut kühlen  — Schafgarbe , Baldrian, Thymian, Calendula, Fenchel, Baldrian und Salbei wärmen.
  • Kamille, Melisse, Calendula, Lavendel und Fenchel befeuchten und lockern  —  Schafgarbe, Salbei, Ysop, Krause Minze und Roter Sonnenhut trocknen und festigen.
  • Schafgarbe, Melisse, Lavendel, Roter Sonnenhut, Fenchel und Lavendel leiten Energie ab  — Ysop, Calendula, Kamille, Fenchel, die Minzen und Salbei führen Energie zu.

Pflanzen und Typen richtig zuordnen

Also, für alle, die mit den Reindestillaten lernen und gedeihen wollen, hier eine einfache und plastische Übersicht zu den Wild Natural Spirit-Sorten:

Dem Wasser-Element und Norden zugeordnet

Das Wasserelement in der TCM

Achillea millefolium – Die Heilerin: Traditionell ist die Schafsgarbe als wertvolles Wundheilmittel mit beruhigenden Eigenschaften bekannt. Innerlich wie äußerlich verwendet wirkt sie adstringierend und entspannend.

Lavendula angustifolia – Die Verführerin: Der extravagante Duft und das erfrischendes Aroma des Lavendel wirken beruhigend – ausgleichend – reinigend.

Vaeriana officinalis – Der Liebhaber: Der Baldrian ist das traditionelle Beruhigungsmittel in der Pflanzenheilkunde. Sein blumig-süßer Duft wirkt ausgleichend und wärmend.

Dem Holz-Element und Osten zugeordnet

Hysoppus officinale – Der Wachmacher: Ysop wurde traditionell zum Ankurbeln der Galle-Leber-Funktion angewendet. Seine wärmenden Eigenschaften und der würzige Duft beleben die Stimmung.

Das Holzelement in der TCM

Melissa officinalis – Die Seelenstreichlerin: Traditionell ist die Zitronenmelisse als nervenstärkendes Hausmittel bekannt. Anregend – kühlend– aromatisierend.

Mentha aquatica – Die Mehrdimensionale: Das Druidenkraut Wasserminze soll Hellsicht gefördert haben. Belebend – tonisierend – aromatisierend.

Mentha piperita – Die Klare: Die Menthole der Pfefferminze sind als kopfschmerzlindernd bekannt. Das Reindestillat wirkt konzentrationsfördernd und erfrischend.

Mentha spicata – Die Ideenfinderin: Die Krause Minze ist die einzige mentholfreie Minze und daher besonders sanft stimulierend und nervenstärkend.

Dem Feuer-Element und Süden zugeordnet

Das Feuerelement in der TCM

Thymus vulgaris – Der Vitalisierende: Thymian adressiert traditionell Bronchialleiden. Sein rotes, würziges Öl regt die Sinne an und bringt die Lebenssäfte in Schwung.

Rosmarinus officinalisDie Cheerleaderin:  Rosmarin wird in den klassischen Kräuterbüchern empfohlen bei Durchblutungsstörungen, Depressionen und Reizdarm. Wir bezeichnen sie als vitalisierend, lichtend, aktivierend.

Dem Erd-Element und Süd-Westen zugeordnet

Das Erdelement in der TCM

Calendula officinalis – Das Lebens-Orange: Die Ringelblume ist seit vielen hundert Jahren als Stärkungsmittel bekannt. Beruhigend – ausgleichend – reinigend.

Foeniculum vulgare  – Die Nährende: Der Fenchel ist uns allen aus Kinderzeiten zur Behebung von Blähungen bekannt. Besänftigend – angstlösend – entspannend.

Matricaria chamomilla – Die Goldene Königin: Traditionell wird die Kamille eingenommen um  die Verdauung zu mobilisieren. Ihr Duft fördert Beruhigung und Entspannung.

Dem Metall-Element und Nord-Westen zugeordnet

Das Metallelement in der TCM

Echinacea purpurea – Die Präsente: Der Rote Sonnenhut wird von jeher für die Immunstärkung geschätzt. Sein markant-fruchtiger Duft ist kräftigend und stabilisierend.

Salvia officinalis – Der Strukturierende: Traditionell wurde der Salbei empfohlen, um Husten zu kurieren. Strukturierend und anregend.

Die biozertifizierten Reindestillate sind lebensmittelrechtlich zugelassen und werden am besten pur eingenommen. Sie können auch zur Aromatherapie und zur Verfeinerung von Speisen und Getränken verwendet werden.
Für die Anwendung auf der Haut empfehlen wir die sanfter dosierten, kosmetisch zugelassenen Gesichtspflege-Destillate von Wild Natural Spirit.

Zu allen Pflanzen findest Du in unserem Blog Praxiswissen auf https://wild-natural-spirit.org/blog/ ausführliche Pflanzenprofile: Anbau, Eigenart, Anwendung und Heilgeschichte des jeweiligen Krauts.

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Permakultur als Muster – wie Naturkräfte am besten fließen

Salbei in Permakultur

Ich hatte vergangene Woche damit begonnen, die 12 Prinzipien zur Permakultur, die Holmgren in den siebziger Jahren formulierte plastisch zu erläutern. Die ersten 6 Prinzipien haben etwas mit Energie, Verbindung und Kreisläufen zu tun. Dem siebten und achten Prinzip widme ich heute einen ganzen Beitrag. Denn hier geht es um Gestaltung und Muster, hier geht es darum, der Eingriff des Menschen in die natürlichen Gegebenheiten in Einklang mit der Natur zu vollziehen.

