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Morgendämmerung

Permakultur

Ich komme gerade aus den kühlen Nebeln des Februarmorgens. Als der Mond noch hoch stand am Westhimmel, war ich hinaus gegangen, hinein in Aditi, mein geliebtes Land.
Mehr als vier Jahre ist es nun her, daß ich alles was ich hatte und war hier hinein gegeben habe. Ich verschmolz geradezu mit diesem kleinen Berg an der bayerisch-thüringischen Grenze und als Eins wachsen wir empor.
Leise flüsterten mir die Eschen vorhin zu, umfingen mich mit ihrer liebevollen Präsenz, die ersten Amseln regten sich, Hasen raschelten im Gebüsch. Der Nebel löste sich in millionenfachen Tautröpfchen, den er über die Wiese streute, der Atem des Morgens und des nahenden Frühlings brachte uns in den Tag.

Als ich mich so genährt an der Feuerstelle niederließ und der Blick weit über das hügelige Land schweifte, kamen mir viele Bilder in den Sinn.

Das Juwel der Einfachheit

Nie hätte ich mir als Akademikerin und durchtrainiertes Leistungstier träumen lassen, daß ein politisch wirksames und ökonomisch tragfähiges Leben so viel mit Staub, Schweiß und schwerem Handwerkszeug zu tun haben kann.
Freilich hatte ich in den Zeiten, in denen ich politische Einrichtungen und Unternehmen beriet, immer betont, wie zentral die – seelische ! – Intention eines wie auch immer gearteten Vorhabens ist. Nicht Ziele, die uns nach konditionierten Abziehbildern nach vorne treiben, hinaus aus der unbefriedigenden Gegenwart, hinein in einen zukünftigen Ergebnisstatus, sind die Bedingung für ein gelungenes Unternehmen. Und schon gar nicht Angst – vor irgendwelchen zukünftigen Entwicklungen.
Vielmehr ist es die Liebe, die wir jetzt für das, was ist und was wir gerade tun, aufbringen können, die darüber bestimmt, ob wir jetzt in Frieden und Fülle leben – und dies ganz natürlich auch fortsetzen werden.

Und es ist für ein mit Sinnen, Empfindungen und Ideen ausgestattetes Menschenwesen verdammt schwer, vor einem Computer oder in einer täglichen, auf Arbeitsteilung basierenden Routine diese befriedigende Präsenz zu erfahren. Da helfen weder ein dreizehntes Monatsgehalt noch gesellschaftliche Anerkennung noch wertvolle Konsumgüter.
Es ist das tätige Handanlegen, ja zuweilen auch: Schwitzen. Es ist der sinnlich-physische Kontakt zu unseren Ideen und das Erleben der Gestaltgebung. Es ist das bewußte Einatmen frostklarer Luft, das Gefühl von feuchter Erde zwischen den Fingern, der Gesang der Vögel bei der Arbeit und der Duft von frisch gesenstem Gras, der ein Menschenherz erblühen läßt.

Derzeit, wo so viele Menschen sich fragen, wie es weitergehen wird mit unserer Gesellschaft und mit ihrem ganz persönlichen Leben, frage ich mich, wie viele Menschen in Betracht ziehen, daß der Verlust ihres monotonen, abhängigen Beschäftigungsverhältnisses ein echter Gewinn sein könnte. Wie viele Menschen können erkennen, daß die Reduktion ihres Einkommens Antrieb sein könnte für ein Leben mit weniger Konsum, weniger Bequemlichkeit, weniger Sicherheit – und daher auch mit mehr Kreativität, mehr körperlicher Fitness und mehr Selbstausdruck und geistigem Wachstum?Das Juwel der Einfachheit blieb den meisten Menschen der westlichen Hemisphäre bisher verborgen. Zu stark ist die bereits frühkindliche Konditionierung auf Konformität, Sicherheit, Kontrolle und Abgrenzung.

Ich blicke hinüber auf die zwei Hektar Ackerfläche, die gerade eben neuer Teil von Aditi geworden sind. Unglaublich viel Fläche – unglaublich viel Arbeit.
Ich werde diesen werdenden Raum und die viele, harte, schöne Arbeit verfügbar machen. Für Menschen, die sich das Juwel der Einfachheit wieder erschließen wollen.
Geborgen in der Fülle und Stille Aditis.

Die Selbstheilungskräfte der Verbundenheit

Ich verlasse den Feuerplatz und gehe hinüber in den Kräutergarten.
Still liegen sie da, die Permakultur-Beete mit Ysop und Salbei, Sonnenhut und all den Kostbarkeiten, die uns die einheimische Natur zu Nahrung und Heilung zur Verfügung stellt.

Nie werde ich vergessen, wie ich mit den ersten hundert Hundsrosen die Mikroräume für diese Kräutermanufaktur schuf. Es war das extreme Dürrejahr 2018, Träume hatten mich aufgefordert, den traditionellen Heilkräutern Raum und Hinwendung zu geben. Mitten im Herzen Aditis. Von Hand – ohne Maschinen, ohne Dünger, Pflanzenschutz und Kapital.
Stattdessen mit unendlicher Freude an den abertausend keimenden Kräutlein, ungezählten Stunden auf den Knien beim Setzen der jungen Pflanzen, berauschenden Sonnenuntergängen beim Gießen des erwachenden Gartens.
Es war unglaublich mühsam. Und es war unglaublich heilsam: Mein heißgelaufener Intellekt beruhigte sich, mein von städtischer Unruhe ausgelaugter Körper regenerierte sich, mein Leben war in eine neue, tiefe Verbundenheit gemündet.
Binnen eines Jahres – ein Jahr, in dem die üblichen Früchte auf den Äckern verdorrten und die deutschen Wälder den größten Teil ihres Fichtenbestandes verloren – heilte (s)ich ein verwahrlostes, verwachsenes Stück Wiese und brachte einen blühenden Garten strahlender Heilkräuter hervor.
Doch damit nicht genug: im Juli desselben Jahres überraschte ich mich selbst mit dem Kauf einer riesigen, altertümlichen Kupferdestille. Ich weiß noch, wie wir mit einem viel zu kleinen Campingkocher stundenlang darauf warteten, daß die 100 Liter Wasser im Destillenkessel endlich siedeten. Doch bald schon wurde es zum heiligen Akt, zum vollkommenen Fest der Ernte, meine handgesammelten Kräuter zur Destille zu bringen, das Feuer zu entfachen und dem alchemistischen Prozeß beizuwohnen, der auf diese archaische Art und Weise die Seele, die Heilkraft der Pflanze, zu ihrer höchsten Potenz bringt.
Unbedarft und ohne großes Kalkül – jedoch unter fast unerträglicher Aufsicht von insgesamt neun Behörden – füllte ich die so gewonnenen, kostbaren Destillate in braune Fläschchen ab und brachte sie in die Welt. Was seither an Rückmeldungen und Erfahrungen mit diesen Destillaten zu mir zurück gelangt, ist atemberaubend. Würde ich selbst von solcherlei Heilerfolgen, Transformationserfahrungen und wunderbaren Begebenheiten schreiben, wie es die immer zahlreicher werdenden Anwender/innen der „Spirits“ tun, würde ich wohl nicht nur die mächtige Pharmaindustrie und die geschäftstüchtige Branche der Heilmittelhändler auf mich hetzen, sondern wohl auch erhebliche Schwierigkeiten mit den Behörden bekommen, die die Destillate strengstens nur zum „Aromatisieren von Speisen und Getränken“ zugelassen haben.

Ich halte es hier, wie mit Masken, Ausgangs- und Reiseverboten: Ich akzeptiere die demokratisch gewonnene Ordnung – und denke und handle verbunden eigenständig.
Durch viele Reisen in Südostasien weiß ich zu schätzen, daß wir hier in Mitteleuropa über ein einigermaßen funktionierendes System der Gewaltentrennung und der Rechtsstaatlichkeit verfügen. Ich steckte selbst tief genug in wirtschaftspolitischen Zusammenhängen, um zu wissen, daß man auch bei uns mit Geld und Kontakten demokratische Vereinbarungen umgehen kann. Und doch ist die staatliche Situation, auf die jede/r Bürger/in zurückgreifen kann, kostbar und das Ergebnis eines jahrhundertelangen Bemühens kluger und mutiger Menschen.
Ohne Zweifel ist der Staatsapparat über ein gesundes Maß hinaus gewuchert und es steht eine Bereinigung an. Ebenso, wie der Großteil der Bevölkerung in ein konsumistisches Koma gefallen ist und die Grundvoraussetzungen für gemeinschaftliche Mitbestimmung nicht mehr zu erfüllen in der Lage ist. Auch hier bedarf es einer Auffrischung.
Doch ich werde meine kostbare und endliche Lebenszeit nicht damit verschwenden, mit überforderten Beamten zu diskutieren, mich gegen Strafen wegen Lappalien zu wehren oder gar Berufspolitiker, die ich gar nicht persönlich kenne, ihrer Arbeit wegen anzuklagen. Vielmehr setze ich dieses eine kleine, kostbare Leben dafür ein, das Beste und Schönste, das mir innewohnt, zu entwickeln und für alle, denen es dienen kann, verfügbar zu machen.
Meine Erfahrungen, Gedanken und Einsichten kommuniziere ich nicht nur und mache sie „diskutierbar“ – ich setze sie auch in Taten um und mache sie damit erlebbar und überprüfbar.
So bleibe ich gesund und verbunden. Und das ist der natürliche, der heile Zustand, der sich auch nach und nach in unserer Gesellschaft einfinden wird.

Kreislauf und Wirtschaft

Über all diese Erwägungen zum viel gepriesenen Wassermannzeitalter und was es unserer heutigen Gesellschaft wohl für Veränderungen bringen mag, ist der Morgen schon weit fortgeschritten. Die Gedanken und Bilder haben mich hinaus aus dem Kräutergarten hin zu dem riesenhaften Acker begleitet, den ich gerade hinzu erworben habe.
Planlos ! würde mein Vater schimpfen.
Mit Intention ! antworte ich ihm.

In der Tat, ich habe noch keinen griffigen „Plan“, wie ich diese großen Fläche, die über Jahrzehnte von konventioneller Landwirtschaft ausgelaugt wurde, in das blühende Paradies Aditis integrieren werde.
Mit weniger als einem Viertel der Fläche gelingt es mir – ohne Maschinen, Kredite und Ausbeutung – drei Haushalte zu ernähren und obendrein Produkte in die Welt zu bringen, die auf ihrem gesamten „Wertschöpfungsweg“ nur Heilung hinterlassen:
Natur gesundet. Die Menschen, die diese Kräuterschätze produzieren, gesunden. Und die Menschen, die oft zum ersten Mal in ihrem Leben eine unversehrte Pflanze ohne Zusätze, ohne Maschinengewalt oder elend lange Transportwege für sich nutzen, gesunden auch. Auf ganz vielen Ebenen !

Mein Betrieb braucht weder Wachstum noch Effizienzsteigerung. Es genügt, was da ist. Es ist sogar mehr als genug. Und ich würde mich unbändig über echte Nachahmung freuen – denn dann multipliziert sich mein Geschenk an die Welt.

(Die letzten drei Sätze mögen sich die professionellen Kaufleute unter Euch bitte einmal in Ruhe auf der Zunge zergehen lassen !)

