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Von der Linderung zur Heilung

Neurodermitis TCM

Wie wir Neurodermitis in der TCM verstehen

Es gibt mittlerweile einige Hautärzte, Hausärzte und Kosmetikerinnen, die mit den Spirits arbeiten. Zudem habe ich einige Kund/innen, die wegen Hautproblemen auf die Naturreine Gesichtspflege kamen – und gute Erfolge zurück meldeten.
Ein sehr häufiges Thema ist das, was unsere Ärzte als Neurodermitis oder Dermatose bezeichnen.
Wie Du weißt, halte ich nicht viel von der symptombezogenen Herangehensweise und verwende die üblichen Krankheitsbergriffe auch nicht in meiner Arbeit.
Da neurodermitische Krankheitsbilder jedoch immer häufiger werden, wie auch andere, als „Allergien“ bezeichnete Syndrome, habe ich mich im Feld der TCM ein wenig schlau gemacht und möchte das Gefundene gerne mit Dir teilen.

Neurodermitis ist ein Begriff der modernen Medizin, der für chronische, in Schüben auftretende Hauterkrankungen verwendet wird. Die Betroffenen – oft Kinder – leiden unter Schuppenkrusten auf der geröteten Haut, verbunden mit starkem Juckreiz. Mitunter nässen die entzündlichen Hautstellen. Aus diesen offenen Hautstellen können weitere Infektionsherde entstehen.

Die moderne Medizin sagt „Die genaue Ursache ist unbekannt. Mehrere Faktoren scheinen bei der Entstehung der Krankheit mitzuspielen, unter anderem eine gestörte Hautbarriere und genetische Prädisposition“. Hypersensibilisierung, Cortisongaben und Antikörperbehandlungen sind neben Diäten und Triggervermeidung die gängigen Herangehensweisen. Doch die Heilungserfolge bleiben trotz groß angelegter Forschungsprojekte schwach.

Im Kontext der TCM (Traditionelle Chinesische Medizin) handelt es sich um eine im Yin verortete Störung, die mit Hitze und einem Mangel der natürlichen Abwehrkraft (Wei-Qi) einhergeht.

Bereits hier können wir zu den Heilkräutern, die den nötigen Impuls bringen sollen, folgende Anforderungen formulieren:

– das System muß temperiert und
– die Innen-Außen-Grenze gestärkt werden.

In früheren Artikeln hatte ich bereits dargelegt, daß wir mit den Minzen, mit Melisse, Schafgarbe, Lavendel und Sonnenhut systemisch kühlen können. Ysop temperiert. Abgrenzungsthemen werden durch Wermut, Ringelblume, Sonnenhut und Salbei in Ausgleich gebracht.

Nun fand ich bei  Dr. F. Ploberger einen großartig differenzierten Artikel zur Formenbeschreibung der Dermatosen – und auch seine Einordnung in die TCM und entsprechende Heilkräuter-Therapien. Ploberger differenziert beim neurodermitischen Formenkreis drei unterschiedliche Ausprägungen:

  1. Blut-Hitze Neurodermitis – „Hier ist die Haut massiv gerötet und entzündet. Der Juckreiz ist stark ausgeprägt. Oft der ganze Körper betroffen“
  2. Feuchte-Hitze Neurodermitis – „Häufig nässende Ausschläge. Das Sekret ist dabei gelb, zähflüssig und geruchsintensiv ohne massive Entzündungen auf. Der Juckreiz ist mäßig stark ausgeprägt – vor allem in den Körperbeugen.“
  3. Blut-Mangel Neurodermitis – „Chronisches Ekzem mit Lichenifikation. Nicht so intensiv gerötet und eher trocken. Der Juckreiz besteht auch an nicht betroffenen Hautstellen, und tritt am Nachmittag und Abend verstärkt auf. Deutliche psychische Irritationen gehen einher (Konzentrationsschwäche, Unsicherheit)

Dr. Ploberger benennt zu den drei Typen komplexe Kräuterrezepturen, wie es in der TCM üblich ist.

Der Hintergrund für diese Mischungen besteht – kurz gesagt – darin, Nebenwirkungen der einzelnen, zum Teil sehr wirkkräftigen Heilpflanzen aufzufangen und zu kompensieren durch andere Pflanzen.

1 Zustand – 1 Pflanze

Diese Herangehensweise sehe ich kritisch. Denn wenn es gelingt, die „richtige Pflanze“ zu identifizieren – also eine Pflanze, die zur Gesundheitsverfassung des Anwenders wirklich paßt – dann hat sie keine unerwünschten Nebenwirkungen.

Hier sehe ich in der alten Lehre die Ursprünge für unser heutiges verqueres Heilverständnis: „gegen“ die Krankheit vorgehen zu wollen, verleitet uns dazu, (zu) starke Geschütze aufzufahren, deren destruktive Effekte wir an anderer Stelle wieder auffangen müssen.

Da liegt es in meinen Augen doch näher, bei der Diagnose etwas genauer hinzusehen und sich zu lösen von der „objektiven Medikation“ – also dem Ansatz, das richtige Mittel >> gegen eine standardisierte Krankheit<< zu finden. Viel leichter, natürlicher ist es doch, das richtige Mittel >> für genau diesen Menschen << zu finden.
Und dazu muß ich mir ansehen, ob etwa das starke Wind/Holzelement der Minzen zwar Kühlung bringt – aber auch wieder Wind und Diskontinuität. Beim ersten und dritten Typ der Neurodermitis, wie Dr. Ploberger sie beschreibt, könnte eine Minze zu einer weiteren Destabilisierung des Systems führen. Um das beurteilen zu können, muß ich jedoch den betroffenen Menschen ansehen – erkennen, ob das Holzelement stabil bei diesem Menschen etabliert ist – oder ob die Hautprobleme generell mit einem zu hohen Maß an Dynamik in diesem Körper einhergehen.

Kehren wir zurück zu den Erkenntnissen über eine Pflanze, die bei neurodermitischen Symptomen passen könnten.
Weiter oben hatten wir bereits herausgearbeitet, daß wir eine Pflanze brauchen, die kühlt und die Abgrenzung des Systems unterstützt.

Mit der differenzierten Betrachtung aus der TCM können wir von hier aus weiter differenzieren:

Bei dem Typ, der Rötungen und Entzündungen mit starkem Juckreiz zeigt (Blut-Hitze Neurodermitis), ist klar das Feuerelement aus dem Gleichgewicht. Zusätzlich zu Kühlung und Zentrierung braucht es hier unbedingt auch Befeuchtung.
Zur äußeren Linderung empfehle ich folglich die Naturreine Gesichtspflege Melisse oder alternative Naturreine Gesichtspflege Baldrian (die natürlich auf dem ganzen Körper angewendet werden kann).

Liegt „Feuchte-Hitze Neurodermitis“ vor mit nässenden Ausschlägen, die sich vor allem in den Körperbeugen zeigen, brauchen wir hingegen zusätzlich zum kühlenden, abgrenzenden Wirkspektrum einen trocknenden, ableitenden Effekt. Das kann der Lavendel, wie Du unschwer beobachten kannst, wenn Du Dich zu der kompakten und doch fein gegliederten Pflanze setzt.

Die dritte Form (Blut-Mangel Neurodermitis) bildet auch in den Klassifikationen der TCM ein höchst Besorgnis erregenden Gesamtzustand. Hier richtet sich die TCM zunächst auf den Aufbau der Systeme, die mit dem Erdelement und den Magen/Milz-Bahnen korrelieren und raten auch zu einer Unterstützung durch Ernährungsumstellung (!!Wurzelgemüse!!). Über die Haut kann ein solcherart erschöpftes System am ehesten durch das Ringelblumen-Destillat aufgebaut werden.
Zu diesem gibt es auch zahlreiche sehr positive Kundenrückmeldungen.

