Erdenhüter und Sonnengott

Permakultur

Aufbruch aus dem Land der Roten Linien

Überraschend, ungeplant folge ich heute einer fast zwingenden Aufforderung, mich auf eine lange Reise in ein fremdes Land zu begeben.

Freilich, Sonne, Wärme und Tapetenwechsel kommen mir mehr als gelegen, nach fünf Jahren intensiver und ununterbrochener Arbeit und am Ende eines langen Winters. Doch meine Reiserichtung, mein vertrauter Regenerationsraum, liegt weit östlich in Indochina.
„Zufälle“ und „Begebenheiten“, die Magie, die auch in dieser Zeit des Umbruchs liegt und das Geheimnis, das in den untergegangenen Kulturen der Vorzeit liegt, mit ihren unvorstellbaren Technologien, Riten, mit den geheimnisvollen Dschungelpyramiden stehen plötzlich vor mir: Diese Reise weist mich in den Westen, in die alte Zeit, ins Land der Maya, die vor eineinhalb Jahrtausenden einfach verschwanden.

Die Verehrung der Sonne und die bewußte Hinwendung zur Sonnenkraft ist seit Jahrzehnten zentral in meinem Leben. Aditi, der Ort, an dem ich seit fünf Jahren Heilkräuter „auf den alten Wegen“ – also aus dem lokalen Stoffkreislauf und ohne Maschinen – anbaue, ist der Sonne geweiht.
Der Weg zu den im Dschungel verborgenen Sonnen-Pyramiden jedoch, in das Land eines meiner größten Meister, führt mich über eine innere und äußere Schwelle, die mich sehr aufmerksam werden läßt.

Warum werde ich jetzt dorthin gerufen ?
Was habe ich dort zu verrichten oder zu erkennen ?
Weshalb reise ich entgegen meiner natürlichen (nach Osten gewandten) Richtung ?

Die wenigen Tage, die ich zur Vorbereitung dieser Reise hatte, befand ich mich in einer seltsamen Verfassung – fast als wären meine natürlichen Ortungsmechanismen ausgeschaltet. Das war nicht nur, weil es so viel zu organisieren gibt in meiner Abwesenheit von Aditi und für die sehr plötzliche Abreise. Geist, Körper und Herz, meine zuverlässigen Orientierungspunkte, waren wie in einem wirren Wirbel, trüb die Wachwahrnehmung. Was zu tun war, nahm ich in eigenartiger Trance wahr.

Eine ganze Reihe von „Begebenheiten“ – Zahlen, Begegnungen, Synchronizitäten, Wettererscheinungen, Träume und hilfreiche Fügungen – begleiteten diese Tage.
Und während an der Oberfläche Unklarheit und wirre Bewegung herrschten, formte sich in der Tiefe meiner Seele etwas, das ich noch nicht genau greifen kann.

In diesem Moment, wenige Stunden vor Aufbruch spüre ich:
Diese Reise wird eine Reise durch die Zeit werden.
Diese Reise bringt das stürzende Machtgefüge unserer Gegenwart in Kontakt mit dem stürzenden Machtgefüge der fernen Zeit, der fallenden Hochkultur. Die Opferung Einzelner für die Gemeinschaft, der Dienst an der Angst, die Erhebung des Menschen über die Natur, die Ent-Zweiung von Geist-Körper – heute wie damals – das sind wohl die Drehpunkte dieser Mission. Wie die Enden zweier Stromkabel werden diese beiden Punkte sich zu einem Kreis schließen.
Und über all dem steht das gleißende Licht der Sonne, die in den vergangenen Tagen einmal mehr mit gigantischen Sonnenstürmen den Kosmos aufgewühlt hat.

Sicher wird diese Reise auch einen persönlichen, für mich bedeutsamen Aspekt haben. Diesen kann ich jedoch noch nicht greifen. Was meine „Eingaben“ auf dieser Reise angeht, so werde ich Tagebuch führen, für Dich, für mich.

