Erkältung – Thymian oder Salbei ?

Es ist Erkältungszeit und viele von uns haben nicht die Geduld und Passivität, diese lästige Erscheinung einfach auszuliegen. Wer legt sich schon tagelang einfach hin und läßt die aus allen Poren quellende Verschleimung und Verstopfung untätig über sich ergehen ?

Uns so gibt es allerlei Bräuche und Mittelchen, dem Schniefen und Husten und Kratzen entgegen zu wirken. Natürlich auch alt bewährte Kräuter, die zu rascher Linderung und grundlegender Stabilisierung führen.
Die gängigen Heilkräuter in unseren Breitengraden sind Salbei und Thymian. Sie wachsen in fast jedem mitteleuropäischen Garten, auf all unseren naturbelassenen Wiesen und natürlich auch in Aditis Gärten.

Ich möchte anhand dieser allseits bekannten Verfaßtheit „Erkältung“ einmal mehr demonstrieren, wie wir Krankheiten ganz unterschiedlich angehen können.

Die symptom- und stoffeorientierte Sicht

Beim klassischen Salbei (salvia officinalis) sind es die Inhaltstoffe Thujon, 1,8-Cineol und Kampfer, wegen derer die Pflanze bei Heiserkeit, Husten, Halsschmerzen und übermäßigem Schwitzen traditionell bei Erkältungen angewendet wird. Die EMA (European Medicines Agency) schreibt in ihrer Pflanzenmonographie diese „traditionellen Anwendungen“.

Ebenso prominent wird auch Thymian bei Erkältung mit Beschwerden wie Husten, Schleimbildung, Halsschmerzen und Schnupfen empfohlen. „Wer seine Erkältung naturheilkundlich in Griff bekommen will, sollte zu Thymian greifen“, schreibt der Deutschen Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte e.V.. Naturwissenschaftlich führt man diese Empfehlung auf die beiden Hauptwirkstoffe Thymol und Cavacrol zurück.Thymol hat antiseptische, hautreizende, expectorierende und akarizide Eigenschaften. Daher ist es in in Erkältungsmitteln enthalten, die unter anderem gegen Schnupfen, Nebenhöhlenentzündung und Husten eingesetzt werden. Auch der zweite aromatische Bestandteil des Thymian – Carvacrol – hat eine stark antiseptische Wirkung.

Es gibt auf dem Markt unzählige „medizinische Präparate“, die eine der oben genannten Komponenten enthalten. Manchmal wurde in den durchgängig industriell hergestellten Mitteln tatsächlich die ganze Pflanze verarbeitet – manchmal wurde nur der synthetisch erzeugte Wirkstoff zugefügt. Das ist erkennbar bei der Angabe der Inhaltstoffe.

Sie zielen auf einzelne, lokale Vorgänge im Körper – etwa die Reizung der Bronchialhärchenbewegung oder die Schwellung der Nasenschleimhäute und haben manchmal kurzzeitige Effekte auf die störenden Symptome.
Eine qualitative Unterscheidung der beiden möglichen Heilkräuter bei diesen Symptomen findet sich in der naturwissenschaftlichen Literatur aber nicht.

Die ganzheitliche Sicht

Betrachte ich nun verschiedene Menschen mit den Symptomen, Schnupfen, Husten, Schweißausbrüche, so mag mir auffallen, daß die einen regelrecht zerfließen. Ihnen ist heiß oder die (gefühlte) Temperatur wechselt ständig. Sie fühlen sich schwach, zugleich scheint der Körper alles „herauszuwerfen“, der Mensch „zerfließt“ und „verausgabt“ sich regelrecht.
Aus Sicht der TCM fehlt es hier an dem Aspekt, der Struktur hält, der ordnet und lenkt – wir nennen diese Qualität „Metallelement“. Hier liegt es nahe, eine Pflanze als Begleiter zu wählen, die diese Aspekte deutlich selbst verkörpert und in das geschwächte menschliche System zu übermitteln vermag. Salbei wäre hier meine erste Wahl. Wenn Du das Pflanzenprofil des Salbei noch einmal liest, wirst Du verstehen, inwiefern er diese „Metallenergie“, das Strukturierende und Festigende in sich trägt.


Ein anderer Mensch zeigt dieselben Symptome – fühlt sich jedoch verstopft und blockiert. Die sinnliche Wahrnehmung ist reduziert (dicht), Kopfschmerzen können auftauchen, der gesamte Metabolismus und auch der Puls sind verlangsamt. Tendenziell fröstelt dieser Mensch auch, der Schleim aus Nase und Hals ist eher dickflüssig. Im Unterschied zum „Zerfließen“ des oben beschriebenen Zustandes liegt hier eher eine Verfassung von „Stagnation“ vor. Salbei würde diese Stagnation möglicherweise verstärken.
Ganz im Gegenteil braucht dieser Mensch ein Mittel, das die eigene Energie in Bewegung bringt, die Verfestigtes löst und ausleitet.
In der TCM würden wir die benötigte Qualität dem Feuerelement zuordnen.

Welche Pflanze bringt in Bewegung, leitet aus, wärmt und löst ?
Es ist der Thymian – mit seiner dynamischen und expansiven Eigenart, die Du im spezifischen Pflanzenprofil ebenfalls noch einmal in der Tiefe nachvollziehen kannst.

Das Spektrum der unversehrten Pflanze

An diesem einfachen Beispiel kannst Du erkennen, wie wichtig und letztlich: einfach es ist, hinter die verkürzende Symtomatik auf die Gesamtverfassung eines Menschen zu sehen und das individuell passende Heilkraut herauszufinden.

Dabei sei angemerkt, daß die Qualität der verwendeten Pflanzen eine große Rolle spielt.
Die übliche „Apothekenqualität“ mißt die Heilkräuter an ihrem spezifischen Wirkstoffgehalt. Hierfür gibt es besondere Register, die die erwünschten Inhaltstoffe quantifizieren und für die Auswahl als Apothekenware qualifizieren.
Das hilft uns allerdings wenig, wenn wir Wert auf das Wesen der Pflanze legen, das in Resonanz mit dem Mensch zu gehen und seine unversehrte Kraft zu übermitteln vermag.

Heilkräuter müssen von jeher von Hand geerntet werden – teilweise sogar zu ganz bestimmten Zeitpunkten, um ihre Heilkraft voll entwickelt zu haben.
Daher empfehle ich Dir, die wichtigsten Heilkräuter im eigenen Garten zu pflegen – oder doch wenigstens Stellen in der unversehrten Natur ausfindig zu machen, an denen Du sie bei Bedarf sammeln kannst. Wenn Du auf beides nicht zurückgreifen kannst, stehen Dir Aditis Gärten natürlich zur Verfügung.

Alles Gute !

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