Abschließend möchte ich natürlich noch darauf hinweisen, daß die Qualität der verwendeten Pflanzen eine zentrale Rolle spielt.
Erst jüngst zeigte eine medizinische Studie am Karolinska Institut in Stockholm, daß es einen nachweisbaren Zusammenhang zwischen Allergien und darauf folgende Autoimmunerkrankugen gibt. (siehe  British Journal of Dermatology (2020; DOI: 10.1111/bjd.19624) Zitat: „Die atopische Dermatitis (…), die auf einer epidermalen Barrierestörung beruht, erhöht die Anfälligkeit auf Allergien und (..) Autoimmunerkrankungen.“)
Allergien und Hautprobleme sind Ausdruck einer Überreizung. Sie spiegeln einen ausgesprochenen Unruhezustand. Maschinell gewonnene Pflanzen, Alkohol in Kosmetika und andere Konservierungsstoffe sind daher besonders bei diesen Problemstellungen ganz und gar kontraproduktiv.

Einer der vielen Gründe, warum wir ohne Maschinen und ohne Konservierung arbeiten.

Nun wünsche ich allen, die von diesen „Hauterscheinungen“ betroffen sind, rasche Genesung. Kühlung und Abgrenzung sollten „ganz oben“ stehen – auch mental, emotional und sozial. Fühl Dich bald wieder wohl in deiner Haut !!

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Part 2: Das Feuer – Dynamik und Ausdehnung – Aus der Reihe: Einheimische Heilkräuter und die Kraft der Traditionellen Chinesischen Medizin

Ein Teil der Mission, die ich mit Wild Natural Spirit verfolge, besteht darin, uns alle wieder näher an die Vorgänge der beseelten Natur zu führen. Uns zu lösen von einem einseitig nutzenorientierten Umgang mit dem natürlichen Reichtum, den unsere Erde hervorbringt.
Wenn wir die Kraft der Natur in vollem Umfang für unsere körperliche und geistige Gesundheit erfahren wollen, müssen wir uns lösen von einer rein symptomorientierten Behandlung und lernen, die natürlichen Zyklen und Wirkspektren zu verstehen.
Ich orientiere mich sowohl beim Anbau unserer Heilkräuter als auch bei der Produktion der Essenzen und ihrer Anwendung bei bestimmten menschlichen Mustern an der sehr pragmatischen und zugleich ganzheitlichen Systematik der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM).

Das ermöglicht mir nicht nur, die Kräuter mit geringstem Aufwand in die reichste Blüte zu begleiten, sondern auch, das volle Wirkspektrum einer Pflanze zu erkennen und in Resonanz mit den Bedürfnissen eines Menschen, der die Pflanze für sich anwenden möchte, zu bringen. Schritt für Schritt lernen meine Anwender/innen so auch selbst, bestimmte Störgrößen, die sie bei sich feststellen, in einem größeren Zusammenhang zu erfassen und sich selbst die Mittel zuzuführen, die weniger auf Verdrängung und Beseitigung gerichtet sind, sondern vielmehr auf die Wiederherstellung natürlicher Fließgleichgewichte.

Nachdem ich im vorausgegangenen Beitrag die Qualitäten des Holz- bzw. Ätherelements in der TCM skizzierte und den Widerhall dieser gerichteten, aufstrebenden und verfeinernden Phase in den Minzen, Melissen und im Ysop zeigte, folgen wir dem natürlichen Wandlungsstrom heute zum Feuerelement.

In der Ätherphase wurde alles Schwere, Solide, Gebundene verfeinert und entstofflicht. Hierauf folgt mit der Feuerphase nun die vollständige Loslösung von Form und Prägung: Das Feuer ist die pure Bewegung – auswärts gerichtet, doch in der Richtung wahllos, 360 Grad wird die freiwerdende Energie nach außen geschleudert, alles in Bewegung gebracht und seiner vorausgegangenen Programmierung entledigt.

Nicht ohne Grund gilt das Feuer als der Transformator schlechthin – denn seine vollkommen befreite Bewegungsenergie lässt keinen Stein auf dem anderen, setzt alles in Bewegung.

Da in dieser Phase ein Kulminationspunkt zwischen Yin und Yang liegt, nutze ich die Gelegenheit, an dieser Stelle noch einmal etwas auf diese beiden Komplementäre einzugehen:
In den ursprünglichen Wissenschaften wurde der Lebensgeist, die vis vitalis oder die Schöpferkraft immer als das Zusammenwirken zweier Grundkräfte betrachtet: Adam und Eva, Shiva und Shakti, Geist und Materie, Merkur und Sulfur – und eben: Yin und Yang.
Die chinesischen Schriftzeichen für diese beiden lebenerschaffenden Kräfte sind „die beschattete Seite des Berges“ (Yin) und „die sonnenbeschienene Seite des Berges“ (Yang). Sie beschreiben Grundprinzipien, die sich in jedem irdischen Phänomen wiederfinden. Jeder Körper, jeder Zustand dieser Welt enthält einen bestimmten Anteil an Yin- und einen bestimmten Anteil an Yang-Charakteristik. Diese Zusammensetzung definiert das jeweils betrachtete Objekt.
Das Yinjing (Auch als I Ging oder Buch der Wandlungen bekannt) vermittelt uns das wissen darum, daß diese spezifische Zusammensetzung nicht von Dauer ist, daß sie, wie alles Irdische, der steten Verwandlung unterworfen ist nach einer immerwährenden Folge: Den Fünf Wandlungspahsen (oder Fünf Elementen). Der Yin-Anteil in einem System wächst solange an, und verdrängt das Yang, bis das System zusammenbricht – und Yang aufgebaut wird. Solange, bis wiederum das Yang ein Maximum erreicht, das System zusammenbricht und wieder mit dem Aufbau von Yin beginnt.
Das Feuerelement ist nun der „Kulminationspunkt des Yin“: Hier erreicht der Yin-Aspekt – das Dunkle, Feuchte, Flüchtige, Expansive aufgebaut im Holz-/Ätherelement sein natürliches Maximum und kollabiert im Zentrum der Feuerphase.

Die kosmische Grundenergie des Feuers

Das Feuerelement bringt das Greifbare, Feste, Strukturierte (Yang) zur (fast) vollständigen Aufhebung, versetzt alles und jedes in Bewegung, schleudert die dem Yang innewohnende Hitze hinaus in die Peripherie (daher werden in der TCM gerötete Körperteile in der Peripherie – Fingerspitzen, Zehen, Nase als „überschießendes Feuer“ interpretiert).
Die resultierende Bewegung ist nach außen gerichtet – ohne differenzierbare Richtung oder Struktur Die Verwandlung von Materie in Bewegung setzt Energie frei – in Form von Wärme, Handlungen, Ideen.  Sie verausgabt sich, bis alles umgesetzt ist und sinkt nach ihrem lodernden Tanz in die letzte Glut zusammen, um zu Asche, zu Erde zu werden. Dies leitet dann die Folgephase ein, die Erde, die sammelt, verdichtet, sich setzt und neues Yang aufbaut.

Mit dem Feuerelement sind in der TCM der Sommer als Jahreszeit, der Süden als Himmelsrichtung, die Farbe rot, die Numerologie der Zahl 9 (hier gibt es Abweichungen zwischen dem Nine Star Ki und dem Neijing), Vollendung, Transformation, die Geschmacksrichtung „bitter“ assoziiert. Der „helllichte Tag“, der Mit-Tag, die körperliche Aktivität und Shen – der innewohnende Geist, der für Intelligenz, Wendigkeit und Lebensmut zuständig ist.

Feuerqualitäten im menschlichen System

In der TCM sind insbesondere Herz und Dünndarm mit dieser Energiephase verbunden. Organe also, die für Bewegung und Verteilung verantwortlich sind.  Und mit ihnen die Blutbahnen und Gefäße, die sich – dem Feuer gemäß- bis in die äußerste Peripherie verteilen und verästeln.