Ankunft in Mexiko: Tulum – zerstörtes Naturparadies

Ich komme in Yucatan / Tulum an. Nachts entläßt mich der Taxifahrer … auf einer Baustelle. Weit und breit kein Mensch zu sehen – mehrere Rohbauten sind im hellen Vollmondlicht erkennbar. Ich wende mich um und stehe vor einem imposanten Neubau: Stylisch der blanke Beton mit mächtigen Aufbauten und Verzierungen aus Holz. Urban, irgendwie… Und da ist auch Sven, der voraus gereist war und diese Unterkunft für die ersten Nächte organisiert hat. Großzügig, modern, chic – und leblos mutet das fast 70 qm große, zweistöckige Appartement an, das uns ein Vermögen kostet. „Wir sind nicht in Asien“ zwinkert Sven mich an … Nun gut, ich bin froh, einfach schlafen zu können nach der langen Reise und hoffe auf frische Eindrücke am nächsten Tag.

Mit dem Moped quälen wir uns auf breiten Asphaltstraßen durch kräftigen Verkehr. Hier und da sehe ich die vertrauten tropischen Bäume und Ranken – oft beschädigt und verwahrlost – zwischen nicht enden wollenden Baustellen, Luxusunterkünften der modernen Art. Heruntergekommene Bretterbuden zwischen Bergen von Müll sind wohl die Unterkünfte der Einheimischen, die hoffen, auch einen schnellen Dollar zu machen. Bars, Restaurants, Läden sind geöffnet und normal frequentiert – eigentlich sind es nur noch die gelegentlich aufblitzenden Gesichtsmasken, die mich an den weltweiten Pandemie-Wahnsinn erinnern.

Nach etwa zwanzig Minuten Stau – unser Appartement ist eigentlich nur vier Kilometer entfernt – treffen wir an der Strandmeile ein. Wir durchschreiten gehübschte kleine Ressorts (ab 600$/Nacht) und erreichen einen schier endlosen, gleißend weiße Sandstrand an türkisblauem Meer. Mein Herz singt, meine Beine beginnen zu tanzen, ich stürme ins Meer und wieder hinaus. In der Ferne erheben sich an diesem Paradiesstrand Felsen, hinter denen ich die Maya-Pyramiden von Tulum aufragen sehe.

Danach hatte ich mich so sehr gesehnt: Sonne auf der Haut. Bewegungsfreiheit, Unbeschwertheit, kraftvolle Natur mit sattem Grün und blühenden Bäumen. Ich genieße diese Stunden in der Sonne und am warmen Meer, bis zum Sonnenuntergang.

Auf dem Rückweg betrachte ich die Menschen, die in den 600$-aufwärts-Strandliegen schmoren, Alkohol trinken, Fleischgerichte mit tropischer Garnitur genießen. Es sind viele Menschen in den Dreißigern, die Frauen in Strings, die Männer in Hemden. Selten blicke ich in lebendige Augen…
Auf der Rückfahrt durch Tulum, dessen Hauptnachricht die vierspurige, stark befahrene Straße ist, fallen mir Details auf, die mich an den Ursprung dieses Ortes erinnern: Zwischen ATM-Automaten und Souvenirshops ein liebevolles Kunstwerk aus Holz und Palmblättern. In einem verrotteten Hinterhof herrliche Düfte über der Gasflasche der Außenküche und Salsamusik. Ein phantasievoll und bunt bemaltes Haus an der Straßenecke. Ein riesiger alter Baum, der die beiden Betonbauten an seiner Seite überlebt hat.
Ich habe eine Ahnung, wie es hier einmal gewesen ist. Ich kenne ein solches Paradies von der anderen Seite der Welt, das auch dabei ist, unter Betonbauten und touristischen „Annehmlichkeiten“ begraben zu werden.  Weil Fernseher und Vierradfahrzeuge, Kühlschränke und Smartphones eine so große Verlockung ausüben.

