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Bio, Bio ! … ???

Zusatzfreie Naturkosmetik

Sinn und Unsinn von Naturkosmetik

Es war nicht ganz leicht, aus der Ruhe und Schönheit von Aditi heraus vier sehr lange Tage in einem gigantischen Messezentrum mit wenig Tageslicht, dafür einer Flut von Eindrücken, Informationen und Kontakten zu verbringen. Ich habe es für Wild Natural Spirit getan – und dafür, den Fachleuten aus aller Welt auf der größten, internationalen Bio-Fachmesse zu zeigen, daß Landwirtschaft maschinenfrei, Wirtschaft ohne Skalierung und Kosmetik ohne unnatürliche Zusätze möglich ist.
Die Resonanz war überwältigend: Von etablierten #Aromatherapeutinnen, die mit unserem Sonnenhut-Reindestillat auf der Haut in Freudentränen ausbrachen über Mitarbeiterinnen der Branchen-Führer, die leise sagten „Ach es wäre so schön, wenn das bei (…) auch noch so wäre – aber das geht bei den Mengen nicht mehr“, bis hin zu taiwanesischen Business-Scouts, die gleich die ganze Jahresproduktion in Roßfeld abholen wollten, war alles dabei.

Das Wesentliche, was ich aus den Rückmeldungen mitnehme, ist:
1. Die Qualität der Naturreinen Gesichtspflege wird von Naturkosmetik-Profis als „überragend“, „einzigartig“, „beeindruckend“ bewertet. (macht mich sehr glücklich 🙂 ) Der wichtigste Grund dafür ist vermutlich:
2. „Maschinenfreier Anbau“ – und dieser Claim überrascht viele. Das ist offenbar noch einzigartig in der Branche.

Das Kontakt- und Auftragsbuch quillt über und ich werde in den kommenden Wochen damit beschäftigt sein, all die Fäden aufzunehmen und auf gute Weise mit Wild Natural Spirit zu verweben.
Als ausgesprochener Branchen-Neuling war es für mich auch sehr lehrreich, durch all die Hallen zu laufen und zu sehen, wie es die Anderen, die Großen und die Meisten machen. Am Ende der Messe konnten Martin, Gregor und ich die Worte „bio“ und „organic“ nicht mehr hören.
Gerne lasse ich Dich teilhaben an meinen Eindrücken und Entdeckungen.

Macht „Bio“ Sinn ?

Was motiviert einen Menschen, „Bio“ zu kaufen ?
Nun, zum einen der Wunsch, sich selbst Lebensmittel und Körperpflege zuzuführen, die wenigstens nicht „ungesund“ ist. Also keine oder doch weniger Schadstoffbelastung.
Und zum anderen auch der Wunsch, eine Art der Rohstoffproduktion zu unterstützen,  die ein wenig rücksichtsvoller mit unseren natürlichen Ressourcen umgeht, vielleicht sogar ganz aktiv etwas FÜR den Erhalt des natürlichen Gleichgewichts tut.

Und was motiviert einen Menschen, „Bio“ zu produzieren ?
Ist es der Wunsch, aktiv zu Gesundheit von Mensch und Umwelt beizutragen ? Oder doch eher Blendwerk, dazu angetan, auf einer Marketingwelle mitzureiten ?

Um das sinnvoll beantworten zu können, braucht es erst einmal Grundwissen:

Was wird mit dem Bio-Siegel gesichert ?

Biozertifiziert

Das #Bio-Siegel, das ausschließlich auf Lebensmitteln stehen darf, bekommt – kurz gefaßt –  jeder Landwirtschaftsbetrieb – ob 1 oder 10.000 Hektar – wenn auf seinen Böden mindestens 3 Jahre kein mineralischer Dünger und bestimmte Pflanzenschutzmittel nicht ausgebracht wurden. Das wird jährlich gegen Gebühr überprüft. Tonnen von Nutztiergülle (im Rahmen der allgemeinen gesetzlichen Vorgaben), schwere und schwerste Maschinen, Monokultur spielen hier keine Rolle. Die Hürde ist also denkbar niedrig.
Auch das beliebte #Demeter -Siegel vermag nicht wesentlich mehr zu sichern: Wohl wird im Verband stark auf die Verinnerlichung der steinerschen Prinzipien hin gewirkt – und diese fördern eine ganzheitlichere Wahrnehmung von Natur und Mensch, energetischen Zusammenhängen und moderater „Abschöpfung“. Zentral sind bei Demeter allerdings die „tierischen Präparate“ (zB. Kuhmist in Kuhhörnern), die jeder Demeter-Betrieb ausnahmslos verwenden muß. Das ist für #vegan orientierte Menschen und solche, für die ein Tier unmöglich „Rohstoff“ sein kann, aber auch nicht akzeptabel.

Also: Das #Biosiegel allein gibt uns nur ein ganz klein wenig Sicherheit.

Was sind Naturkosmetik-Label ?

Es war auf der Vivaness – also der #Naturkosmetik -Sektion der Biofach-Messe – eigentlich Grundvoraussetzung für die Teilnahme als Aussteller, von einem „Naturkosmetik-Label“ zertifiziert zu sein. Das ist auch bei den meisten Ladenketten oft Bedingung, um überhaupt gelistet zu werden.
Wild Natural Spirit hat kein solches Label – einfach weil mir 9 Aufsichtsbehörden mit dem dazugehörigen Verwaltungsaufwand und die ganzen Kosten, die mit #Zertifizierungen verbunden sind, einfach reichen.
Das wird allerdings nur deshalb von Handel und Messeleitung akzeptiert, weil Wild Natural Spirit ein sogenanntes „Monoprodukt“ aus eigener, biozertifizierter Herstellung ist. Unsere Naturkosmetik enthält einfach nur und ausschließlich Kräuterdestillat aus dem eigenen Anbau.
Nicht einmal Wasser oder (entsetzlich !) Alkohol sind zugefügt.
Von daher sind die Naturkosmetik-Label gedacht für Produkte, bei denen aus aller Herren Länder die Zutaten für die Kosmetik gekauft und dann vom „Hersteller“ zusammengerührt werden. Die Naturkosmetiklabel sollen sicherstellen, daß ein bestimmter Anteil (!!) der Zutaten aus biozertifiziertem Anbau kommt.
Ob die #Sheabutter dafür 1 mal um die Welt geflogen wurde, die zugesetzte (übrigens: potentiell krebsauslösende) #Hyaloronsäure in einem Bayer-Labor synthetisiert wurde oder die Herstellung der „feuchtigkeitsspendenden Emulgatoren“ (etwa  Pentylene Glycol oder Propylenglycol) Tonnen von Wasser verschwendet wurden, ist hier nicht relevant.

Woran ist erkennbar, wie „sauber“ ein Produkt wirklich ist ?

Ganz ehrlich: Das ist sehr schwer erkennbar ! Aber es ist erkennbar – auch schon aus der Ferne. Nein, es sind leider nicht die Zertifikate, die uns die Sicherheit geben, ein Produkt zu kaufen, das uns und die Umwelt achtet. Das erkennen wir eher an einfachen, logischen Zusammenhängen.

Also: Ich stelle Dir hier einmal ein paar zentrale Punkte zusammen, die Merkmal dafür sind, daß Du es mit einem

gesunden – Kein Alkohol (a-biotisch = lebensfeindlich)
– keine Emulgatoren
– keine Stabilisatoren
– Abfüllung in getöntem Glas
umweltschonenden Ja, biozertifiziert – aber schau noch tiefer: kbA kann man auch in Peru kaufen … daher:
– Inhaltstoffe sind einheimisch
– Es wird auf tierische Inhaltstoffe verzichtet
– Es gibt nur kleine Chargen
(für alles andere werden große Maschinen und Zukäufe benötigt)
– Produkt verzichtet auf Kunststoff- und Umverpackung

Naturkosmetik-Produkt zu tun hast.     

Der Claim von Wild Natural Spirit – „maschinenfrei“, „wir verwenden nur Rohstoffe aus dem Eigenanbau“ und „Permakultur“ – ist freilich noch (!) nirgendwo sonst zu finden. Er hat ganz schön für Aufmerksamkeit (und Wertschätzung) auf der Messe geführt. Denn dieser Claim ist nicht in Einklang zu bringen mit dem Anspruch, immer weiter zu wachsen, immer größer zu werden, international zu sein…

Muss Kosmetik glitzern ?

