Ätherische Öle – Fluch oder Segen ?

ätherische Öle

Wir kennen Pflanzen als friedvolle und heilsame Begleiter. Doch ihre scheinbare Passivität und bedingungslose Präsenz lässt uns leicht übersehen, daß wir es bei den grünen Meistern durchaus auch mit wehrhaften, taktischen und machtvollen Wesen zu tun haben.

Ein Ausdruck dieser Seite der Pflanzen findet sich in den ätherischen Ölen, die nicht nur liebestolle Insekten anziehen, sondern mit ihrem intensiven Aroma auch uns Menschen betören und eine ganze Industrie – v.a. Parfümeuere und die Aromatherapie – hervorgebracht haben.

Ich habe schon viel darüber geschrieben, warum ich das ätherische Öl nicht aus dem Destillat heraustrenne, sondern mit den wasserlöslichen Komponenten verbunden halte, genauso, wie sie in der unversehrten Pflanze vorliegen.

Dafür gibt es konkret biochemische Gründe – denn die ätherischen Öle sind ein Mix hoch aggressiver Verbindungen, die von den Pflanzen v.a. als Abwehrstoffe produziert werden – aber auch feinstoffliche Argumente, die gegen die Verwendung puren ätherischen Öls sprechen.

Ich möchte in diesem Beitrag noch einmal tiefer und konkreter auf die Eigenschaft der puren ätherischen Öle und ihre Wirkung auf das menschliche System eingehen.

Passiver Widerstand – die biologische Funktion ätherischer Öle

Pflanzen bilden vor allem in ihren Blättern ätherische Öle und lagern sie im Zellgewebe ein. Durch ihre Flüchtigkeit und Reaktivität sind die ätherischen Öle die wesentlichen Duftgeber der Pflanze, dazu angetan, Schädlinge zu töten oder zu schädigen. Das geschieht durch die Fähigkeit der ätherischen Öle, sich an Gewebe zu binden, es aufzubrechen und zu durchdringen. Diese Eigenschaft macht sie zu antimikrobiellen Substanzen – viren-, bakterien-, pilzabtötend – da sie deren Gewebe zersetzen.

Das tun sie natürlich auch, wenn sie es nicht mit saugenden Insekten oder Mehltau zu tun haben, sondern mit menschlichem Gewebe.

Ätherische Öle zeichnen sich besonders durch ihre toxischen Wirkungen auf das zentrale Nervensystem, die Nieren und die Atemwege aus. Hinsichtlich ihrer Wirkungsstärke auf den Menschen bestehen erhebliche Unterschiede. Sehr giftig (also in geringer Dosis bereits schädlich) sind z.B. Kampher, Eukalyptus- (Cineol) und Pfefferminzöl (Menthol). Besonders gefährlich ist das Verbrennen von ätherischen Ölen – etwa in Duftlampen – da die Öle sich hier in hoch reaktive und somit aggressive Stoffe verwandeln, wie zum Beispiel das krebserregende Formaldehyd. Dieses kann auch entstehen, wenn pures ätherisches Öl einfach nur mit Raumluft in Kontakt kommt, vor allem bei den ätherischen Ölen der Zitrusfrüchte (Limonen) (s. Untersuchung des National Centre for Atmospheric Science in Zusammenarbeit mit der BBC).

Aufgrund ihrer intensiven Düfte – und damit ihre Wirkung auf das vegetative Nervensystem – werden sie in der Aromatherapie jedoch sehr geschätzt. Wie ist das denn nun ? Wann sind sie hilfreich ?


Die Bewegung des Spaltens – biochemische Aspekte der ätherischen Öle

Verantwortlich für diese Wirkung sind die organischen Doppelbindungen der Bestandteile von ätherischen Ölen – Alkohole, Ketone, Ester und vor allem Terpene. Wenn Du Dich an deine Chemiestunden erinnerst, weißt Du, daß eine Verbindung, die ein oder mehrere doppeltgebundene Kohlenstoffatome enthält, hoch reaktiv ist und anderen Verbindungen in der Umgebung mindestens Wasserstoffatome entreißt. Gesunde Gewebe werden auf diese Weise instabil.

Diese Abwehreigenschaft ätherischer Öle gibt ihnen einerseits die Kraft, Krankheitserreger abzutöten – andererseits enthält sie natürlich auch die Gefahr, unser eigenes, gesundes Gewebe anzugreifen und zu schädigen.