Wozu also der Acker ?
Und wieso habe ich – die ich nie nach Besitz oder Reichtum strebte – so viel Geld, das auch noch zu kaufen ?
… nein, ich habe nicht geerbt. Im Gegenteil: Ich wurde von meinem Vater mit 14 vor die Tür gesetzt und mit 21 beim Tod meiner Mutter um meinen Erbteil betrogen.
… nein, ich habe auch nicht an der Börse spekuliert, keinen gut dotierten „Posten“ ergattert, an dem ich mich lange genug festgehalten habe, um ein kleines Vermögen anzuhäufen.
Es ist ganz simpel: Ich habe in den letzten 25 Jahren genauso gehandelt, wie jetzt auch: Ich stand ein für eine bestimmte Geisteshaltung, bin ihr nachgegangen, habe zum Teil unter (herrlich !) asketischen Bedingungen im Dschungel gelebt, geforscht und mein Leben in das gemeinschaftliche Lernen eingebracht. Das hat so viele Menschen inspiriert, daß sie diesen Weg auch gehen wollten. Also habe ich sie begleitet und dafür Geld verdient, für das ich ad hoc gar keine Verwendung hatte. Bis eben dieser Berg vor mir sich auftat und ich wußte: Hier will und soll ich sein und wirken.

Wer bis heute Probleme mit Geld hat oder glaubt, es brauche viel Kapital, um selbständig zu sein, hat das Prinzip der Fülle noch nicht verstanden. Fülle entsteht IN uns, aus der Liebe zu den Dingen und zum Leben, aus den Träumen, die wir aus uns selbst hervorbringen und mit gegebenen Mitteln verfolgen, aus dem Mut, einfach los zu gehen. Und nicht dadurch, daß uns irgendwer, der vermeintlich mehr hat, etwas abgibt.
Das bedeutet nicht, daß Geschenke anderer Menschen keine Rolle spielen. Ich bin unendlich beschenkt worden hier auf meinem Weg. Wenn ich nur daran denke, wie unzählige Freunde und Klienten (!) kamen, um bei der Renovierung des Hauses zu helfen ! Oder der Verkäufer, der mir ermöglichte, das „Stückchen Geld“, das am Anfang noch fehlte, einfach später zu bezahlen. Zinsfrei und ohne Sicherheit. Solche Geschenke macht das Leben und machen unsere Mitmenschen uns täglich !!! Und es ist so traurig, wenn wir das nicht sehen oder geringschätzen.

Und doch und auch: Das Losgehen, das Anpacken, das Entscheiden kommt aus der eigenen, inneren Fülle und ist bereit, mit dem, was da ist, zurecht zu kommen. Das ist der Anfang von Fülle – und auch von Selbstbestimmtheit.
Selbstbestimmtheit und Eigenverantwortung bilden auch die Basis eines gesunden, eines nachhaltigen Wirtschaftens: Wer Kredite braucht, um anzufangen, sollte es lieber gleich lassen.
Zinsgeschäfte – also das Geldverdienen ohne Arbeit – sind der eigentliche Ursprung der massiven ökonomischen und damit auch ökologischen Schieflage in unserer heutigen Welt.

Der Garten lehrt uns, daß alle erforderlichen und integrierbaren Ressourcen bereits da sind. Daß die „Kunst“ des menschlichen Eingreifens darin besteht, diese Ressourcen sinnvoll anzuordnen und in einem natürlichen Fließgleichgewicht zu halten.
Das ist das Prinzip der Permakultur, auf der auch mein kleiner Betrieb, Wild Natural Spirit, basiert: Möglichst wenig, das nicht vom Platz stammt, wird herein gebracht (Saatgut, Pflanzennahrung, Verpackung, Brennstoffe etc.). Vielmehr ist der Grasschnitt auf der geschützten Wiese der Dünger für die Beete im Kräutergarten. Zusammengebrochene Bäume verbleiben zum Teil als Totholz im Wald – so ernähren sich die Bodenbewohner und sorgen für satte, nährstoffreiche Erde – und der Überschuss wird zu Benjeshecken aufgebaut dort, wo noch mehr Insekten und Destruenten eingeladen sind, den Boden zu verbessern.
Ein System, das in einem ausgewogenen Kreislauf fließt, ist stabil und bleibt gesund.

Das versuche ich auch den Menschen zu vermitteln, die eines der Pflanzendestillate für eine bestimmte Hautkrankheit oder ein definiertes anderes „Symptom“ suchen und bei mir um Rat fragen: Es geht niemals darum, Symptome zu bekämpfen – ob es nun überbordende Staatsapparate, mutierte Viren, eine hohe Arbeitslosigkeit, dysfunktionale Familiensysteme oder körperliche Störungen sind.

Vielmehr lehrt uns die Kreislaufwirtschaft, daß etwas im Gesamtsystem nicht natürlich fließen kann. Es gilt den Blick zu klären für solche „Systeme“ – System Gemeinschaft, System Körper, System Grundstück etc. – und zu erkennen, wo Energie sich zurückstaut – und an anderer Stelle fehlt. Und dann nicht einfach „irgend etwas“ dem System aufzuzwängen – oder ihm zu entreißen – sondern vielmehr die Qualitäten, die im System enthalten sind, zu erfassen und fühlend zu führen.

Die Fähigkeit, solche Gleichgewichte herzustellen – in uns selbst und in unserem Umfeld – ist kaum verträglich mit Eile, mit Angst, Gier oder fest gefahrenen Sichtweisen. Hier sind wir alle aufgefordert, das Empfangende, das Lauschende, das Wartende und das Hegende neu in uns zu entfalten.

2021 wird ein Jahr der Fließgleichgewichte werden. Für diejenigen unter uns, die den Mut haben, selbst Hand anzulegen und sich mit Freude ein Feld zu erschließen, in dem sie noch Anfänger sind.
2021 wird ein Jahr des Chaos werden, ein Jahr, in dem die Angst vor Kontrollverlust sich wandeln darf in die Bewunderung der Lebenskraft, die sich immer wieder neu emporhebt.
2021 wird ein Jahr der Eigenständigkeit werden, in dem viele Menschen zum ersten Mal entdecken, wie viele unterschiedliche Fähigkeiten sie haben, wie gut es tut, zu geben statt zu erwarten und Schöpfer des eigenen, gestaltbaren Lebenstraums zu sein.

All die notwendigen Veränderungen, die in intellektuellen und politischen Kreisen so heiß diskutiert werden, werden sich ganz natürlich als Folge dieser drei Faktoren ergeben.

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Wenn Du für das Acker-Projekt spenden möchtest, damit wir den Brunnen bauen können, dann geht das hier:

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Beginne jetzt – es wird Frühling

Permakultur

Der warme Wind hat den Schneereichtum der letzten Wochen in einer einzigen Nacht weggeblasen. Auf den Wiesen steht satt das Tauwasser, das die Erde neu belebt.
Nach einem intensiven Jahr 2020 und einer ebenso intensiven Übergangsphase zwischen der Sonnenwende und der nahenden Lichtmess ist es nun Zeit, die Arme zu öffnen für das neue Leben.

Auf körperlicher Ebene bereite ich dies seit zwei Wochen mit einer kleinen Kräuter-Frühlingskur vor, die ich Dir ja schon im letzten Newsletter empfahl. Sie bereinigt, klärt und kräftigt deinen Körper und insbesondere deine Haut auf sanfte doch sehr durchdringende Weise. Sie bleibt bis Ende Januar im Angebot – danach ist sie natürlich auch noch verfügbar, zu den normalen Konditionen.

Doch auch psychisch und geistig gilt es jetzt, die Verhärtungen und Irritationen der vergangenen Monate endgültig zu lösen. Ich war heilfroh, daß ich mit dem Melissendestillat meine permanente Sorge um die zwölf Welpen, die ich zu versorgen hatte, beruhigen konnte und mir das Ysopdestillat half, das große Ganze im Blick zu halten und mich immer wieder auf das Wesentliche auszurichten.

Diese intensiven Zeiten sind nun (für mich) vorüber und die Gärtnerinnen-Hände kribbeln schon. Jetzt gilt es für mich, Kraft aufzubauen und zu sammeln für das anstehende Arbeitsjahr und mich einzuschwingen auf die handfeste Beetbereitung, viele Stunden mit Rodhacke und Spaten Kompost auszubringen, Swales nachzuziehen, wuchernde Brennesseln und Brombeeren in das Gefüge des Gartens zu moderieren.
Der Permakulturgarten geht in das vierte Jahr und so hat sich die kultivierte Pflanzengemeinschaft weitgehend selbst stabilisiert. Wie es Sinn der Permakultur ist, bleibt hier nicht viel zu tun – die Pracht entwickelt sich aus dem inneren Gleichgewicht selbst und erst zur Ernte werden wir wieder von früh bis spät im Einsatz sein, sammeln, trocknen, destillieren.
So bleibt viel Zeit, andere Menschen darin zu begleiten, den lauschenden und leichten Weg mit der Natur zu beschreiten – und vielleicht sogar in eine Lage zu kommen, in der Selbstversorgung kein modernes Schlagwort ist, sondern persönliche Wirklichkeit wird.
Ich biete zunächst – wie jedes Jahr – zwei Wochen als Praxisseminar Permakultur an. Da diese sehr beliebten Lehrwochen auf Aditi sich bereits jetzt rasch füllen, werde ich vielleicht noch einen Termin nachsetzen. Doch erst einmal steht diese meine Lieblingsveranstaltung auf Aditi im Mai an: Im Mai grünt und sprosst es bereits überall auf Aditi, Vögel, Echsen, Bienen wuseln, die ersten Rosen knospen, die Kamille steht schon hoch, alles ist erfüllt von frischer, grüner Lebensenergie. In diesem Rahmen läßt es sich gut lauschen und spüren, lernen und probieren – zusammen mit uns in den vielgesichtigen Bereichen von Aditi.

Daneben haben schon einige Menschen angefragt, ob ich sie bei der Gestaltung eines neuen Permakulturraums bei sich zuhause unterstütze. Gerne kann ich das in diesem Jahr – und so lange die Arbeit mit Wild Natural Spirit das erlaubt – machen. Auch hier sind 80% Lauschen lernen, das Land, auf dem wir stehen, wirklich zu sehen und daraus zu erkennen, welche Pflanzen sich hier ganz natürlich entwickeln werden, welche Nachbarn sie brauchen und wie das System darin unterstützt werden kann, sich selbst zu stabilisieren. 20% sind dann handfeste, körperliche Arbeit – denn mit Maschinen und Chemikalien wird ein Permakultivist nicht arbeiten.
Für diese beiden Aspekte – feine Antennen UND ausdauernde Körperkraft – braucht es eben deine Fürsorge.
Was tust Du dafür, deine Wahrnehmung zu klären und zu verfeinern ? Wie gut achtest Du darauf, „reine Energie“ aufzunehmen – Dinge, Menschen, Situationen in dein Umfeld zu wählen, die lichtvoll und dankbar, dienend und eigenständig sind ? Wieviel von der industriellen, benutzenden, bewertenden, schnellen und lieblosen Energie findet sich in deinem Kühlschrank, in deinem Tagesablauf, in deinen zwischenmenschlichen Begegnungen ?
Bereinige das. Es ist leicht – und es macht Freude !
Verzichte auf das schnelle „Haben“ – zugunsten eines ruhigen „Seins“. Laß das „ich auch“ – erfreue Dich stattdessen an der Einzigartigkeit deines Lebens. Und gerne nimm Dir Pflanzenbegleiter.
Sie wirken weit über die körperlich-biochemische Ebene hinaus, sind lebendige, bewußte Wesen, die Resonanz in deinem System erzeugen können, die Dich genau in diesem Sinne wach und kraftvoll macht.

