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Der Weg mit den Pflanzen

Der Weg mit den Pflanzen

Pflanzen sind vielmehr als Rohstofflieferanten

 „Schau, das runzlige Männlein da hinter dem bemoosten Stamm ! Das ist der Stumpfe Ampfer, der das Wasser fortträgt“. „Kannst Du es sehen, daß süße Mägdelein, das dort auf dem Stein sitzt und mit den Vögeln singt ?“
So brachte mir mein geliebter Opa den Märzenbecher nah – und viele andere Kräutlein und Bäume. Während meiner gesamten Kindheit hatte ich Baumfreunde, zu denen ich mich verkroch, wenn die Welt zu eng wurde. Mit ihnen konnte ich spüren und wahrnehmen und wachsen.

Pflanzen sind vielmehr als Rohstofflieferanten.
Mit zunehmender „Erziehung“ und „Bildung“ verschwand dieser innige, seelenreiche Umgang mit der Pflanzenwelt hinter dem sezierenden Wissensdurst: Welche Inhaltstoffe sind in einer Pflanze ? Wie muß man eine Pflanze kreuzen, damit sie froststabil wird ? Was kann man aus der Pflanze machen ?

Nutzen ist etwas anderes als Verbindung

Diese „nutzenorientierte“ Haltung, von der unsere Welt durchdrungen ist, reicht mittlerweile sogar in unsere Beziehungen. Wir mögen jemanden, weil seine Meinung uns zupass kommt. Weil sie dies oder das für uns tut. Wie viele Menschen begegnen sich noch in dieser seelischen Ganzheit, in der das Spüren vorrangig und das Wahrnehmen auf ein Ganzes gerichtet ist ?
Was für ein Glück, daß mich das Leben schon früh an die Grenzen des (Be)Nutzens brachte. In meinen Zwanzigern tauchte ich ein in die Welt der Naturwissenschaften – insbesondere der genetischen Forschung. „Nutzen“maximierung bis zum Anschlag. Aus Gewissensgründen ging ich. In meine Dreißigern tauchte ich ein in die Welt der Finanzmärkte und Staatsmechanismen. „Nutzen“maximierung bis zum Anschlag . Aus Gewissensgründen ging ich. Was für ein Segen, daß sich etwas in mir an die „grünen Freunde“ erinnerte und mich den Dschungel wählen ließ, um den Rationalitäts-Schock zu verarbeiten.
Seither spreche ich wieder mit den Pflanzen. Seither lasse ich mich nicht einschüchtern von den Forderungen nach „wissenschaftlichen Nachweisen“ und „rationalisierten Ursache-Wirkungs-Zusammenhängen“. Ich spüre die Vitalkraft der Calendula – und die stellt sich durch viel mehr als durch Triterpensaponine und alpha-Cadinol, ein sattes Orange und einen intensiv krautigen Duft ein. Sie ist ein lebendiges, vielschichtiges und pulsierendes Wesen mit einem ganz eigenen Charakter. Sie erreicht ganz unmittelbar meinen Solarplexus, streichelt und wärmt ihn, so daß ich mich aufrichten und selbst strahlen kann.
Subjektiv ? Objektiv ? Spielt das eine Rolle ?
Ist es nicht viel wertvoller zu beobachten, daß diese Erfahrung übertragbar ist, daß die positive Resonanz, die zwischen mir und ihr entsteht, weiter schwingt bis zu dem Menschen, dem ich die Pflanze überreiche ?
… freilich … mit der Quantenphysik erdenkt die Gilde der Analyse nun auch hierfür Begründungen und Beweise. Brauchen wir das ?

Die Mär vom wissenschaftlichen Objektiv

Lange hatte ich mich den besonderen Worten und anspruchsvollen Formeln der Naturwissenschaften unterworfen. Brav hatte ich mir die Sammlung von Bezeichnungen, Experimenten, Gesetzen und Beweisen eingeprägt – nicht immer mit Leichtigkeit – meine akademischen Prüfungen gemacht und Scheine bekommen. Die Analyse (übersetzt: Untersuchung, bei der etwas zergliedert, ein Ganzes in seine Bestandteile zerlegt wird) sollte die seelische Wahrnehmung absichern oder gar ersetzen. Das wiederholbare Experiment und seine dezidierte Dokumentation waren Voraussetzung von „Wahrheit“ geworden.  
Diese Reduktion der Wirklichkeit auf Formeln und Gesetze einer Elite weniger Menschen spiegelt sich überall in unserer Gesellschaft. Wir sind zunehmend entfremdet von unserer eigenen Wahrnehmung und damit von der Welt, die uns umgibt und durchdringt.
Auf diese Weise hatte auch ich mich von der Pflanzenwelt, die mich von Kindheit an genährt, begleitet und beraten hat, entfremdet. Erst im Dschungel erwachte diese „Antenne“ neu – und heute ist es meine Aufgabe, diesen wundervollen Lichtwesen einen heilen Raum zu geben, indem ich sie maschinenfrei und fernab von Städten hege. Und eben: sie zugänglich und verfügbar für Menschen zu machen, die seltener die Chance haben, sich in eine weitgehend unversehrte Natur zu begeben und die Kraft der Pflanzen zu spüren.

Vertraue dem Seelischen

Viele Menschen haben so irritierte Wahrnehmungsorgane – oder sind eben so sehr von der analytischen Betrachtung der Pflanzen geprägt – daß sie den Unterschied zwischen „heilen“ und „toten“ Pflanzen/Lebensmitteln/Worten nicht mehr unterscheiden können.
Probier mal, ob es Dir gelingt: Kannst Du , sagen wir: Salbei, der in Massen und unter Einsatz schwerer Maschinen gezogen wurde, nach der Saison auf dem Feld und in den Trocknungsanlagen geschreddert wurde und dann als „Apothekenware“ international gehandelt wird unterscheiden von Salbei, der von Hand gezogen und geerntet wurde? Probier´s aus ! Mach eine Blindprobe !
Selbst – oder gerade ? – Mediziner und Apotheker richten sich bei der Beurteilung ihrer „Phytoware“ nach ausgewählten, analytisch ermittelten Inhaltsstoffen. Jenseits der Wahrnehmung einer Pflanzen-Ganzheit, der eigentlichen, seelischen Qualität, die die Kräuter für uns bereit halten.