Es ist die Information des Spaltens, die in diesem Aspekt der Pflanzen gehalten und übermittelt wird.

Nicht ohne Grund finden sich in gesunden Pflanzen nur verschwindend geringe Mengen dieser wohlriechenden Kampfstoffe. Wenn Du das nächste Mal ein Fläschchen kostbaren, puren Melissenöls direkt unter deine Nase hältst, führe Dir vor Augen, daß zur Gewinnung von 10 Milliliter (das ist so ein kleines braunes Fläschchen) ätherischen Öls der Melisse 1,5 kg – das sind etwa 10 übliche Eimer voll – von der Frischpflanze benötigt werden.  Beim Schafgarbenöl sind es 20 Eimer voll mit den Blütendolden …

Es ist viel zu viel für unser System, unseren Körper mit einer solche Dosis zu konfrontieren – noch dazu aus dem natürlichen Zusammenhang der pflanzlichen Komposition gerissen. Daher überraschen die allergischen Hautreaktionen (siehe zB) , Atemwegsschädigungen und Störungen des Zentralnervensystems nicht, die aus der Anwendung purer ätherischer Öle resultieren.

Das Spalten also – im Sinne des Aufbrechens natürlicher Gewebe oder auch im Sinne des Abtrennens des ätherischen Öls vom restlichen biochemischen und feinstofflichen Körper eine Pflanze – ist die Information, die mit der Verwendung purer ätherischer Öle übermittelt wird.  

Verbinden – eine Sache der höheren Wissenschaften

Die Natur komponiert in einer vollkommenen Weise: Ihre Art, Lebensräume zusammenzustellen aus unterschiedlichsten Daseinsformen, die einander fördern und im Gleichgewicht halten, kann von Menschenhand niemals nachgeahmt werden.

Und so verbindet sie in jedem Wesen ungezählte Aspekte, die ein vollkommenes, lebendiges und lebensfähiges Ganzes ergeben, das noch darüber hinaus befähigt ist, lebensspendende Verbindungen mit anderen Wesen einzugehen.

Aus diesem Grunde füge ich meinen Pflanzen nichts hinzu – und entnehme ihnen auch nichts. Ich achte darauf, daß sie in ihrer natürlich gewachsenen, diversen und intakten Umgebung gedeihen, ich ernte sie ausschließlich in unmittelbarem menschlichen Kontakt und verarbeite sie sofort. Und so sind sie, was sie sind und wirken auf so erstaunliche Weise.

Es gibt außerordentlich wenige Menschen, denen ich zutraue, pflanzliche Urstoffe neu zu komponieren, so daß sie heilvoll für das menschliche System sind. Es gehört ein unglaublich feines Gespür für das innewohnende Wesen der Pflanzen und ihrer Wechselwirkungen dazu und ein tiefes, über viele Jahre erworbenes naturwissenschaftliches Wissen.

Diesen Menschen seien Rohstoffe gegeben, die ohne Schaden an Pflanze und Umwelt gewonnen wurden, die rein gehalten wurden von Pflanzenschutz, Lösungs- und Streckmitteln (als naturreines ätherisches Öl darf in Europa verkauft werden, was bis zu 20% Fremdstoffe enthält …).
Mögen sie weise umgehen mit diesen Kostbarkeiten und die Natur als uneingeschränkte Meisterin erkennen.

3 thoughts on “Ätherische Öle – Fluch oder Segen ?”

  1. Für mich einer der wertvollsten Artikel der letzten Monate von Dir – als könnte ich Dich beim Lesen in jeder meiner Zellen sehen, hören und fühlen…
    Danke für Dein Wirken und dafür dass Du immer wieder Dein unglaubliches Wissen auf so wundervolle Weise und mit so viel Feinheit mit uns teilst!

  2. Lieben Dank für deine Worte.
    Ich habe schon viel mit Ätherischen Ölen gearbeitet und verwende sie selber immer intuitivwenn meine Körperweisheit sagt jetzt.
    und doch waren deine Anmerkungen einen neue Sicht für mich und ich werde sie in mir bewegen.
    Ich habe mit Deinen Essenzen ganz tolle Sanfte Heilsame Erfahrungen gemacht und bin sehr Dankbar für die Wesen die mich besuchen kommen.
    und ich möchte einmal unglaublich gerne in den Gärten von Aditi sitzen und spüren was da alles ist, ich freue mich schon darauf.
    von Herzen einen Gruss Lena

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