Um mit dem einzigen nicht so guten Feedback zu beginnen: Ich hatte eine Fachjournalistin am Stand, sie hatte sich angekündigt und begrüßte mich mit „Das ist ja toll, was sie machen – aber in unsere Zeitschrift kann das nicht. Das paßt einfach nicht in eine Drogerie“.
Ich sah sie fragend an und sie sah mit gerunzelter Stirn und aufforderndem Blick auf die schlichten blauen Fläschchen, die uns allen so gut gefallen. Ich fragte: „Sie meinen, es braucht eine Umverpackung und ein bißchen mehr „Glitzer“?“. Sie nickte bestätigend. Ich verzichtete darauf ihr zu sagen, daß ich einen Teil meiner Versandpackungen aus recycelten Kartons unserer Gewerbetreibenden schöpfe…. stattdessen forderte ich sie auf, eine der Gesichtspflegen auf ihrer Haut zu testen.
Dazu muß ich sagen, daß an diesem Tag schon etwa vierzig Menschen getestet hatten und jedesmal beglückt über das frische und gleichzeitig nährende Empfinden auf der Haut und den zarten, natürlichen Duft unserer Reindestillate waren.
Die Dame wählte also den intensiven Salbei, sprühte ihn aufs Handgelenk, verrieb in kräftig und lange und tupfte sich dann mit dem Handgelenk hinter das linke Ohr. Dann roch sie am Handgelenk, verzog den Mund und sah mich hilflos an. „Nicht Ihr´s?“ , fragte ich. „Nein“, antwortete sie. „Das ist schon ein sehr ungewöhnlicher Duft. Man merkt ja fast gar nichts, nur ein bißchen Heu oder so…“
… in diesem Moment kam Martin von seiner Tour durch die Hallen zurück. Ein gigantischer Schwall von süß, voluminös, würzig und Barbiepuppe wogte um ihn und seine Raucherfahne – und die Frau lächelte schnuppernd. Das war dann der richtige Moment, um sich freundlich zu verabschieden.

Was wollen wir mit Kosmetik ?

Hautgesundheit herstellen und erhalten ?
Den Genuß und Luxus, uns Zeit und angenehme Sinneswahrnehmungen zu schenken ?

Zur Hautgesundheit führe Dir bitte vor Augen, daß die Zellregeneration der Haut von Innen nach Außen erfolgt. In der mittleren der drei Hautschichten, der Dermis, enden Blutgefäße, Talgdrüsen, Lymphbahnen und Nerven. Sie versorgen unsere „Schutzschicht“, die Epidermis, mit allem was sie braucht, um gesund zu bleiben. Es sind also Schlaf, Ernährung und Bewegung die Faktoren, die Geschmeidigkeit, Zellerneuerung, Durchblutung und Elastizität bestimmen.
Die Hautpflege gilt traditionell lediglich dem Ausgleich von Schäden, die durch äußere Einwirkung den Wasser-Fettfilm unserer Haut schädigen – Sonne, physikalische Verschmutzung und Verletzung.
Um diesen Film wieder herzustellen und zu erhalten, braucht die Haut Wasser und Fettsäuren in einem ganz diffizilen und individuellen Verhältnis. Und bitte nur das. Die moderne Kosmetik arbeitet stark mit aufquellenden Materialien – das sieht erstmal glatter und „saftiger“ aus – de facto wird die Haut aber einfach überladen und mit der Zeit „ausgeleiert“. In ausgeleierte Hautzellen lagern sich natürlich gerne Bakterien und reizende Substanzen ein. Also fügt die Kosmetikindustrie den „Quellstoffen“ noch putzmittelartigen Substanzen wie Alkohole oder isolierte ätherische Öle hinzu, als „Desinfektion“ sozusagen. Ein sicherer Weg, um die aufgedunsene und ausgeleierte Hautschicht auszutrocknen, zu reizen und vollends zu zerstören.
Ich persönlich – bald 51 Jahre alt – würde mir niemals Alkohol ins Gesicht schmieren. Sicher ist es heute unerlässlich, die Haut von Umweltverschmutzungen zu reinigen –  und das geht wunderbar mit einem hochwertigen Pflanzenöl (Olive, Argan, Rhizinus, Mandel – kaltgepreßt !), das ich mit einem heißen, feuchten Tuch wieder abnehme. Auf diese gereinigte und geöffnete Gesichtshaut gebe ich dann alleine und ausschließlich einen zarten Sprühnebel von reinem Pflanzendestillat – also die unverändert pflanzliche Zusammensetzung, wie sie 1:1 in den Heilkräutern vorkommt.
Natürlich aus heilen Pflanzen !
Und natürlich nicht nur das Hydrolat, dem bereits die ätherischen Öle entzogen wurden. Sondern das über viele Stunden bei niedrigen Temperaturen gewonnene Volldestillat der Heilpflanze.

Anwendung der Naturkosmetik

Das hinterläßt nicht nur ein frisches, natürlich duftendes Gefühl auf meiner Haut. Die natürlich in der Pflanze vorliegende ätherische Emulsion nährt und ummantelt mein Gesicht ganz zart und natürlich.
Mehr wäre zu viel.
***
Um auch Dir diese höchste Form der Pflege zukommen zu lassen, baue ich alle verwendeten Pflanzen in Permakultur und maschinenfrei in Oberfranken an. Destilliere sie vor Ort, fülle das Volldestillat ohne jedweden Zusatz direkt ab. Naturreine Gesichtspflege in Form eines unveränderten Heilpflanzen-Reindestillats.
Die 9 Sorten, die jeweils nur 1 Pflanzenart enthalten, beantworten nach der Rezeptur der Natur selbst 9 ganz unterschiedliche, individuelle Gesamtverfaßtheiten.
Eine Zuordnung von Pflanze zu Typ findest Du in unserer Broschüre, die Du hier downloaden kannst oder in diesem Blogbeitrag.

Und da ich den beiden Taiwanesinnen ausgeschlagen habe, meine Jahresproduktion gleich komplett in Roßfeld abzuholen und nach Taiwan karren zu lassen, wirst Du in meinem Online-Shop mit großer Wahrscheinlichkeit auch „Deine“ Sorte noch vorfinden. Doch die Jahresproduktion ist und bleibt limitiert. Weil mehr von Hand und mit gutem Gewissen zu meinem Land nicht geht.

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Willkommen auf der BIOFACH

Wild Natural Spirit Vivaness

In genau 1 Woche stehen Martin und ich, zeitweise auch Gregor und Fabian, an unserem Stand auf der BIOFACH in Nürnberg.
Im Rahmen der Spezialsektion VIVANESS für Naturkosmetik präsentieren auch wir unsere Kostbarkeiten und sprechen damit die Apothekerinnen und Kosmetikerinnen, die Hautärzte, Heilpraktikerinnen, Phytotherapeuten und Aromatherapisten an. Auch auf Inhaber von Spezialgeschäften für hochwertige Bio-Lebensmittel, für zertifizierte Naturkosmetik und Kräuterpräparate freuen wir uns sehr. Denn noch in diesem Jahr sollen die Spirits in allen großen Städten auch vor Ort verfügbar sein.
Du findest uns in Halle 3C im Breeze-Bereich.
Ich würde mich freuen, möglichst viele meiner Leser/innen und Kund/innen dort zu treffen.

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Phytotherapie verstehen

Hast Du schon einmal in unserer ausführlichen Bibliothek zu Permakultur, Destillation, Heilpflanzen, Naturkosmetik und ätherischen Ölen gestöbert ?
Dort findest Du Wissen in der Tiefe über Pflanzen als Heilerinnen und Begleiterinnen, über unsere Art, maschinenfreie Landwirtschaft in Permakultur zu betreiben und kostbare Destillate vor Ort herzustellen.