Das 7. Permakultur-Prinzip lautet: Gestalte erst Muster, dann Details (Design from Patterns to Details)

Um den Ort zu bestimmen, an dem Du umgeben von wilder Natur einen Garten anlegen willst, braucht es ein Verständnis der übergeordneten Muster in der Natur. Ebenso gilt es zu erkennen, wie Du diesen Garten in sich aufteilst, und damit die größere Muster in der Natur bestmöglich berücksichtigst.

Himmelsrichtungen und Elementarkräfte

Noch vor der geologischen Form, die das Grundstück vorgibt, spielen für mich hier auf Aditi die Himmelsrichtungen eine wesentliche Rolle.
Sicher hast Du bemerkt, daß eine bestimmte Pflanzenart – etwa der Thymian – besser an Plätzen gedeiht, die nach Süden ausgerichtet sind als in andere Himmelsrichtungen. Oder die zarten Lamiaceen – Melisse, Minzen – die Morgensonne in Ostrichtung lieben.

Gartenbau in Permakultur Wild Natural Spirit

Sowohl die westlichen Alchemie als auch die orientalische Elementenlehre nimmt diese großen und existentiellen Zusammenhänge zwischen Himmelsrichtungen, Elementen und Pflanzenkräften auf.

Wenn ich Salbei anbauen möchte, um in seinem Destillat die formgebenden und festigenden Eigenschaften besonders herauszuarbeiten, werde ich ihn in Nordwestrichtung anbauen – denn dort sind die Yangkräfte, die verdichten und materialisieren, am stärksten.
Oder wenn ich die Erdkräfte in Pflanzen besonders fördern möchte – und sogar weiß, welche Kräuter hierfür besonders geeignet sind – so werde ich für sie einen Platz in Südwestrichtung aussuchen – und beispielsweise ein Kamilledestillat erhalten, das jeden Körper, jeden Geist sanft mit den Füßen auf den Boden stellt.

Kräuterrad Permakultur

Licht, Wärme Wasser und heilige Geometrie Diese Zusammenhänge selbst zu entdecken und zu nutzen erfordert ein paar Jahrzehnte Erfahrung – und da und dort schon auch einen Lehrer, der Dir zeigen kann, worauf es ankommt.
Bevor ich den großen Kräutergarten anlegte, überprüfte ich mein Wissen mit einem Kräuterrad von etwa sechs Metern Durchmesser.
Hier konnte ich in der ersten Saison noch einmal überprüfen, ob ich mit den Himmelsrichtungen und den jeweiligen Pflanzenarten zu den Elementen richtig lag. Auch die sehr wichtigen Pflanzennachbarschaften können auf diese Weise noch einmal beobachtet werden: Hier lernte ich zum Beispiel, daß das wertvolle und wundheilende Chamazulen der Schafgarbe in der Nachbarschaft von Lavendel wesentlich stärker ausgeprägt wurde, als in der Nachbarschaft anderer Kräuter.
Sieh Dir dein Grundstück noch einmal mit Blick auf Himmelsrichtungen und Elementarkräfte an, spüre nach und erkenne die großen Muster: Der Permakulturgarten selbst ist im Nordosten des Grundstücks am besten platziert, so können die ordnende Kraft des Nordens und die gebärende Kraft des Ostens am besten auf die Kulturpflanzen wirken, während der Süden des Grundstücks wild und ungezähmt bleiben darf. Licht, Wärme Wasser und heilige Geometrie

Permakultur heißt immer auch: autarke Ressourcennutzung. Eine Maxime in deinem Permakulturgarten sollte sein daß Du möglichst wenig „von außen“ einbringst  auch Wasser, Strom und Erde – und stattdessen lernst, die Wachstumskräfte vor Ort aus sich selbst heraus zu lenken und zu fördern.

Hier wiederum braucht es ein wenig physikalisches Verständnis, um die geologischen Gegebenheiten zu erkennen und zu nutzen.
Es gibt ganze Bücher über ressourcenbewusste Technologien im Permakulturanbau.
Anhand von drei Beispielen möchte ich hier verdeutlichen, wie Du die gegebenen Muster mit deinen gärtnerischen Aktivitäten in Einklang bringst.

Es gibt eine Reihe kostbarer einheimischer Kräuter, die frostempfindlich sind und im Keimstadium etwas mehrt Wärme benötigen, als das auf freiem Feld in unserem Klima gegeben ist. Zu diesem Zweck nutzen Permakultivisten so genannte „Wärmefallen“ – das sind Senken, in denen die Luft länger gefangen bleibt, als auf ebener Fläche. Um die dort festsitzende Luft wärmer als im Umfeld zu machen, arbeitest Du mit der Reflektion von Sonnenlicht: Eine Wasserfläche in Südrichtung potenziert die Sonneneinstrahlung an diese Ort und wärmt die festsitzende Luft um ein paar Grade auf.