Ich habe zu all den Pflanzenwesen, mit denen wir hier auf Aditi arbeiten, ausführliche Pflanzenprofile geschrieben (hier zu finden: https://wild-natural-spirit.org/category/natuerliches-heilmittel/ ). Darüber hinaus biete ich die Seminarreihe „TCM und einheimische Heilpflanzen“ sowie zwei Seminare zu schamanischen Techniken an.
All dieses Wissen, das jedes Jahr durch die Beiträge der Teilnehmenden und auch durch großartige Produktbewertungen zu den einzelnen Pflanzen und Destillaten anwächst – fasse ich gerade zu einem neuen Buch zusammen. Der gelbe Kaiser, Hildegard von Bingen, Tompkins und Bird, Maria Treben, Christian Rätsch, Dieter Storl, …  all diese Pflanzenweisen sehen mir über die Schulter, während ich hier mit dem Blick in Aditis Weite Seite um Seite schreibe.

Doch viel schöner als Lesen ist natürlich das Erleben. Auch hier – mit dem Gemeinschaftsgarten-Projekt – hat sich in den letzten drei Wochen unwahrscheinlich viel getan. Der Bauer, der noch auf den Feldern wirtschaftet, die ich zu einem Paradiesgarten umgestalten will, hat die Flächen nun doch vorzeitig frei gegeben. Es haben sich zwei Partnerinnen für das Projekt eingestellt, die mich wunderbar befeuern mit ihren Fragen und Ideen, so daß es schon bald eine Satzung für das künftige Projekt geben wird. Ab jetzt ist jede/r willkommen, die ab Herbst 2021 teilhaben möchte an diesem Herzensprojekt, einen paradiesischen Naturraum zu schaffen – aus einer ausgelaugten Ackerfläche – und hier die Kunst der Naturverbundenheit und Selbstversorgung zu erlernen. Näheres zu diesem Projekt findest Du hier: https://wild-natural-spirit.org/gemeinschaftsprojekt-bad-rodach/

Alles steht auf GRÜN !

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Wir suchen eine/n weitere/n Gartenliebhaber/in

*** DIE STELLE IST BEREITS VERGEBEN ***

In den letzten drei Jahren entstand hier auf Aditi ein Permakultur-Paradies. Mit viel Einfühlvermögen und Liebe, aber auch körperlichem Einsatz und Ausdauer gedeihen hier einheimische, traditionelle Heilkräuter, die wir vor Ort zu zu kostbaren Essenzen weiterverarbeiten.
Da wir keine Maschinen einsetzen, bedeutet das eine Menge Handarbeit – besonders von März bis September.

Fabian

Hier suchen wir Dich !
Wenn Du in der Nähe wohnst und es liebst, in Stille und mit vollem Körpereinsatz draußen zu arbeiten, wenn Du verstehst, warum wir weder Maschinen noch tierische oder chemische Dünger einsetzen und Teil eines achtsamen und liebevollen Miteinander werden möchtest, ist die Stelle im Rahmen eines 450-Euro-Minijobs vielleicht genau das Richtige für Dich. Bewirb Dich gerne per EMail und erzähl uns ein bisschen über deine Intention und das, was Dir wirklich wichtig ist.
Herzlich, Evelin

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Erntedank – Komm ans Feuer

erntedank

Zum Oktobervollmond wartet das Erntedankfest auf uns. Und wir sind voll der Vorfreude und Dankbarkeit für den reichen Segen, den Aditi uns auch dieses Jahr beschert hat.

Die neuen Bewohnerinnen unserer Permakultur – Thymian, Baldrian, Rosmarin – sind gut angekommen hier im Zauberland und haben reichlich Kraft für den bevorstehenden Winter gesammelt. Die „Alten“ – insbesondere Ysop, Salbei und Sonnenhut – stehen prächtig – umrahmt von der letzten Blütenfreude von Malve, Königskerze, Ringelblume und Kornblume, die wir eben als „Königinnen-Tee“ zur besonderen Gabe an unsere LiebhaberInnen verteilen. Und die Duft- und Schmuckrosen haben zur zweiten Blüte angesetzt.

So, wie ich mir das vor drei Jahren erhofft hatte, war die Arbeitsbelastung über das Jahr nicht so intensiv, wie in den Gründungsjahren. Denn die Pflanzenreihen haben sich geschlossen, der Raum ist gut aufgeteilt und in Balance, der Garten erhält und ordnet sich mehr und mehr selbst – wie wir uns das von einer intakten Permakultur wünschen.

Einige Stauden haben sich sogar derart ausgebreitet und entwickelt, daß wir sie aus den Beeten herausnehmen und für Euch eintopfen werden. Bald also kannst Du bei der Herbstpflege deines Gartens auch Baldrian, Salbei und Sonnenhut von Aditi pflanzen, wenn Du rechtzeitig bestellst.

Nach all dem Sammeln, Schneiden, Destillieren, Darren und Packen steht für uns nun also wieder reiche Gartenarbeit an: Die Stauden werden in duftenden Mulch gepackt, herabgeschnitten auf ein wintertaugliches Maß, die Obstbäume bekommen ihren Winterschnitt, die Bienen werden aufgefüttert, der kostbare Kompost (es hat geklappt: Wir haben hunderte Kilo kostbaren Humus !) verteilt. Nur die Melisse und die Krause Minze haben noch einmal so zugelegt, daß sie erneut destilliert werden können – und diesmal in der neuen, prächtigen 150-Liter-Destille mit Liebig-Kühler, die ich uns geschenkt habe. Es ist eine solche Freude, mit einem so archaischen und kostbaren Instrument arbeiten zu dürfen. Und die Arbeit besteht darin, das Feuer zu hüten, der Entfaltung des Heilkrauts im Kessel beizuwohnen und es für liebevolle Menschen aufzufangen in hunderten kleinen Fläschchen.

Destillation

Aller Grund zum Dank also, für ein blütenreiches Frühjahr, einen satten Sommer und nun für einen friedlichen Herbst.

Und obwohl wir zur Sonnenwende ja bereits ein fulminantes Fest mit über 170 Menschen zu unserem Tag der offenen Tür gefeiert haben, ist mir danach, die vielen Menschen, die zwischenzeitlich angefragt haben, ob sie helfen, besuchen, spüren dürfen auf Aditi, einzuladen zum Erntedank.  Am Donnerstag, 1. Oktober ist der Ernte(Voll-)Mond. Wer immer hier mit mir am Feuer sitzen möchte, seine Ernte teilen und danken möchte, sei an diesem Tag ab 18h herzlich eingeladen. (bitte per Mail ankündigen). Vielleicht ist diese Nacht ja noch warm genug, draussen zu schlafen.

Direkt daran an schließt sich das Diagnostik-Seminar zur Traditionellen Chinesischen Medizin am Samstag und Sonntag, auf das ich mich ganz besonders freue. So gerne schöpfe ich aus meinem reichen Korb von Erfahrungen mit den Fünf Elementen im menschlichen Sein und Werden – und seiner Beziehung zu den traditionellen Heilpflanzen. Hinzu kommen die mittlerweile über 200 Kundenrezensionen, in denen Ihr Eure Erfahrungen mit den Spirits teilt. Da Eure Erfahrungen mit Anwendung, Symptomen, Heileffekten und Stimmungen im Zusammenhang mit den Reindestillaten soooo kostbar sind – für viele – habe ich die Produktbewertungen jetzt übrigens auf einer eigenen Seite gesammelt, die Du hier findest: https://wild-natural-spirit.org/kundenbewertungen/ Hier steht vieles, das ich selbst – im Sinne von verbotenen „Heilversprechen“ – gar nicht machen dürfte. Auch ich lerne hier noch einmal viel und danke Euch an dieser Stelle sehr hierfür !

Während ich dies schreibe, sitze ich am Meer und genieße einige Tage der Ruhe und der Fließens. Gestern haben wir unser Fläschchen Wasserminze ausgepackt, als wir die ollen Masken aufziehen mußten, und uns ein paar Sprüher in die Masken gegeben. Das erregte Aufsehen und Nachfragen und war sehr lustig. Ja, die Minzen wirken antibakteriell und antiviral – und gerade wenn man die Maske oft tragen muß, ist es herrlich, den frischen Duft und die gute Energie der Pflanze vor der Nase zu haben.
(bitte keine reinen ätherischen Öle und auch keine belasteten Billigprodukte hierfür verwenden ! Du atmest es ja ein …). So entstand auch dieses Foto, mit dem ich Dir jetzt eine Brise Meeresduft mit Wasserminze sende.

Herzlich

Evelin

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Einfach leben – Die Vision aus der Krise

Nachhaltigkeit

Normalerweise findest Du in meinem Blog zu Wild Natural Spirit Informationen zu Heilpflanzen, ihrer Kultur und Wandlung zu kostbaren Essenzen. Wild Natural Spirit ist aber ja viel mehr, als eine Kräutermanufaktur, die ohne Maschinen und in Permakultur hochwertige Produkte aus Heilkräutern herstellt. Wild Natural Spirit ist auch mein gelebtes Beispiel, wie wir mit den drängenden gesellschaftlichen und ökologischen Fragen unserer Zeit umgehen können.
Für – nicht gegen.
Produktiv – nicht reaktiv.
Nährend – nicht erschöpfend.

Wir kommen mit der „Pandemie“ nun langsam an die Schwelle, an der das Ausmaß unseres gemeinschaftlichen Handelns schmerzlich spürbar wird: Über leere Kommunalkassen, nicht endende Kurzarbeit oder erste Kündigungen, über zunehmende Tumulte in uns und unserer Gemeinschaft angesichts monatelanger Unsicherheit und Kontrolle.
JETZT ist also der Punkt, an dem die Schmerzgrenze erreicht wird und Handeln angesagt ist. Für die einen heißt das, demonstrieren, konfrontieren, kämpfen.
Für die anderen heißt es, Ausschau zu halten nach Alternativen.

Wirkkreis und Ohnmacht

Scheinbar kann ich als Einzelne nicht viel tun – gegen einen ausufernden Staatsapparat, gegen eine rücksichtslose und lebensfeindliche Landwirtschaft, gegen eine skrupellose Konzernlandschaft, gegen ertrinkende Flüchtlinge und bombardierte Kinder.
Diese Perspektive erfahren wir täglich in den Medien. Es ist eine Metaperspektive. Und auf Metaebene kann eben nur eingreifen, wer „drüber“ steht. Und Du stehst eben nicht „drüber“. Der Journalist auch nicht. Und ich auch nicht.
Statt nun in wütende oder taube Ohnmacht zu verfallen, macht es doch Sinn, zu fragen, was kann ich beitragen ? Und wie kann ich mich dem destruktiven Unfug, der da in Wirtschaft, Politik und „Gesundheitssystem“ ( 😀 ) läuft, entziehen ?
Je mehr Menschen sich diese Frage stellen und hieraus konsequent handeln, desto schneller endet das, was uns so mißfällt – mangels Masse. Weil niemand mehr mit Gift Geld verdient. Weil niemand mehr Dinge kauft oder verkauft, die krank machen. Weil niemand mehr Steuern bezahlt für einen Beamtenapparat, der Unfug durchsetzt.