Damit die Fülle an Praxiswissen übersichtlich bleibt und Dich in deiner Freude an unserer Naturkosmetik und den Reindestillaten unterstützt, haben wir den Blog nun strukturiert:
Wenn Du über den Menüpunkt https://wild-natural-spirit.org/blog/ auf den Blog kommst, kannst Du in der Seitenleiste wählen, zu welchem Thema Du mehr erfahren möchtest:

  • #Destillation – hier erfährst Du ein wenig über Technik und alchemistischen Vorgang der Destillation
  • #Heilpflanzen – hier findest Du auch die Pflanzenprofile, in denen ich beschreibe, welche Eigenschaften die von uns verwendeten Pflanzen haben, wie wir sie angebaut haben und wie Du sie verwenden kannst
  • #Hydrolate und #ätherische Öle – hier erfährst Du zum Unterschied zwischen Wild Natural Spirit-Reindestillaten und handelsüblichen Hydrolaten und ätherischen Ölen
  • #Naturkosmetik – ist unser Abschnitt zu Beschaffenheit, Wirkweise und Anwendung unserer absolut zusatzfreien Naturkosmetik
  • #Permakultur – und hier etwas Anregung zur Gestaltung deines eigenen Permakulturgartens und zu Grundprinzipien, die Du in der Praxiswoche erfahren und vertiefen kannst

Viel Freude beim Stöbern und Lernen !

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TCM für die Haut

TCM

Mit großem Elan machen wir uns gerade daran zu verdeutlichen, daß unsere Haut sich außerordentlich darüber freut, von Alkohol, Emulgatoren, Stabilisatoren, Nanomaterialien und Mineralölsubstituten verschont zu bleiben. Und daß auch die Anwender/innen sich freuen werden, wenn sie nicht mehr schmieren müssen – sondern ein frischer Sprühnebel von duftendem, naturreinen Pflanzendestillat ein absolut gleich- wenn nicht höherwertiges Pflegeäquivalent ist.
Und: Natürlich ist es ganz entscheidend, daß wir nicht mit reduzierten Hydrolaten sondern mit Volldestillaten arbeiten. Und natürlich ist ganz zentral für Qualität und Haltbarkeit, daß die Pflanzen, die wir verarbeiten, noch nie eine Maschine gesehen haben, keine Transportwege hinter sich haben und in biozertifizierter Permakultur gewachsen sind.
Eigentlich ganz einfach. Aber außer uns scheint sich weltweit niemand sonst diese Mühe zu machen …

Im Zuge unserer Vorbereitungen auf die BIOFACH habe ich die 9 Sorten Gesichtspflege, die wir bei Wild Natural Spirit aus ausschließlich selbst angebauten Rohstoffen produzieren, noch einmal in den Kontext der TCM (Traditionelle Chinesische Medizin) gebracht.
Denn immer wieder bekomme ich Zuschriften, welche Pflege denn die beste für den jeweiligen Hauttyp sei.

Um mit diesem genialen System der ganzheitlichen Betrachtung umgehen zu können, helfen zunächst zwei Informationen:

  1. Jedes Kraut entspricht einer bestimmten Gesamtverfassung. Diese Gesamtverfassung spiegelt sich auch im Hauttyp wider.
  2. Für die Diagnostik – des Gesamtsystems – in der TCM sind diese Basisgrößen wichtig: feucht/trocken, weich/fest, energiereich/energiearm, kalt/kühl/warm/heiß

Energie muss fließen

Die Traditionelle Chinesische Medizin lehrt uns, nicht nach Symptomen sondern nach einer Gesamtverfassung zu beurteilen, was unser Körper braucht. Diese Sichtweise liegt unserer Gesichtspflege zugrunde: Jede Pflanze spricht eine spezifische Verfaßtheit an. Die ganze Pflanze mit ihrem vollständigen, natürlichen Spektrum vermag, einen spezifischen Hautzustand zu spiegeln und in Balance zu bringen.
Auf dieser Systematik beruhen unsere Anwendungsempfehlungen.

Welche Pflanze am besten zu einer Hautsituation paßt, ist in wenigen Schritten feststellbar:

  • ist das System eher überhitzt oder unterkühlt ?
  • eher feucht oder eher trocken ?
  • eher fest oder eher weich ?
  • energiereich oder energiearm ?

Grundsätzlich gilt:

  • Kamille, Ysop, Melisse, Lavendel und Roter Sonnenhut kühlen  — Schafgarbe , Calendula, Fenchel und Salbei wärmen.
  • Kamille, Melisse, Calendula, Lavendel und Fenchel befeuchten und lockern  —  Schafgarbe, Salbei, Ysop und Roter Sonnenhut trocknen und festigen.
  • Schafgarbe, Melisse, Lavendel und Roter Sonnenhut leiten Energie ab  — Ysop, Calendula, Kamille, Fenchel und Salbei führen Energie zu.

Und so ergeben sich die kosmetischen Empfehlungen:

Unrein ist nicht gleich unrein

Feuchtigkeitsspendende Sorten

Ringelblume und Melisse enthalten gleichermaßen feuchtigkeitsspendende Wirkstoffe. Die Ringelblume hat dabei allerdings einen festigenden, formgebenden Effekt, die Melisse einen beruhigenden, weichmachenden.
Ringelblume – Calendula officinalis ist eine erdig-nährende Wohltat für empfindliche und gereizte Haut, die sich nach Aufbau und Strahlkraft sehnt.
Zitronenmelisse – Melissa officinalis ist eine zitronig-zarte Wohltat für angespannte, irritierte Haut, die eher empfindlich ist und sich nach Pflege und Entspannung sehnt.

Klärende Sorten

Sowohl Kamille mit dem hohen Chamazulengehalt als auch Salbei mit dem hohen Gehalt an Thujon werden für unreine Haut empfohlen. Doch achten wir bei Wild Natural Spirit darauf, daß die Kamille einen befeuchtenden, kühlenden Effekt mit sich bringt, während der Salbei eher trocknet und wärmt.
Echte Kamille – Matricaria chamomilla ist eine wiesenduftende Wohltat für unreine und entzündliche Haut, die sich nach Reinheit und Schutz sehnt.
Echter Salbei – Salvia officinalis ist eine herb-frische Wohltat für wunde und schlaffe Haut, die sich nach Verfeinerung und Klärung sehnt.

Porenverfeinernde Sorten

Großporige Haut fordert Reinigung, Durchblutung und Festigung. Für eine energiereiche Grundverfassung bieten sich eher die Cumarine des Lavendel an, dagegen kurbelt der Campher des Ysop eher spannungsarme Strukturen an.
Lavendel – Lavendula angustifolia ist eine  eine extravagant verwöhnende Wohltat für großporige und zu Unreinheiten neigende Haut, die sich nach Klärung und Geschmeidigkeit sehnt.
Ysop – Hysoppus officinale ist eine zitronig-frische Wohltat für müde, fahle Haut, die eher kräftig strukturiert ist und sich nach Belebung sehnt.

Verjüngende Sorten

Die ersten Fältchen, eine nachlassende Spannkraft der Haut – sowohl der Rote Sonnenhut (Echinacea) als auch der Fenchel bringen hier rasch Glättung und Straffung. Der Sonnenhut spricht hier eher bei energiereichen Verfassungen an (von allem ein bisschen zu viel) – der Fenchel eher energiearme (Ermüdung).
Roter Sonnenhut – Echinacea purpurea ist eine fruchtig duftende Wohltat für trockene und zu Fältchen neigende Haut, die sich nach Feuchtigkeit und Kräftigung sehnt.
Fenchel – Foeniculum vulgare eine zart-schmeichelnde Wohltat für spröde Haut, die sich nach Geschmeidigkeit sehnt.

Beruhigende Sorten

Irritierte Haut kann auf innere und/oder äußere Einflüsse mit Reizungen, Rötungen, Ausschlägen und Juckreiz reagieren. Bewährte Kräuter hierfür sind Schafgarbe und Melisse – wobei erstere ihre lindernde Wirkung eher bei Menschen entfaltet, deren System eher mit Verschleimung kämpft und letztere eher bei Verfasstheiten anschlägt, die trocken sind.
Melisse – Melissa officinalis
Schafgarbe – Achillea millefolium ist eine blumige Wohltat für irritierte, zu Rötungen neigende Haut, die sich nach Schutz und Beruhigung sehnt.
Melisse – Melissa officinalis ist eine zitronig-frische Wohltat für müde, fahle Haut, die eher kräftig strukturiert ist und sich nach Belebung sehnt.