Ätherische Hydrolate von Wild Natural Spirit

Oder das Wasserthema, das in den letzten Jahren immer wichtiger wird: Es gibt unzählige kluge und autarke Lösungen, Durch Kondensation Feuchtigkeit zu gewinnen oder zu halten. Im Zusammenhang mit den „Mustern“ die dein Grundstück Dir zeigt, um integrierend zu gärtnern, möchte ich hier die „Swales“ erwähnen. Swales sind eigentlich Gräben um sehr feuchtigkeitsbedürftige Anpflanzungen herum in denen durch besondere, natürliche Materialien oder – noch besser – stark wurzelnde Gehölze – eine Wasserbarriere geschaffen wird. Ich habe meinen ganzen Garten mit „Swales“ umgeben und durchsetzt. In die Swales habe ich Wildrosen gepflanzt – 800 Pflanzen – an deren Fuß wiederum Spitzwegerich aus der Wiese gesetzt ist. Gerade in den beiden letzten Dürrejahren erwies sich diese Maßnahme als wertvoller Segen.

Und natürlich – ganz vorne – stehen die „Muster“ die die Pflanzen und vor allem älteren Bäume auf deinem Grundstück vorgeben. Sie sind nicht nur Schattenspender, Wasserspeicher und Beschützer deines Ortes. Sie verraten Dir auch, wo leichter Zugang zu Grundwasser ist, in welcher Richtung die Erde zugänglicher für die zarten Kräuterwurzeln ist und aus welcher Richtung das „starke Wetter“ kommt.
Begehe nicht den Fehler, große Bäume als Hindernis für deinen Gartenbau zu betrachten. Nicht jedes Kraut braucht volle Sonneneinstrahlung – im Gegenteil: Windschutz, Bodensicherung und die Erschließung tieferer Nährschichten sind liebevolle Geschenke die das alte Wesen den jungen macht, wenn es denn gesehen und geehrt wird.

Anordnung und Beziehung

Und so kommen wir langsam zu den Pflanzennachbarschaften, die ich ja bereits oben schon ansprach. Und damit zu den gestaltenden Eingriffen, die Du nach sorgfältigem Begrefen der vorhandenen Muster nun tun kannst:

Die klassische Permakultur teilt das Grundstück in „Wirtschaftszonen“ auf, die stark mit der Nutzung durch den Menschen und eine traditionelle Autarkie (Selbstversorgung) geprägt sind.
So gibt es Intensivzonen (tägliches Gemüse, Tiere die versorgt werden müssen), Mittelzonen (Kompost und seltener benötigte Kulturen) und so genannte „wild zones“.
Dieses Schema mag einen weiteren Impuls geben, ist für den modernen Permakultivisten aber doch recht weit hergeholt und schon wieder näher am „Nutzen“ als am „Integrieren“.

Wenn Du die Hinweise, die ich weiter oben gab, berücksichtigst, wird das Grundstück Dir zeigen, wo der zentrale Garten stimmig sei soll – wo und ob es „Satellite“ gibt.
Auf Aditi gab es beispielsweise ein Stückchen Land, das durch einen Gemeindeweg abgetrennt und vollkommen mit Schlehen, Brombeeren und Brennesseln zugewuchert war.
Es war (mir) wichtig, diesen Teil hereinzuholen. Doch welches Heilkraut hält der Radikalität und Wildheit der Schlehen stand ? In östlicher Richtung ?
Richtig: Hier entstand der Minzengarten – ein Satelliten-Garten, in dem Kräuter prächtig gedeihen, die ihrerseits so invasiv sind, daß sie im zentralen Hauptgarten fehl am Platze gewesen wären – hier aber ihre Bestimmung gefunden haben. Selten habe ich so prächtige Minze, so gehaltvolle Melisse gesehen, wie genau dort.

Minzen

Und auch die unmittelbare Nachbarschaft der Pflanzensorten im Hauptgarten kann Wchstum und Wirkstoffgehalt fördern, den Aufbau der Bodenqualität durch kluge Diversifizierung voranbringen und Schädlinge abhalten. Die Calendula etwa hält Nematoden im Boden in Zaum – eine gute Nachbarpflanze für Wurzelgemüse etwa. Der Lavendel vertreibt saugende Insekten an Schafgarbe und Rosen.

Wenn Du also die Sorten für deinen Garten auswählst, geh vorher hinaus, suche die Pflanzen in wilder Umgebung: Welchen Boden bevorzugen sie ? Welche Nachbarn haben sie natürlicher Weise ?

Keine Pflanze in freier Natur wächst in einem „sauberen“ Flecken, wie ein Blumentopf, frei von Tieren und Begleitpflanzen. Und dies ist mein letzter Hinweis für heute: Als Gärtner/in wirst Du jäten müssen. Quadratmeter für Quadratmeter wirst Du mit deinem Garten diskutieren müssen, wo und wie Du bestehende Muster durchbrichst, wo Du Pflanzen förderst. Und wo Du sie zurückdrängst.
Du wirst Dir nicht nur viel Arbeit sparen, sondern auch mit reicher Ernte und Blütenpracht belohnt werden, wenn Du das wirklich „ausdiskutierst“: Wenn Du eingreifst, beobachte, ob dein Garten den Neuankömmlingen Raum gibt  oder sie gleich wieder überwuchert. Streut er Dir zu bestimmten Kulturen immer wieder die gleiche, wilde Begleitpflanze ein ? Und ist sie förderlich ?7

Wenn Du auf diese Weise deinem Garten zuhörst und folgst  statt ihn zu okkupieren – wird ein neuer Raum entstehen, in dem alles gedeiht und Teil ist. Auch Du selbst.