Diese seelische Qualität – die natürlich auch körperlich und mental wirkt – sammle ich im Dienst der Pflanzen und der Menschen auf eine Weise, die die Pflanzen „beweglich“ macht. Dazu bediene ich mich einer uralten Methode: Der Destillation. Und zwar OHNE die Pflanzen zu töten (keine Wurzeln mehrjähriger, vitaler Pflanzen), stattdessen mit großer Achtsamkeit beim Sammeln und – so es keine Wildpflanzen sind – beim Anbau. NATÜRLICH OHNE MASCHINEN UND FOSSILE BRENNSTOFFE !!! NATÜRLICH OHNE DEN ZUSATZ VON ALKOHOL oder anderen lebensfeindlichen Substanzen.
Auf diese Weise gewannen schon die Alchemisten die „Seele“ der Pflanze – und die Medizinleute in weniger deformierten Gegenden unserer Welt tun es so noch heute.
Die Seelenebene ist die Ebene, auf denen uns die Verbindung und die Interaktion mit unseren Mitwesen möglich ist. Besonders mit den Pflanzen.
Allein das achtsame Sammeln erzeugt eine Verbindung zwischen Pflanze und Mensch, die weiterwirkt. Bei der Destillation, in der der Mensch Feuer und Wasser mit der Pflanze vereint und viele Stunden über diese alchemistische Hochzeit wacht, verstärkt sich diese Schwingung und die „Resonanzfläche“ zwischen dem Pflanzenwesen und dem Menschen.
Reindestillate aus heilen Pflanzen sind de facto also die beweglich gemachte Seele der Pflanze.

Geh mit den Pflanzen

Wenn Du die Möglichkeit hast, „heilen Pflanzen“ aufzusuchen, tu das. Heile Pflanzen findest Du  fernab massiverer, unnatürlicher elektromagnetischer Felder und fernab von Maschinen. Nimm Dir richtig viel Zeit – schon bei der Wahl der Pflanze, mit der Du Kontakt aufnehmen möchtest. Oft „ruft“ uns ein bestimmtes Kraut, ein bestimmter Baum. Lerne wieder, diese „Ruf“ überhaupt wahrzunehmen. Vermutlich konntest Du das schon einmal, vor langer Zeit. Manchmal ist es ein Traum, oder das plötzliche Bedürfnis, in eine ganz bestimmte Richtung zu gehen. Zu einem bekannten Ort – vielleicht aber einfach nur querfeldein bis zum Ursprung des „Rufs“. Erlaube Dir das endlich wieder – „querfeldein“ – ohne Ziel aber mit einer (seelisch) klar wahrgenommenen Richtung –  nicht nur beim Laufen in der Natur sondern auch übertragen in deinem Leben. Keineswegs blind. Schon fragend – und auf Echo lauschend. Das Echo kommt. Probier es aus !
Auf diese Weise wirst Du auf Pflanzen treffen, die Dir sehr fundiert und weitreichend „weiterhelfen“ können. Du magst dies in Gedankenblitzen wahrnehmen, während Du Dich innig auf die Pflanze eingelassen hast. Oder einfach nur in einer tiefen Beruhigung deines Gedankenkarussells, aus der heraus klare Einsichten möglich werden. Und halte es ruhig so, wie Du es ja auch mit Menschen hältst: Wenn Du meinst, eine Botschaft von der Pflanze zu erhalten: Frag ruhig noch einmal nach. Laß es klar und deutlich werden. Halte deine analytischen Gedanken und Zweifel fern – aber frag trotzdem nach, bis deine Empfangsantennen klar wahrnehmen.

Das Schöne an den Pflanzen ist ja, daß sie auch ohne deine bewusste Frage, ohne deine Vorstellung davon, was Du brauchst und was jetzt richtig wäre, wirken. Besser als jeder Lehrsatz, den Du irgendwo aufgefangen hast, vermögen sie, deine seelische Landschaft abzutasten, „Wirbel“, „Knoten“ und „Unebenheiten“ zu finden und mit ihnen in Resonanz zu gehen.

Vergiß nicht: Alles, was einen Körper hat, hat diesen Körper aufgrund von Licht. Kein physisches Wesen auf der Erde kann ohne Materie aufzunehmen und „umzubauen“ Materie schaffen. Außer die Pflanzen. Sie vermögen aufgrund ihrer Fähigkeit zur Photosynthese aus Licht unmittelbar Materie zu machen. (Erde, sogenannte Pflanzennährstoffe, ja sogar Wasser sind für diesen Vorgang NICHT erforderlich !)
Geh mit den Pflanzen – sie geleiten Dich weise.

Die richtige Pflanze

Ich werde oft gefragt, welche Pflanze für dieses und jenes Symptom denn die richtige sei. Pflanzen sind vielmehr als Rohstofflieferanten. Wenn ich eine Antwort suche – wissend, daß die „Passung“ etwas ganz und gar Subjektives und manchmal auch Temporäres ist – verbinde ich mich mit dem Menschen, für den die „passende Pflanze“ gefragt ist. Ich fühle, ob es viel Bewegung gibt in diesem Menschen – oder eher Stagnation. Ich nehme seine Wärme oder eine Kälte wahr. Ich taste die „Ränder“ des Menschen ab, spüre nach, ob es eine klare oder eine diffuse Struktur und Abgrenzung gibt. Fange manche Themen auf… Und dann wende ich mich den Pflanzen zu, die hier auf Aditi wachsen: Sämtlich traditionelle, einheimische Heilpflanzen, zu 98% vieljährig und aromatisch. Und hier „rufe“ ich nach der komplementären Wesensart – meistens, etwa wenn ein Mensch in einer wunden, aufgebrachten, instabilen Verfaßtheit ist, kommt eine „Antwort“ vom Salbei – oder, wenn es sich um einen Menschen mit feinerer Struktur handelt, antwortet die Schafgarbe. Manchmal ist die Verfassung eines Menschen aber auch ein Weg in eine neue Richtung. Etwas löst sich auf, etwas verliert an Festigkeit … und das ist stimmig mit der (seelischen) Entwicklung dieses Menschen. Dann kommt eher eine Resonanz mit einem Pflanzenwesen, das diesen Vorgang unterstützt und befördert, die es dem Menschen leichter macht, sich in der neuen Verfasstheit niederzulassen – zum obigen Beispiel also eher Ysop oder Melisse oder Lavendel…
Du merkst schon: Diese Art, mit den Pflanzen zu gehen, „funktioniert“ nicht so, wie „Herzrhythmusstörung nach ICD-10-Gm“ = „Digitoxin, Herzglycosid“. Es funktioniert auch nicht nach der quantitativen Studie à la: „200 Menschen haben gerötete Hautstellen – bei 185 verschwanden diese Hautstellen binnen 5 Tagen nach Behandlung mit Chamazulen.“
Vielmehr geht es um Resonanz, um eine Verbindung zwischen dem hilfesuchenden Menschen und dem Wesen der Pflanze. Die Pflanze als das potentere und stabilere Wesen von beiden, vermag den Menschen zu erfassen und zu durchdringen in heilsamer (= ausgleichender, in den Kosmos sich einschwingender) Weise. Pflanzen sind sehr unterschiedlich in ihrer Art und Weise – und so sprichst Du auf die eine Pflanze mehr und die andere weniger an.
Es ist Frühling jetzt und Du hast die Chance, heile Plätze aufzusuchen und in Kontakt mit den Pflanzen zu gehen. Dich zu verbinden, Dich einzulassen – und zu lauschen.
Nutze diese Chance !
Und wenn Du diese Kraft noch deutlicher bei Dir haben möchtest, in Reinform und aus Aditis Gärten, dann sieh Dich bei den Schätzen von Wild Natural Spirit um. Manchen Tag nehme ich die Destillate gar nicht ein, sondern trage nur ein Fläschchen bei mir. Ich kann sie spüren, die Würde und Stehkraft des Sonnenhuts, der mir gerade jetzt unglaublich wertvoller Begleiter ist.