Alle Destillate findest Du im Online-Lädchen mit ausführlichen Detailinformationen zu Pflanzen, Anwendung und Herstellung.

Altes Wissen

Seit 1991 befasse ich mich mit den Prinzipien der TCM, von 1988 bis 1992 studierte ich Biochemie. Und es ist, wie bei jedem Versuch, wissen zu wollen: Je mehr ich beobachte, lese und lerne, desto mehr habe ich den Eindruck, nichts zu wissen.
Die Arbeit auf Aditi für Wild Natural Spirit bringt mich in das unmittelbare Erfahren: Ich kann beobachten, wie sich die Pflanzen hier im Unterschied zu maschineller Monokultur entwickeln, ich kann riechen, schmecken, spüren, wie anders der Salbei ist, der hier gewachsen ist als der, den ich in der Apotheke oder gar im Supermarkt kaufe.
Die Leitlinien der TCM helfen mir, Einflüsse und Wirkung ganzheitlich zu betrachten – zusätzlich zur kausalistischen Betrachtung unserer westlichen Naturwissenschaften.

Während der Praxiswochen und Themenseminare biete ich Gelegenheit, dieses Wissen zu teilen und zu erfahren. Fühle Dich eingeladen.

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Traditionelle Manufaktur

Die Kunst des Destillierens

Erfahrungen aus der Kunst des Destillierens

Das Kräuterjahr neigt sich dem Ende zu – unsere Permakultur-Kräuter haben den zweiten (Hand)Schnitt hinter sich, das Lager ist übervoll mit herrlich duftenden Tees, kostbaren Reindestillaten und wertvoller Naturkosmetik. Noch eine Fraktion Melisse und erstmalig auch der Absinth (Wermut) bleiben zur Destillation – dann kommt nur noch die Pflege der Pflanzen und ihre Vorbereitung auf die kalte Jahreszeit.

Dieses zweite Jahr an der Destille war ein wahres Lehrjahr. Schon Monate bevor wir in der „Praxiswoche Destillation“ all die Feinheiten und Unterschiede bei der Herstellung der Essenzen demonstrierten, begann ich, die zahlreichen Faktoren, die auf die Qualität der Destillate Einfluß haben, zu erkunden.

Durch die Herstellung der kosmetischen Destillate mußten wir eine viel feinere Kontrolle des ätherischen Ölgehalts finden und sehr sorgfältig pH-Wert-Entwicklung, Lichtbrechung, Separation und Düfte während des etwas 5-stündigen Destillationsvorganges herausfinden.

Wir hatten mithilfe einer kleinen 2-Liter-Destille zuvor entdeckt, daß die für die Kosmetik wichtigen wasserlöslichen Inhaltstoffe der Pflanzen eine ganz andere Temperatur- und Druckführung benötigen, als die Reindestillate, bei denen es vorrangig um die aromatisch duftenden, ätherischen Öle geht. Die pflegenden Stoffe, die bei der Wasserdampfdestillation gelöst werden, sind eher hydrophil (wasserliebend) und zumeist weniger flüchtig, als die ätherischen Öle. Die ätherischen Öle sind an sich zu basisch für die direkte Anwendung auf der Haut sind (Säureschutzmantel). Daherbrauchen wir auch für die Kosmetik mehr Blüten- und weniger Blattanteile.

Wäre uns die feine Einstellung dieser beiden Stoffgruppen während des Destillationsvorgangs nicht gelungen, hätten wir – wie die meisten industriellen Hersteller von Naturkosmetik – Stabilisatoren, Lösemittel und Emulgatoren benötigt, um die gewünschten pflegenden Eigenschaften zu erhalten. Doch so sind und bleiben wir PUR.

Schritt für Schritt fanden wir die spezifischen Luftdruck und Wetterbedingungen, Anheiz- und Kühlertemperatur aber auch Füllmengen und Relation der Pflanzenteile Blüte-Blatt-Stengel die für die kosmetische Produktion oder eben eher für die Reindestillat-Produktion am besten waren.

Zu unserer Überraschung wichen – bei gleichen Prozeßbedingungen – die Ergebnisse auch ganz erheblich davon ab, wie groß der Destillationsraum war: Die große 100-Liter-Destille, mit der wir auf Aditi auf offenem Feuer destillieren, brachte weitaus „vollere“, komplexere Destillate hervor, als die kleine Test-Destille.

Das Reifen der Pflanzenkraft

Erfahrungen aus der Kunst des Destillierens

So ergab zum Beispiel die Destillation der Echinacea-Blüten in der kleinen Destille eine süßlich-frisch duftende Essenz, die mit ihrem Aroma zwar bezauberte. Die durchschlagende feinstoffliche Wirkung der tief purpurfarbenen Blüten erzielten wir jedoch nur über die große Destille, in der der Dampf „reifen“ und sich weit ausdehnen muß, bevor er kondensiert und in die braunen Fläschchen rinnt. 19 von 20 befragten Personen, denen das Echinacea-Reindestillat verabreicht wurde, sprachen unmittelbar nach der Einnahme von „Präsenz“, „Klärung“, „Ruhe“, „Zentrierung“.
 Bei den vergleichenden Tests zum Destillat aus der kleinen Destille begeisterten sich die meisten hingegen lediglich in der Diskussion darum, ob es eher ein Kirschen- oder ein Mangoduft ist…

Die große Kupferdestille auf offenem Feuer macht den Unterschied: Sowohl das Edelmetall als Material der Destille als auch die Abwesenheit störender elektromagnetischer Felder (aus elektrischer Beheizung der Destille, wie das bei der Groß-Produktion sonst üblich ist) erlaubt die „Hochzeit“ von Pflanzendeva, Wasser und Feuer.

Auf dem etwa 2 Meter langen Weg vom Kessel in den Destillenhut vereinen sich die wasserlöslichen und flüchtigen Stoffe der Kräuter mit dem Wasserdampf bis zu einer maximalen Sättigung. Und das ist es, was wir für die Wirkkraft und Intensität unserer Spirits brauchen.

Nun kennen wir also den Grund des großen und sehr differenzierten Wirkspektrums unserer Destillate.

Das Geheimnis der Stabilität

Auch das „Geheimnis“ der langen Haltbarkeit unserer ätherischen Hydrolate beschäftigte so Manchen… 
Ist sie nur der Tatsache geschuldet, daß wir das gesamte ätherische Öl im Destillat belassen ? Das ist weltweit einzigartig – und doch: reicht das aus für diese überragende Qualität ?

Was ist dann mit den kosmetischen Destillaten für die Kosmetik, bei denen wir darauf achten (müssen), daß ein bestimmter Anteil an ätherischen Ölen nicht überschritten wird ? 
Warum sind auch sie so lange stabil ohne jedwede Konservierung – anders als alle anderen vergleichbaren Produkte auf dem Markt ?

Um mich hier abzusichern (und auch, um den behördlichen Auflagen gerecht zu werden) schickte ich auch dieses Jahr alle Destillate zur Untersuchung in ein externes Labor.

Ich hatte auch Destillate der letztjährigen Produktion mitgesendet – einfach, um die !“18 Monate Haltbarkeit“ zu dokumentieren. Und wieder haben die ätherischen Destillate sowie auch die Naturkosmetik von Wild Natural Spirit bei der externen Laboranalyse die Note “sehr gut” bekommen. Damit haben wir die Sicherheit, dass unsere Destillate 18 Monate makellos rein sind, obwohl (oder: weil?) sie vollkommen frei von Zusätzen dafür aber überreich an ätherischen Ölen sind.

Was also macht den Unterschied ?

Erfahrungen aus der Kunst des Destillierens

Praxiswoche Destillation

Ich hatte eine Ahnung. Anbau in Permakultur und Handarbeit machen den Unterschied. Und das wollte ich im Rahmen der Praxiswoche Destillation zusammen mit anderen Kräuterexpert/innen überprüfen.

Hier haben wir die Destillate aus Pflanzen unterschiedlicher Herkunft miteinander verglichen und destilliert. Salbei, der auf Aditi in Permakultur gewachsen ist und ohne Maschinen verarbeitet wurde verglichen mit Salbei aus anderen Biobetrieben.