Und damit hättest Du dann auch das achte Prinzip der Permakultur erschlossen: Integriere, statt abzugrenzen (Integrate Rather than Segregate)

Viele verschiedene Elemente, die zusammenarbeiten, sind nützlicher als einige wenige, die in Konkurrenz zueinander stehen.

Aditis Segen

Der 3,5r Hektar große Berg „Aditi“ in Oberfranken wird mehr und mehr zur Heilquelle für eine integrierte Pflanzenheilkunde: Denn auf Aditi wachsen die traditionellen Heilpflanzen unseres Kulturkreises in Permakultur und werden maschinenfrei und vor Ort zu kostbaren Reindestillaten verarbeitet.
Auf diese Weise stehen die klassischen Medizinpflanzen in potenzierter Form – als „Lebensmittel“ zur Einnahme oder in einer kosmetischen Variante als natürliche Hautpflegemittel für besonders empfindliche und anspruchsvolle Haut zur Verfügung.
Denn wir sind der Auffassung, daß die Heilkraft von Pflanzen in industriellem Anbau und auf langen Transporten aus Billigländern zu stark beschädigt wird, als daß sie ihren Dienst noch gut verrichten können.
Probier es einmal aus: Kaufe ein Päckchen Salbei in der Apotheke (industrieller Anbau), eines aus ausländischem Bioanbau und eines von Aditi (übrigens auch biozertifiziert). Fülle sie in drei Schalen vor Dir und prüfe die Qualität und die Unterschiede mit allen Sinnen.
Diese und viele andere Sinnes-Erkundungen machen wir während der Praxiswochen, zu denen ich Dich herzlich einladen möchte: Komm im Mai gerne zu einer der beiden Praxiswochen Permakultur. https://wild-natural-spirit.org/seminare-und-praxiswochen/
Hier erlebst Du mitten in einem märchenhaften Bestand, wie kostbare Kräuter in Einklang mit Wald, wilden Wiesen, heimischen Tieren und einer gesunden Erde gezogen werden.

Bis zum 31. Januar gilt der Frühbucher-Rabatt.

Und in unserem kleinen Online-Lädchen kannst Du alles bestellen, was dein Herz an Kräuterkraft begehrt: www.wild-natural-spirit.org

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Phytotherapie verstehen

Hast Du schon einmal in unserer ausführlichen Bibliothek zu Permakultur, Destillation, Heilpflanzen, Naturkosmetik und ätherischen Ölen gestöbert ?
Dort findest Du Wissen in der Tiefe über Pflanzen als Heilerinnen und Begleiterinnen, über unsere Art, maschinenfreie Landwirtschaft in Permakultur zu betreiben und kostbare Destillate vor Ort herzustellen.

Damit die Fülle an Praxiswissen übersichtlich bleibt und Dich in deiner Freude an unserer Naturkosmetik und den Reindestillaten unterstützt, haben wir den Blog nun strukturiert:
Wenn Du über den Menüpunkt https://wild-natural-spirit.org/blog/ auf den Blog kommst, kannst Du in der Seitenleiste wählen, zu welchem Thema Du mehr erfahren möchtest:

  • #Destillation – hier erfährst Du ein wenig über Technik und alchemistischen Vorgang der Destillation
  • #Heilpflanzen – hier findest Du auch die Pflanzenprofile, in denen ich beschreibe, welche Eigenschaften die von uns verwendeten Pflanzen haben, wie wir sie angebaut haben und wie Du sie verwenden kannst
  • #Hydrolate und #ätherische Öle – hier erfährst Du zum Unterschied zwischen Wild Natural Spirit-Reindestillaten und handelsüblichen Hydrolaten und ätherischen Ölen
  • #Naturkosmetik – ist unser Abschnitt zu Beschaffenheit, Wirkweise und Anwendung unserer absolut zusatzfreien Naturkosmetik
  • #Permakultur – und hier etwas Anregung zur Gestaltung deines eigenen Permakulturgartens und zu Grundprinzipien, die Du in der Praxiswoche erfahren und vertiefen kannst

Viel Freude beim Stöbern und Lernen !

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Magie in Flaschen

Reindestillate aus heimischen Heilkräutern

Ich komme gerade vom Vor-Sylvester Essen mit der Vorhut der lieben Gäste, die morgen auf Aditi mit mir den Jahreswechsel feiern werden: Elske Margraf und Bettina Sahling von den Newslichtern. Viele anregende Gespräche über Wirtschaft, Politik, die Menschheit und die Herausforderungen des Jahres 2019. Und gemeinsam finden wir es außerordentlich wohltuend, auf diese magische 20-20 zu sehen.
Im Verlauf der Gespräche kamen auch nochmals Nachfragen, was eigentlich genau der Unterschied zu den handelsüblichen ätherischen Ölen, den allgemeinen Destillaten und den Spirits, den Reindestillaten, die hier auf Aditi im wahrsten Sinne des Wortes “gedeihen”, sei.