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Permakultur – die liebevolle Antwort für unsere Natur

Permakultur

Heute vervollständige ich mit dem 3. Teil meiner Beitragsreihe zur Permakultur meine kleine Einführung zu einer Art Land zu bewirtschaften, die Gleichgewicht erhält und uns gesunde Nahrung und Heilmittel beschert. Für Wild Natural Spirit ist diese Art des Anbaus zwingende Voraussetzung für die Herstellung von Heilkräutern und pflanzliche Präparaten. Maschinell angebaute Kräuter, in chemisch behandelten Monokulturen, die tausende von Kilometern transportiert werden, können die Naturkraft nicht übermitteln.
Also: Laßt uns hierzulande die Permakultur voranbringen.
Sie setzt ein kognitives und intuitives Verständnis für die Prozesse zwischen Pflanze, Mensch, Tier, Mineral und Klima voraus, das sehr viel mit Offenheit, Beobachtung und interaktivem Lernen zu tun hat. 

In Teil 1 ging es um Kreisläufe und Wechselbeziehungen. Teil 2 befasste sich mit natürlichen Mustern, Anordnungen und Wirkkräften in der Natur. Dieser dritte und letzte Teil widmet sich nun dem 9. bis 12. Permakultur-Prinzip nach Holmgren. Sie richten sich auf die Interaktion zwischen Mensch und Garten und um die Haltung, die der Permakultur gemäß ist.

Das neunte Prinzip lautet:

Prinzip No 9: Setze auf kleine, langsame Lösungen

(Use Small and Slow Solutions)

Als ich den „großen Kräutergarten“ auf Aditi anlegte – mit immerhin 3.000 Quadratmetern Fläche – war ich voller Tatendrang und hätte am liebsten gleich alle Beete angelegt, eingefriedet und bepflanzt. Die komplette Wiese aufreißen, Pflanzen kaufen und setzen – und fertig ist der Kräutergarten.
Zum Glück wußte ich, daß ich von der Fläche erst Stück für Stück lernen muß, wie unterschiedlich auf dieser verhältnismäßig kleinen Fläche die Bodenverhältnisse sind, wie das Licht über den Tag und die Jahreszeiten wandert, welche angestammten Pflanzen sich „verschieben“ lassen – und welche nicht. Und so begann ich erst einmal „nur“ damit, das Salbei- und Ysopfeld grob zu markieren – derweil wuchsen die selbst angesetzten Pflänzchen aus ausgesuchtem Biosaatgut gemächlich in tausenden Töpfchen auf der Südterrasse. Zwei riesige Wiesenstreifen blieben erst einmal stehen – zudem ein ganzes Feld, das über und über bewachsen war mit Brennnesseln und Melde. Freilich sorgt sich die ordentliche Gärtnerin um das Ausfallen der „unerwünschten“ Saaten. Freilich drängen die Wiesenstreifen nach in die frisch angelegten, kleinen Beete.
Doch während ich – schön langsam und in kleinen Parzellen – das Beet für die heranwachsenden Ysop- und Salbeipflänzchen vorbereitete, sammelte ich all die zauberhaften Schafgarbepflänzchen, die aus der Wiese hereindrängten – und gab ihnen ein eigenes Stück, in dem ich sie fördern konnte. Das hätte ich mit Sicherheit übersehen und verpasst, wenn ich gleich erst einmal alles platt gemacht und mit „erdachten“ Kulturen besetzt hätte.
Tatsächlich beschenkten mich diese ersten kleinen Stücke im selben Sommer noch mit reicher Ernte – und ich konnte beobachten, wie sich die Schafgarbe aus den Bereichen, in denen ich sie nicht förderte, ganz von selbst heraus hielt.

Permakultur

Und ganz ehrlich: Ich hätte im März nicht gedacht, wie viel Arbeit erforderlich ist, diese kleinen Teilstücke zu hegen. Mehr hätte ich gar nicht geschafft im Anfangsjahr !

Das unbearbeitete Stück, in dem ich Brennnessel und Melde erst einmal ihr Werk tun ließ, lieferte mir im Herbst kostbare Brennnesseljauche. Und was noch viel erstaunlicher war: Sie wandelten den festen Wiesenboden in reinsten Humus, in den ich im Folgejahr mit Leichtigkeit meinen Baldrian pflanzen konnte.

Prinzip No 10: Nutze und schätze die Vielfalt

(Use and Value Diversity)
Durch diese langsame Vorgehensweise wuchsen mir die Sorten, die zur nötigen Vielfalt paßten, regelrecht vor die Nase: Nicht nur die Schafgarbe als eigene Kultur offenbarte sich auf diese Weise, sondern auch ihre besonderen Eigenschaften als „Grenzhüterin“.
Ich bemerkte, wie sie eine Barriere bildete zwischen einer Reinkultur – etwa dem angrenzenden Ysop-Feld – und der mit Vogelmiere, Spitzwegerich und Quecke durchsetzten, hereindrängenden Wiese. Schafgarbenreihen stehen mittlerweile an vielen „Sortengrenzen“.
Und auch die Ringelblume wurde zum „Konfetti“ in meinem Permakulturgarten: Nicht nur, weil das herrliche Orange da und dort das Auge erfreut, sondern auch, weil sie durch ihren kräftigen, raschen Wuchs die offenen Stellen zu beschatten vermag, an der anderenfalls die unliebsame Quecke durchdrücken würde. Das spart und eine Menge Jät-Arbeit und hält den Boden zudem von Nematoden frei.

Auch der Wechsel von Lavendel und Schafgarbe hat sich sehr bewährt: Beide Arten teilen sich ein Feld, sind eine wahre Bienenweide und erzeugen ein Nährstoffgleichgewicht, das und das Düngen erspart: Was die eine nimmt, gibt die andere zurück – und vice versa. So können wir die Pflanzen dauerhaft am selben Ort stehen lassen, ohne den Boden auszulaugen.

Prinzip No 11: Nutze Randzonen

(Use Edges and Value the Marginal)
Die elfte Regel ist für die meisten Permakultivisten selbstverständlich – denn wir bewirtschaften ja nicht hunderte von Hektar, sondern eine relativ überschaubare Fläche, die möglicherweise sogar des Schutzes vor konventionell-landwirtschaftlichen Nachbarn bedarf.
Von daher versteht es sich von selbst, daß wir gerade an den Rändern – des Grundstücks wie der einzelnen Anbauflächen – mit großer Sorgfalt auf den Abschluß achten. Die Randzonen sind wie die Haut eines Organismus: Sie müssen permeabel sein, um Signale aus dem Umfeld aufzunehmen und senden zu können – doch sie müssen auch so beschaffen sein, daß sie unerwünschten Abfluß oder lebensfeindlichen Einfluß verhindern können.