Ist dieser Energiefluß nicht im Gleichgewicht, kommt es – bei einem „Zuviel“ – zu übermäßiger Aktivität – die sich in Unruhe, Herzrasen, Durchfall oder geplatzten Äderchen (Rosacea et alteri) zeigen kann. Bei einem Mangel zeigen sich Phlegma, Verkrustungen, harte Geschwülste, Antriebslosigkeit und Depression. Psychisch zeigt sich ein Ungleichgewicht der Feuerenergie in Hysterie und Aktionismus, die sich jeder Ansprechbarkeit, jeder Regulierung entziehen.

Die Antwort auf solche Störungsmuster heißt: Kontrollierte Transformation.
Ein System, in dem Entladung und Verteilung nicht natürlich stattfinden können, braucht Wärme, Anschub, Unterscheidung und Beweglichkeit.

Heilpflanzen mit einer ausgeprägten Feuerqualität

Die Dynamik des Feuers – die alles in Bewegung setzende, transformierende Kraft – ist nach meinen Beobachtungen am deutlichsten bei allen Artemisia-Arten gegeben. Nicht umsonst sind die Beifußgewächse in aller Welt und zu allen Zeiten Medizinpflanzen – insbesondere Schutzpflanzen.
Ihre stark gefiederten Blätter, ihr schier unzähmbarer Wuchs, die rispenförmigen Blüten versprengen Duft und Energie und Impression großzügig.

Die gesamte Gattung der Artemisia ist reich an Bitterstoffen und ätherischen Ölen. Mein Glaskolben ist schwarz von diesem Öl nach vollendeter Destillation !
Und so findet sie ihre Anwendung bei tiefen Reinigungsprozessen – körperlich wie seelisch. In Japan werden die kugeligen Blüten der Artemisia zur Moxabustion verwendet – eine Behandlung, bei der die glühenden Pflanzenteile über Akkupunkturpunkte gehalten werden. Heimisch ist bei uns neben dem Beifuß der Wermut (artemisia absinthum). Ihn bevorzuge ich, wenn es um starke Reinigungs- und Transformationsprozesse geht. Hier findest Du meine ausführlichen Informationen zur Artemisia absinthum.

Etwas weniger radikal, dafür umso hitziger ist auch der Thymian eine klassische Pflanze aus dem Feuerelement. Auch er sorgt für Bewegung – doch eher an der Peripherie – also als Schleimlöser in den oberen Bronchien oder als Muskeltonikum bei Verspannungen. Und so, wie er Wärme und Bewegung sanft durch den Körper dringen läßt, so wirkt er auch auf unsere geistigen und seelischen Prozesse: Er stimuliert, ermutigt und belebt.
Ein ausführliches Pflanzenprofil zum Thymian (thymus vulgaris) findest Du hier: https://wild-natural-spirit.org/thymian-und-destillat/

Das Treibende, Bewegende ist bei diesen Pflanzengattungen auch für die antivirale Wirkung ausschlaggebend. Kein Halt für Fremdes, Überkommenes.

Die sanfteste, einheimische Heilpflanze aus dem Formenkreis der Feuerelements, mit der ich arbeite, ist die Ringelblume. Daß sie vor allem dem Feuerelement zuzuordnen ist, war mir auch nicht gleich erkennbar. Mit ihrer unbeugsamen Vitalität und Strahlkraft bewegt sie sich schon in die stabilisierende und sammelnde Aura, die im Erdelement dann zu voller Ausprägung kommt. Und auch strukturbildende Fähigkeiten, wie sie erst dem Metallelement zueigen sind, finden sich in dieser allbekannten Heilpflanze. Dies macht sie zu einer hervorragenden Helferin, wenn es um Ausleitung und Rekonvaleszenz geht. Die Ringelblume bringt den Stau in Fluß – und das verdankt sie ihrer feurigen Seite. Doch als bekanntes Mittel bei Prellungen und bei der Wundheilung enthält sie eben auch bereits das „Gefäß“, das Formgebende, das auf die Transformation folgt. Ein ausführliches Pflanzenprofil zur Calendula findest Du hier: https://wild-natural-spirit.org/die-ringelblume-und-ihr-hydrolat/

In der Anwendung der Feuer-Pflanzen auf der Haut sprechen wir Veränderungen an, die sich in einem Mangel an Erneuerung und Vitalität zeigen. Thymian und Wermut auf der Haut wären ein zu arger Impuls für unsere empfindliche Hülle, deren Aufgabe ja ganz wesentlich Abgrenzung und Struktur sind. Daher habe ich mich bei der Gesichtspflege auf die Ringelblume konzentriert, die nicht nur bei neurodermitischen Problemen bereits zu zahlreichen positiven Rückmeldungen geführt hat, sondern auch als kräftigende, klärende Tagespflege ganz herrlich wirkt und pflegt und das Hautbild sehr schön verfeinert.

Das ist die Qualität der Feuerenergie.
Ein spezielles Arrangement an Kraut, Destillat und Kosmetischem Pflanzenauszug habe ich in der “TCM Box Feuerelement” zusammengestellt

***

Ich möchte klarstellen, daß meine Betrachtungen KEINE medizinische Beratung ersetzen. Überhaupt sehe ich mich in keinerlei Konkurrenz zur konventionellen Medizin oder Pharmazeutik. Denn mein Umgang mit den Pflanzen und meine Leidenschaft für die TCM sind weit entfernt von Heilversprechen, die ich per se und egal von wem sie kommen für unlauter halte. Heilung ist nach meiner Auffassung ein Vorgang, der weder von irgendeinem einzelnen Menschen „gemacht“ werden kann, noch ein Ereignis, das sich in der immer gleichen Weise auf jeden Menschen übertragen läßt.
Insofern lade ich dazu ein, die Qualitäten der kosmischen Grundenergien individuell wahrnehmen und einsetzen zu lernen, den Blick auf die eigene Gesundheitsverfassung vom Symptom zu lösen und zu lernen, systemisch und in Fließgleichgewichten zu denken und vor allem das vieldimensionale Wirkspektrum unserer einheimischen Heilkräuter zu erforschen.
Gerne können wir das auch gemeinsam in einem der Seminare auf dem Berg Aditi tun. Hier ist eine Übersicht zu den Angeboten: https://wild-natural-spirit.org/seminare-und-praxiswochen/

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Part 1: Der Äther – Das Feinstoffliche – Aus der Reihe: Einheimische Heilkräuter und die Kraft der Traditionellen Chinesischen Medizin

Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) hat bis heute das Wissen um die vielschichtigen Vorgänge bewahrt, die bei der Gesunderhaltung unseres Körpers und unseres Geistes relevant sind. Anders als die monokausalistische und symptomorientierte Sichtweise der modernen abendländischen Heilkunde betrachtet sie Gesundheit als ein Fließgleichgewicht der kosmischen Komponenten, aus denen alles Leben gemacht ist: Luft, Feuer, Erde, Metall und Wasser.

Das macht sie überlegen gegenüber Ansätzen, die ein Symptom lediglich beseitigen – und dabei an unzähligen anderen Stellen neue Ungleichgewichte erschaffen.
Denn bereits bei der Diagnose wird nicht nach einem einfachen „auf A folgt B“-Zusammenhang (monokausalistisch) gesucht – etwa: Ein Mangel an Thyroxin bewirkt eine Schilddrüsenunterfunktion, was zu unerwünschtem Übergewicht führt. In der TCM wird stattdessen der IST-Zustand eines Menschen als Ganzes erfaßt – also etwa nicht nur das Übergewicht, sondern auch die gerötete Haut, der verlangsamte Puls, die träge Darmtätigkeit, die Antriebslosigkeit bei gleichzeitiger Neigung zu Angstzuständen in Betracht gezogen. Und erst hieraus läßt sich eine angemessene Antwort auf die Verfassung des Menschen finden, die so viel mehr ist als „das Übergewicht soll weg“.