Magie in Flaschen

Ich erklärte noch einmal vieles zur Produktion und Technik – ja, daß es das REINE Destillat ist, kein Wasser dazu oder gar fremde Stoffe, wie Alkohol oder Stabilisatoren. Nein, daß es nicht der gleiche Vorgang ist, wie bei der Herstellung von ätherischen Ölen – bei denen mehr Druck und/oder mehr Temperatur benötigt werden, was die Konstitution der Pflanze erheblich verändert und letztlich spaltet. Und ja, daß ich nur mit Pflanzen arbeite, die hier vor Ort wachsen – Pflanzen, die also im gleichen Klima, im gleichen Feld, in der gleichen Rhythmik gedeihen, wie die Menschen, die die Destillate letztlich bekommen. Und obwohl ich ja schon so viel über diese technischen Unterschiede geschrieben habe, war da immer noch ein Staunen, ein “achso” und ein Nachdenken und Abgleichen.

“Es” wirkt

Magie in Flaschen

Zunächst fühlte ich mich etwas hilflos: Was und wie oft muß ich noch schreiben, um diese Besonderheiten zu verdeutlichen ? Ist denn noch immer nicht angekommen, daß ich hier auf sehr ungewöhnliche Weise uralte Heilkräuter anbaue – von Hand ? Unter vorindustriellen Bedingungen ? An einem ganz außerordentlichen Platz im grünen Herzen Deutschlands ? Daß hier unter freiem Himmel auf offenem Feuer destilliert wird – wo gibt es das heute noch ? …

Doch dann sagte Bettina etwas ganz Entscheidendes:

Es hat längst begonnen zu wirken. Ich sehe ja R., wie sie ihre Ringelblume trägt. Oder Elske, die sagt „der Ysop will mit“. Und ich lese all die Rückmeldungen zu den Spirits.  Es macht etwas, was schwer in Worte zu fassen ist. Aber es breitet sich aus und es bringt den Menschen etwas, das gut tut“.

Ja. Das stimmt.
Und dieses „es“ ist schwer zu fassen.
Es gibt mittlerweile einige Menschen – Selbstanwender/innen, Heilpraktiker/innen , Kosmetiker/innen , Yogalehrer/innen , Apotheker/innen , Therapeut/innen – die sich regelrecht durchtesten – Sorte für Sorte – und die Anwendungs- und Wirkebenen erkunden und schätzen.
Da sind die konkreten Aspekte – Duft, Geschmack, der Effekt bei körperlichen oder seelischen Irritationen. Und da ist noch etwas. Etwas, das so komplex und fein ist, wie die Anwesenheit eines blühenden Salbeistrauchs, wie eine im Wind raschelnden Eiche oder wie das leuchtende Grün von Tau benetztem Moos.
„Es“.
Wir versuchen es gemeinsam zu fassen:
Ich, indem ich beschreibe, was hier geschieht und wie die Pflanzen beschaffen sind, wie wir sie hier verarbeiten und indem ich zusätzliche Informationen zusammentrage zu Biochemie, Alchemie, Alternativer Medizin, Analysen und Zusammensetzung.
Und Ihr, indem Ihr Eure ganz eigenen Erfahrungen teilt und hier als Produktbewertung zur Verfügung stellt.
Bitte schreibt unbedingt Produktbewertungen, sobald Ihr erste Erfahrungen gesammelt habt.

Vielen Dank dafür ! Das ist sehr wichtig – für meine Arbeit aber auch für andere Menschen, die zu Wild Natural Spirit finden.

Weitere Artikel zu den (äußeren) Besonderheiten der Reindestillate:

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Der Lavendel und sein Hydrolat – Tiefe Weiblichkeit

Naturkosmetik Lavendel

Ich erinnere mich an die endlosen Lavendelfelder der Haute Provence in meiner Kindheit, während unserer Familienurlaube in Frankreich. Was für eine Fülle, was für ein Duft und Rausch an Farben.
Damals wäre es unvorstellbar gewesen, den wärmeliebenden Lippenblütler in Deutschland anzubauen.
Doch aufgrund von Schädlingen und Kälteperioden hat sich in den letzten zehn Jahren die Anbaufläche von Lavendel in Frankreich fast um ¾ reduziert. Zudem wird der kostbare Echte Lavendel (lavendula angustifolia) immer seltener – zugunsten des billigen Lavandin, der nicht annähernd über die Heilkraft des Echten Lavendels verfügt.

Echter Lavendel in oberfränkischer Permakultur

Und so lag es nahe, daß ich es wenigstens versuche: Lavendel auf Aditi anbauen.
Ein gewagtes Experiment – denn zum einen ist die Aufzucht sehr schwierig – vor allem aber sind es eben Kälte und die gefürchtete Glasflügelzikade, die meinen Versuch zu einer Herausforderung werden lassen.
Letztlich gelang mir die Stecklingsvermehrung, die Gewinnung aus Saatgut scheiterte vermutlich aus klimatischen Gründen.