10 Konkrete Fragen und Ansatzpunkte

Wenn es Dir ernst ist mit dem Systemwandel – ob wegen Klima, wegen Demokratie, wegen sauberem Wasser oder Frieden – dann sind hier 10 einfache Fragen, die Dich aus deiner vermeintlichen Ohnmacht heraus führen und Dir ganz konkrete Ansatzpunkte für deine Macht zum Wandel geben:

  1. Worin konkret bestehen deine Abhängigkeiten ? Was genau zwingt Dich, in einem Kontext zu verweilen, den Du bereits als destruktiv erkannt hast ?
    Oft ist es unsere Art, unseren Lebensunterhalt zu organisieren, die uns vermeintlich zwingt, an Mechanismen teilzunehmen, von denen wir wissen oder doch wenigstens ahnen, daß sie ein Gesellschaftsmodell aufrecht erhalten, von dem wir uns eigentlich lösen wollen (Ausbeutung, Sinnlosigkeit, Unaufrichtigkeit).
    Betrachte selbstkritisch, was DU hiermit zu tun hast.
  2. Wie verdienst Du dein Geld – und wie viel davon ?
    Wir hier sind an ziemlich viel Geld gewöhnt – jeden Monat, abgesichert und gegen Zeit, die wir mit fremdbestimmten Aufgaben verbringen. Von dem Geld bezahlen wir „Lebensstandard“ und „Sicherheit“.
    Wie nährend ist der Lebensstandard, den Du jeden Monat finanzieren mußt ? Wie sicher ist die Sicherheit, die Dich mindestens 50% deiner Lebenszeit kostet ?
  3. Wovon ernährst Du Dich ? Kochst Du für Dich selbst ? Duften die Lebensmittel, die Du zu Dir nimmst, frisch und sind sie lebendig und einzigartig ? Oder kaufst Du, was bereits auf- und zubereitet ist, versehen mit unnatürlichen Aromen und gleichförmigem Aussehen ?
    Gesunde, natürliche Nahrung ist sehr einfach. Und  sie kostet – Dich und die Umwelt – übrigens viel weniger…
  4. Wie erholst Du Dich und sorgst dafür, daß Du gesund bleibst ?
    Idealerweise nährt Dich JEDER Tag – weil er vielseitig ist, weil Du Körper, Geist und Sinne gleichermaßen einsetzt und weil er Inseln des „Schweifenlassens“ enthält. Sind deine Tage gleichförmig und einseitig, mußt Du natürlich einen „Urlaub kaufen“ – und viel anderes, das Dir das Gefühl von „Freude“ vorgaukelt.
  5. Was tust Du gerne und gut ?
    Verabschiede Dich zunächst einmal von dem „Nutzen“-Gedanken. Geh, wie in Kindertagen, spazieren durch diese aufregende, bunte Welt und folge dem „wow!“. Welche Situationen und Inhalte ziehen Dich an ? Wo möchtest Du wissen, spüren, probieren ? Was wäre, wenn das der Ankerpunkt in deinem Leben würde ?
  6. Kannst überblicken, was es bewirkt ?
    Nachhaltigkeit, Verantwortung, Weitsicht – also wieder heraus aus den Kinderschuhen: Was weißt Du über die Materialien, die Prozesse im Hintergrund, die nötig sind, um deinem Faible nachzugehen ? Je größer der Rahmen ist, in dem Du deine „Arbeit“ tust, je höher die Arbeitsteilung, desto weniger Möglichkeit hast Du, die Wirkung deines Tuns in einem guten Sinne zu beeinflussen. Es wäre Meisterschaft, fändest Du Wege, die keine zerstörerische Spur hinterlassen – weder auf dem Weg zu Dir – noch auf dem Weg, den dein Tun in die Welt geht.
  7. Wer braucht Dich und deine Fähigkeiten ?
    Irgendwie sind wir darauf trainiert, das Wort „Fähigkeiten“ mit Bildung, Gehaltsklasse und Macht („Mitarbeiterverantwortung“) zu verknüpfen. Das ist unnatürlich. Die Eigenart eines Menschen läßt sich nicht in einem einzelnen Themengebiet fassen oder in seiner Art, mit angeeignetem Wissen zu jonglieren. Wenn Du Dich, deine Fähigkeiten und die, die diese Fähigkeiten brauchen, betrachtest: versuche das mal zu tun, ohne in den Kategorien „Bildung, Gehaltsklasse und Macht“ zu denken…
  8. Wieviel Geld brauchst Du (wirklich !), um einfach nur das zu tun, was Dir und anderen gut tut ? Wenn all die Ablenkungen, gekauften Freuden und „Erholungsaktivitäten“ überflüssig werden, weil dein Alltag erfüllt und abwechslungsreich ist, und wenn all die Sicherheitsvorkehrungen, die Du bezahlst, sich erübrigen, weil Du beobachten kannst, wie wenig Währungssicherheit, Rentenkassen und Festanstellungen in Krisenzeiten tragen: Was kommt raus unterm Strich ? Wie wenig (!) Geld brauchst Du wirklich, um gesund zu leben und zu tun, was Dir Freude macht ? Rechne das mal aus …
  9. Wer könnte dieses Geld bereit stellen ?
    Gibt es Menschen, die wirklich brauchen und bezahlen, was Du, und genau Du, hervorbringst ? Diese Frage sind wir in unserer Festanstellungswelt nicht mehr gewöhnt. Doch sie ist natürlich. Und ihre Beantwortung stellt sicher, daß dein Tun eingebettet ist in ein Geben und Nehmen. Dieses Geben und Nehmen, das wieder viel mehr an Einzelbedürfnissen und persönlicher Wertschätzung orientiert ist, führt uns zurück in ein natürliches Gleichgewicht.
  10. Genug gefragt. Nicht alle Antworten sind vorher schon da. Fang JETZT an. Anzufangen bedeutet, eine Dynamik auszulösen, die Du noch nicht kennst. Antworten und Wege zu finden, während Du bereits unterwegs bist. Dieses „Wunder“ – das mich übrigens seit Jahrzehnten in immer erstaunlichere Höhen trägt – kannst Du nur erfahren, wenn Du einfach beginnst.

Mein Beitrag

Nach 20 Jahren Coachingarbeit, in denen ich Menschen bei genau diesen Fragen begleitete und einige Bücher zum individuellen und zum Systemwandel schrieb, zog ich mich 2016 ganz zurück aus der „Wirtschaftswelt“. Zurück auf ein Stückchen Land, das ich von meinen Ersparnissen kaufte, gerade so groß, daß ich noch überblicken kann, was hinein und hinaus kommt, und begann mit viel Lauschen und Beobachten, Kräuter anzupflanzen.
Kräuter aus dem ursprünglichen Saatgut unserer einheimischen, traditionellen Heilpflanzen. Trotz Biologiestudium, trotz jahrzehntelanger Befassung mit Pflanzenheilkunde und Traditioneller Chinesischer Medizin lehrte mich die tägliche Arbeit im Garten, mit der Erde, mit den Insekten, mit den Bäumen und Kräutern, den Lebenspuls noch tiefer zu begreifen.
Schon während meiner reiseintensiven Zeit als Coach und Beraterin hatte ich den Konsum von Informationen, vorgefertigten Lösungen (hierzu zähle ich auch den gesamten Komplex unseres Gesundheitssystems) und neuzeitlichen Annehmlichkeiten immer mehr reduziert.
Nun bin ich den nächsten Schritt gegangen: Erfahre und demonstriere, daß

  • Landwirtschaft komplett ohne Maschinen, Kredite, Subventionen, Chemie, fossile Energien auf kleinstem Terrain tragfähig ist
  • Gesunderhaltung ohne moderne Medizin und Pharmazie auskommt; die tiefe Befassung mit dem Körper und der Natur eröffnet die alten Wege zur eigenverantwortlichen und ganzheitlichen Heilkunde neu; die tägliche körperliche Arbeit und eine einfache, ursprüngliche Ernährung untermauert dies
  • ein Zehntel meines bisherigen Einkommens  ausreicht, um ein ausgesprochen reichhaltiges, eigenverantwortliches Leben zu führen
  • eine einfache Schafgarbe – in Sorgfalt herangezogen, mit Liebe geerntet und mit Kunst destilliert, ein „Wellnesserlebnis“ ist, das mir kein SPA der Welt in gleicher Tiefe verschaffen kann
Nikotinfreier handverlesener Kräutertabak
Kräutertabak nach der Knastertradition

Ich möchte Dich ermutigen, auch deine Vision zu leben, die Fragen oben ehrlich zu beantworten und Konsequenzen aus den Antworten zu ziehen. Dabei kannst Du ja ein Pfeifchen „Lichtbrise“ oder “Sternenstaub” rauchen (oder räuchern) – das inspiriert deinen Zugang zu deinem Traum und zur göttlichen Führung.
Wenn Du dein Wissen zu den Zusammenhängen in der Natur vertiefen möchtest – sowohl, was deine eigene, körperliche Gesundheit betrifft, als auch, was die großen Zyklen hinter allem, was sich hier auf der Erde ereignet, dann lade ich Dich gerne ein zu einer weiteren Runde „TCM mit Pflanzen“.

Die drei Wochenendseminare auf meinem Permakultur-Kräuterhof. Hier sind die Termine und weiterführende Links:

Fünf Wandlungsphasen der Seele –DIAGNOSTIK ** 03. – 04. Oktober 2020
https://wild-natural-spirit.org/produkt/fernoestliche-heilkunde-diagnostik/

Fünf Wandlungsphasen der Seele – THERAPIE ** 17. – 18. Oktober 2020
https://wild-natural-spirit.org/produkt/fernoestliche-heilkunde-therapie/

Ernährung nach den Fünf Elementen (Theorie und gemeinsames Kochen)  ** 10. Und 11. Oktober 2020
https://wild-natural-spirit.org/produkt/fernoestliche-heilkunde-ernaehrung/

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Praxiswoche im Paradies

Destillation

Destillation von Heilkräuer-Essenzen

Das Geheimnis von Aditi ist die Wildheit, die Stille.
Daher gibt es nicht viele Gelegenheiten, auf den Berg zu kommen, auf dem die Wild Natural Spirits wachsen. Eine dieser Möglichkeiten sind die Praxiswochen. Eben ging der Destillationskurs zu Ende – und er war an Menschen, Fähigkeiten, Dichte und Austausch so reich, daß ich ein wenig von unseren Erlebnissen teilen möchte.

Der Garten – das Kronjuwel

Bei der letzten Seminargruppe war geballtes Expert*innen-Wissen versammelt: Eine Wala-Mitarbeiterin, zwei phytologische Laboranalytikerinnen, ein Hobby-Destillateur usw. Wir waren zu zehnt, als wir gleich nach der Ankunft eine ausführliche Gartenbesichtigung machten.
Mitte August ist bei unserem Heilkräutern schon ein gutes Stück der Ernte geschafft – doch Sonnenhut und Ysop, Königskerzen und die zweite Salbeiblüte vermochten die neugierigen Besucher*innen dennoch zu verzaubern. Hier konnte ich gut vermitteln, daß die Unversehrtheit unserer Pflanzen das A und O der Heilkraft, Wirksamkeit und Bekömmlichkeit unserer Destillate ist. Keine tierischen Stoffe, keine Maschinen, kein Dünger, der nicht auf unserer Wiese gewachsen ist, beeinträchtigt die Strahlkraft unserer Heilkräuter. Und das konnten die Teilnehmenden mit allen Sinnen aufnehmen. Die „große Runde“ über ganz Aditi – mittlerweile stolze 37.000 Quadratmeter – führte zudem vorbei an den Kraft- und Meditationsplätzen, an den wilden Bereichen und Obstpflanzungen.