Die vier Nächte, die wir in unserem Luxus-Rohbau verbringen, wechseln die Besucher täglich. Es gibt wohl 12 solcher Appartements hier. Alle Gäste außer uns scheinen sich Autos gemietet zu haben. Fast alle Gäste verschwinden mit Sonnenuntergang und kommen lärmend und betrunken am frühen morgen zurück. In der Nacht erlebe ich akkustisch das Drama einer mißlungenen Drogenaktion mit: Eines der Mädchen hat es wohl nicht gut vertragen, ist stundenlang in heller Auflösung, mäßig betreut von ihrer Gruppe. Ich bete, daß sie keine dauerhaften Schäden davon trägt. Und ich frage mich: Ist es wirklich das, was Menschen suchen und brauchen ?
Ein abgeschottetes Appartement, ein staubfreies Auto, sterilisiertes Trinkwasser und einen vom täglichen Plastikabfall gesäuberten Strand, ein klimatisiertes Restaurant, ein lückenloser WLAN-Zugriff und Betäubung ? Ich kann es mir nicht vorstellen…
Ist es ein Mißverständnis ? Haben die Einheimischen eine Lebensart kopiert in dem Irrglauben, die Touristen würden die Annehmlichkeiten ihrer technisierten Welt auch hier erwarten ?
Oder verhält es sich so, daß die Einheimischen sich Kühlschränke, Smartphones und Autos mehr wünschen, als ihre unversehrte, natürliche Umgebung – und hierfür die touristischen „Argumente“ schaffen, an das benötigte Geld zu kommen ? Freilich bekommt man davon mehr mit einem Millionen-Dollar.-Betonkomplex als mit einer einfachen Bambushütte. Jedenfalls diejenigen, die wissen, wie sie die Millionen für den Bau beschaffen …

Wir beschließen, diese einst zauberhaften, doch nunmehr zerstörten Ort zu verlassen und uns via Bus ins Landesinnere zu begeben. Zumal mir viel daran liegt, an dem besonderen 22.2.22 an der Pyramide des KuKu´lcan zu sein.

Am 22.2.22 an der Pyramide des KuKu´lcan

Mitten in der Pampa – ganz nah am wunderschönen, authentischen Örtchen Valladiol mit seinen karibisch farbenfrohen Häusern, seiner gigantischen Kathedrale und vereinzelten „ästhetischen“ Locations zwischen der Überzahl der authentischen, mexikanischen Casitas – finden wir auch ein einfaches Plätzchen für uns am Vorabend des großen Tages. Hier sind die Dinge einfach(er), nicht ganz so steril und an modernem Komfort ausgerichtet. Tropische Geräusche in der Nacht, Beos und Hähne, die uns in den frühesten Morgenstunden zum Aufbruch rufen.
Ich bereite mich vor wie für ein großes Ritual, nur weiß an mir und mein Dorje auf der Brust, 8 Sonnenhutblüten aus Aditi im Gabensäckchen und schon in der Nacht die Energiewelle spürend, die nun ihren Höhepunkt erreicht. Bewußt habe ich kaum etwas gelesen zu diesem Ort und seiner Geschichte. Ich komme unwissend doch in der Tiefe gut vorbereitet. Keinerlei Vor-Stellung auch davon, was heute passieren mag. Doch ich richte mich auf in Feierlichkeit und Offenheit, mich mit den tausenden Menschen rund um den Globus zu verbinden, die sich heute an den Pyramiden versammelt haben. Offen für das, was geschehen mag. Es gelingt uns noch vor dem Ansturm der vielen am frühen Morgen auf dem heiligen Platz von Chichen Itza zu sein. Und doch warten schon zwei lange Schlangen am Ticketverkauf – ich bin darauf eingestellt.
Menschen mit den unterschiedlichsten Motiven, hier zu sein;  jedes mit seiner Berechtigung.
Vor mir erstreckt sich ein gepflegtes aber wenig geliebtes Areal, umfaßt von tropischer Vegetation.
Und in seinem Zentrum erhebt sich die große Pyramide des Kuku´lcan.

Die Sonne überschreitet gerade genau die Spitze der Kukulkan (Quetzalcóatl )Pyramide, ich nähere mich der noch beschatteten Westseite und bleibe stehen.