Bei der aufwendigen Vermehrung der Pflänzchen über die Bewurzelung von Seitentrieben zweier großer Mutterpflanzen fiel mir auf, daß solche Lavendel-Pflänzchen besonders gut gediehen, die umgeben von Schafgarbe waren. Als leidenschaftliche Vertreterin der Permakultur nahm ich diesen Wink auf und baute den gesamten Bestand in einer Schafgarben-Lavendel Mischkultur. Mit viel Hingabe hegte ich die skurrilen Wuschelköpfchen, belüftete die Erde, nahm den Klee heraus, schnitt die kindshohe Schafgarbe zurück.
Lavendel braucht viel Licht und Wärme, um seine duftenden Bestandteile voll auszuformen. Und die hatten wir in 2018 und 2019 ja reichlich…
Was für ein wunderschönes Bild – die blau-weiße Pracht von Juni bis August !
Und der Bestand hätte an Reichtum und Gehalt nicht übertroffen werden können:
Tiefdunkelblaues Destillat der Schafgarbe, reich gesättigt mit Chamazulen – und berauschend duftendes Lavendel-Reindestillat haben meine Wahrnehmung bestätigt.

Lavendel als Medizinpflanze

Bereits bei der Aufzucht der Pflanzen breitete sich eine herrliche Beschwingtheit aus, wenn ich mit Fabian im Lavendelfeld arbeitete. Bei der kleinsten Berührung verströmten die Pflänzchen diesen einzigartig herb-blumigen Duft, der beruhigt und doch wach macht. Wach in einer entspannten, ruhigen Art. Hier wurde bereits spürbar, daß die entscheidende Kraft des Lavendel im Ausgleich, in der Ausgewogenheit und im „rechten Maß“ liegt.

Und tatsächlich: Im Europäischen Arzneibuch wird die krampflösende und nach Inhalation auch zentraldämpfende Wirkung beschrieben. Das im Lavendel enthaltene ätherische Öl Linalylacetat soll verantwortlich sein für die milde Beruhigung bei Unruhezuständen, Einschlafstörungen und funktionellen Oberbauchbeschwerden. Den potentiellen Nutzen von Lavendelöl bei Angststörungen konnte eine 2014 publizierte Doppelblindstudie nachweisen.
Das kann ich bestätigen !

Das Spannendste aber fand ich in einer Studie von Ramsey et alteri: Wie bereits vorangegangene Studien hatten die Forschergruppe eine markante „östrogene und anti-androgene Aktivität des Lavendels“ nachgewiesen (das reversible Wachstum der Brustdrüsen, die Unterdrückung männlicher Hormone). Hiet bietet sich womöglich ein guter Ansatz für pubertäre Hormonschwankungen und Hautprobleme.

Diese klinischen Studien bestätigen meine unmittelbaren Wahrnehmungen im Umgang mit dem Lavendel: Auch wenn dem Lavendel heutzutage etwas Altmodisches anhaftet, so ist er in Farbe, Duft und Gestalt doch der Innbegriff des Weiblichen, Fließenden, Öffnenden.
Eine ausgesprochene „Frauenpflanze“, die uns aus der männlich getakteten und hierarchisierten Welt heraushebt in einen unbestimmten Fluß weiblicher Kreativität und Verträumtheit.

Ich habe mir angewöhnt, das Reindestillat des Lavendel einzunehmen und großzügig um mich herum zu versprühen, wenn ich allzu fest, allzu fokussiert meine Gelassenheit und Weichheit zu verlieren drohe.

Kosmetische Wirkung von Lavendel

Lavendel wirkt heilend, durchblutungsfördernd, entzündungshemmend und beruhigend. Das Linalool ist verantwortlich für die hohe Wirksamkeit des Lavendelöls bei Haut- und Nagelpilzerkrankungen (antifungal (gegen Pilze gerichtete) und antibakteriell)
Wie auch in Kamille und Ringelblume ist im Lavendel ein besonders hoher Flavonoid-Gehalt für die hohe immunstärkende und entzündungshemmende Wirkung verantwortlich. Im Vordergrund stehen dabei die Interaktion mit DNA und Enzymen, die Aktivierung von Zellen, ihre Eigenschaft als Radikalfänger, sowie die Beeinflussung verschiedener Signaltransduktionswege in den Zellen.

Das macht unsere Lavendel Gesichtspflege – Naturreines Pflanzendestillat zur Hauterneuerung par excellence. Insbesondere dann, wenn stressbedingte Rötungen du Entzündungen auftreten – denn wie immer ist es die ganze Pflanze, die auf den ganzen Menschen wirkt. Nicht nur die Wirkstoffe, die unmittelbar die gestresste Haut beruhigen, sondern der ganze Komplex Lavendel – ihre weibliche, umhüllende, fließende Art – beantworten das Bedürfnis unseres Körpers und unserer Seele als Ganzes.
Ich gebe in solchen Fällen ein paar Spritzer der Gesichtspflege in heißes Wasser und gönne meiner aufgeregten Haut ein Lavendel-Gesichtsdampfbad. An der Wichtigkeit zum Beispiel der Flavinoide für die Wirkkraft des Lavendels zeigt sich einmal mehr, daß die Verwendung des Reindestillats der Verwendung des abgespaltenen Lavendelöls (nur die ätherischen Bestandteile der Pflanze) deutlich überlegen ist.

Ernte und Verarbeitung

Ich konnte in diesem Jahr erstmalig genug Lavendel ernten, um eine ordentliche Charge Lavendel Reindestillat zu produzieren. Es war herrlich, nach der intensiven Sonnenzeit hinauszugehen und den Moment abzupassen, in dem die Blüten sich öffneten.