Die Unterschiede im qualitativen Ergebnis sind erheblich. Auch der Vergleich mit gekauften (Bio-)Hydrolaten und den Wild Natural Spirit-Destillaten war überraschend: Alle Beteiligten konnten eindeutige Unterschiede schmecken, riechen und spüren konnten. Und das lag sicher nicht nur daran, daß andere Produzent/innen ihre Destillate in Plastikflaschen verpackten…
Und ein kleines Bonbon für die Laboranalytiker unter euch ist, dass unsere Destillate aus der großen Destille ein Lichtbrechungsindex von 0 haben, was so viel bedeutet, dass sie keinerlei “Unrein” enthalten.

Da freut sich das Alchemisten Herz.

Die Tatsache, daß unsere Pflanzen vom Samen bis zur Ernte keine Maschinen sehen, daß sie in Permakultur gedeihen und vor Ort von Hand in einer Kupferdestille auf offenem Feuer destilliert werden, trägt ganz sicher zu dieser Qualität bei.

Mach den Test selbst !

Die Deva führt – die Deva heilt

Erfahrungen aus der Kunst des Destillierens

Bei all dem dürfen wir nicht übersehen, daß Pflanzen Wesen mit Bewußtsein sind. Daß sie seit Jahrtausenden heilen, schützen und stärken. Wolf-Dieter Storl wie auch andere Autoren sprechen von der „Deva“, der Gottheit in der Pflanze. 
Ich kann aus meiner Arbeit sowohl im Kräutergarten als auch an der Destille oder mit Menschen, die Rat suchen bestätigen: Ich bekomme klar verständliche „Anweisungen“ darüber, wo ich welche Pflanze hinsetzen soll, wie ich sie zu behandeln habe und bei welcher Verfassunng oder bei welchem Menschen sie Resonanz erzeugt.

Für mich erscheint es ganz selbstverständlich, daß der Umgang mit unseren Pflanzen auf Aditi sich meßbar niederschlägt in den Destillaten.

Und so soll es ja auch sein….

Bitte fühle Dich ermutigt, selbst zu lauschen, zu schmecken und zu spüren. Fühle Dich bestärkt in dem Wunsch, Fremdes und Liebloses zu meiden und die Dinge in dein Leben zu wählen, die Achtsamkeit und Reinheit in sich tragen.

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Naturkosmetik vegan und maschinenfrei

Natürliche Hautpflege

Verbunden – Die Haut als unsere Antwort auf die Welt

Foto: Evelin Rosenfeld Naturkosmetik

Unsere Haut hat nicht nur erheblichen Einfluß auf unsere Erscheinung, also darauf, wie wir uns der Welt zeigen. Sie ist die Wächterin zwischen Innen und Außen, bestimmt, was wir aufnehmen und abgeben, unterscheidet und stellt somit den Kontakt zwischen mir selbst und meiner Umwelt her.

Zusammen mit dem Darm – mit dem sie in der Traditionellen Chinesischen Medizin eine Einheit bildet – ist sie mit Abstand unser größtes Organ.
Für eine gesunde Haut ist es also wichtig, sie durchlässig, elastisch – aber auch kräftig und „gut vernetzt“ zu erhalten. Unzählige Umweltgifte, aber auch unsere Ernährung und unsere innere Verfassung spiegeln sich an der Oberfläche und rufen nach Hinwendung innerlich wie äußerlich. Reinigung, Berührung, Nährstoffe und Schutz bewahren unser „Kommunikationssystem“ vor Überreizung (empfindliche und gerötete Haut), vor Verschlackung (unreine und großporige Haut, aber auch Flecken), vor Austrocknung (rissige und zu Fältchen neigende Haut) und vorzeitiger Erschöpfung (Alterung).

Die Kosmetikindustrie boomt. Aber nicht etwa, weil alle Welt diesem Innen-Außen-Gleichgewicht allergrößte Achtsamkeit entgegenbringt. Es ist mehr die „Erscheinung“, die Frauen wie Männer weltweit 133 Mrd. $ für Hautpflege jährlich ausgeben läßt. Was hier feilgeboten und konsumiert wird, polstert, macht weich, schimmert mit Mikropartikeln und Reizstoffen, Emulgatoren und Säuren … weitere Schlacken in unserer kostbaren Kontakt-Membran.

Pflanzenkraft probieren und Studieren

Ich selbst habe Zeit meines Lebens eine überaus „launische“ Haut: Mal erscheint sie völlig ausgetrocknet und entzündet sich bei der kleinsten Störung – mal produziert sie Talg, als wollte sie sich verdoppeln. Und so habe ich viel probiert – sauteure „Spezialitäten“ japanischer Herkunft (hierauf wurde sie wirklich „sauer“), anthropophische Naturkosmetik (das Wollfett verstopfte mir alle Poren) oder die einfachen Rührereien aus der Drogerie (die ad hoc linderten, aber nach 2, 3 Stunden verflogen waren).

Als ich im vergangenen Jahr begann, die Heilkräuter aus meinem Permakulturgarten zu destillieren, probierte ich die Destillate auch für meine Haut. Das taten auch viele meiner Kund/innen und Freund/innen. Gemeinsam fanden wir heraus, wie nahrhaft und wohltuend die Destillate auf die Haut wirkten. Und wir begannen, nicht nur nach der stimmigen Kombination von Pflanze und Hauttypen bzw. besonderen Symptomen (von erschöpfter Haut bis Hautrose) zu suchen. Auch die Art der Anwendung beschäftigte uns:

  • Wie ein Gesichtswasser benutzen und dann cremen ?
  • Als Reinigung ?
  • Als „Erfrischung“ zwischendurch ?

Eine Hauschka-Kosmetikerin aus Coburg kam selbst auf die Idee, die Hydrolate als Behandlugsabschluss zu verwenden. Einige der Ergebnisse aus dieser Zeit finden sich als Produktbewertungen wieder (jeweils unter dem Produkt im Online-Lädchen, z.B. hier bei „Bewertungen“).

Letztlich fanden wir aber, daß die stabilisierende und wohltuende Wirkung der Destillate am besten wirkt, wenn sie STATT Creme als Abschluß der Pflege verwendet wird. Vorher sollte die Haut mit einem naturreinen Öl (Olivenöl, Rhizinusöl oder Arganöl) gereinigt werden, das mit einem heißen Lappen wieder abgenommen wird. Dann das Destillat auftragen – fertig !

Kein Geschmiere mehr ☺

Verbunden – Die Haut als unsere Antwort auf die Welt

Foto Evelin Rosenfeld

Natürlich frage ich auch die Pflanzen direkt:

Während meiner Arbeit im Heilpflanzen-Garten beobachtete ich, wie Pflanzen ihre Blätter und Stengel durchlässig halten – und doch geschützt. Ich untersuchte, was die Säfte und Harze auf der Pflanzenhaut ebenso wie auf meiner eigenen Haut bewirken. Der klebrig, intensive Saft der Calendula erzeugt einen Schutzmantel, der mit Wasser kaum zu lösen ist. Der Saft des Salbei reinigt die kleinsten Poren und läßt sie wieder elastisch werden. Melisse und Schafgarbe wirkten unmittelbar reizlindernd.

Und so wurde es Zeit, auch mal wieder mein biochemisches Wissen auszupacken und in der naturwissenschaftlichen Literatur nachzulesen:

Ah, das Citral der Melisse ist wirksam gegenüber Wundinfektionen ((Staphylococcus aureus, Escherichia coli, Bacilus subtilis und Proteus vulgaris). Eine Untersuchung der antiviralen Wirkung von ätherischem Melissenöl unter Leitung von Dr. Schnitzler in der Abteilung für Virologie am Hygiene-Institut des Universitätsklinikums Heidelberg 2008 zeigte in vitro eine beeindruckende antivirale Wirkung gegen Herpes. Die antivirale Wirkung in der Behandlung von Lippenbläschen beruht offenbar primär auf den in den Lamiaceen-Gerbstoffen enthaltenen Phenolcarbonsäuren.

Oh… das (schön blaue) Azulen in Kamille und Schafgarbe ist nicht nur entzündungshemmend, hautregenerierend und antiallergisch. Es ist auch ein Radikalfänger, der die umweltbedingte Zerstörung von Hautzellen entgegen wirkt.