Permaklultur

Aditi ist an drei Seiten von hohen Benjeshecken aus Altholz umgeben. So geben wir Vögeln, Insekten und Reptilien kostbaren Lebensraum – und sie geben uns die natürliche Kontrolle ökologischer Nahrungsketten, bringen neue Sorten ein, wandeln Altes um, befruchten unsere Pflanzen und erfreuen unser Herz.
Zudem umgibt uns im Norden und Westen ein Waldstreifen, der nicht nur als hochwirksame „Informations-zentrale“ für das gesamte Grundstück wirkt, sondern zudem Wasser speichert, Windböen bricht und weiteren Lebensraum bereithält.
Unmittelbar an Beetgrenzen setze ich Hundsrosen, Schafgarbe, Brennesseln auf kleine Erd- und Mulchwällen. Ein willkommener nährstoff- und Feuchtigkeitsspeicher, einerseits, und wirksame Abgrenzung andererseits. Auch Weißdorn und Schlehen sind sowohl pflanzenphysiologisch als auch feinstofflich hervorragende Rand-Wächter.

So erhalten wir Vielfalt, Produktivität und die natürlichen Kreisläufe.

Prinzip No 12: Reagiere kreativ auf Veränderung

(Creatively Use and Respond to Change)
Wir blicken zurück auf das zweite Dürrejahr in Folge.
Das Grundwasser ist knapp.
Der Winter war zu warm, um dem Boden die nötige „Frost-Gare“ zu geben.
Fichten und Birken verschwinden aus unseren Wäldern – und auch aus Aditis heilsamem Waldgürtel.
Das führt mich als naturnahe Permakultivistin nicht dazu, gegen CO2 demonstrieren zu gehen oder beim Landwirtschaftsamt Dürrehilfen zu beantragen.
Vielmehr beobachte ich, daß mein Bestand diversifiziert und mit Swales, Randbepflanzungen ausgestattet, wunderbar gedeiht und ich tatsächlich 1 Tonne (!) geernteter Kräuter in einer selbstgebauten Solardarre trocknen konnte, ohne auch nur eine Kilowattstunde Strom zu benötigen.
Es führt mich in Aditis Wäldchen, wo ich neben den eingegangenen Fichtenstümpfen Elsbeeren und Eichen, Ebereschen und Bergahorn heranwachsen sehe.
Sie werde ich also fördern.

Permakultur

Und Aditi gedeiht.

***

Wenn Du Permakultur wirklich spüren und lernen willst, dann komm im Mai gerne zu einer der beiden Praxiswochen Permakultur. https://wild-natural-spirit.org/seminare-und-praxiswochen/
Hier erlebst Du mitten in einem märchenhaften Bestand, wie kostbare Kräuter in Einklang mit Wald, wilden Wiesen, heimischen Tieren und einer gesunden Erde gezogen werden.

Die Produkte, die ich aus meinen Permakulturgärten gewinne, kannst Du hier kennenlernen und erwerben: www.wild-natural-spirit.org

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Für jede Verfassung ist ein Kraut gewachsen

Lavendel naturreines Pflanzendestillat

Heute erfährst Du ein wenig zur richtigen Wahl der Medizinpflanze und ihres Reindestillats für bestimmte Menschen, Bedürfnisse und Verfasstheiten.
Bevor ich den dritten und letzten Teil zu meiner Beitragsreihe Permakultur veröffentliche, habe ich mich einmal mit der Auswertung unserer Produktbewertungen befasst (Du findest sie bei jedem Produkt unten, unter „Bewertungen“).
Mittlerweile haben weit mehr als 100 Menschen bei unseren Destillaten Ihre Erfahrungen und Rückmeldung zur Wirkung der Pflanzen-Spirits hinterlassen und ich habe mit meinen Pflanzenprofilen und Anwendungsempfehlungen abgeglichen.
Da immer mehr Anwender/innen eine Art „Übersicht“ oder „Anleitung“ zu den Einsatzfeldern der Reindestillate wünschen, habe ich Sorten und Wirkrichtung einmal so knapp wie möglich und auch mit plastischen Bildern zusammengefaßt.
Dabei muß ich immer beachten, daß die Destillate ja „nur“ als „Lebensmittel“ zugelassen sind, ich also keine Heilversprechen machen darf. Die Kund/innen, die von geheilten Gesichtsrosen, überwundenen Depressionen, behobenen Migränen berichten, dürfen da natürlich freier schreiben. Hierfür bitte ich Dich, direkt in den Rezensionen nachzulesen. Was mir natürlich erlaubt ist, ist die Heilwirkung der jeweiligen Kräuter, wie sie in jedem Pflanzenkundebuch stehen, zu zitieren.
Hinzu kommt, daß ich in meinen Einschätzungen ja nicht dem symptomatischen Krankheitsverständnis der ICD-10 Codes folge, sondern meine Sicht auf Mensch und Pflanze einem ganzheitlichen Verständnis entstammt, wie ich es in der Traditionellen Chinesischen Medizin gelernt habe.

Elementenlehre bei traditionellen Heilkräutern

Kamille Reindestillat

Wir befolgen beim Anbau und bei der Verarbeitung die Prinzipien der Fünf Elementenlehre aus der Traditionellen Chinesischen Medizin.
Jede (heile) Pflanze vermag durch ihr Spektrum den Energiefluß im Menschen anzuregen und auszubalancieren. Manche Pflanzen setzen eher bei den flexiblen, flüchtigen Aspekten des Menschen an, andere bei den strukturbildenden und festen.
Über das Prinzip der Resonanz (zu dem auch Biochemie und Physiologie zählen), gibt es für die individuellen Muster des Menschen eine Entsprechung in einer unserer traditionellen Medizinpflanzen.
Hier ist ein grober Überblick zur passenden Pflanzenwahl und Anwendung, der bei stetiger Anwendung durch eines unserer Fachseminare unterlegt werden sollte:

  1. Jedes Kraut entspricht einer bestimmten Gesamtverfassung. Diese Gesamtverfassung spiegelt sich in der körperlichen und psychischen Struktur, auch im Hauttyp, wider.
  2. Für die Diagnostik – des Gesamtsystems – in der TCM sind diese Basisgrößen wichtig: feucht/trocken, weich/fest, energiereich/energiearm, kalt/kühl/warm/heiß
  3. Bestimme die (Gesamt)Verfaßtheit des Menschen, für den eine Pflanze gewählt werden soll
    • Ist das System überhitzt oder unterkühlt ?
    • Eher feucht, eher trocken ?
    • eher fest oder eher weich ?
    • energiereich oder energiearm ?
  4. Wähle unter den Pflanzen diejenige, die in ihren Eigenschaften komplementär zu den Auffälligkeiten beim Menschen ist bzw. jene, die die gewünschte Kombination an Eigenschaften spiegelt.