Unter strahlendem Mittagshimmel brachten wir Korb für Korb des berauschenden Violetts zur Destille und schwelgten bis tief in die Sommernacht in der grenzenlosen Weiblichkeit dieses Destillats.
Fläschchen um Fläschchen rann aus unserer großen Kupferdestille und zauberte ein Lächeln in unsere Gesichter, das bis heute nachklingt.

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Zarte Glückseligkeit – Der Fenchel und sein Hydrolat

Fenchel Naturkosmetik

Der Fenchel ist eine Pflanze, die auch bei Hildegard von Bingen eine zentrale Rolle spielt. Sie schreibt in ihrem Kräuterbuch „Wie auch immer er gegessen wird, macht er den Menschen fröhlich und vermittelt ihm angenehme Wärme und guten Schweiß und eine gute Verdauung.”“

Und diese Zeilen führen mich zurück in die Momente, in denen ich bei der Hege der außerordentlich zarten Pflanzen alles um mich herum vergaß und erfüllt von tiefer Freude und Genügsamkeit Reihe für Reihe lockerte, die wuchernde Brennnessel beiseite schob und die zauberhaften Fenchelpflänzchen ihre zarten Glieder in die Sonne reckten.
Diese Zartheit nahm der eigentlich groben Arbeit die Mühsal, verlieh meinen Bewegungen und Gedanken etwas Leichtes, Liebevolles. Oder war es die Pflanze selbst, die mich mit ihrem süßlich herben Duft so weich stimmte ? Ist der Fenchel ein Stimmungsaufheller ?

Was hat sie in sich, diese schon bei den Griechen bekannte Heilpflanze ?

(die Griechen nahmen den Fenchel zu sich, um den Hunger zu stillen – das macht das Fenchelaroma übrigens zu einem fabelhaften Appetitzügler bei dem Wunsch nach Gewichtsreduktion)

In den Heilbüchern finde ich diese Einträge: „Fenchel wird verwendet bei der Behandlung von Nieren-, Leber-, Erkältungen, Magen-Darm-Krämpfen und Koliken. Wegen des Gehalts an ätherischen Ölen ist Fenchel auch ein Bestandteil von Arzneimittel zur Behandlung von Erkrankungen der Harnwege, bei Diabetes, Übergewicht und für Magen und Gallenkoliken. Fenchel-Wasser (aqua Foeniculi) wird zur Behandlung von Augen und zum Gurgeln verwendet.“

Und wenn ich mir die Biochemie dieses Doldenblütlers ansehe, so finde ich einen wahren Heil-Cocktail an ätherischen Ölen (unter anderem trans-Anethol, Fenchon, α-Pinen, Camphen, Myrcen, α- und β-Phellandren, α-Terpinen, cis-Anethol, Limonen, Terpinolen, Estragol, p-Cymol; Kraut: α-Phellandren, α-Pinen, cis-Anethol, Myristicin, α-Terpinen, Limonen).
Kein Wunder, daß dem Fenchel so viele heilsame Wirkungen zugeschrieben werden. Unter anderem schreibt das Apothekerbuch für Heilpflanzen über die Öle im Fenchel „ Sie lösen festsitzenden Schleim aus den Bronchien und fördern zugleich dessen Abtransport aus den Atemwegen. Fenchelfrüchte können daher Erkältungsbeschwerden wie Husten und Schnupfen lindern. Außerdem wirkt das Öl verdauungsfördernd und krampflösend, weshalb Fenchel als Tee gegen Blähungen und Völlegefühl hilft.“

Erfreulicher Weise hatte ich mich bei der Wahl des Saatguts für den „Süßen Saatfenchel“ entschieden, der kaum mehr Estragol enthält. So kann ich sicher sein, daß das Fenchelhydrolat bekömmlich ist. denn: Das bei Überdosierung vom  Bundesinstitut für Risikobewertung als gefährlich eingestufte Eugenol und Estragol taucht nur im Fencheltee, nicht aber im Hydrolat auf. Das liegt an deren sehr hohen Siedepunkt. So ist das Hydrolat für Schwangere und Baybies, die den Fenchel als Heilmittel bei Blähungen, zur Milchbildung und als Schlafmittel nutzen, wesentlich sicherer, als der Tee.

Fenchel als Anti-Aging-Mittel in der Naturkosmetik

Und noch etwas entdeckte ich, als ich bei den fast neongelb blühenden, zarten Pflänzchen saß und mich an ihrer skurrilen Form erfreute: Er hat etwas Erfrischendes, Glättendes, Verjüngendes an sich.

Ich las nach und fand, dass das der Fenchel in der Kosmetik – wie auch unser Roter Sonnenhut – ein phänomenal effektives Anti-Aging Mittel ist. Die kosmetischen Test und auch das INCI-Register belegen, daß die Inhaltstoffe des Fenchel kräftigend, geschmeidig machend  und hautpflegend sind und erste Fältchen rasch verschwinden lassen oder mindern.