Ich befasse mich nun seit 30 Jahren mit der TCM und der ihr zugrundeliegenden Elemetenlehre. Die TCM hat eine ganz eigene Abteilung der Kräuterheilkunde – doch leider handelt es sich bei diesen Kräutern größtenteils um Pflanzen, die bei uns nicht heimisch sind und von daher mit unseren zentraleuropäischen Energiemustern oft nicht gut kompatibel sind. Natürlich macht es einen Unterschied, ob ich eine Pflanze, die unter gleichen Bedingungen lebt und wächst, wie ich selbst, einsetze – oder eine Pflanze verwende, die mit einem ganz anderen Klima, unter völlig abweichenden Boden-, Wasser- und Magnetfeldbedingungen „programmiert” ist. Zudem sind die langen Transportwege und die schwer kontrollierbaren Schadstoffbelastungen von Heilkräutern aus Zentralasien ein ernst zu nehmender Faktor.

So lag es nahe, nach Heilkräutern unserer heimischen Flora Ausschau zu halten, die im Sinne der ganzheitlichen Betrachtung geeignet sind, unser Wohlergehen zu fördern oder wiederherzustellen.

Nach drei Jahrzehnten habe ich diese europäischen Heilkräuter identifiziert und in ihrem Wirkspektrum hinreichend untersucht. In der fünfteiligen Reihe, mit der ich heute beginne, skizziere ich den Zusammenhang zwischen den fünf Grundenergien der TCM, bestimmten einheimischen Heilkräutern und menschlichen Verfasstheiten.

Dem natürlichen Zyklus entsprechend beginne ich diese Reihe mit dem Äther- oder auch Holzelement.

Die kosmische Grundenergie des Äthers

In der ewigen, natürlichen Verwandlung von Yin zu Yang und wieder zu Yin ist die Äther- oder auch Holzenergie die Phase, in der das Körperliche, Solide und Eigendynamische ganz aufgehoben und in das Geistig, Feinstoffliche überführt wird.

Klassisch werden Bilder wie der Baum, der Sproß (Holz), Wind und eben Äther und feinstoffliche Phänomene in der Natur zur Veranschaulichung dieser Grundenergie verwendet.

Der Energiestrom ist vertikal nach oben gerichtet – und wohlgemerkt: gerichtet – die Aufhebung von Schwere, Grenzen und Stagnation ist, was diese Energie bewirkt.

Die Ätherphase folgt auf die strukturlose, ungerichtete Fließbewegung der Wasserphase, gewinnt an Ausrichtung und hebt die Form vollständig auf. Durch den Zugewinn an Richtung verstärkt sich die Dynamik – das nach-oben-Strömen – bis sie endlich eine so starke Bewegung aufbaut, daß sie in der extremen und allgerichteten Transformation der Feuerphase mündet.

Mit dem Äther- oder Holzelement sind in der TCM der Frühling als Jahreszeit, die Farbe grün, die Numerologie der Zahlen 3 und 4 sowie die Geschmacksrichtung „sauer“ assoziiert. Der frühe Morgen, die geistige Aktivität.

Äther- und Holzqualitäten im menschlichen System

In der TCM sind insbesondere Leber und Gallenblase mit dieser Energiephase verbunden. Organe also, die für Reinigung, Lösung und Klärung verantwortlich sind.  Der Gelbe Kaiser (genauer: das Huángdì Nèijīng – Standardwerk der TCM) spricht hier von der „Körperseele“, die den elementaren Selbsterhaltungstrieb verwaltet.

Ist dieser Energiefluß nicht im Gleichgewicht, kommt es zur Kumulation von Schad- und Fremdstoffen, kann Aufgenommenes (materielle und immaterielle Nahrung) nicht verarbeitet und assimiliert werden.
Auch der gesamte dynamische Apparat – Sehnen und Muskeln – sowie das Blut und die Sehkraft repräsentieren diese Energiephase. Psychisch zeigt sich ein Ungleichgewicht der Ätherenergie in Groll und Wut, die plötzlich und gerichtet hervorbrechen.

Die Antwort auf solche Störungsmuster heißt: Gerichtete Expansion.
Ein System, in dem Reinigung, Lösung und Klärung nicht natürlich stattfinden können, braucht Lockerung, Kühlung und Ausrichtung (Ventil)

Heilpflanzen mit einer ausgeprägten Äther-/Holzqualität

Nach meinen Beobachtungen tragen die ätherischen Lippenblütler (Lamiaceen) sämtlich und vorrangig diese expansive Energiequalität des Äther- oder Holzelements.
Ganz besonders die Minzen in ihrer mannigfachen Variation (mehr als 300 Arten !) übermitteln das Raumgreifende, Durchdringende, Reinigende, was diese Energiephase charakterisiert. (Zu dieser Familie habe ich sehr ausführliche Pflanzenprofile geschrieben: https://wild-natural-spirit.org/wasserminze/ ).

Ich persönlich arbeite mit drei Minzesorten: Der „handfesten“, besonders in der keltischen Kultur geehrten Wasserminze (mentha aquatica), die einen außerordentlich ausgeprägten Corpus und somit eine deutlich wahrnehmbare Erd-Himmels-Achse mit sich bringt. Zudem die differenziertere, stark stimulierende klassische Pfefferminze (mentha piperita), die ich gerne bei punktuellen Verhärtungen und Stagnationen einsetze. Und dann das ganz besonders geartete Kräutlein Krauseminze (mentha crispa spicata) bei Menschen, die empfindlich auf Menthol reagieren. Krausminze ist die einzige Minzeart, die kein Menthol, dafür aber ausgeprägt Carvon enthält. Sie kommt bei den Fällen zum Einsatz, bei denen die Störung im Ätherelement nicht aus einem Yang- sondern aus einem Yinüberschuß resultiert; begleitende Symptome sind hier oft Blähungen, Zyklusbeschwerden oder yininduzierter Migräne. Aber jetzt sind wir ja schon wieder bei der Symptomorientierung, von der ich gar nicht so viel halte ! Migräne zum Beispiel kann so unendlich viele Grundverfassungen als Ursache haben, daß die Beobachtung „Migräne“ alleine nicht ausreicht, um die richtige Antwort zu finden.

Auch unsere Melisse (melissa officinalis) ist eine vortreffliche Repräsentantin des Ätherelements. Sie ist nicht ganz so „forsch“ (auch eine Holz/Äthereigenschaft) wie die Minzen, berührt das System etwas sanfter und spricht auf der zweiten Ebene auch das zum Holz komplementäre Erdelement an.
Bereits an der Schwelle zum Feuerelement ist der transzendente Ysop und sein Destillat.

In der Anwendung der Äther-Pflanzen auf der Haut sprechen wir Veränderungen an, die sich in Verhärtungen, Rauhheit, Großporigkeit ausdrücken. Hier fehlt der verfeinernde, lockernde und lichtende Impuls des Ätherelements und genau hierfür stelle ich aus Melisse, Ysop und Krauserminze auch die Gesichtspflege aus dem Reindestillat her.

Den Lippenblütlern gemeinsam ist die besondere Form ihrer Blüten, die Blütenkronen erinnern an Ober- und Unterlippe. Das Blattwerk ist meist sehr zart und stark strukturiert, oft gezähnt, die Stengel oft aufrecht, hohl und vierkantig.
In Resonanz mit dem menschlichen System gebracht, erzeugen sie unmittelbar Kühlung, Lockerung und Entspannung – sowohl auf körperlicher wie auch auf mental-emotionaler Ebene.
Die gestaute Energie darf sich ausdehnen, das Verfestigte, Grobstoffliche darf sich heben, leicht werden und in Bewegung kommen.
Das Verwirrte, Verschachtelte darf sich aus- und Aufrichten.