Grundsätzlich gilt:

  • Kamille, Ysop, Melisse, Lavendel, alle Minzen und Roter Sonnenhut kühlen  — Schafgarbe , Baldrian, Thymian, Calendula, Fenchel, Baldrian und Salbei wärmen.
  • Kamille, Melisse, Calendula, Lavendel und Fenchel befeuchten und lockern  —  Schafgarbe, Salbei, Ysop, Krause Minze und Roter Sonnenhut trocknen und festigen.
  • Schafgarbe, Melisse, Lavendel, Roter Sonnenhut, Fenchel und Lavendel leiten Energie ab  — Ysop, Calendula, Kamille, Fenchel, die Minzen und Salbei führen Energie zu.

Pflanzen und Typen richtig zuordnen

Also, für alle, die mit den Reindestillaten lernen und gedeihen wollen, hier eine einfache und plastische Übersicht zu den Wild Natural Spirit-Sorten:

Dem Wasser-Element und Norden zugeordnet

Das Wasserelement in der TCM

Achillea millefolium – Die Heilerin: Traditionell ist die Schafsgarbe als wertvolles Wundheilmittel mit beruhigenden Eigenschaften bekannt. Innerlich wie äußerlich verwendet wirkt sie adstringierend und entspannend.

Lavendula angustifolia – Die Verführerin: Der extravagante Duft und das erfrischendes Aroma des Lavendel wirken beruhigend – ausgleichend – reinigend.

Vaeriana officinalis – Der Liebhaber: Der Baldrian ist das traditionelle Beruhigungsmittel in der Pflanzenheilkunde. Sein blumig-süßer Duft wirkt ausgleichend und wärmend.

Dem Holz-Element und Osten zugeordnet

Hysoppus officinale – Der Wachmacher: Ysop wurde traditionell zum Ankurbeln der Galle-Leber-Funktion angewendet. Seine wärmenden Eigenschaften und der würzige Duft beleben die Stimmung.

Das Holzelement in der TCM

Melissa officinalis – Die Seelenstreichlerin: Traditionell ist die Zitronenmelisse als nervenstärkendes Hausmittel bekannt. Anregend – kühlend– aromatisierend.

Mentha aquatica – Die Mehrdimensionale: Das Druidenkraut Wasserminze soll Hellsicht gefördert haben. Belebend – tonisierend – aromatisierend.

Mentha piperita – Die Klare: Die Menthole der Pfefferminze sind als kopfschmerzlindernd bekannt. Das Reindestillat wirkt konzentrationsfördernd und erfrischend.

Mentha spicata – Die Ideenfinderin: Die Krause Minze ist die einzige mentholfreie Minze und daher besonders sanft stimulierend und nervenstärkend.

Dem Feuer-Element und Süden zugeordnet

Das Feuerelement in der TCM

Thymus vulgaris – Der Vitalisierende: Thymian adressiert traditionell Bronchialleiden. Sein rotes, würziges Öl regt die Sinne an und bringt die Lebenssäfte in Schwung.

Rosmarinus officinalisDie Cheerleaderin:  Rosmarin wird in den klassischen Kräuterbüchern empfohlen bei Durchblutungsstörungen, Depressionen und Reizdarm. Wir bezeichnen sie als vitalisierend, lichtend, aktivierend.

Dem Erd-Element und Süd-Westen zugeordnet

Das Erdelement in der TCM

Calendula officinalis – Das Lebens-Orange: Die Ringelblume ist seit vielen hundert Jahren als Stärkungsmittel bekannt. Beruhigend – ausgleichend – reinigend.

Foeniculum vulgare  – Die Nährende: Der Fenchel ist uns allen aus Kinderzeiten zur Behebung von Blähungen bekannt. Besänftigend – angstlösend – entspannend.

Matricaria chamomilla – Die Goldene Königin: Traditionell wird die Kamille eingenommen um  die Verdauung zu mobilisieren. Ihr Duft fördert Beruhigung und Entspannung.

Dem Metall-Element und Nord-Westen zugeordnet

Das Metallelement in der TCM

Echinacea purpurea – Die Präsente: Der Rote Sonnenhut wird von jeher für die Immunstärkung geschätzt. Sein markant-fruchtiger Duft ist kräftigend und stabilisierend.

Salvia officinalis – Der Strukturierende: Traditionell wurde der Salbei empfohlen, um Husten zu kurieren. Strukturierend und anregend.

Die biozertifizierten Reindestillate sind lebensmittelrechtlich zugelassen und werden am besten pur eingenommen. Sie können auch zur Aromatherapie und zur Verfeinerung von Speisen und Getränken verwendet werden.
Für die Anwendung auf der Haut empfehlen wir die sanfter dosierten, kosmetisch zugelassenen Gesichtspflege-Destillate von Wild Natural Spirit.

Zu allen Pflanzen findest Du in unserem Blog Praxiswissen auf https://wild-natural-spirit.org/blog/ ausführliche Pflanzenprofile: Anbau, Eigenart, Anwendung und Heilgeschichte des jeweiligen Krauts.

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Permakultur – Viel mehr als Gartenbau

Permakultut

Wild Natural Spirit ist ein biozertifizierter Permakultur-Betrieb. Denn wir haben uns zum Ziel gesetzt, eine Verbindung zwischen Mensch und Pflanze von höchster Reinheit herzustellen. Auf diese Weise erschließt sich die Heilkraft traditioneller Medizinpflanzen neu.

Permakultur – ein Wort, das mehr und mehr kursiert und doch auch 50 Jahre nach den ersten Veröffentlichungen von Bill Mollison und David Holgren noch immer in der Bedeutungsfindung ist.
Ganz nah am Wort kommt das „Perma“ von „dauerhaft“ und die „Kultur“ bezeichnet, daß es sich nicht um wildes sondern kultiviertes Land handelt.
Ein Permakulturgarten besteht also schon einmal aus einer angebauten, gehegten Fläche, auf der vornehmlich mehrjährige Pflanzen wachsen .