Diagonal von Erde zu Himmel – Himmel zu Erde gerichtete Energiewellen scheinen mir entgegen zu strömen, auf den glatten Reliefen zu pulsieren. Zwischen ihnen 91 Stufen in 9 Segmenten (die neun Himmel) hinauf zum Kronenbau. Aus seiner Öffnung begegnet mir allumfassende Präsenz. Beobachtend, still, ehrfurchtgebietend – richtungslos verharrend.

Ich schließe die Augen. Die Konturen der Pyramide zeichnen sich deutlich vor meinen geschlossenen Lidern ab. Die Umrisse der Pyramide und ihr Korpus leuchten hinter meinen Lidern.
Drei von links unten nach rechts oben verlaufende, grün leuchtende Diagonalen erscheinen vor meinen geschlossenen Augen. Maximale Wahrnehmung ohne (Be)Deutung.

Pure Präsenz.
Information ohne Interpretation.
Unverfehlbares Zentrum in Zeit und Raum.

Ich umschreite die Pyramide in Sonnenrichtung. Verharre an jeder Ecke und an jeder Breitseite der Pyramide. Sie ist nicht symmetrisch. Kleine doch bedeutungsvolle Details, die die Gesamtstruktur symmetrisch erSCHEINen lassen – in ihrer faktischen Asymmetrie. Jeder Aufgang anders – und doch zum selben, kubischen Zentrum an der Spitze. Schlangen mit geöffneten Mäulern an der Ost- und Nordflanke.
Die Sonne steigt höher. Der Tempel in der Tiefe der Pyramide ist unsichtbar doch deutlich wahrnehmbar.

Ich beginne meine zweite Runde mit dem Dialog. Heute, am 22.02.2022 bitte ich – mit tausenden anderer Menschen verteilt auf den Leylines unserer Mutter Erde um Erlösung. Als Mensch für die Menschen. Überwindung und Aufhebung der Überheblichkeit, der blinden Gier und Zerstörungswut, der unverbundenen Manipulation.

Bitte dafür, daß die Menschheit ihre immer und immer wieder neu errichteten Strukturen von Herrschaft und Trennung jetzt und für alle Zeiten aufhebt.

Stille.
Wahrnehmung des kosmischen Gewebes. Wahrnehmung der fließenden Schwingung. Die Vollendung der zweiten Pyramidenumrundung mündet darin, daß ich mich unter einem großen Baum an der Nordseite niederlasse. Kaum mehr spürbar in der dreidimensionalen Welt. Tief versunken in den inneren Dialog, der mich in die Stille, in eine unformulierte Frage und das Lauschen führt.

Und dann vernehme ich die grenzenlose Sanftheit der irdischen Wesen, der Erde selbst. Weich, geöffnet, nicht eingebunden in Zeit-Raum. Liebende Hingabe, zeitlose Präsenz umgibt mich, nährt mich. Große Dankbarkeit entsteht in Resonanz.
Die Menschheit von anderer Art. Das bange Warten auf deren Präsenz, deren Wahrnehmung. Wie ist ihr Bezug zu den Erdenwesen? Wo ist unser natürlicher Platz, unsere friedliche Integration auf dieser Erde ?

Und da kam die Antwort: Das Menschenwesen zwischen Erde und Kosmos, eingespannt in ein Raum-Zeit-Gefüge, anders als die irdischen Mitwesen. Nennen wir die Einbindung in Raumzeit „Bewußtsein“ – eine Wahrnehmung, ein Pulsieren eingespannt in ein Gefüge, das keine stehende Präsenz strömt, stattdessen in einer Wirklichkeit von Raum und Zeit schwingt.

Mit dieser Eigenschaft wird auch der Auftrag deutlich, die natürliche Ordnung für unseren Platz auf dieser Erde.
Die Polarisierung des Menschenwesens zwischen Erde und Kosmos begabt uns mit Umsicht und Vorausschau. Die bewußte Vernehmung von zeitlichen und räumlichen Zusammenhängen erschafft ein fünfdimensionales Bild – anders als bei den dreidimensionalen Erdenwesen, deren Kraft und Sein in der ganzheitlichen Gegenwärtigkeit liegt. Die Dimensionen von Raum-Zeit und die Fähigkeit, in diesen wahrzunehmen, gibt uns die Möglichkeit, Hüter*innen des Ganzen in einem fünfdimensionalen Sinne zu sein.  Das Werden darauf gerichtet, nicht zu manipulieren, keine persönlichen Präferenzen zu entwickeln, nichts für sich selbst heraus zu nehmen, sondern die räumlichen und zeitlichen Zusammenhänge zu erkennen und in einem kosmischen Sinne zu erhalten und gestalten.
Was bedeutet „in einem kosmischen Sinne“ ?
Die Information für das erforderlichen Eingreifen stammen nicht aus der Person, aus ihren Bedürfnissen und Überzeugungen, aus ihrer Gattungszugehörigkeit (Mensch), sondern aus dem Kosmos selbst.