Die natürliche und die durch Einfühlung sichtbar gemachte Struktur der Pflanzengemeinschaften, ihr Zusammenwirken mit den Elementen und den Tierreichen wurde greifbar und erfahrbar. Und ein ganz klein wenig konnte ich bei der Erläuterung der Beetanordnungen im Sinne der Fünf Elementenlehre schon auf das Oktober-Seminar vorgreifen. Doch es ist von so großer Relevanz für die Wirkung der Heilkräuter, daß sie in ihrer natürlichen Ordnung gedeihen und nicht von Maschinen, Effizienzdenken und synthetischen Stoffen belastet sind. Das sie wahrgenommen werden als höchst fragile und zugleich atemberaubend machtvolle Begleiter für uns Menschen.
Der Anfang war gemacht.

Das Ernten – Sich von der Pflanze führen lassen

Am ersten „Arbeitstag“ des Seminars stand die Ernte der Wasserminze an. Nachdem ich die Bedeutung des Heilkrauts in der Druidenkultur der Kelten erklärt hatte und der intensiv frisch-erdige Duft uns alle umhüllt hatte, bat ich die Teilnehmenden, ihre Körbe mit Laken auszulegen, das Arbeitsgerät zur Seite zu nehmen und sich um das Wasserminzenfeld zu versammeln. Die Wasserminze wurde nach der Sage von den Druiden zur Förderung der Hellsicht und zugleich zur innigen Verwurzelung mit Mutter Erde verwendet. Somit sind im menschlichen System sowohl das Wurzelchakra als auch das Dritte Auge und Kronchakra angesprochen. In der tantrischen Tradition werden diese menschlichen Energieknoten durch das Tönen der Vokale „O“ und „I“ aktiviert. Und so standen wir minutenlang um das Feld, ummantelt vom intensiven Duft der Wasserminze und tönten, bis die Pflanzendeva uns ganz durchdrungen hatte. Für manche/n war das neu – doch es funktionierte, und wenig später knieten alle inmitten der Pflanzen und schnitten in ruhigem Rhythmus Stängel für Stängel. In Stille wurden die Körbe abgedeckt, zur Darre gebracht und für die Destillation vorbereitet.

Dieser Erntevorgang wiederholte sich in den folgenden Tagen Noch mehrmals: Die Teilnehmenden durften Sonnenhut und Wermut ernten – und ganz zum Schluß „ihre Pflanze“ ernten und für den Eigengebrauch destillieren. Bis zu diesem Punkt war angekommen, daß wir ganz unmittelbar mit den Pflanzen kommunizieren – erkennen können, wo und wie geerntet werden kann, wahrnehmen können, wo die Wirkkraft der Pflanze ansetzt – und was sie bewegt – bis hin zur Lektion des Abschlußtages, an dem die Teilnehmenden nicht eine Pflanze mit dem Kopf gewählt haben, sondern die Pflanze „riefen“, die für sie jetzt die richtige Begleiterin war – und sie auf diese Weise – spürend, lauschend, geführt – auch fanden.

Die Destillation – Die Kunst, die Seele der Pflanze zu gewinnen

Die Destillation ist der ganz ursprüngliche Vorgang, mit dem die Weisen der Vorzeit die Essenz eines Heilmittels gewannen.
Bei der Destillation wird in einem geschlossenen System Wasser verdampft und durch das Heilmittel hindurch geführt. Auf diese Weise lösen sich erst die flüchtigen, dann die schwerer löslichen Teile des Pflanzenkörpers von seinem grobstofflichen Teil. Diese „Essenz“ kondensiert im weiteren Verlauf und wird als „gereinigte Seele“ im Destillat aufgefangen. Doch keineswegs handelt es sich bei dem Destillat um ein rein feinstoffliches Mittel, wie etwa bei den homöopathischen Substanzen. Das Reindestillat enthält eine Vielzahl kostbarer, pflanzlicher Inhaltstoffe – wie etwa die ätherischen Öle, wasserdampfflüchtige lipophile Bestandteile wasserlösliche flüchtige Inhaltsstoffe der Pflanzen, sowie Artefakte (wie z.B. Chamazulen).

Auf dem Markt gibt es so gut wie keine Reindestillate – die angebotenen Hydrolate sind in der Regel Abfallprodukte aus der Gewinnung ätherischer Öle und somit eines Großteils ihrer Wirkstoffe beraubt. Daher war es für die Teilnehmenden ein Genuß, die eben geernteten Heilkräuter in unseren großen Kupferdestillen zu sehen, den aufsteigenden Duft, das Rauschen des offenen Feuers und schon bald den Klang des stetig tropfenden Destillats im Glaszylinder zu erleben.

Hier auf Aditi ist auch dieser „technische“ Vorgang ein Ritual.
Wir arbeiten weiterhin in Stille, die mächtigen Kupferdestillen sind weit mehr als bloßes Werkzeug, der Umgang mit den Elementen und das Hervortreten der Pflanzenseele ein immer wieder großartiges Ereignis. Alle Seminarmitglieder konnten diesen Zauber, dieses Wunder mitverfolgen und in sich aufnehmen. Das war mir wichtig.

Die Alchemie – Probe aufs Exempel

Am dritten Tag befassten wir uns intensiv mit der Qualität von Hydrolaten, ätherischen Ölen und Rohpflanzen. In der Alchemie – der ich übrigens ein paar Tage zuvor ausgiebig gefrönt hatte und zu der ich noch berichten werde – geht es darum, den „Stein der Weisen“, die pure Essenz zu gewinnen, indem der natürliche Stoff in seine vier Prinzipien zerlegt, als Fragment gereinigt und dann in der chymnischen Hochzeit aus den reinsten Einzelteilen neu vereint wird.

So weit gehen wir auf Aditi nicht. Die Reinheit wächst hier auf den Permakulturfeldern langsam, das ganze Jahr hinein, gehegt mit höchster Achtsamkeit und Hinwendung. Die Unversehrtheit der verwendeten Pflanzen ist unser Anker, die Ursache für die hohe Schwingung unserer Destillate.
Und hierauf machten wir wieder einmal in der großen Praxisgruppe die Probe aufs Exempel:
Wie immer zu diesem Seminar, hatte ich einige Rohdrogen und Hydrolate anderer Bio-Hersteller besorgt, mit denen wir die Spirits verglichen. Dabei leitete  ich die Gruppe an, den eigenen Körper als Meßinstrument einzusetzen und die Wirkung der jeweiligen Probe über die in der TCM (Traditionelle Chinesische Medizin) relevanten Qualitäten zu prüfen. Vom „Kalibrieren des Körpers“ über das Ansetzen der Probe bis hin zur Beschreibung der wahrgenommenen Qualitäten nahmen wir uns sehr viel Zeit.

Am Schluß trugen wir die einzelnen Ergebnisse Pflanze für Pflanze, Präparat zusammen und staunten: Die Wahrnehmungen waren sehr weitgehend übereinstimmend – von der erzeugten Dichte und Festigkeit des Aditi-Salbeis im Vergleich zu Fremdprodukten bis hin zum Verlust der Wirk-Bandbreite beim ätherischen Öl, dem die Wasserphase der Pflanze fehlte.
Die Wahrnehmung zu schulen und eine feine Abstimmung zwischen Körper und Pflanze vornehmen zu können, ist die eigentliche „Kunst“, die jede/r Anwender/in von Heilpflanzen und ihren Präparaten für sich entwickeln sollte. Die reine Symptombetrachtung und das Abstellen auf die physikalisch-chemische Zusammensetzung reichen nicht aus, um heilvolle Felder zu erkennen und miteinander zu vereinen.

Ausgestattet mit diesen Erfahrungen und Kenntnissen war es den Seminarteilnehmenden ein Leichtes, am vierten Tag „ihre“ Pflanze zu finden. Nicht kognitiv, nicht über Analyse und Projektion; sondern über den Ruf aus dem Inneren, der mit der Frage ausgesandt wurde „Wer ist jetzt da für mich ? Wer hat die Antwort, die mich nun rund macht ?“. Lauschend, spürend, vertrauend schwärmten sie aus, bewegten sich sanft über ganz Aditi und kamen später mit leuchtenden Augen und einer kleinen Ernte ihrer persönlichen Begleiterin wieder. In freudiger Erwartung und liebevoller Gemeinschaft wurde so Pflanze für Pflanze in den kleinen Destillen aufgeschlossen, einem jeden, einer jeden ihre Seelenpflanze.

Ich bin voll der Dankbarkeit für so fruchtbaren Boden, für Menschen, die sich mit mir aufmachen, der Natur zu vertrauen, ihre Sprache zu lernen und ihr mit der gleichen Liebe entgegenzutreten, mit der sie uns jeden Tag neu begegnet.

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Ein Sommertag auf Aditi

Permakultur

In diesen Tagen schwelgen wir in Sonnenhut, Ysop und Calendula – der reinste Farb- und Duftrausch. (Das begehrte Sonnenhut-Destillat und der Calendulablütetee sind also wieder verfügbar)
Auch Lavendel und Wasserminze sind bald zur Ernte reif. So komme ich kaum dazu, zu schreiben und Dich teilhaben zu lassen an der intensiven Ernte und Produktionszeit auf Aditi.
Heute morgen nehme ich mir aber die Zeit, einmal einen Sommertag auf Aditi zu beschreiben, während Frederik seit 6h30 die Wiese senst:

Wenn wir aufwachen, am Morgen, versüßt uns noch vor der Dusche und dem ersten „Denken“ ein Gang in den Garten den Tagesbeginn. Wir schwelgen in der Fülle des großen Gartens, der, obwohl die Ernte fortgeschritten und Salbei, Melisse und Schafgarbe bereits geschnitten sind, überbordet an Blütenpracht und dem Klang der feinen Devas, die hier überall tanzen, wirken, strahlen.
Zurzeit sind die Vögel etwas leiser – dafür brummt und summt es allerorts.
Der leuchtend blau blühende Ysop ist über und über umschmeichelt von hunderten Weißlingen und Pfauenaugen, auf den riesigen, violetten Sonnenhüten tummeln sich Bienen und Hummeln. Wir atmen diese Schönheit ein, lassen uns berühren und ummanteln von der zarten Pracht. Mit dieser süßen Energie aufgetankt gehen wir durch den Garten und sehen nach, welche der Pflanzen, welche der Blüten bereit für den Schnitt sind. Freilich gibt es den Mondrhythmus und für die Pflanzen spezifische Rahmengrößen, in denen sie am besten gesammelt werden. Doch über der Theorie, über dem Wissen aus Jahrhunderten, steht das Wetter, steht der Tag, so wie er heute ist.
Ich nehme wahr, daß nach den beiden heftigen Dürrejahren nun ein Jahr läuft, in dem extreme Temperaturschwankungen und ungewöhnliche Wassergaben nicht nur unsere Kräuter, sondern besonders Bäume und Mykorrhiza fordern. Der Morgentau ist so ausgeprägt, daß ich die „Morgenpflanzen“ erst mittags schneiden kann. Ich nehme wahr, daß Strahlung unterschiedlichster Art und Herkunft eine Anpassung von uns allen – auch von den Pflanzen – fordert.
Hier auf Aditi leben wir ja wie in einer Kuppel, eine ganz eigene und autarke Atmosphäre, die die Kraft des Heilen, der Sonne und der Liebe speichert und zu halten vermag. Und doch sind wir verbunden mit dem Geschehen des Ganzen. Die Pflanzen und Spirits, die wir hier für Dich gewinnen, sollen Dir ja Kraft geben, den sich vollziehenden Wandel unbeschadet und freudvoll zu erfahren und zu integrieren. Für Menschen, die besonders sensitiv reagieren auf die aktuellen Strömungen, helfen die Destillate von Salbei, Sonnenhut und Ringelblume gut bei der Stabilisierung und Strukturierung. Wer dynamischer unterwegs ist und die subtilen Signale besser erfassen und sich „eintunen“ will, wählt eher die Destillate der Wasserminze, der Schafgarbe und des Ysop, die die nötige Verfeinerung und Klarsicht bringen.