Wow – das hab ich natürlich gleich ausprobiert. Und zwar mit unserem einzigartigen (!) Reindestillat. In der Tat führte die Verwendung der des Gesichtspflege-Destillats von meinem liebevoll gehegten Fenchel zu einer Auffrischung und Glättung meiner Haut. Für mich – nach TCM-Systematik eher eine „heiße, trockene, feste“ Erscheinung – funktionierte allerdings der Rote Sonnenhut noch besser, der meine Haut tatsächlich um ein Vielfaches jünger erscheinen läßt.

Freundinnen, mit einer eher kühlen, weichen Natur, schwärmen von der Bio Fenchel Gesichtspflege. Nicht nur, weil sie tatsächlich die Haut verjüngt, sondern auch, weil sie eben komplett ohne Zusatzstoffe ist. 100% Pflanzendestillat eben.

Es ist schon spannend, wie sich der Kräuterkreis hier auf Aditi entwickelt und langsam schließt. Ich habe mir die 13 Sorten nicht „ausgedacht“, sie kamen natürlicher Weise, eine nach der anderen hinzu – irgendwie intuitiv, manchmal ganz konkret an bestimmten Plätzen, wo ich „vernahm“, daß hier genau dieses Kraut hin paßt. So war das auch beim Fenchel, der jetzt auf einem nordwestlichen, halbkreisförmigen Beet gedeiht und seine blaugrünen, zart gerieften Stängelchen mit den vielzähligen, feinen Verästelungen in den kühlen Winterhimmel reckt.

Was für ein süßer Gefährte !

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Geist über Materie

Geist über Materie

Diejenigen unter Euch, die bereits einen oder mehrere Spirits aus unserer Kollektion zu Hause haben, wissen um die Besonderheit unserer Destillate. Oder haben eine Ahnung. Im heutigen Beitrag zeige ich noch einmal, wodurch es Wild Natural Spirit möglich ist, diese überragende Qualität zu erschaffen und warum die Spirits das Leben selbst aktivieren.

Wild Natural Spirit wurde nicht aus wirtschaftlichen Gründen ins Leben gerufen, sondern durch einen Traum ausgelöst, den Evelin im Jahr 2009 hatte. Die zentrale Aussage dieses Traumes bezog sich auf die Verbindung der Menschheit mit der Sonne.
Sie war im Sinne eines “Dienstes” aufgefordert, hier beizutragen und eine bestimmte Information mithilfe der Pflanzen für Menschen verfügbar zu machen. Explizit war in diesem Traum vorgegeben, daß dies auf “alten Wegen” erfolgen solle.

Und so kommt es, daß wir hier in einer Art und Weise produzieren, die erheblich zu der Wirkkraft der Spirits beiträgt:
Der Berg “Aditi” liegt abseits von Siedlungsgebieten und wir achten penibel darauf, daß Besucher/innen nur mit Einladung in das Biotop kommen. Geografisch liegen wir im grünen Herzen Deutschlands, in den Ausläufern der keltischen Heiligtümer “Gleichberge”, am Fuße des vulkanischen Strauffhain.
Sehr oft herrscht hier ein außergewöhnliches Licht.
Alle Handlungen werden im Geiste des oben beschriebenen Dienstes getan: Unsere Pflanzen kennen keine Maschinen – alles erfolgt in Handarbeit. Alle Pflanzen stammen vom Berg und wurden hier gezogen. Regelmäßige Rituale sorgen für Harmonie zwischen allen Wesen auf dem Berg und bringen Wildnis und Reinheit, wie sie unseren Destillaten auch innewohnen, in Einklang.

Wir bewirtschaften Aditi nicht nur ohne Maschinen, sondern vermeiden auch, unsere Pflanzen künstlichen, elektromagnetischen Feldern auszusetzen:
Das Trocknen in autarken Solar-Darren und das Destillieren auf offenem Feuer und mit Brunnenwasser (Aditi liegt im Wasserschutzgebiet der Thermalquelle) ist um ein Vielfaches aufwändiger, als das Arbeiten mit elektrisch betriebenen Anlagen. Selbstverständlich füllen wir die Destillate in Glasflaschen ab, deren Materialnachweis sicherstellt, daß auch diese frei von Belastungen sind.

Und auch wenn der Vertrieb sich hierdurch etwas langsamer – aber sicher – aufbaut: Die Spirits gehen nur den direkten Weg von Hand zu Hand – es gibt keine langen Transporte, keine Zwischenhändler und Umschlaglager. Das Netz an Wiederverkäufern, das derzeit im deutschsprachigen Raum entsteht – wird ausschließlich aus Kundigen bestehen, die die Spirits angemessen weitergeben können.
“Skalierbar” – wie der Kaufmann so schön sagt – werden die Spirits niemals sein. Mit unserer limitierten Jahresproduktion von etwas über 8.000 Flaschen gibt Aditi, was in ihr steckt und was sie im Jahreslauf regenerieren kann. Mehr werden wir nicht nehmen.
Es ist ohnehin nicht (nur) die reine Substanz, die in den Spirits wirkt, sondern eben genau dieses hier beschriebene Gefüge an Führung, Dienst, Intention, Achtsamkeit, Licht und traditioneller Handwerkskunst.
Geist über Materie.

Ich hoffe, Du kannst nun noch besser nachvollziehen, welche Kostbarkeit Du mit einem Destillat in Händen hältst und daß es derzeit wohl keine vergleichbare Qualität auf dem Markt gibt.