So reihten sich empirische und naturwissenschaftliche Informationen zusammen und es entwickelte sich ein klares Bild davon, wie die biozertifizierten Destillate aus meinem Permakulturgarten hilfreich und wertvoll auch für die Haut sein können.

Der Magen verträgt mehr als die Haut

Verbunden – Die Haut als unsere Antwort auf die Welt

Foto: Evelin Rosenfeld

Allerdings hatte ich noch eine weitere „Hürde“ zu überwinden, bevor ich die kostbaren Reindestillate auch zur Anwendung auf der Haut anbieten durfte: Die (deutsche) Kosmetikverordnung und die Verordnung (EG) Nr. 1223/2009 des Europäischen Rates.

Und das war gut so, denn ich lernte hierbei nicht nur, daß Kosmetika in unserer europäischen Welt viel strenger überwacht werden als Lebensmittel (ist so !).

Ich musste Laboranalysen von den Destillaten fertigen lassen. Hierbei stellte sich – zu aller Überrtaschung – heraus, daß meine Destillate gänzlich ohne Silberionen und Alkohol oder andere Konservierungsstoffe sicher 18 Monate haltbar (= keimfrei und von der Zusammensetzung stabil) sind.

Da kommt natürlich die Frage auf: Warum wird in vergleichbaren Produkten tonnenweise Zusatz eingebracht, um diese Haltbarkeit zu erzeugen ?
… die Antwort ist einfach: Weil alle anderen mit Hydrolaten arbeiten – dem Destillat also die ätherischen Öle entziehen. Diese sind es aber, die das Destillat stabilisieren.

Doch da tauchte das nächste „Problem“ auf: Ätherische Öle können stark hautreizend und allergen sein. Insbesondere dann, wenn sie sich über dem Hydrolat abgesetzt haben und versehentlich „pur“ aufgetragen werden.

Also mussten wir eine Technik finden, in der der Überschuß an ätherischen Ölen verhindert wird; eine Balance zwischen den kostbaren Wirkstoffen der Ölphase – und ihrem Zuviel. Durch eine Umstellung unseres Herstellungsverfahrens und besondere Messungen gelang dies – und wir hatten neben den „Reindestillaten“ („Das Beste vom Kraut“) nun ein anderes, nur für die Gesichtspflege bestimmtes Destillat.

Die Verordnung sieht vor, daß ein externes Labor die Wirkweise und Zusammensetzung von „Kosmetik“ untersucht und ihre Unbedenklichkeit attestiert. Meine Güte … aber ich habe es gemacht und hatte wie so oft Glück, mit einem phantastischen Experten für Naturkosmetik zusammenarbeiten zu dürfen. Mit ihm konnte ich noch einmal im Detail Inhaltstoffe, Wirkweise, nötige und sinnvolle Konzentrationen und Deklarationen verifizieren.

Hier fiel auf, daß die Pflanzen von Aditi – maschinenfrei, pflanzenschutz- und düngerfrei dank Permakultur – und die Destillationstechnik – auf offenem Feuer in der Kupferdestille statt unter Hochdruck in Edelstahl – offenbar das „i-Tüpfelchen“ zur Qualität unserer Naturkosmetik beitragen.

Und so ist sie jetzt DA.

Die Naturreine Gesichtspflege von Wild Natural Spirit – vorerst in 6 Sorten

Denn das ist meine nächste Station: Ich bin jetzt auf der Suche nach Kosmetiker/innen, die den Wert der Naturreinheit schätzen und für die eigene Arbeit nutzen.

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Naturkosmetik und Reindestillat – der Unterschied im Hydrolat

Schafgarben Destillat

Ich bin stolz und froh, pünktlich zur Sonnenwende sowohl unsere neu ins Sortiment gekommene Naturreine Gesichtspflege als auch unsere bewährten Reindestillate in neuer Aufmachung präsentieren zu können.
Beides sind Produkte, deren biozertifizierte Heilkräuter in meinem eigenen Betrieb in reiner Permakultur und maschinenfrei erzeugt und dann vor Ort auf traditionelle Weise destilliert werden.

Diese Art von Reinheit, Sorgfalt und Nachhaltigkeit ist so selten geworden, dass es auch gegenüber Behörden viel Erklärungen und Demonstrationen brauchte, um zu zeigen, dass weder Maschinen noch Pflanzenschutz, weder (Kunst)Dünger noch billige Arbeitskräfte aus dem Ausland nötig sind, um wirklich Gutes zu produzieren.

Seit gestern werde ich auf allen Kanälen immer wieder gefragt, ob es einen inhaltlichen Unterschied zwischen den Reindestillaten und der Naturkosmetik gibt.
Damit hier Klarheit entsteht, meine öffentliche Antwort:

Ja, es gibt mehrere inhaltliche Unterschiede zwischen der Gesichtspflege und den Reindestillaten:
Kosmetik wird in der EU wesentlich strenger reguliert und kontrolliert als Lebensmittel (Tatsache…).
Im Zuge des für mich sehr aufwändigen Akkreditierungsprozesses musste ich für die kosmetischen Destillate ein besonderes Verfahren, eine besondere Dokumentation und eine besondere Destillationstechnik vorweisen. Es wird auf diese Weise gewährleistet, dass ein bestimmter Gehalt an ätherischen Ölen in den kosmetischen Destillaten nicht überschritten wird. Damit wird abgesichert, dass es nicht zu Hautirritationen kommen kann.

Im Unterschied dazu enthalten die Reindestillate, die nun „Das Beste vom Kraut“ heißen und als Lebensmittel zugelassen sind .
Die Behörde verlangte bei den Reindestillaten die Formulierung „Nur zur Aromatisierung und Verfeinerung von Speisen und Getränken“. In erster Linie geht es hier um die rechtliche Abgrenzung zu „Heilmitteln“ – ein Verfahren, das sich ein kleiner Betrieb heutzutage nicht leisten kann, Bei den Reindestillaten belassen wir das GESAMTE ätherische Öl der Destillation im Produkt – sie sind also wesentlich wirkstoffreicher.

Die Regulierung des Wirkstoffgehalts in der Naturkosmetik ist aufwändiger – und daher etwas teurer.
Zudem sichern wir hier eine hinreichend gleichbleibende Qualität in den zentralen, meßbaren Größen ab – eben, um ganz sicher zu gehen, daß auch sehr empfindliche Haut nicht irritiert werden kann durch einen zu hohen Gehalt an ätherischen Ölen.

Klarer ?

Viel Freude mit den Spirits !

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Alternative Heilkunde

Ysop Destillat

Naturreine Pflanzendestillate

Wild Natural Spirit steht eindeutig für Pflanzenheilkunde statt Pharmaindustrie. In den vergangenen Tagen habe ich mit meinem alten Freund Martin (der übrigens vor 9 Jahren das wunderbare Logo von Wild Natural Spirit entworfen hat) viel über die Zukunft von Wild Natural Spirit nachgedacht.

Die naturreinen Pflanzendestillate sind einerseits kostbare Hausmittel (Heilmittel darf ich ja nicht sagen) – denn sie enthalten das Reindestillat der klassischen, mitteleuropäischen Heilpflanzen. Durch die Destillation wird die heilende Wirkung, die wir alle aus Kindheitstagen von Salbei, Kamille, Ringelblume und Co kennen, verdichtet und verfeinert.

Die bisherige Bezeichnung “Hydrolat” führte – sowohl bei Kunden wie auch bei den Behörden – immer wieder zu Verwirrungen: Denn “Hydrolate” sind üblicherweise das Abfallprodukt der Destillation, bei der es eigentlich um die Gewinnung ätherischer Öle geht. Die Pflanzen werden in der Regel in mehreren Fraktionen dem Wasserdampf ausgesetzt. Dabei fließt eine Flüssigkeit aus der Destille, die aus zwei Bestandteilen besteht: Zum einen das teure, sehr reaktive ätherische Öl, zum anderen die wässrige Phase, das Hydrolat. Das ätherische Öl wird abgesondert und vom Hydrolat getrennt. Um – bei der industriellen – Gewinnung von ätherischen Ölen die Ausbeute zu maximieren, wird die wäßrige Phase wieder und wieder destilliert, bis das letztlich “leere” Hydrolat übrig bleibt. (Es ist nicht – ganz – ohne Wirkstoffe – aber weitgehend frei von ätherischen Ölen.)