Aber zurück zu einem Erntetag auf Aditi: Nachdem wir uns ein Bild von der Situation im Garten gemacht und auch auf die „Arbeitstafel“ im Lager gesehen haben, sucht sich jeder seine Aufgaben für den Tag. Wer erntet, wird sich auch um die Nachsorge kümmern – das ist bei uns ebenso wichtig, wie vor dem Schnitt mit der Pflanze zu meditieren, bis die Deva Hand und Schere führt. Also Schneidwerkzeug geschliffen, Rodhacke, Schubkarre und Erntekörbe gepackt – und hinaus in die Sonne, in den Garten.

Da hocke ich nun – mitten im violettblauen Meer des Ysop, atme den Campherduft der heiligen Pflanze, lasse die langen Dolden mich umschmeicheln, sehe bis hinab zum holzigen Stamm der starken Pflanzen. Ich spüre das leise Rieseln, das die Deva vom Scheitel bis zur Wurzel mit einem feinen Lichtregen durch mich hindurch schickt. Die Weite der Schöpfung, meine Unwissenheit und meine Geborgenheit im kosmischen Lebensfluss werden greifbar für mich und ich beginne, zu schneiden. Korb um Korb. Stunden später trage ich die Körbe zur Darre, schliesse den von der Sonne erhitzten Raum auf, schichte das kostbare Erntegut Sieb um Sieb in die Trockenschränke. Kehre den Boden, laufe durch die Sonne zurück zum Haus.
Dort sitzt Fabian und wiegt und packt und etikettiert den erntefrischen Baldrian-Blütentee. Er ist versunken im tiefen Zauber, in der bodenlosen Ruhe der Pflanze, Teepackung für Teepackung reiht sich neben ihm auf, während das Wasser im Destillationskessel zu sieden beginnt.

Und da kommt auch schon Frederik, mit einer Schubkarre hochgetürmter Erntekörbe voll von Sonnenhut. Klar, präsent, kraftvoll sind seine Bewegungen – geführt von Echinacea, deren fruchtig aromatischer Duft schon bald den Destillenplatz umgeben wird. Bis zum Sonnenuntergang wird das Tropfen im Glastrichter, wird das Klappern der Fläschchen zu hören sein – zwischen dem Rauschen der Bäume und dem Summen der Bienen.

Die haben uns übrigens eben neuen Honig beschert, den ich abends mit Volker abgefüllt habe. Er ist sehr süß geworden und cremig, unser Heilkräuter-Honig.
Vielleicht hast Du Glück und es gibt auch noch ein Glas für Dich….

Konntest Du den Sommerwind auf der Haut ein wenig spüren ? Aditis Düfte vernehmen und die Liebe, in der wir hier miteinander wirken ? … ich geh jetzt mal hinunter zur Wasserminze – unserem „Druidenkraut“ – und wünsche Dir einen zauberhaften Tag !

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Permakultur – die liebevolle Antwort für unsere Natur

Permakultur

Heute vervollständige ich mit dem 3. Teil meiner Beitragsreihe zur Permakultur meine kleine Einführung zu einer Art Land zu bewirtschaften, die Gleichgewicht erhält und uns gesunde Nahrung und Heilmittel beschert. Für Wild Natural Spirit ist diese Art des Anbaus zwingende Voraussetzung für die Herstellung von Heilkräutern und pflanzliche Präparaten. Maschinell angebaute Kräuter, in chemisch behandelten Monokulturen, die tausende von Kilometern transportiert werden, können die Naturkraft nicht übermitteln.
Also: Laßt uns hierzulande die Permakultur voranbringen.
Sie setzt ein kognitives und intuitives Verständnis für die Prozesse zwischen Pflanze, Mensch, Tier, Mineral und Klima voraus, das sehr viel mit Offenheit, Beobachtung und interaktivem Lernen zu tun hat. 

In Teil 1 ging es um Kreisläufe und Wechselbeziehungen. Teil 2 befasste sich mit natürlichen Mustern, Anordnungen und Wirkkräften in der Natur. Dieser dritte und letzte Teil widmet sich nun dem 9. bis 12. Permakultur-Prinzip nach Holmgren. Sie richten sich auf die Interaktion zwischen Mensch und Garten und um die Haltung, die der Permakultur gemäß ist.

Das neunte Prinzip lautet:

Prinzip No 9: Setze auf kleine, langsame Lösungen

(Use Small and Slow Solutions)

Als ich den „großen Kräutergarten“ auf Aditi anlegte – mit immerhin 3.000 Quadratmetern Fläche – war ich voller Tatendrang und hätte am liebsten gleich alle Beete angelegt, eingefriedet und bepflanzt. Die komplette Wiese aufreißen, Pflanzen kaufen und setzen – und fertig ist der Kräutergarten.
Zum Glück wußte ich, daß ich von der Fläche erst Stück für Stück lernen muß, wie unterschiedlich auf dieser verhältnismäßig kleinen Fläche die Bodenverhältnisse sind, wie das Licht über den Tag und die Jahreszeiten wandert, welche angestammten Pflanzen sich „verschieben“ lassen – und welche nicht. Und so begann ich erst einmal „nur“ damit, das Salbei- und Ysopfeld grob zu markieren – derweil wuchsen die selbst angesetzten Pflänzchen aus ausgesuchtem Biosaatgut gemächlich in tausenden Töpfchen auf der Südterrasse. Zwei riesige Wiesenstreifen blieben erst einmal stehen – zudem ein ganzes Feld, das über und über bewachsen war mit Brennnesseln und Melde. Freilich sorgt sich die ordentliche Gärtnerin um das Ausfallen der „unerwünschten“ Saaten. Freilich drängen die Wiesenstreifen nach in die frisch angelegten, kleinen Beete.
Doch während ich – schön langsam und in kleinen Parzellen – das Beet für die heranwachsenden Ysop- und Salbeipflänzchen vorbereitete, sammelte ich all die zauberhaften Schafgarbepflänzchen, die aus der Wiese hereindrängten – und gab ihnen ein eigenes Stück, in dem ich sie fördern konnte. Das hätte ich mit Sicherheit übersehen und verpasst, wenn ich gleich erst einmal alles platt gemacht und mit „erdachten“ Kulturen besetzt hätte.
Tatsächlich beschenkten mich diese ersten kleinen Stücke im selben Sommer noch mit reicher Ernte – und ich konnte beobachten, wie sich die Schafgarbe aus den Bereichen, in denen ich sie nicht förderte, ganz von selbst heraus hielt.

Permakultur

Und ganz ehrlich: Ich hätte im März nicht gedacht, wie viel Arbeit erforderlich ist, diese kleinen Teilstücke zu hegen. Mehr hätte ich gar nicht geschafft im Anfangsjahr !

Das unbearbeitete Stück, in dem ich Brennnessel und Melde erst einmal ihr Werk tun ließ, lieferte mir im Herbst kostbare Brennnesseljauche. Und was noch viel erstaunlicher war: Sie wandelten den festen Wiesenboden in reinsten Humus, in den ich im Folgejahr mit Leichtigkeit meinen Baldrian pflanzen konnte.

Prinzip No 10: Nutze und schätze die Vielfalt

(Use and Value Diversity)
Durch diese langsame Vorgehensweise wuchsen mir die Sorten, die zur nötigen Vielfalt paßten, regelrecht vor die Nase: Nicht nur die Schafgarbe als eigene Kultur offenbarte sich auf diese Weise, sondern auch ihre besonderen Eigenschaften als „Grenzhüterin“.
Ich bemerkte, wie sie eine Barriere bildete zwischen einer Reinkultur – etwa dem angrenzenden Ysop-Feld – und der mit Vogelmiere, Spitzwegerich und Quecke durchsetzten, hereindrängenden Wiese. Schafgarbenreihen stehen mittlerweile an vielen „Sortengrenzen“.
Und auch die Ringelblume wurde zum „Konfetti“ in meinem Permakulturgarten: Nicht nur, weil das herrliche Orange da und dort das Auge erfreut, sondern auch, weil sie durch ihren kräftigen, raschen Wuchs die offenen Stellen zu beschatten vermag, an der anderenfalls die unliebsame Quecke durchdrücken würde. Das spart und eine Menge Jät-Arbeit und hält den Boden zudem von Nematoden frei.

Auch der Wechsel von Lavendel und Schafgarbe hat sich sehr bewährt: Beide Arten teilen sich ein Feld, sind eine wahre Bienenweide und erzeugen ein Nährstoffgleichgewicht, das und das Düngen erspart: Was die eine nimmt, gibt die andere zurück – und vice versa. So können wir die Pflanzen dauerhaft am selben Ort stehen lassen, ohne den Boden auszulaugen.

Prinzip No 11: Nutze Randzonen

(Use Edges and Value the Marginal)
Die elfte Regel ist für die meisten Permakultivisten selbstverständlich – denn wir bewirtschaften ja nicht hunderte von Hektar, sondern eine relativ überschaubare Fläche, die möglicherweise sogar des Schutzes vor konventionell-landwirtschaftlichen Nachbarn bedarf.
Von daher versteht es sich von selbst, daß wir gerade an den Rändern – des Grundstücks wie der einzelnen Anbauflächen – mit großer Sorgfalt auf den Abschluß achten. Die Randzonen sind wie die Haut eines Organismus: Sie müssen permeabel sein, um Signale aus dem Umfeld aufzunehmen und senden zu können – doch sie müssen auch so beschaffen sein, daß sie unerwünschten Abfluß oder lebensfeindlichen Einfluß verhindern können.

Permaklultur

Aditi ist an drei Seiten von hohen Benjeshecken aus Altholz umgeben. So geben wir Vögeln, Insekten und Reptilien kostbaren Lebensraum – und sie geben uns die natürliche Kontrolle ökologischer Nahrungsketten, bringen neue Sorten ein, wandeln Altes um, befruchten unsere Pflanzen und erfreuen unser Herz.
Zudem umgibt uns im Norden und Westen ein Waldstreifen, der nicht nur als hochwirksame „Informations-zentrale“ für das gesamte Grundstück wirkt, sondern zudem Wasser speichert, Windböen bricht und weiteren Lebensraum bereithält.
Unmittelbar an Beetgrenzen setze ich Hundsrosen, Schafgarbe, Brennesseln auf kleine Erd- und Mulchwällen. Ein willkommener nährstoff- und Feuchtigkeitsspeicher, einerseits, und wirksame Abgrenzung andererseits. Auch Weißdorn und Schlehen sind sowohl pflanzenphysiologisch als auch feinstofflich hervorragende Rand-Wächter.

So erhalten wir Vielfalt, Produktivität und die natürlichen Kreisläufe.