Als Werkzeug der kosmischer Ordnung, begabt mit der Wahrnehmung von Raum-Zeit, kann Mensch sich friedvoll und lebensspendend dem Erhalt und Gedeihen des irdischen Gefüges hingeben.

Diese Information sinkt, pulsiert in mich hinein. Und je mehr ich diese Einsicht greifen kann, desto milder wird mein Herz gegenüber den unsäglichen Verfehlungen der Menschheit.

Die Verlockung, selbst zu wissen, was das Beste ist.
Die Schwierigkeit sich ganz auf die kosmische Information zu konzentrieren, ohne den Ablenkungen der irdischen Welt zu erliegen – und ihnen zu vertrauen !! selbst wenn sie in das Undenkbare zu weisen scheinen.
Die Vielgestaltigkeit des Menschseins und die Fata-Morgana der Individualität.

Dies waren die Herausforderungen für die Menschheit seit Anbeginn.
Denn die Angst vor Vernichtung (Haß), die Angst vor Mangel (Gier) und die Angst vor dem Verlust der Individualität bedingen sämtlich, daß die Wahrnehmung im Spannungsfeld des Raum-Zeit-Gefüges stattfinden.

Die Gabe enthält die Aufgabe – im Sinne des Lebens ebenso wie im Sinne der Zerstörung. 

Möge die Einung nun gelingen.
Möge der Auftrag von allen vernommen und angenommen werden.
Wir sind gemeint als die Hüter, die Pfleger, die Ernährer der Erde und ihrer Wesen.

Eine erlöste und integrierte Menschheit

Unsere moderne Alltagssituation und die Art, wie wir als Menschen miteinander leben verhindert, daß wir überhaupt in eine Verfassung gelangen, in der wir unsere besondere Gabe nutzen können.

Es sind vor allem zwei Dinge, die uns davon abhalten, die Zentrierung und Klarheit zu erreichen, die wir brauchen, wenn wir die kosmische Führung wahrnehmen und die irdischen Zusammenhänge achten und schützen wollen:

Unser Hang zu Bequemlichkeit und Routine läßt uns stumpf werden.
Darauf bedacht, Anstrengungen und Risiken zu vermeiden, haben wir uns abgeschottet gegen Wetter und Jahreszeiten, die stärksten Indikatoren unserer Erde. Die Körper werden schwach, die Augen trübe, der Geist stumpf. Die einfachsten dreidimensionalen Herausforderungen – wie überwinde ich große Strecken, wie stelle ich Wärme her, wie finde ich gesunde Nahrung – überfordern die allermeisten Menschen, die auf Computerbildschirme starren, Fertigessen zu sich nehmen und sich in geschlossenen Fahrzeugen bewegen. Die Einrichtung von Arbeitsteilung und Festgehältern entfremdet uns gänzlich von der Beweglichkeit und Kreativität, die Leben pulsieren läßt und uns vital hält.
Als zweiter Faktor kommt hinzu, daß unser soziales Gefüge gespickt ist mit Regeln und Sanktionen, die uns permanent in Aufruhr halten. Das ist eine (hektische Abwehr-)Bewegung, die keineswegs natürlich sondern strukturiert durch soziale Normen ist. Diese unzähligen Pflichten und menschgemachten Bedrohungen sind ein schlechtes Substitut für die natürliche Bewegung, die aus dem täglich sich verändernden Umgang mit der Natur entsteht. Vor allem aber zerstückelt die soziale Normung die individuelle Verantwortung – und damit Wachheit – die nötig ist, um die kosmische Führung überhaupt wahrzunehmen.