Praxiswoche Destillation bei Wild Natural Spirit

Da das bei unseren Pflanzendestillaten anders ist und wir explizit nur einmal, sehr langsam und unter ganz spezifischen Temperatur- und Mengenverhältnissen destillieren, werden unsere Hausmittel künftig nicht mehr “Hydrolat” heißen, sondern “Naturreines Pflanzendestillat”. Die Naturreinen Pflanzendestillate von Wild Natural Spirit sind reich gesättigt mit ätherischen Ölen und durchlaufen den Destillationsprozess nur 1mal. So wird deutlich, daß wir Wert auf die behutsame Behandlung der Pflanzen legen, die wir hier auf Aditi anbauen und verarbeiten. Und wir folgen damit auch unserem Prinzip, die Kraft der ganzen Pflanze – und nicht nur bestimmter Bestandteile – zu nutzen.

So stellen wir sicher, das DAS BESTE der Heilpflanze unbeschadet und vollwertig Eingang in die Hausapotheken der Menschen findet, die der Natur mehr vertrauen, als der Pharmaindustrie.

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Naturkosmetik und nachhaltige Landwirtschaft

Praxiswoche Permakultur auf dem Biohof

Heilpflanzen und Naturkosmetik brauchen gesunden Kräuterbau

Heilpflanzen wachsen an Heilorten. Und so können Naturkosmetik oder pflanzliche Heilmittel kaum auf Rohstoffen basieren, die mit Maschinen in Masse angebaut wurden, industrielle Aufbereitung erfahren haben und tausende Kilometer Transport hinter sich haben.

Wenn Du Heilung bei den Pflanzen suchst, dann sollte auf jeden Fall klar sein, daß der Ort, an dem sie wachsen und die Art, wie sie aufgewachsen und geerntet worden sind von höchster Wichtigkeit für ihre Kraft und Reinheit ist.
“Apothekerware” – und auch die Rohstoffe der bekannten Naturkosmetik-Riesen – stammen aus industriellem Anbau (Riesenmaschinen, verdichtete Böden, manchmal biozertifiziert) – aber das sagt nicht viel. Sie wurden in elektromagbetischen Kammern mit Luftstrom getrocknet (tödlich für die ätherischen Öle und die feinstofflichen Qualitäten) und oft über lange Strecken importiert.
Such Dir … etwas Besseres.

Und dann lohnt es sich auch, Dich ein bisschen mit Energetik und Alchemie zu befassen – denn eine “Essenz” hat eine ganz andere Qualität als ein “Tee” oder eben ein Destillat (das ist das, was wir machen).
Für eine erste Orientierung und unsere Praxisseminare auf Aditi habe ich eine extra Seite hierfür auf der Homepage:

Viel Freude !


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Vom Zaubergarten zum Gesichtswasser

zaubergarten

So: Jetzt ist es bald so weit: Nach Stapeln von Formularen, mehreren Gutachtern und Kontrolleuren vor Ort, Auflagen, Baumaßnahmen, Analysen, Notifikationen und Deklarationen sind meine #Ätherischen Hydrolate  dann auch ganz amtlich als „Kosmetik“ ebenso wie als „Nahrungsergänzungsmittel“ zugelassen.

Viele von Euch haben die Pflanzenwasser, die in reiner Handarbeit und biozertifizierter Permakultur auf Aditi gewachsen, geerntet und destilliert werden, bereits kennen- und lieben gelernt. Und natürlich (!) sind es wahre Schätze. Davon könnt Ihr Euch in den täglich hinzukommenden Produktbewertungen überzeugen.

Doch von Liebe und Sorgfalt zu einem „deutschen Kosmetikprodukt“ ist ein ganzer Weg zu gehen.

Es ist mein Hauptanliegen, die Kraft der Heilpflanzen und des Sonnenlichts zurück zu den Menschen zu bringen. Daneben möchte ich all jenen Mut machen, die ihr Seelenanliegen für diese Welt wahrnehmen – aber nicht wissen, wie sie vom „Traum“ in eine greifbare, tragende Realität kommen. Und das scheint gar nicht so leicht zu sein…
Es gibt ja viele Geschichten über erfolgreiche Unternehmensgründungen, die auf der Basis spiritueller Eingaben entstanden – etwa Vicky Walls „Aura Soma“ oder Eileen Caddys´“Findhorn“. Doch selten wurde dokumentiert, wie dieser Weg aus der „inneren Verbindung“ nach außen drang, wie sich eine spirituelle Intention zu einem tragfähigen Lebensweg entwickelte.

In Zeiten, in denen „Berufung“ und „Sinnhaftigkeit“ in aller Munde sind, halte ich es für wichtig, Vorbilder zu schaffen für Menschen, die andere Wege gehen, als sie in unserer genormten Leistungsgesellschaft vorgesehen sind. Und so werde ich – zusätzlich zu den fortlaufenden Forschungen zur Wirkkraft der #Ätherischen Hydrolate – den Weg der „Wild Natural Spirits“ aufschreiben.

Die „Spirits“ wandten sich in einem Traum ja bereits im Jahr 2009 an mich. (Das Radio-Interview hierzu kannst Du hier hören: http://www.multicult.fm/programm/sendungen/morgenmagazin/).
Es ging hierbei im Wesentlichen um die Verehrung der  Sonne und um Pflanzen als Mittler zwischen Mensch und Sonnenkräften. Dieser Traum hatte zur Folge, daß ich meine Jugend-Leidenschaft – die Heilpflanzen – neu aufnahm, meinem schamanischen Lehrer Carlos auf Teneriffa begegnete und begann, Räucherbündel auf eine sehr archaische Art zu produzieren. Da meine Assistentin, die die Projektleitung hatte, schwanger wurde und ich mit meinem Beratungsberuf voll beschäftigt war, dümpelte Wild Natural Spirit einige Jahre vor sich hin. Und dann kam „Aditi“ – 35.000 Quadratmeter verwildertes Land in der Heimat meiner Mutter. „Aditi“ – der Name, den mir das Land für sich nannte – war mir als Wort bis dahin nicht bekannt. Es stellte sich heraus, daß es sich bei „Aditi“ um die vedische Urmutter handelte, die die 12 Sonnen-Söhne gebar.

Alles-Geben ist die Voraussetzung für Fügung

Seit ich „das Unvorstellbare“ – als Freigeist mich an Land und Haus zu binden – wahr gemacht habe, bin ich Teil von etwas, das ich nicht geplant habe, das ich nur im Ansatz begreife – und das blüht und wächst und mich vorwärts zieht.

Nachdem ich unter Einsatz all meiner Ersparnisse und materiellen Sicherheiten „Aditi“ erworben hatte – und schon hier zahlreiche „Wunder“ erlebte – brach ich mir im Winter 2017 den Mittelfuß. Das zwang mich stillzuhalten und die Bilder, die mir gezeigt wurden, zur Kenntnis zu nehmen. Im März 2018 brach ich eine 2500 Quadratmeter große Wiese auf und begann von Hand ganz bestimmte, einheimische Heilpflanzen anzusetzen. Nie zuvor hatte ich so große Flächen bepflanzt, nie zuvor hatte ich aus Samen tausende von Pflanzen gezogen und gesetzt. Alles ging rasend schnell: Ich brachte den alten Brunnen wieder in Gang, verlegte viele hundert Meter Wasserleitungen, baute eine Solartrocknung und kaufte eine 100-Liter-Kupferdestille. Es brauchte Tage, diese Destille in dem heiligen Raum des Aditi-Berges zu „akzeptieren“. Sie erschien erst wie ein Fremdkörper… Vor allem aber verbrachte ich viele hundert Stunden auf dem Feld, säte, pikierte, jätete, grub, goß … Es war das Jahr der großen Dürre – um uns her welkte der Mais, das Getreide kümmerte vor sich hin und selbst große Bäume ächzten unter der Härte der andauernden Hitze und Trockenheit. Jeden Abend verbrachte ich zwei, drei Stunden damit, den Garten zu wässern und war zutiefst dankbar für den Brunnen.