Das ist die Qualität der Ätherenergie.
Ein spezielles Arrangement an Kraut, Destillat und Kosmetischem Pflanzenauszug habe ich in der “TCM Box Ätherelement” zusammengestellt

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Ich möchte klarstellen, daß meine Betrachtungen KEINE medizinische Beratung ersetzen. Überhaupt sehe ich mich in keinerlei Konkurrenz zur konventionellen Medizin oder Pharmazeutik. Denn mein Umgang mit den Pflanzen und meine Leidenschaft für die TCM sind weit entfernt von Heilversprechen, die ich per se und egal von wem sie kommen, für unlauter halte. Heilung ist nach meiner Auffassung ein Vorgang, der weder von irgendeinem einzelnen Menschen „gemacht“ werden kann, noch ein Ereignis, das sich in der immer gleichen Weise auf jeden Menschen übertragen läßt.
Insofern lade ich dazu ein, die Qualitäten der kosmischen Grundenergien individuell wahrnehmen und einsetzen zu lernen, den Blick auf die eigene Gesundheitsverfassung vom Symptom zu lösen und zu lernen, systemisch und in Fließgleichgewichten zu denken und vor allem das vieldimensionale Wirkspektrum unserer einheimischen Heilkräuter zu erforschen.
Gerne können wir das auch gemeinsam in einem der Seminare auf dem Berg Aditi tun. Hier ist eine Übersicht zu den Angeboten: https://wild-natural-spirit.org/seminare-und-praxiswochen/

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Mit den Spirits durch die Rauhnächte

Rauhnächte

In den Rauhnächten – 12 Nächte nach der Wintersonnenwende – wachten die Alten während der Dunkelheit, riefen die Götter und baten um Zeichen für den Verlauf des kommenden Jahres. Einst war dies eine Geste der Demut, ein „Sich-Öffnen“ für den Willen des großen Ganzen.
Über die Zeit wurde – wie ganz allgemein aus dem Beten – ein egozentrisches Wunschkonzert daraus, eine weitere Variante, individuelle Begehrlichkeiten und Wünsche zu formulieren.

Das zurück liegende Jahr lehrte uns alle, dass es nicht darauf ankommt, was wir wollen. Vielmehr dass wir uns daran erinnern, wie dieses „Lauschen und Empfangen“ geht, wie wir uns öffnen und einfügen können in den unaufhaltsamen Strom des Lebens.

Im Rahmen meiner Seminare – beiläufig in den Praxiswochen und explizit in den Seminaren zur Pflanzenmedizin – lege ich großen Wert auf dieses Lauschen. Es hätte wenig Sinn, nur die Wirkspektren der Pflanzen zu erklären oder die Konzepte der Fünf Wandlungsphasen aus der Traditionellen Chinesischen Medizin zu vermitteln. All dies hat wenig Wert, wenn das Wahrnehmen nicht aktiviert ist und die wirklich relevanten Informationen – die immer gegenwärtig und von Situation zu Situation, von Mensch zu Mensch verschieden sind – wenn diese Aspekte nicht aufgenommen werden würden.

In meinem Leben sind es die Pflanzen, die mir helfen, dieses „Hineinweben“ täglich zu praktizieren. Sie machen mir vor, wie ich still werden kann (Melisse und Baldrian), wie ich mich verankere genau dort, wo ich gerade stehe und meine Kontaktfläche zwischen „innen“ und „außen“ klar wahrnehme (Sonnenhut).
Sie führen meine Wahrnehmung aus dem weltlichen Geschehen in den feinstofflichen Zusammenhang (Wasserminze und Schafgarbe), aktivieren meine „Antennen“ für die Informationen aus dem großen Zusammenhang (Ysop).
Und wenn ich zurückkehre aus dem reinen Wahrnehmen, wenn es darauf ankommt, hier, auf dieser Erde mit diesem Körper zu manifestieren, wofür ich stehe, so wärmt mich die goldene Kamille in die Welt hinein und der Salbei hilft mir, mit den dreidimensionale Strukturen zurecht zu kommen.

Vielleicht konnte ich mit diesen Gedanken inspirieren, deine Rauhnächte einmal anders zu gestalten.
Dir in den Nächten zwischen dem 21. Dezember und dem 2. Januar jeweils einen Spirit mit hinaus unter den Sternenhimmel zu nehmen und das Lauschen zu üben.

Unabhängig von den großen Ankündigungen und Erwartungen aus den Reihen der Astrologen, Yogis und Mayaforscher, ist wohl für alle klar, dass dieses Jahr 2020 mit seinen außergewöhnlichen Ereignissen, ein Jahr 2021 einläutet, in dem wir neu aufgestellt und in veränderten Rahmenbedingungen uns wiederfinden.
Nutze die „Stille Zeit“ also diesmal – nicht, um all das, was Dir fehlt und missfällt anders zu wünschen – vielmehr, um zu vernehmen, wohin das Leben uns lenkt und wie Du in bester Weise deinen Platz dort einnimmst.

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Muster erkennen, Energie lenken

Energiemujster TCM

Energiemuster sind in der TCM ganz zentral.
In Zusammenhang mit den Spirits bekomme ich immer wieder Anfragen, welche Pflanze denn die richtige sei. In den folgenden Gesprächen wird deutlich, wie sehr wir doch an der symptomatischen und analytischen Betrachtung der Dinge gewöhnt sind.
Bei Husten Salbei, bei Kopfschmerzen Pfefferminze, bei Schlafstörungen Baldrian.
Und auch wenn solche Erscheinungen einen ersten Ansatzpunkt liefern, so werden sie einem ganzheitlichen Verständnis unseres Körpers und des Geschehens bei Krankheit und Heilung nicht gerecht.

Ständiger Wandel

Nach vier Jahren naturwissenschaftlichem Studium hatte ich mich in meinen frühen Zwanzigern abgewandt von der kausalistischen und intervenierenden Herangehensweise an die Natur. Wenig später lernte ich den japanischen Gelehrten und WHO-Berater Michio Kuchi kennen, der mich an die ganzheitliche Betrachtung der fernöstlichen Lehren heranführte.
In der TCM (Traditionelle Chinesische Medizin) – wie übrigens in allen orientalischen Heilkunden – schauen wir nicht auf ein einzelnes Symptom, kennen auch nicht die Clusterung von Symptomen zu festgeschriebenen Krankheitsbildern, wie sie im ICD-10 Code angewandt werden.

Vielmehr betrachten wir jedes System – ob Körper, Garten oder Gesellschaft – als ein einzigartiges Phänomen, das sich in einem ständig sich verändernden Fluss bestimmter, energetischer Qualitäten befindet. Diese Qualitäten beschreiben Grundenergien, wie sie überall in der Natur vorkommen: Etwa eine aufsteigende, sich dematerialisierende Qualität, wie die, die in Pflanzen von der Wurzel bis hinauf in die Blätter im Wind wirkt. Oder eine sich verdichtende, trockene, schwere Qualität, wie die, die wir in Steinen und Mineralien finden, und so fort. Derartige Betrachtung und Beschreibung enthält so viel mehr Informationen, als etwa die Aussage: „Das Laubblatt hat ein Loch“. Die Qualitäten, derer wir uns hier zu Erfassung des Geschehens bedienen, werden verglichen mit den Fünf Elementen, die unsere physische Welt definieren: Wind, Feuer, Erde, Mineral und Wasser.

Fließgleichgewicht

Der natürliche Zustand enthält alle diese energetischen Phasen – in einem fließenden Gleichgewicht. Die eine Phase geht in die nächste über, keine ist dominant, alle sind in wechselnder Zusammensetzung vorhanden und eine Flussrichtung fördernd.
Störungen – also mehr, als nur körperliche Krankheit, die oft die allerletze Ausprägung einer Störung auf einer feinstofflichen Ebene ist – treten auf, denn der Fluss (an Lebensenergie) nicht mehr natürlich strömt: Etwas staut oder fließt zu schnell, verdunstet und Mangel entsteht oder wird „brackig“ und eine Barriere entsteht …

Es braucht Energie, um ein solches Ungleichgewicht aufrecht zu erhalten.
Der natürliche Fluß erfordert hingegen ein Minimum an Energieaufwand – eher setzt er Energie frei.
Diese Energiebarriere, die wir aus welchen Gründen gebildet und damit Ungleichgewicht in uns erzeugtz haben, muß überwunden werden. Um dann das „Zuviel“ zu mindern oder den Mangel aufzufüllen. Um Dynamik, Konsistenz, etc. wieder in ein natürliches Fließgleichgewicht zu bringen.

Doch wo ansetzen ?
Wo die Barriere überwinden ? Und mit welcher Qualität ?