Prinzip No 12: Reagiere kreativ auf Veränderung

(Creatively Use and Respond to Change)
Wir blicken zurück auf das zweite Dürrejahr in Folge.
Das Grundwasser ist knapp.
Der Winter war zu warm, um dem Boden die nötige „Frost-Gare“ zu geben.
Fichten und Birken verschwinden aus unseren Wäldern – und auch aus Aditis heilsamem Waldgürtel.
Das führt mich als naturnahe Permakultivistin nicht dazu, gegen CO2 demonstrieren zu gehen oder beim Landwirtschaftsamt Dürrehilfen zu beantragen.
Vielmehr beobachte ich, daß mein Bestand diversifiziert und mit Swales, Randbepflanzungen ausgestattet, wunderbar gedeiht und ich tatsächlich 1 Tonne (!) geernteter Kräuter in einer selbstgebauten Solardarre trocknen konnte, ohne auch nur eine Kilowattstunde Strom zu benötigen.
Es führt mich in Aditis Wäldchen, wo ich neben den eingegangenen Fichtenstümpfen Elsbeeren und Eichen, Ebereschen und Bergahorn heranwachsen sehe.
Sie werde ich also fördern.

Permakultur

Und Aditi gedeiht.

***

Wenn Du Permakultur wirklich spüren und lernen willst, dann komm im Mai gerne zu einer der beiden Praxiswochen Permakultur. https://wild-natural-spirit.org/seminare-und-praxiswochen/
Hier erlebst Du mitten in einem märchenhaften Bestand, wie kostbare Kräuter in Einklang mit Wald, wilden Wiesen, heimischen Tieren und einer gesunden Erde gezogen werden.

Die Produkte, die ich aus meinen Permakulturgärten gewinne, kannst Du hier kennenlernen und erwerben: www.wild-natural-spirit.org

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Permakultur als Muster – wie Naturkräfte am besten fließen

Salbei in Permakultur

Ich hatte vergangene Woche damit begonnen, die 12 Prinzipien zur Permakultur, die Holmgren in den siebziger Jahren formulierte plastisch zu erläutern. Die ersten 6 Prinzipien haben etwas mit Energie, Verbindung und Kreisläufen zu tun. Dem siebten und achten Prinzip widme ich heute einen ganzen Beitrag. Denn hier geht es um Gestaltung und Muster, hier geht es darum, der Eingriff des Menschen in die natürlichen Gegebenheiten in Einklang mit der Natur zu vollziehen.

Das 7. Permakultur-Prinzip lautet: Gestalte erst Muster, dann Details (Design from Patterns to Details)

Um den Ort zu bestimmen, an dem Du umgeben von wilder Natur einen Garten anlegen willst, braucht es ein Verständnis der übergeordneten Muster in der Natur. Ebenso gilt es zu erkennen, wie Du diesen Garten in sich aufteilst, und damit die größere Muster in der Natur bestmöglich berücksichtigst.

Himmelsrichtungen und Elementarkräfte

Noch vor der geologischen Form, die das Grundstück vorgibt, spielen für mich hier auf Aditi die Himmelsrichtungen eine wesentliche Rolle.
Sicher hast Du bemerkt, daß eine bestimmte Pflanzenart – etwa der Thymian – besser an Plätzen gedeiht, die nach Süden ausgerichtet sind als in andere Himmelsrichtungen. Oder die zarten Lamiaceen – Melisse, Minzen – die Morgensonne in Ostrichtung lieben.

Gartenbau in Permakultur Wild Natural Spirit

Sowohl die westlichen Alchemie als auch die orientalische Elementenlehre nimmt diese großen und existentiellen Zusammenhänge zwischen Himmelsrichtungen, Elementen und Pflanzenkräften auf.

Wenn ich Salbei anbauen möchte, um in seinem Destillat die formgebenden und festigenden Eigenschaften besonders herauszuarbeiten, werde ich ihn in Nordwestrichtung anbauen – denn dort sind die Yangkräfte, die verdichten und materialisieren, am stärksten.
Oder wenn ich die Erdkräfte in Pflanzen besonders fördern möchte – und sogar weiß, welche Kräuter hierfür besonders geeignet sind – so werde ich für sie einen Platz in Südwestrichtung aussuchen – und beispielsweise ein Kamilledestillat erhalten, das jeden Körper, jeden Geist sanft mit den Füßen auf den Boden stellt.

Kräuterrad Permakultur

Licht, Wärme Wasser und heilige Geometrie Diese Zusammenhänge selbst zu entdecken und zu nutzen erfordert ein paar Jahrzehnte Erfahrung – und da und dort schon auch einen Lehrer, der Dir zeigen kann, worauf es ankommt.
Bevor ich den großen Kräutergarten anlegte, überprüfte ich mein Wissen mit einem Kräuterrad von etwa sechs Metern Durchmesser.
Hier konnte ich in der ersten Saison noch einmal überprüfen, ob ich mit den Himmelsrichtungen und den jeweiligen Pflanzenarten zu den Elementen richtig lag. Auch die sehr wichtigen Pflanzennachbarschaften können auf diese Weise noch einmal beobachtet werden: Hier lernte ich zum Beispiel, daß das wertvolle und wundheilende Chamazulen der Schafgarbe in der Nachbarschaft von Lavendel wesentlich stärker ausgeprägt wurde, als in der Nachbarschaft anderer Kräuter.
Sieh Dir dein Grundstück noch einmal mit Blick auf Himmelsrichtungen und Elementarkräfte an, spüre nach und erkenne die großen Muster: Der Permakulturgarten selbst ist im Nordosten des Grundstücks am besten platziert, so können die ordnende Kraft des Nordens und die gebärende Kraft des Ostens am besten auf die Kulturpflanzen wirken, während der Süden des Grundstücks wild und ungezähmt bleiben darf. Licht, Wärme Wasser und heilige Geometrie

Permakultur heißt immer auch: autarke Ressourcennutzung. Eine Maxime in deinem Permakulturgarten sollte sein daß Du möglichst wenig „von außen“ einbringst  auch Wasser, Strom und Erde – und stattdessen lernst, die Wachstumskräfte vor Ort aus sich selbst heraus zu lenken und zu fördern.

Hier wiederum braucht es ein wenig physikalisches Verständnis, um die geologischen Gegebenheiten zu erkennen und zu nutzen.
Es gibt ganze Bücher über ressourcenbewusste Technologien im Permakulturanbau.
Anhand von drei Beispielen möchte ich hier verdeutlichen, wie Du die gegebenen Muster mit deinen gärtnerischen Aktivitäten in Einklang bringst.

Es gibt eine Reihe kostbarer einheimischer Kräuter, die frostempfindlich sind und im Keimstadium etwas mehrt Wärme benötigen, als das auf freiem Feld in unserem Klima gegeben ist. Zu diesem Zweck nutzen Permakultivisten so genannte „Wärmefallen“ – das sind Senken, in denen die Luft länger gefangen bleibt, als auf ebener Fläche. Um die dort festsitzende Luft wärmer als im Umfeld zu machen, arbeitest Du mit der Reflektion von Sonnenlicht: Eine Wasserfläche in Südrichtung potenziert die Sonneneinstrahlung an diese Ort und wärmt die festsitzende Luft um ein paar Grade auf.

Ätherische Hydrolate von Wild Natural Spirit

Oder das Wasserthema, das in den letzten Jahren immer wichtiger wird: Es gibt unzählige kluge und autarke Lösungen, Durch Kondensation Feuchtigkeit zu gewinnen oder zu halten. Im Zusammenhang mit den „Mustern“ die dein Grundstück Dir zeigt, um integrierend zu gärtnern, möchte ich hier die „Swales“ erwähnen. Swales sind eigentlich Gräben um sehr feuchtigkeitsbedürftige Anpflanzungen herum in denen durch besondere, natürliche Materialien oder – noch besser – stark wurzelnde Gehölze – eine Wasserbarriere geschaffen wird. Ich habe meinen ganzen Garten mit „Swales“ umgeben und durchsetzt. In die Swales habe ich Wildrosen gepflanzt – 800 Pflanzen – an deren Fuß wiederum Spitzwegerich aus der Wiese gesetzt ist. Gerade in den beiden letzten Dürrejahren erwies sich diese Maßnahme als wertvoller Segen.

Und natürlich – ganz vorne – stehen die „Muster“ die die Pflanzen und vor allem älteren Bäume auf deinem Grundstück vorgeben. Sie sind nicht nur Schattenspender, Wasserspeicher und Beschützer deines Ortes. Sie verraten Dir auch, wo leichter Zugang zu Grundwasser ist, in welcher Richtung die Erde zugänglicher für die zarten Kräuterwurzeln ist und aus welcher Richtung das „starke Wetter“ kommt.
Begehe nicht den Fehler, große Bäume als Hindernis für deinen Gartenbau zu betrachten. Nicht jedes Kraut braucht volle Sonneneinstrahlung – im Gegenteil: Windschutz, Bodensicherung und die Erschließung tieferer Nährschichten sind liebevolle Geschenke die das alte Wesen den jungen macht, wenn es denn gesehen und geehrt wird.

Anordnung und Beziehung

Und so kommen wir langsam zu den Pflanzennachbarschaften, die ich ja bereits oben schon ansprach. Und damit zu den gestaltenden Eingriffen, die Du nach sorgfältigem Begrefen der vorhandenen Muster nun tun kannst:

Die klassische Permakultur teilt das Grundstück in „Wirtschaftszonen“ auf, die stark mit der Nutzung durch den Menschen und eine traditionelle Autarkie (Selbstversorgung) geprägt sind.
So gibt es Intensivzonen (tägliches Gemüse, Tiere die versorgt werden müssen), Mittelzonen (Kompost und seltener benötigte Kulturen) und so genannte „wild zones“.
Dieses Schema mag einen weiteren Impuls geben, ist für den modernen Permakultivisten aber doch recht weit hergeholt und schon wieder näher am „Nutzen“ als am „Integrieren“.

Wenn Du die Hinweise, die ich weiter oben gab, berücksichtigst, wird das Grundstück Dir zeigen, wo der zentrale Garten stimmig sei soll – wo und ob es „Satellite“ gibt.
Auf Aditi gab es beispielsweise ein Stückchen Land, das durch einen Gemeindeweg abgetrennt und vollkommen mit Schlehen, Brombeeren und Brennesseln zugewuchert war.
Es war (mir) wichtig, diesen Teil hereinzuholen. Doch welches Heilkraut hält der Radikalität und Wildheit der Schlehen stand ? In östlicher Richtung ?
Richtig: Hier entstand der Minzengarten – ein Satelliten-Garten, in dem Kräuter prächtig gedeihen, die ihrerseits so invasiv sind, daß sie im zentralen Hauptgarten fehl am Platze gewesen wären – hier aber ihre Bestimmung gefunden haben. Selten habe ich so prächtige Minze, so gehaltvolle Melisse gesehen, wie genau dort.

Minzen

Und auch die unmittelbare Nachbarschaft der Pflanzensorten im Hauptgarten kann Wchstum und Wirkstoffgehalt fördern, den Aufbau der Bodenqualität durch kluge Diversifizierung voranbringen und Schädlinge abhalten. Die Calendula etwa hält Nematoden im Boden in Zaum – eine gute Nachbarpflanze für Wurzelgemüse etwa. Der Lavendel vertreibt saugende Insekten an Schafgarbe und Rosen.

Wenn Du also die Sorten für deinen Garten auswählst, geh vorher hinaus, suche die Pflanzen in wilder Umgebung: Welchen Boden bevorzugen sie ? Welche Nachbarn haben sie natürlicher Weise ?