Wenn es Dir darum geht, Frieden zu finden auf dieser Welt und deinen natürlichen Platz als Mensch in einer lebendigen Menschheit einzunehmen, ist es an Dir, diese einzigartige Achse zwischen Himmel und Erde zu spüren, zu entwickeln und handhaben zu lernen.

Die Erdenwesen erschließen sich nicht über intellektuelle Gespräche, über technische Vereinfachungen oder über „wissenschaftliche“ Quantifizierung. Vielmehr verlangen sie nach sinnlichem Kontakt, nach deiner vollen Präsenz und körperlichen Einbindung.
So aktivierst Du dieses unglaubliche Gefäß, das Dir mit deinem Körper gegeben ist.

Der Geist hingegen ist ganz falsch ausgerichtet auf die Erde, die so anders schwingt. Der Geist ist das kosmische Werkzeug, das Dir die Einsicht in die Zusammenhänge von Raum und Zeit gewährt. Ein durch Angst und Pflicht, Gier, Haß und Selbstinszenierung verwirrter Geist kann diese kosmischen Zusammenhänge nicht wahrnehmen. Ein klarer, aufnahmefähiger Geist verlangt Stille und Zentrierung, um im Sinne des Ganzen sich auszurichten und den Körper zu lenken.

Die Überflutung mit sozialen Reizen und sinnlichen Ablenkungen steht dem entgegen.

Ein sanfter Blick aufs Meer im Fischerdorf Chubumá

Mittlerweile sind wir an der Westküste von Yucatan angekommen. Bettwanzen haben unsere Füße zerstochen, die Rucksackriemen haben sich in unsere Schultern gegraben, unsere Haut strahlt von der Sonne – zum Glück habe ich das Ringelblumen-Destillat dabei 😀

Ich blicke auf das Meer und sehe meinen Weg aus der bürgerlichen Familie hinaus in die Welt. Entlang an den Naturwissenschaften der Universitäten, durch die Konferenzsäle der Politik, die Zahlenkolonnen der konzerngesteuerten Wirtschaft mitten hinein in den Dschungel. Es sind keine „Eliten“, die da messen, verhandeln, kontrollieren und verteilen, was der Erde entrissen wurde. Vielmehr sind dies die ärmsten Menschenkinder, die so getrieben sind von einer existentiellen Angst, daß sie nicht spüren können und nicht lauschen. Mein Leben mit den alten Bäumen, Steinen und Flüssen dort in höchster Einfachheit stellte die Kraft meines von der Zivilisation geschwächten Körpers wieder her. Beruhigte meinen Geist, öffnete mich für die kosmische Führung.
Heute habe ich verhornte Fußsohlen und schwarze Fingernägel, weiß mit der Rodhacke umzugehen und mit der Erde, so daß sie mir Heilkraut schenkt, das uns in unsere Achse bringt.

Von Herzen möchte ich Dich ermutigen, diese deine kostbare Achse zwischen Erde und Kosmos wiederzufinden und zu stärken. Routine und Bequemlichkeit als Drogen zu erkennen, die dich schwach machen und daran hindern, die Erdenwesen liebevoll und friedvoll zu hüten und mit ihnen in der kosmischen Ganzheit zu schwingen.

Wie wundervoll ist der Gedanke, daß jeder Mensch sich wieder verantwortlich fühlt für ein kleines Stückchen Erde und sich die Fähigkeit wieder aneignet, mit, aus und für dieses Stückchen Erde zu leben.
Es ist gewiß keine Frage des Geldes. Es ist gewiß keine Frage der Macht der anderen. Es ist einfach nur deine Entscheidung, Mensch zu sein.

Und hier wirst Du die Kreisläufe der Natur wieder entdecken. Die Gestaltungskraft deines geführten Geistes. Die Kreativität und Beweglichkeit deines Körpers. Und die unendliche Fülle und Sanftheit der Erdenwesen, mit denen Du lebst.

Komm mit mir. Laß uns Hüter sein und Teil !

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