Genau hier dient mir die Systematik der TCM sehr, den ganzen Menschen, das ganze Geschehen zu erfassen, seine enthaltenen – und fehlenden Qualitäten zu erfassen, zu erkennen, wo Energie nicht fließt oder zu stark austritt und von welcher Qualität ist.
Diese Grundlagen erarbeite ich mit den Teilnehmer*innen des Diagnostik-Kurses.

Die TCM bedient sich dann – beim Versuch, das Fließgleichgewicht wiederherzustellen – dreier kraftvoller Instrumente: Der Akupunktur (und ihrer Ableger), der Ernährung (ein sehr komplexes System der Wirkweise verschiedener Nahrungsmittel und ihrer Zubereitung) und der Kräuterheilkunde. Ich habe Stunden in chinesischen „Apotheken“ auf aller Welt verbracht – mit großen Augen, riechend, fühlend, schmeckend – ein phänomenaler Schatz !

Die TCM beachtet jedoch auch sehr, sehr nachdrücklich die klimatischen Bedingungen, in denen wir leben. Eine Ingwerwurzel, die am Fuße des Himalaya gewachsen ist, mag einem Inselbewohner in südlichen Gefilden wenig nutzen. Oder eine Zistrose aus dem Mittelmeer – sie trägt so viel Sonne, Wind und Trockenheit in ihrem „Programm“ , daß sie für einen Mitteleuropäer einfach zu viel Yang ins Spiel bringt.

Aus diesem Grunde arbeite ich für uns, hier und jetzt, mit den Heilpflanzen, die hier, mit uns, leben und gedeihen.

Resonanz

Wenn das Bild also vollständig und klar ist, das ein mit Störungen behaftetes System Dir zeigt, dann gilt es also,

  1. Die Energiebarriere zu überwinden, die die Störung aufrecht erhält
  2. Das System genau da „anzustupsen“, wo der größte „Knoten“ ist

Alles in unserer Welt ist dem Prinzip der Resonanz ausgesetzt.
Alles ist mit allem verbunden – wir schwingen wie in einem riesigen Netz mit all den Geschehnissen, Empfindungen, Gedanken, die sich hier und jetzt ereignen.
Störungen, und Krankheiten, entstehen, wenn es uns nicht gelingt, mitzuschwingen. Es ist, als „verhake“ sich unser System. Es entsteht ein Widerstand, eine Reibung zwischen unserem eigenen System und dem System, in das wir eingebunden sind. Das kostet Kraft und kann unseren Körper/Geist/Seele beschädigen und in seiner Funktion mindern.

Wollen wir uns wieder in Einklang, in ein natürliches, gesundes Fließgleichgewicht in uns selbst und mit unserem Umfeld bringen, muß es gelingen, uns selbst in Resonanz zu bringen. Nicht zwingend an dem Punkt, an dem es „verhakt“ ist und an dem Symptome erscheinen.

Und hier kommen die Pflanzen ins Spiel. Die Pflanzen sind im Vergleich zu Mineralien, Tieren und Menschen um ein vielfaches durchlässiger und am wenigsten von den höher organisierten Körpern an die Materie gebunden. Sie sind die einzigen Wesen auf unserem Planeten, die aus Licht Materie erzeugen können.
So sind sie besonders geeignet, Barrieren zu durchdringen und Resonanz aus dem Feld zu übermitteln. Diese Eigenschaft machen wir uns seit Menschengedenken zunutze.

Bei der Herstellung unserer Reindestillate sammeln wir die Heilpflanzen, die vollständig maschinenfrei und ohne Zufügungen fremder Stoffe aufgewachsen sind, von Hand. Dabei sind alle Erntenden in einer Verfassung expliziter Bewußtheit und Meditation – zugänglich für die Kraft und Eigenart der Pflanze, die sie ernten. Bereits hier entsteht eine hohe Resonanz zwischen menschlichem und pflanzlichem Feld. Wenn wir die Pflanzen dann – unmittelbar nach der Ernte – auf offenem Feuer destillieren, führen wir ihnen die Qualitäten von Wasser und Feuer zu – beides energetische Formen, die reinigen, in Gang und in Fluß bringen.

Magie in Flaschen

Die unterschiedlichen Pflanzenarten haben ebenfalls ganz eigene Energiemuster. Salbei etwa, definiert Struktur und stabilisiert sie, während die Schafgarbe diese Strukturen verfeinert und eher in Richtung Dematerialisierung bringt. Kamille wärmt auf eine satte, erdige Art während die Ringelblume ihre Wärme zusammen mit einer Auf- und Ausrichtung spendet. Diese Energiemuster zu erkennen und die „Passung“ für die Energiemuster des erkrankten oder geschwächten Menschen zu finden, ist Inhalt des Therapiekurses zu den Fünf Elementen.

Es freut mich von Herzen, daß meine ersten, vorsichtigen Versuche mit unseren traditionellen Heilkräutern im TCM-Energiekreis so fruchten und uns ein wirklich gutes Spektrum an die Hand geben, Resonanz zu übermitteln.

Ich lade Dich herzlich ein. Im Oktober zu der zusätzlichen Seminarreihe zu kommen.

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Anwendung natürlicher Pflanzenkraft

Anwendung natürlicher Pflanzenkraft

Welche Pflanze ist denn „die richtige“ und wie können wir Pflanzenkraft sinnvoll für uns anwenden ?
Hierauf finden wir gemeinsam Antworten in den Kursen zur Fernöstlichen Heilkunde – Diagnostik und Therapie. Die können aber nicht so oft gehalten werden, daß alle Anfragen zur Anwendung natürlicher Pflanzenkraft beantwortet sind. Damit sich die Zeit bis zur nächsten Kursrunde verkürzt, mache ich einfach ein kleines schriftliches Seminar, damit das Wissen in die Welt kann.

Sieh das Ganze – nicht den Punkt

Als ich in den 90er Jahren mein langjähriges Biochemiestudium über den Haufen warf und tief enttäuscht war von der Kurzsichtigkeit und Augenwischerei unseres naturwissenschaftlichen Establishments, stieß ich unerwartet auf die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) und ihre Grundprinzipien.

Anders als in den westlichen Naturwissenschaften basiert die TCM auf einer ganzheitlichen Betrachtung mit drei wesentlichen Grundannahmen:

  1. Ein „Symptom“ ist nur eine Sollbruchstelle in einem System, das aus dem Gleichgewicht geraten ist
  2. „Gesundheit“ ist ein Fließgleichgewicht: das ganze System verändert sich an jeder Stelle unaufhörlich. Solange der Wandel (von Yin zu Yang und von Yang zu Yin ) sich an jeder Stelle natürlich vollziehen kann, herrscht Gleichgewicht.
  3. Um ein „krankes“ System wieder in ein natürliches (gesundes) Gleichgewicht zu bringen, muß nicht das Symptom beseitigt werden, sondern die „Flüsse“, die nicht fließen und als Nebeneffekt das Symptom hervorbringen, ausbalanciert werden. („Flüsse“ – das meint Materie ebenso wie Energie)

Betrachten wir die Dinge – unter anderem: die menschliche Gesundheit – unter diesen Annahmen, so ist es nicht das Magengeschwür, das durch Operation oder Behandlung mit Protonenpumpenhemmern und Antibiotika „bombardiert” werden muß. Mit diesem symptombezogenen Tunnelblick mag die augenscheinliche Beschwerde verdrängt werden. Doch an zig anderen Stellen entstehen neue Störungen im Organismus – und das Ungleichgewicht, das sich unter anderem im Magengeschwür zeigte, ist nachher noch stärker als zuvor.
Vielmehr wird ein Mensch mit Magengeschwür als ganzer Organismus betrachtet: Hitze, Schleim, Verfestigungen in Puls, Hautbeschaffenheit und Bewegungen registriert, psychische Ungleichgewichte erfaßt – der ganze Mensch. Und so rückt das Symptom in den Hintergrund – die Fließgleichgewichte im gesamten Körper ergeben ein Bild, an dem erkennbar wird, wo das eine nicht zu- und das andere nicht abfließen kann, und wie hieraus ein ganzer Komplex von „Zeichen“ entsteht.
Bevor ich dieses Gesamtbild nicht entstehen lasse, ist nicht erkennbar, was den ganzen Menschen zurück in sein Gleichgewicht bringt. Die Lehre von den Fünf Wandlungsphasen beschreibt die natürliche Fließrichtung von Yin zu Yang und wieder zu Yin.
Ich stelle unter diesem Link https://wild-natural-spirit.org/wp/wp-content/uploads/2020/03/AB-Einführung-Fünf-Wandlungsphasen.pdf für eine begrenzte Zeit einen Auszug aus meinem Buch „Was Dir wirklich wichtig ist“ zur Verfügung, in dem ich den Fluß der Elemente anschaulich mache.
Das wird Dir helfen, die nachfolgenden Informationen begreifen und anwenden zu können.