Morrison formulierte aus der integrierenden Landbewirtschaftung, die Hiram King bereits in den 1910er Jahren demonstriert hatte, die „12 Prinzipien der Permakultur“: Hier wird eine Sichtweise deutlich, die der industriellen Effizienz und ökonomischen Planbewirtschaftung entgegenläuft:


1. Beobachte und Handle (Observe and Interact)

Als ich unsere Kräutergärten anlegte, hatte ich nicht vorab gemessen, geplant und gerechnet. Vielmehr zeigten sich in vielen Spaziergängen, in Stunden der Beobachtung und Einfühlung die Bereiche, die offen für Kultivierung waren – und die, die nach wie vor wild sind.
Auch die Kräuterarten, die ich auf Aditi anbaue, wurden mir vom bestehenden, wilden Bestand gezeigt: wilder Salbei, wilder Thymian, wilde Schafgarbe waren bereits vor Ort. Einzelne Pflnzen au sem Bestand herauszunehmen, in vorbereiteten Boden zu setzen und besonders zu hegen brachte gesunde, gehaltvolle Pflanzen hervor.
Eine Fläche, die regelrecht von wuchernden Aschlehen, Brennesseln und Brombeeren erstickt wurde, machte mir deutlich, daß ich hie nicht mit Calendula oder Ysop anzufangen brauchte. Wenn ich hier Kulturpflanzen integrieren wollte, so mußte ich ebenso durchsetzungsstarke Sorten wählen, die in der Lage sind, der Brombeere oder der Brennessel Paroli zu bieten. Hier gedeihen mittlerweile die „invasiven Kräuter“ – Minzen und Melisse – die sich in dem starken Verbund prächtig entwickeln.

2. Sammle und Speichere Energie (Catch and Store Energy)

Ich begann mit der Anlage der Kräutergärten im Jahr 2018. Das extremste Dürrejahr iun Deutschland seit Jahrhunderten. Gut, daß ich die Permakultur-Mechanismen beachtet hatte bei der Anlage der Beete: Wasserrinnen an Beetgrenzen, große Gehölze als Schattenspender und Wasserspeicher, Wiesenstreifen für lebenserhaltende Mulchungen in den ganz argen Phasen.
Der Blick auf die Dinge als Energieform ist keiner, der uns in der Schule beigebracht wird. Im nachhaltigen Gartenbau müssen wir lernen und üben, Gehalt und Qualität von Energie in den verschiedenen Erscheinungsformen zu erkennen.
Auch die Entscheidung für eine autarke Kräutertrocknung, die ausschliesslich durch Sonneneinstrahlung unsere gesamte Ernte haltbar macht, ist in diesem Sinne entstanden.
So wird der bereits vorhandene Reichtum des Landes erhalten und sichtbar – und nicht nur das Sichtbare abgeschöpft.

3. Erwirtschafte einen Ertrag (Obtain a Yield)

Ernten erlaubt! Sicher hast Du schon einmal beobachtet, daß Pflanzen sich „freuen“ wenn sie liebevoll (!) geerntet werden. Ein Apfelbaum, dessen reife Früchte Du pflückst, wird deutlich stärker Frischholz produzieren und im kommenden Jahr seinen Blüten- und Fruchtreichtum ausbauen als ein Apfelbaum, dessen Früchte unbeachtet in der Wiese vergären oder in Frost erstarren.
Sicher hat das nicht nur biochemische sondern auch feinstoffliche Hintergründe.

Und deshalb ist gerade an diesem Punkt die Unterscheidung von „Ertrag“ und „Ausbeutung“ wirklich wichtig. Wir hatten im späteren Sommer ein echtes Kapazitätenproblem: Wir schafften es nicht, alle Kräuter zu ernten, die reif waren. Und mein lieber Mitarbeiter Fabian meinte an einem der arbeitsreichen Abende: „Es kann doch auch etwas stehen bleiben, einfach weil es schön ist ?!“. Ja, genau. Und außerdem hatte ich fast vergessen, daß ja auch die Bienen sich freuten und uns eine reiche Spättracht einbrachten.

In jedem Falle gilt: Fülle bringt Fülle hervor. Pflanzen „belohnen“ sich und Dich durch eine liebevolle Zusammenarbeit.

4. Wende Selbstregulierung an und Lerne aus den Ergebnissen
(Apply Self-regulation and Accept Feedback)

In Permakultursystemen reguliert sich vieles selbst – Morrison nannte es „produktive Feedbackschleifen“: Das konnten wir gut beobachten und lernen, als die gefräßige Quecke durch Jäten einfach nicht mehr einzudämmen war – und dann, ohne unser Zutun – die Ringelblumensamen ausfielen, gegen die Quecke ansprießten und ihr letztlich das Licht nahmen. Keine Quecke mehr J
Das machten wir natürlich gleich nach an anderen Stellen !

5. Nutze erneuerbare Ressourcen und Leistungen (Use and Value Renewable Resources)

Mineraldünger ? Kommt bei unserem biozertifizierten Betrieb nicht in Frage.
Fremde Tierscheiße ? Beleibe – nein ! Was haben gefangene Kühe und Ziegen mit Aditi zu tun ?
Nein – die Brennesselinseln, die überall zwischen unseren Beeten gehegt und gepflegt werden, geben uns alles, was wir zur Bodenverbesserung und Eindämmung pflanzenschädlicher Insekten und Würmer brauchen.
Es ist alles vor Ort, was Aditi braucht, um in ihrer ganzen (und von Natur aus vollkommenen) Pracht zu strahlen.

6. Produziere keinen Abfall (Produce No Waste)

Da wir nur eigene Pflanzen verarbeiten, tragen wir auch nicht zu Transport- und Verpackungsbelastung bei, wie dies leider viele große Unternehmen tun, die mit zugekauften, oft importierten Pflanzen arbeiten. Doch wir gehen noch einen Schritt weiter: Selbst unsere Versankartons für die Destillate, Rohdrogen und den Kräutertabak sind zu einem großen Teil wiederverwendete Pappkartons, die ich regelmäßig bei den Gewerbetreibenden in unserem kleinen Städtchen Bad Rodach einsammle. Unsere Destillate haben bewußt keine Umverpackung – und unsere Kunden lernen, daß das ganz und gar nichts mit der „Wertigkeit“ der Produkte zu tun hat.

Jedes Stückchen Pappe, das hier auf den Berg kommt, wird wiederverwertet als Verpackung – oft schneiden wir ganze Abende lang die langen Pappstreifen, in denen die Glasflaschen dann zu Dir kommen…
Der einzige „Müll“, den wir hier produzieren, das ist die „Maische“ der Destillation – die Blüten und Blätter, die nach der Destillation in der Destille zurückbleiben.
Der beste Dünger für unseren Garten !!!

7. Gestalte erst Muster, dann Details (Design from Patterns to Details)

Das ist ein sehr spannender Punkt … … und den heben wir uns für den nächsten Beitrag auf, wie auch die anderen 5 Prinzipien.

Wenn Du Permakultur wirklich spüren und lernen willst, dann komm im Mai gerne zu einer der beiden Praxiswochen Permakultur. https://wild-natural-spirit.org/seminare-und-praxiswochen/
Hier erlebst Du mitten in einem märchenhaften Bestand, wie kostbare Kräuter in Einklang mit Wald, wilden Wiesen, heimischen Tieren und einer gesunden Erde gezogen werden.