Es stellte sich bald heraus, daß die Anordnung der Pflanzen – nach TCM-Kriterien und nach physiologischen Eigenschaften zu deutlich kräftigeren und wirkstoffreicheren Pflanzen führten. Das lässt sich schön an Vergleichs-Pflanzungen beobachten.

Die Haltung des Wirkens bestimmt seine Wirksamkeit

Das wichtigste erscheint mir jedoch die Haltung, in der auf Aditi die Arbeit getan wird: Bei allem lege ich größten Wert darauf, die Regeln der Permakultur zu achten, keinerlei Gewalt an Boden oder Pflanzen zu üben – also KEINE Maschinen, KEINE fossilen Brennstoffe, KEIN Dünger oder Pflanzenschutz. Das ist auch gar nicht nötig, denn die Pflanzenkombinationen führen statt zur Bodenausbeutung zu dessen Anreicherung, die ätherischen Eigenschaften der angebauten Pflanzen bilden einen natürlichen Schirm gegenüber Schadinsekten und Pilzen. Ich begann bereits im ersten Jahr, dieses Wissen weiterzugeben und zu dokumentieren und lade zu Praxiswochen ein.

Die Biozertifizierung von Aditi verlief reibungslos – die umgebenden Umweltbehörden und Naturschutzeinrichtungen waren begeistert und dankbar für meine Initiative.

Alles blühte und duftete: Die Calendula in ihrem fantastischen Orange, die Schafgarbe in zarter Eintracht mit dem Lavendel, der Duft von Salbei, Minze und Melisse überall. Und dann kam die Ernte. Wir begannen zu destillieren und waren fasziniert von diesem alchemistischen Vorgang. Die Düfte und Kräfte, die aus den Pflanzen freigesetzt wurden, betörten uns und gaben uns Kraft.

Die erste Produktionsphase hat Pflanzen und Produkte hervorgebracht, die von ermutigend hoher Qualität sind und phantastische Rückmeldungen bringen. Ich selbst wußte bis letztes Jahr gar nichts von Hydrolaten und ihrer Kraft.

Die Ganzheit der Pflanze ist wichtig

Ich begann nicht nur, mit meinen eigenen Produkten zu experimentieren, sondern auch, mich auf dem Markt umzusehen. Leider sind Hydrolate kaum bekannt – und das ist auch kein Wunder, denn die meisten Produzenten entziehen den Hydrolaten das ätherische Öl, das zu hohen Preisen gehandelt wird und vor allem als Duftstoff konventioneller Kosmetik beigesetzt oder in der Aromatherapie verwendet wird. Doch hier kommen wieder die feinstofflichen Aspekte ins Spiel, die in der profitgierigen und auf Masse ausgerichteten Welt übersehen werden:

Eine Pflanze ist eine Ganzheit. Zerlegen wir sie in Einzelstoffe, wie es die modernen Naturwissenschaften tun, ist sie eben ein Bruchstück und kein Wesen mehr.
Handelt es sich um Pflanzen, die in Monokultur angebaut und durch unzählige Maschinen und Wechselstromfelder geschleift werden, haben wir es ebenfalls mit versehrten Wesen zu tun.
Auch der aus Kostengründen vorherrschende Import der Rohstoffe – etwa des Lavendels aus Frankreich, der Rosen aus Rumänien, der Schafgrabe aus Ägypten beinhaltet, daß die Pflanzen oder ihre „Bruchstücke“ über weite Strecken transportiert wurden und einer ganzen Reihe chaotisch-destruktiver Einflüsse ausgesetzt waren.

Ich schütze meine Mittel vor solchen Einflüssen – die sich übrigens auch physikalisch und biochemisch niederschlagen – denn Heilung kann aus meiner Sicht nur durch Heiles erfolgen.

Die (vollständigen) Hydrolate – aus gesunden, mit Achtsamkeit behandelten Pflanzen und mit ihrem ganzen ätherischen Öl – sind auf dem Markt also nicht zu finden. Bezahlt der Markt das ?

Zwei Erfahrungen machte ich hierzu in den ersten Monaten:

Vergiß den konventionellen Markt – auch den im „Bio-Kleid“!

Die etablierten Großunternehmen, von denen ich dachte, sie seien Vorbilder – Weleda, Salus, Hauschka – scheren sich weder um Herkunft noch um Behandlung der Pflanzen. Sie zahlen den niedrigsten (Markt)preis für Pflanzen, die nach den niedrigsten Kriterien (Biozertifikat) in Massen und meist im Ausland produziert wurden. Die Analysen, die hier auf Kosten der landwirtschaftlichen Betriebe erstellt werden, enthalten lediglich einen Ausschluß weniger schädlicher Stoffe – untersuchen jedoch nicht den Wirkstoffgehalt oder die heilrelevanten Aspekte der Pflanzen. Das hat mich überrascht und enttäuscht. „Weleda“ – als die heilige Kuh der  antroposophischen Bewegung (aus der auch Demeter hervor ging) – ist für mich unglaubwürdig geworden.

Der unmittelbare Markt aber – Du ! 🙂 – reagiert sehr positiv auf die Pflanzendestillate und Rohdrogen. Es wird genau gelesen, probiert, hingespürt – und fast täglich bekomme ich weitere Bestätigung dafür, daß die auf diese Weise gewonnenen Pflanzenmittel viel mehr können, als Duft und Geschmack: Es sind Mittel von außerordentlicher Kraft. … aber das darf ich nicht fast schon nicht sagen, wenn ich die Apothekerschaft und Pharmaindustrie und die willigen Behörden nicht auf mich hetzen will.

Wenn Europa – dann MIT den Behörden

Um die begriffliche Unsicherheit „Hydrolat“ zu überwinden und zu verdeutlichen, daß in den kleinen braunen Fläschchen von Wild Natural Spirit weit mehr enthalten ist, als das Abfallprodukt der ätherischen Öl-Gewinnung, absolviere ich aktuell den „Tanz“, der für die Zulassung eines „kosmetischen Mittels“ in der EU nötig ist.
Die Produkte sind bereits in der INCI-Datenbank notifiziert, die erforderlichen Analysen und Zertifikate auf den Weg gebracht.

Das Zollamt will (5,60€ je Packung (!!!)) Tabaksteuer für den Knaster, die Lebensmittelhygiene hatte besondere Wünsche für mein Lager und meine Produktionsstätte. Ich habe gearbeitet, gezahlt und ausgefüllt. Alles gut !

Und so darf ich wenigstens ganz öffentlich und deutlich sagen, daß das Schafgarben-Hydrolat von Wild Natural Spirit ein großartiges Mittel bei jeder Art trockener Hautreizung ist. Und das Kamillen-Hydrolat mit seinem reichen Gehalt an Chamazulen nicht nur erfrischt und strafft sondern auch Unreinheiten beseitigt. „Gesichtswasser“ versteht erst einmal jedeR. Und was sonst noch so in den #Ätherischen Hydrolaten enthalten ist, das findet der achtsame Anwendender dann ganz von selbst … Du kannst ja mal nachsehen, was es für Rückmeldungen zum Salbei-Hydrolat oder zum Ysop-Hydrolat gibt.

Und im März beginnt die Feldarbeit wieder

Der ganze Stapel, die Zertifikate und die organisatorischen Aufgaben müssen durch sein, bis im März die Arbeit (endlich) wieder draußen beginnt. Es wird ein paar neue Pflanzensorten geben – Fenchel, Baldrian, Wermut und Liebstöckel – und die 800 Rosen wollen veredelt werden.

Die neuen Beete bekommen mustergültige Swales – Vergißmeinicht und Storchenschnabel, die nun nicht mehr an ihrem angestammten Platz zwischen der Melisse sein sollen – werden dorthin umgesetzt und sich sehr wohl fühlen. Jäten ist Pflanzen und Pflanzen ist Integrieren… und das ist spürbar auf dem ganzen Berg !

Ich freue mich innigst auf diese wilde, harte Zeit da draußen, unter dem Weißdorn, zwischen Minze und Kamille …

Ganz zu Beginn lade ich ein zur „Praxiswoche Permakultur“ vielleicht auch etwas für Dich ? Fühle Dich willkommen auf Aditi !