Die Elementenlehre bei der Präparation pflanzlicher Heilmittel

Bei der Verwendung von Pflanzen als Heilmittel gibt es ganz klassische Formen, die Pflanzen aufzubereiten. Je nach Konstitution des Menschen, der die Pflanzenkraft aufnehmen will und den Beschwerden, die Ausdruck seines Ungleichgewichts sind, kennen wir von jeher diese fünf großen Herangehensweisen:

* Mit der Pflanze atmen: Der lebendige Kontakt

Das entspricht nach der Elementenlehre der Phase ERDE: In Verbindung mit Erde – also als lebende, wachsende Pflanze – kennen wir ihre Kraft aus stillen Stunden in Wald und Flur oder bei der Arbeit im Garten. Daher bieten wir manchen Menschen an, eine Zeitlang bei und mit uns auf Aditi zu arbeiten und dabei Heilung zu erfahren.

* Heilpflanzen trocknen: Rohdrogen und Tees

Das entspricht nach der Elementenlehre der Phase METALL/STEIN: Durch das Trocknen der Pflanzen nähern wir uns dem Mineralischen an. Unsere Kräutertees sind wie “Informations-Anker” für das menschliche System, denn sie enthalten den elementaren Aufbau der Pflanze – ohne das Bewegende Element des Wassers. Als Aufgüsse, Tinkturen oder trocken verrieben kommen sie zur Anwendung. Unsere handverlesenen und solargetrockneten Rohdrogen werden von Heilkundigen zu spagyrischen oder homöopathischen Heilmitteln weiterverarbeitet.
Besonders bei der Verwendung getrockneter Drogen ist es von außerordentlicher Wichtigkeit, „intakte“ Pflanzen zu verwenden. Vergleiche einmal einen handelsüblichen Salbeitee mit Apothekerware … und dann: lege sie neben die großen, vollständig getrockneten und in ihrer Farbe kaum veränderten Rohdrogen von Wild Natural Spirit….

* Die hohe Kunst der Destillation

Heilpflanzen-Destillate entsprechen nach der Elementenlehre der Phase WASSER: In Verbindung mit dem Wasser – bei der Destillation sogar das hoch bewegliche, mit Feuer versetzte Wasser als Dampf – lösen wir den körperlichen vom feinstofflichen Teil der Pflanze und verbinden diesen mit dem Allheilmittel “Wasser”. Wasser vermag alle Ebenen zu durchdringen und dient dem feinstofflichen Aspekt der Pflanze als “Bote” für die benötigte Wirkung. Bei Wild Natural Spirit trennen wir die ätherischen Öle NICHT von den Hydrolaten. So entstehen Ätherische Hydrolate und es bleibt der ganze Bogen des pflanzlichen Charakters erhalten und verfügbar.

* Fermentation: Die Loslösung

Das entspricht nach der Elementenlehre der Phase HOLZ/WIND: Durch die Vergärung der Pflanzen zu Essig findet eine physische Transformation und Infusion statt. Die Umsetzung der gebundenen Zucker in Alkohol und später Essig übertragen einen Yinisierungs-Vorgang. Das Körperliche wird auf die geistige Ebene gehoben und das Geistige herab in die materielle Welt geholt. Zu diesem Zweck stellen wir edelsten Kräuteressig her, der zwischen 9 Monaten und 3 Jahren gärt.

* Das Verräuchern von Pflanzen

Das entspricht nach der Elementenlehre der Phase FEUER: In Verbindung mit Feuer und Luft – die wir durch das Verräuchern der Pflanzen erzeugen – adressieren wir das “Netz” in dem Mensch und Pflanze, Mineral und Tier untereinander verbunden sind. Dies ist wohl die archaischste Form der Pflanzenmedizin.
Wir produzieren hierfür Räucherbündel und Räucherharze sowie den sogenannten “Knaster” – Rauchware aus leicht psychoaktiven, einheimischen Kräutern, die inhaliert wird.
Diese Prinzipien gelten für alles, was lebt und dem Atem von Yin und Yang unterworfen ist. So wende ich diese Prinzipien und das Bemühen, das Gesamtbild zu erkennen und in Gleichgewichten wahrzunehmen auch bei meinem Gartenbau an.

Die Wahl der „richtigen” Pflanze

Die wirkungsvollste Art, die Pflanzen einzusetzen, sind Reindestillate.
Welche Pflanze am besten zu deiner Verfaßtheit paßt, kannst Du in wenigen selbstbeobachtenden Schritten selbst feststellen:

  • ist dein System eher überhitzt oder unterkühlt ?
  • eher feucht oder eher trocken ?
  • eher fest oder eher formlos ?
  • energiereich oder energiearm ?

Für die Reindestillate (nicht Rohdrogen) gilt:

Anwendung natürlicher Pflanzenkraft
  • Schafgarbe, Ysop, Melisse, Lavendel, Pfefferminze und Roter Sonnenhut kühlen — Kamille, Calendula, Krause Minze, Wasserminze, Fenchel, Baldrian und Salbei wärmen.
  • Kamille, Melisse, Calendula, Lavendel, Baldrian und Fenchel befeuchten und lockern —  Schafgarbe, Salbei, Ysop und alle Minzen und Roter Sonnenhut trocknen und festigen.
  • Schafgarbe, Melisse, Lavendel und Roter Sonnenhut leiten Energie ab — Ysop, Calendula, Kamille, Fenchel, Baldrian und Salbei führen Energie zu. (Die Minzen setzen Energie frei)

Betrachte deine Gesamtverfaßtheit. Auf diese Weise findest Du am besten, was Dir gut tut und hilft.

Eine Sammlung von Pflanzen-Profilen und ihren Reindestillaten findest Du hier:

So … das war jetzt eine ganze Menge Stoff.

Wenn es zu diesem Beitrag hinreichend viele Kommentare gibt, könnte ich mir vorstellen, einen kleinen Online-Termin für alle Interessierten anzubieten, in dem ich offene Fragen gerne noch beantworte und individuell helfe, die „richtige“ Pflanze für Dich jetzt zu finden.

Also: KOMMENTIERE !