Keine Pflanze in freier Natur wächst in einem „sauberen“ Flecken, wie ein Blumentopf, frei von Tieren und Begleitpflanzen. Und dies ist mein letzter Hinweis für heute: Als Gärtner/in wirst Du jäten müssen. Quadratmeter für Quadratmeter wirst Du mit deinem Garten diskutieren müssen, wo und wie Du bestehende Muster durchbrichst, wo Du Pflanzen förderst. Und wo Du sie zurückdrängst.
Du wirst Dir nicht nur viel Arbeit sparen, sondern auch mit reicher Ernte und Blütenpracht belohnt werden, wenn Du das wirklich „ausdiskutierst“: Wenn Du eingreifst, beobachte, ob dein Garten den Neuankömmlingen Raum gibt  oder sie gleich wieder überwuchert. Streut er Dir zu bestimmten Kulturen immer wieder die gleiche, wilde Begleitpflanze ein ? Und ist sie förderlich ?7

Wenn Du auf diese Weise deinem Garten zuhörst und folgst  statt ihn zu okkupieren – wird ein neuer Raum entstehen, in dem alles gedeiht und Teil ist. Auch Du selbst.

Und damit hättest Du dann auch das achte Prinzip der Permakultur erschlossen: Integriere, statt abzugrenzen (Integrate Rather than Segregate)

Viele verschiedene Elemente, die zusammenarbeiten, sind nützlicher als einige wenige, die in Konkurrenz zueinander stehen.

Aditis Segen

Der 3,5r Hektar große Berg „Aditi“ in Oberfranken wird mehr und mehr zur Heilquelle für eine integrierte Pflanzenheilkunde: Denn auf Aditi wachsen die traditionellen Heilpflanzen unseres Kulturkreises in Permakultur und werden maschinenfrei und vor Ort zu kostbaren Reindestillaten verarbeitet.
Auf diese Weise stehen die klassischen Medizinpflanzen in potenzierter Form – als „Lebensmittel“ zur Einnahme oder in einer kosmetischen Variante als natürliche Hautpflegemittel für besonders empfindliche und anspruchsvolle Haut zur Verfügung.
Denn wir sind der Auffassung, daß die Heilkraft von Pflanzen in industriellem Anbau und auf langen Transporten aus Billigländern zu stark beschädigt wird, als daß sie ihren Dienst noch gut verrichten können.
Probier es einmal aus: Kaufe ein Päckchen Salbei in der Apotheke (industrieller Anbau), eines aus ausländischem Bioanbau und eines von Aditi (übrigens auch biozertifiziert). Fülle sie in drei Schalen vor Dir und prüfe die Qualität und die Unterschiede mit allen Sinnen.
Diese und viele andere Sinnes-Erkundungen machen wir während der Praxiswochen, zu denen ich Dich herzlich einladen möchte: Komm im Mai gerne zu einer der beiden Praxiswochen Permakultur. https://wild-natural-spirit.org/seminare-und-praxiswochen/
Hier erlebst Du mitten in einem märchenhaften Bestand, wie kostbare Kräuter in Einklang mit Wald, wilden Wiesen, heimischen Tieren und einer gesunden Erde gezogen werden.

Bis zum 31. Januar gilt der Frühbucher-Rabatt.

Und in unserem kleinen Online-Lädchen kannst Du alles bestellen, was dein Herz an Kräuterkraft begehrt: www.wild-natural-spirit.org

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Permakultur – Viel mehr als Gartenbau

Permakultut

Wild Natural Spirit ist ein biozertifizierter Permakultur-Betrieb. Denn wir haben uns zum Ziel gesetzt, eine Verbindung zwischen Mensch und Pflanze von höchster Reinheit herzustellen. Auf diese Weise erschließt sich die Heilkraft traditioneller Medizinpflanzen neu.

Permakultur – ein Wort, das mehr und mehr kursiert und doch auch 50 Jahre nach den ersten Veröffentlichungen von Bill Mollison und David Holgren noch immer in der Bedeutungsfindung ist.
Ganz nah am Wort kommt das „Perma“ von „dauerhaft“ und die „Kultur“ bezeichnet, daß es sich nicht um wildes sondern kultiviertes Land handelt.
Ein Permakulturgarten besteht also schon einmal aus einer angebauten, gehegten Fläche, auf der vornehmlich mehrjährige Pflanzen wachsen .

Morrison formulierte aus der integrierenden Landbewirtschaftung, die Hiram King bereits in den 1910er Jahren demonstriert hatte, die „12 Prinzipien der Permakultur“: Hier wird eine Sichtweise deutlich, die der industriellen Effizienz und ökonomischen Planbewirtschaftung entgegenläuft:


1. Beobachte und Handle (Observe and Interact)

Als ich unsere Kräutergärten anlegte, hatte ich nicht vorab gemessen, geplant und gerechnet. Vielmehr zeigten sich in vielen Spaziergängen, in Stunden der Beobachtung und Einfühlung die Bereiche, die offen für Kultivierung waren – und die, die nach wie vor wild sind.
Auch die Kräuterarten, die ich auf Aditi anbaue, wurden mir vom bestehenden, wilden Bestand gezeigt: wilder Salbei, wilder Thymian, wilde Schafgarbe waren bereits vor Ort. Einzelne Pflnzen au sem Bestand herauszunehmen, in vorbereiteten Boden zu setzen und besonders zu hegen brachte gesunde, gehaltvolle Pflanzen hervor.
Eine Fläche, die regelrecht von wuchernden Aschlehen, Brennesseln und Brombeeren erstickt wurde, machte mir deutlich, daß ich hie nicht mit Calendula oder Ysop anzufangen brauchte. Wenn ich hier Kulturpflanzen integrieren wollte, so mußte ich ebenso durchsetzungsstarke Sorten wählen, die in der Lage sind, der Brombeere oder der Brennessel Paroli zu bieten. Hier gedeihen mittlerweile die „invasiven Kräuter“ – Minzen und Melisse – die sich in dem starken Verbund prächtig entwickeln.

2. Sammle und Speichere Energie (Catch and Store Energy)

Ich begann mit der Anlage der Kräutergärten im Jahr 2018. Das extremste Dürrejahr iun Deutschland seit Jahrhunderten. Gut, daß ich die Permakultur-Mechanismen beachtet hatte bei der Anlage der Beete: Wasserrinnen an Beetgrenzen, große Gehölze als Schattenspender und Wasserspeicher, Wiesenstreifen für lebenserhaltende Mulchungen in den ganz argen Phasen.
Der Blick auf die Dinge als Energieform ist keiner, der uns in der Schule beigebracht wird. Im nachhaltigen Gartenbau müssen wir lernen und üben, Gehalt und Qualität von Energie in den verschiedenen Erscheinungsformen zu erkennen.
Auch die Entscheidung für eine autarke Kräutertrocknung, die ausschliesslich durch Sonneneinstrahlung unsere gesamte Ernte haltbar macht, ist in diesem Sinne entstanden.
So wird der bereits vorhandene Reichtum des Landes erhalten und sichtbar – und nicht nur das Sichtbare abgeschöpft.

3. Erwirtschafte einen Ertrag (Obtain a Yield)

Ernten erlaubt! Sicher hast Du schon einmal beobachtet, daß Pflanzen sich „freuen“ wenn sie liebevoll (!) geerntet werden. Ein Apfelbaum, dessen reife Früchte Du pflückst, wird deutlich stärker Frischholz produzieren und im kommenden Jahr seinen Blüten- und Fruchtreichtum ausbauen als ein Apfelbaum, dessen Früchte unbeachtet in der Wiese vergären oder in Frost erstarren.
Sicher hat das nicht nur biochemische sondern auch feinstoffliche Hintergründe.

Und deshalb ist gerade an diesem Punkt die Unterscheidung von „Ertrag“ und „Ausbeutung“ wirklich wichtig. Wir hatten im späteren Sommer ein echtes Kapazitätenproblem: Wir schafften es nicht, alle Kräuter zu ernten, die reif waren. Und mein lieber Mitarbeiter Fabian meinte an einem der arbeitsreichen Abende: „Es kann doch auch etwas stehen bleiben, einfach weil es schön ist ?!“. Ja, genau. Und außerdem hatte ich fast vergessen, daß ja auch die Bienen sich freuten und uns eine reiche Spättracht einbrachten.

In jedem Falle gilt: Fülle bringt Fülle hervor. Pflanzen „belohnen“ sich und Dich durch eine liebevolle Zusammenarbeit.

4. Wende Selbstregulierung an und Lerne aus den Ergebnissen
(Apply Self-regulation and Accept Feedback)

In Permakultursystemen reguliert sich vieles selbst – Morrison nannte es „produktive Feedbackschleifen“: Das konnten wir gut beobachten und lernen, als die gefräßige Quecke durch Jäten einfach nicht mehr einzudämmen war – und dann, ohne unser Zutun – die Ringelblumensamen ausfielen, gegen die Quecke ansprießten und ihr letztlich das Licht nahmen. Keine Quecke mehr J
Das machten wir natürlich gleich nach an anderen Stellen !

5. Nutze erneuerbare Ressourcen und Leistungen (Use and Value Renewable Resources)

Mineraldünger ? Kommt bei unserem biozertifizierten Betrieb nicht in Frage.
Fremde Tierscheiße ? Beleibe – nein ! Was haben gefangene Kühe und Ziegen mit Aditi zu tun ?
Nein – die Brennesselinseln, die überall zwischen unseren Beeten gehegt und gepflegt werden, geben uns alles, was wir zur Bodenverbesserung und Eindämmung pflanzenschädlicher Insekten und Würmer brauchen.
Es ist alles vor Ort, was Aditi braucht, um in ihrer ganzen (und von Natur aus vollkommenen) Pracht zu strahlen.

6. Produziere keinen Abfall (Produce No Waste)

Da wir nur eigene Pflanzen verarbeiten, tragen wir auch nicht zu Transport- und Verpackungsbelastung bei, wie dies leider viele große Unternehmen tun, die mit zugekauften, oft importierten Pflanzen arbeiten. Doch wir gehen noch einen Schritt weiter: Selbst unsere Versankartons für die Destillate, Rohdrogen und den Kräutertabak sind zu einem großen Teil wiederverwendete Pappkartons, die ich regelmäßig bei den Gewerbetreibenden in unserem kleinen Städtchen Bad Rodach einsammle. Unsere Destillate haben bewußt keine Umverpackung – und unsere Kunden lernen, daß das ganz und gar nichts mit der „Wertigkeit“ der Produkte zu tun hat.

Jedes Stückchen Pappe, das hier auf den Berg kommt, wird wiederverwertet als Verpackung – oft schneiden wir ganze Abende lang die langen Pappstreifen, in denen die Glasflaschen dann zu Dir kommen…
Der einzige „Müll“, den wir hier produzieren, das ist die „Maische“ der Destillation – die Blüten und Blätter, die nach der Destillation in der Destille zurückbleiben.
Der beste Dünger für unseren Garten !!!

7. Gestalte erst Muster, dann Details (Design from Patterns to Details)

Das ist ein sehr spannender Punkt … … und den heben wir uns für den nächsten Beitrag auf, wie auch die anderen 5 Prinzipien.

Wenn Du Permakultur wirklich spüren und lernen willst, dann komm im Mai gerne zu einer der beiden Praxiswochen Permakultur. https://wild-natural-spirit.org/seminare-und-praxiswochen/
Hier erlebst Du mitten in einem märchenhaften Bestand, wie kostbare Kräuter in Einklang mit Wald, wilden Wiesen, heimischen Tieren und einer gesunden Erde gezogen werden.