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Die Glatte Minze (Pfefferminze) – und Ihr Hydrolat

Minze-Power-Pack

Geradeaus denken mit der Kraft der Pfefferminze

Minzen sind dank des ihnen gemeinsamen Menthols sehr raumgreifend und vermögen, tief in Zellen und Bewusstsein vorzudringen. Vergangene Woche schrieb ich ausführlich über die Minzen als Gruppe von Heilkräutern : Sie haben einige Gemeinsamkeiten. Ergänzend zum Pfalnzenprofil der Wasserminze, widme ich mich heute der Glatten Minze, besser bekannt als „Pfefferminze“. Es ist die zweite von drei Sorten in den Permakulturgärten von Wild Natural Spirit.

Minzen

Aus einer Kreuzung der Wasserminze (Mentha aquatica) mit der Grünen Minze (Mentha spicata) ging 1696 in einem Arzneigarten in England die Hybride Pfefferminze (Mentha × piperita) hervor, die einen angenehmeren Duft und Geschmack hat als ihre Eltern. Von anderen Minzen unterscheidet sich die Pfefferminze vor allem durch den hohen Menthol– und Cineolgehalt und niedrigen Carvongehalt bzw. durch den schärferen Geschmack (daher der Name „Pfefferminze“). Die Minze mit dem bläulichen Stängel und den dunkelgrünen, leicht haarigen Blättern kam erst in diesem Sommer in die WNS-Gärten: Als gakelige 6 Stecklinge hatten sie auf dem vorbereiteten Beet im Minzegarten reichlich Platz. Ich war ein bißchen skeptisch, ob die „paar Stängel“ anwachsen und sich ebensogut vermehren würden, wie die Wasserminze.

Die Pflanze ist in Gestalt, Farbe und Geruch feiner, ätherischer als dir kräftigen Wildminzen, trägt einen violetten Schimmer in Blatt, Stängel und Blüte und hat sehr differenzierte, schlanke und glatte Blätter.
… vier Monate später – ich hatte nicht viel Zeit für die Hege dieser Neuankömmlinge gehabt während der Ernte – standen wir an dem vollständig bewachsenen Beet und staunten: Ein bezaubernder, zart-frischer Duft umrahmte hunderte von kräftig aufragenden, blühenden Minzepflanzen bescherte uns im ersten Schnitt fast 14 Kilo Ernte. Anders, als bei den meisten anderen Heilkräutern in unseren Bio-Gärten, trocknete ich die Pfefferminze vor der Destillation. Durch den Trocknungsprozess lassen sich die Duft- und Wirkstoffe dieser Athletin besser während der Destillation herauslösen.

Atemberaubend: Der natürliche Bodyscan

Und dann kam endlich der Moment, in dem wir die Kolonne unserer großen Kupferdestille mit der Pfefferminze befüllten: Stolze 10 Kilo Trockengewicht und ein herrlich frisch-feiner Duft.
Ich hatte im Artikel über die Minzen im Allgemeinen ja bereits geschrieben, daß dieser Familie das Raumgreifende gemeinsam ist.
Doch was geschah, als wir die Metnhat piperita (Pfefferminze)= destillierten: Im wahrsten Sinne atemberaubend war der Effekt, der mich beim Einatmen hinab und hinein in all meine Zellen führte, ich spürte meinen Körper, jedes Glied, jede Zelle ganz differenziert und klar.
Das erinnerte mich an den Bodyscan nach dem Yoga: In dem – oft geführt durch mich – die Aufmerksamkeit der Yogis Schritt für Schritt durch den ganze Körper gelenkt wird. Durch diese gezielte Aufmerksamkeit führen wir unserem Körper – Organ für Organ – Energie zu, können erkennen, ob es Störungen oder Ungleichgewichte gibt und diese ad hoc ausräumen.

Diesen „Scan“ löste das Hydrolat der Pfefferminze bei mir aus, als ich destillierte.  Dabei „triggerte“ sie meinen Körper Zelle für Zelle, belebte und aktivierte ihn – während mein Geist sehr klar und ruhig wurde.

Der Effekt dieses Hydrolats geht also weit hinaus über den würzigen Geschmack, das klären der Atemwege und das Schmerzmittel bei Verspannungen : Das Hydrolat der Pfefferminze unterstützt uns dabei, unsere Selbstheilungskräfte zu aktivieren, indem sie uns den Körper in all seinen Schichten und Bereichen verdeutlicht, uns durchdringt und vitalisiert.

Die Tests in der kosmetischen Anwendung waren auch sehr erfreulich: Schwellungen, Verfärbungen, Stauungen verschwanden nach kurzer Anwendung sehr rasch, denn sie reinigt, klärt, entgiftet und entstaut.

Schade eigentlich, daß wir „nur“ diese eine Charge haben und damit die Pfefferminze in diesem Jahr nur als Sonderedition in begrenzter Anzahl anbieten können. Aber ich will ja nicht undankbar sein: Erstaunlich, daß wir sie in diesem Jahr überhaupt schon ernten konnten. Und sicher wird es nächstes Jahr reichlich geben…

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Natürliche Pflanzenapotheke

Das Beste vom Kraut

Unsere Vorfahren wußten die Heilkräfte von Salbei, Kamille und Co zu schätzen. Wild Natural Spirit belebt das alte Wissen neu. Seit drei Jahren lebt Evelin Rosenfeld ich im Herzen Deutschlands auf einem kleinen Berg namens „Aditi“. 35.000 Quadratmeter wildes Land werden nun nach und nach zu einem paradiesischen Permakulturgarten mit ganz besonderen Schätzen.

Kürzlich traf ich mich mit einer Freundin, die schon seit langem Kosmetika herstellt und erfolgreich verkauft. Sie war interessiert an meinen Destillaten als Rohstoff für ihre eigenen Produkte. Auf ihre Frage „Was ist in so einer 100ml-Flasche alles drin?“ antwortete ich : „Etwa 0,7 Kilo Schafgarbenblüten“. Sie blickte mich ungläubig an und fragte nochmals „In dieser 1 Flasche ? Wieviel muß ich mir da vorstellen ?“ Ich lächelte und sagte: „Anderthalb 10-Litereimer, etwa“.
Sie war sprachlos.
Als sie mich wenig später auf Aditi besuchen kam und uns bei der Arbeit im Garten überraschte, flossen die Tränen. „Das ist ja unschätzbar, was Du da machst. Dieser Ort – und der Garten – unglaublich, ich habe noch nie so eine Melisse gesehen“.
Ja, dachte ich bei mir. Was ich hier tue ist wie aus einer anderen Zeit. Und ich weiß, wofür ich es tue.

Unsere liebe Natur birgt alles in Fülle, was wir Menschen brauchen, um gesund in Körper und Geist zu sein. All die industriellen Produkte, die wir konsumieren, die Pharmazie und Kosmetik sind nicht nur für unsere eigene Gesundheit immer wieder mit unschönen Nebeneffekten verbunden. Vor allem liegt ihrer Herstellung ein Vorgang zugrunde, der unser aller Basis – eine gesunde Natur – zerstört. Ob es die Maschinen auf den Feldern, die in Laboren isolierten Stoffe oder all die Vorrichtungen zu Haltbarkeit und Aussehen sind: All dies ist überflüssig. Und meist sogar schädlich.