Außerdem lade ich sehr herzlich zu den beiden Praxiswochen Permakultur vom 4. – 10. Bzw. 10. – 14. Mai auf Aditi ein. Es gibt noch freie Plätze und ich gehe stark davon aus, daß wir bis dahin keine absolute Kontaktsperre mehr haben. Und wenn – macht das auch nichts – denn wir arbeiten unter freiem Himmel und können die nötigen Sicherheitsvorkehrungen entspannt einhalten, während wir in der Erde graben, den Vögeln lauschen und die Sonne auf unsere Haut scheinen lassen.
Hier geht es zur Buchung: https://wild-natural-spirit.org/seminare-und-praxiswochen/

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TCM für die Haut

TCM

Mit großem Elan machen wir uns gerade daran zu verdeutlichen, daß unsere Haut sich außerordentlich darüber freut, von Alkohol, Emulgatoren, Stabilisatoren, Nanomaterialien und Mineralölsubstituten verschont zu bleiben. Und daß auch die Anwender/innen sich freuen werden, wenn sie nicht mehr schmieren müssen – sondern ein frischer Sprühnebel von duftendem, naturreinen Pflanzendestillat ein absolut gleich- wenn nicht höherwertiges Pflegeäquivalent ist.
Und: Natürlich ist es ganz entscheidend, daß wir nicht mit reduzierten Hydrolaten sondern mit Volldestillaten arbeiten. Und natürlich ist ganz zentral für Qualität und Haltbarkeit, daß die Pflanzen, die wir verarbeiten, noch nie eine Maschine gesehen haben, keine Transportwege hinter sich haben und in biozertifizierter Permakultur gewachsen sind.
Eigentlich ganz einfach. Aber außer uns scheint sich weltweit niemand sonst diese Mühe zu machen …

Im Zuge unserer Vorbereitungen auf die BIOFACH habe ich die 9 Sorten Gesichtspflege, die wir bei Wild Natural Spirit aus ausschließlich selbst angebauten Rohstoffen produzieren, noch einmal in den Kontext der TCM (Traditionelle Chinesische Medizin) gebracht.
Denn immer wieder bekomme ich Zuschriften, welche Pflege denn die beste für den jeweiligen Hauttyp sei.

Um mit diesem genialen System der ganzheitlichen Betrachtung umgehen zu können, helfen zunächst zwei Informationen:

  1. Jedes Kraut entspricht einer bestimmten Gesamtverfassung. Diese Gesamtverfassung spiegelt sich auch im Hauttyp wider.
  2. Für die Diagnostik – des Gesamtsystems – in der TCM sind diese Basisgrößen wichtig: feucht/trocken, weich/fest, energiereich/energiearm, kalt/kühl/warm/heiß

Energie muss fließen

Die Traditionelle Chinesische Medizin lehrt uns, nicht nach Symptomen sondern nach einer Gesamtverfassung zu beurteilen, was unser Körper braucht. Diese Sichtweise liegt unserer Gesichtspflege zugrunde: Jede Pflanze spricht eine spezifische Verfaßtheit an. Die ganze Pflanze mit ihrem vollständigen, natürlichen Spektrum vermag, einen spezifischen Hautzustand zu spiegeln und in Balance zu bringen.
Auf dieser Systematik beruhen unsere Anwendungsempfehlungen.

Welche Pflanze am besten zu einer Hautsituation paßt, ist in wenigen Schritten feststellbar:

  • ist das System eher überhitzt oder unterkühlt ?
  • eher feucht oder eher trocken ?
  • eher fest oder eher weich ?
  • energiereich oder energiearm ?

Grundsätzlich gilt:

  • Schafgarbe, Ysop, Melisse, Lavendel und Roter Sonnenhut kühlen  — Kamille , Calendula, Fenchel und Salbei wärmen.
  • Kamille, Melisse, Calendula, Lavendel und Fenchel befeuchten und lockern  —  Schafgarbe, Salbei, Ysop und Roter Sonnenhut trocknen und festigen.
  • Schafgarbe, Melisse, Lavendel und Roter Sonnenhut leiten Energie ab  — Ysop, Calendula, Kamille, Fenchel und Salbei führen Energie zu.

Und so ergeben sich die kosmetischen Empfehlungen:

Unrein ist nicht gleich unrein

Feuchtigkeitsspendende Sorten

Ringelblume und Melisse enthalten gleichermaßen feuchtigkeitsspendende Wirkstoffe. Die Ringelblume hat dabei allerdings einen festigenden, formgebenden Effekt, die Melisse einen beruhigenden, weichmachenden.
Ringelblume – Calendula officinalis ist eine erdig-nährende Wohltat für empfindliche und gereizte Haut, die sich nach Aufbau und Strahlkraft sehnt.
Zitronenmelisse – Melissa officinalis ist eine zitronig-zarte Wohltat für angespannte, irritierte Haut, die eher empfindlich ist und sich nach Pflege und Entspannung sehnt.

Klärende Sorten

Sowohl Kamille mit dem hohen Chamazulengehalt als auch Salbei mit dem hohen Gehalt an Thujon werden für unreine Haut empfohlen. Doch achten wir bei Wild Natural Spirit darauf, daß die Kamille einen befeuchtenden, kühlenden Effekt mit sich bringt, während der Salbei eher trocknet und wärmt.
Echte Kamille – Matricaria chamomilla ist eine wiesenduftende Wohltat für unreine und entzündliche Haut, die sich nach Reinheit und Schutz sehnt.
Echter Salbei – Salvia officinalis ist eine herb-frische Wohltat für wunde und schlaffe Haut, die sich nach Verfeinerung und Klärung sehnt.

Porenverfeinernde Sorten

Großporige Haut fordert Reinigung, Durchblutung und Festigung. Für eine energiereiche Grundverfassung bieten sich eher die Cumarine des Lavendel an, dagegen kurbelt der Campher des Ysop eher spannungsarme Strukturen an.
Lavendel – Lavendula angustifolia ist eine  eine extravagant verwöhnende Wohltat für großporige und zu Unreinheiten neigende Haut, die sich nach Klärung und Geschmeidigkeit sehnt.
Ysop – Hysoppus officinale ist eine zitronig-frische Wohltat für müde, fahle Haut, die eher kräftig strukturiert ist und sich nach Belebung sehnt.

Verjüngende Sorten

Die ersten Fältchen, eine nachlassende Spannkraft der Haut – sowohl der Rote Sonnenhut (Echinacea) als auch der Fenchel bringen hier rasch Glättung und Straffung. Der Sonnenhut spricht hier eher bei energiereichen Verfassungen an (von allem ein bisschen zu viel) – der Fenchel eher energiearme (Ermüdung).
Roter Sonnenhut – Echinacea purpurea ist eine fruchtig duftende Wohltat für trockene und zu Fältchen neigende Haut, die sich nach Feuchtigkeit und Kräftigung sehnt.
Fenchel – Foeniculum vulgare eine zart-schmeichelnde Wohltat für spröde Haut, die sich nach Geschmeidigkeit sehnt.

Beruhigende Sorten

Irritierte Haut kann auf innere und/oder äußere Einflüsse mit Reizungen, Rötungen, Ausschlägen und Juckreiz reagieren. Bewährte Kräuter hierfür sind Schafgarbe und Melisse – wobei erstere ihre lindernde Wirkung eher bei Menschen entfaltet, deren System eher mit Verschleimung kämpft und letztere eher bei Verfasstheiten anschlägt, die trocken sind.
Melisse – Melissa officinalis
Schafgarbe – Achillea millefolium ist eine blumige Wohltat für irritierte, zu Rötungen neigende Haut, die sich nach Schutz und Beruhigung sehnt.
Melisse – Melissa officinalis ist eine zitronig-frische Wohltat für müde, fahle Haut, die eher kräftig strukturiert ist und sich nach Belebung sehnt.

Alle Destillate findest Du im Online-Lädchen mit ausführlichen Detailinformationen zu Pflanzen, Anwendung und Herstellung.

Altes Wissen

Seit 1991 befasse ich mich mit den Prinzipien der TCM, von 1988 bis 1992 studierte ich Biochemie. Und es ist, wie bei jedem Versuch, wissen zu wollen: Je mehr ich beobachte, lese und lerne, desto mehr habe ich den Eindruck, nichts zu wissen.
Die Arbeit auf Aditi für Wild Natural Spirit bringt mich in das unmittelbare Erfahren: Ich kann beobachten, wie sich die Pflanzen hier im Unterschied zu maschineller Monokultur entwickeln, ich kann riechen, schmecken, spüren, wie anders der Salbei ist, der hier gewachsen ist als der, den ich in der Apotheke oder gar im Supermarkt kaufe.
Die Leitlinien der TCM helfen mir, Einflüsse und Wirkung ganzheitlich zu betrachten – zusätzlich zur kausalistischen Betrachtung unserer westlichen Naturwissenschaften.

Während der Praxiswochen und Themenseminare biete ich Gelegenheit, dieses Wissen zu teilen und zu erfahren. Fühle Dich eingeladen.