… wenn sich denn manche wieder die Mühe machten, die Natur zu lesen und ihr zu folgen!

Sie sind selten geworden, die handgesammelten Heilkräuter, die unseren Vorfahren Vitalität und ein hohes Alter schenkten – auf unbelasteten Wiesen unmittelbar vor der Haustür gewachsen. Noch seltener sind die Präparate, die die Kräuterfrauen und Alchemisten damals in höchster Reinheit für die Menschen in ihrer Umgebung zubereiteten. Und doch erinnern wir uns an das Wissen um den Salbei, den unsere Großmutter gesammelt hatte. An die Calendula, die im häuslichen Medizinschrank unverzichtbar war. An den Fenchel, den der Großvater gegen seine Blähungen nahm.
Mit meinem alten Herzensprojekt „Wild Natural Spirit“ ( https://www.sein.de/raeucher-rituale-der-weg-der-pflanzendevas/  ) nehme ich unsere mitteleuropäische Tradition der Heilkräuter neu auf:
Auf Aditi (àhttps://wild-natural-spirit.org/permakultur-und-heilort/ ) werden in Permakultur und ohne jegliche Maschinen aromatische Kräuter von Hand angebaut und gesammelt. Nur durch die Sonne gedarrt verwandeln wir sie zu reinsten Tees und Rohdrogen. Oder wir bringen die Kräuter frisch aus dem Garten in die große Kupferdestille. Die auf diese Weise gewonnenen Pflanzendestillate sind reich gesättigt mit ätherischen Ölen, die unseren Hausmitteln volle Kraft verleihen.

Wasser, Feuer und Heilkraut. Pur.

Nach dem großartigen Start unserer Hydrolate im vergangenen Jahr habe ich sehr – SEHR – viel geforscht, gelernt und weiterentwickelt zu den Schätzen, die hier auf 35.000 Quadratmetern Permakultur in Hand angebaut werden.
Ich hatte ja bereits berichtet von den einwandfreien Analyseergebnissen: Entgegen der landläufigen Meinung, daß Hydrolate nur wenige Wochen haltbar sind, konnten wir durch Labortests nachweisen, daß in unseren Destillaten soviel ätherisches Öl enthalten ist, daß eine Haltbarkeit von 18 Monaten garantiert werden kann. (ich glaube ja, es hat auch etwas mit der Qualität der eingebrachten Pflanzen zu tun 😉 )
Das ist enorm wichtig – denn so brauchen wir weder Alkohol noch Silberionen noch sonst irgendwelche üblichen Stoffe zur Haltbarkeit zuzusetzen.

Unsere Destillate sind also pures Pflanzendestillat.
Das ist für die Wirkkräfte ideal.
So können wir – wie die alten Kräuterfrauen und Alchemisten vor Jahrhunderten – die pure Pflanze in „Fläschchen“ bringen, ohne der Deva die geringste Veränderung zuzufügen.
Salbei pur. Ysop pur. Calendula pur.

Und wie erwartet, sammeln sich auf unserer Produktseite viele Rückmeldungen von Anwender/innen, die nicht nur die Wirkung im bekannten Rahmen der jeweiligen Heilpflanze bestätigen, sondern auch eine ganze Reihe komplexerer, auch feinstofflicher Wirkungen werden hier berichtet. Ich lese diese Rückmeldungen und sammle sie sorgfältig – denn es entstehen klare Wirkmuster und Spektren für die naturreinen Pflanzendestillate. (in vergangenen Newslichterausgaben hatte ich diverse Pflanzenprofile veröffentlicht, in denen ich diese Muster bereits skizziere (https://www.newslichter.de/?s=hydrolate ).

Als besonders kraftvolle Hydrolate haben sich Kamille und Melisse herauskristallisiert, die offenbar exakt die Bedürfnisse reizüberfluteter Großstadtmenschen treffen (https://wild-natural-spirit.org/produkt/melisse-hydrolat/ und https://wild-natural-spirit.org/produkt/bio-pflanzenwasser-kamille/ ). Beide Pflanzen gehören von jeher in die europäische Kräuterapotheke: Die Kamille als fiebersenkendes, entzündungshemmendes und reinigendes Mittel, die Melisse – eine von Plinius schon verehrte Heilerin – ist ein klassisches Mittel zur Stimmungsverbesserung. Hildegard von Bingen schreibt „Melisse macht das Herz glücklich“.
Diese Wirkkräfte durch die Wasser-Destillation zu reinigen und zu sammeln ist uns hervorragend gelungen.

Wir bleiben also dabei und werden diese traditionellen Hausmittel weiter produzieren – in diesem Jahr kommen zu den sechs bestehenden Sorten Schafgrabe, Melisse, Calendula, Ysop, Salbei und Kamille noch fünf weitere hinzu – Minze, Lavendel, Fenchel, Liebstöckel und Thymian. Allerdings werden wir den Begriff „Hydrolat“ so nicht mehr verwenden, weil Hydrolate einfach nur einen „Rest“ des Reindestillats sind, der von der Aroma-Industrie nach zahlreichen Extraktionen des ätherischen Öls als Abfallprodukt eben auch noch verkauft wird. Unser „Das Beste vom Kraut“ ist das naturreine Pflanzendestillat des jeweiligen Heilkrauts. Und so wird es künftig auch auf der Flasche stehen. 

Forschen und Lieben

Und mit jedem Tag mehr, den wir im Garten verbringen und an der Destille, verstehen wir mehr zu den Heilkräften unserer Pflanzen. Lange haben wir an der Destillationstechnik und an unserem Ansatz der Pflanzengewinnung gearbeitet – und forschen und lieben und entdecken.

Auch bei der Aufbereitung der Pflanzen habe ich neues entdeckt: Die Destillate, die wir zu den Hausmitteln verarbeiten beschenken uns mit dem vollen Bogen der Heilpflanze. Wenn ich den Destillationsprozess jedoch etwas in Druck, Temperatur und Dauer moderiere und durch zusätzliches Rühren und Filtrieren das Destillat verfeinere (nach wie vor OHNE irgendetwas hinzuzusetzen), erhalte ich eine Gesichtspflege, die phänomenal rein und zugleich wirksam ist. In Kombination mit Öl. Ich glaube, da habe ich etwas gefunden, was uns das cremen und schmieren endgültig erspart – und stattdessen rosige Frische in unser Antlitz zaubert J Zu den Entdeckungen und Anwendungen schreibe ich dann … ganz bald !

Jetzt aber erst einmal hinaus zu den Melisse-Männchen (wir nennen die etwa 80 Zentimeter hohen Melisseberge so – weil sie einfach erstaunlich und urig sind)… sie wird die erste sein, die am kommenden Wochenende durch die Destille gehen wird.