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Einfach leben – Die Vision aus der Krise

Nachhaltigkeit

Normalerweise findest Du in meinem Blog zu Wild Natural Spirit Informationen zu Heilpflanzen, ihrer Kultur und Wandlung zu kostbaren Essenzen. Wild Natural Spirit ist aber ja viel mehr, als eine Kräutermanufaktur, die ohne Maschinen und in Permakultur hochwertige Produkte aus Heilkräutern herstellt. Wild Natural Spirit ist auch mein gelebtes Beispiel, wie wir mit den drängenden gesellschaftlichen und ökologischen Fragen unserer Zeit umgehen können.
Für – nicht gegen.
Produktiv – nicht reaktiv.
Nährend – nicht erschöpfend.

Wir kommen mit der „Pandemie“ nun langsam an die Schwelle, an der das Ausmaß unseres gemeinschaftlichen Handelns schmerzlich spürbar wird: Über leere Kommunalkassen, nicht endende Kurzarbeit oder erste Kündigungen, über zunehmende Tumulte in uns und unserer Gemeinschaft angesichts monatelanger Unsicherheit und Kontrolle.
JETZT ist also der Punkt, an dem die Schmerzgrenze erreicht wird und Handeln angesagt ist. Für die einen heißt das, demonstrieren, konfrontieren, kämpfen.
Für die anderen heißt es, Ausschau zu halten nach Alternativen.

Wirkkreis und Ohnmacht

Scheinbar kann ich als Einzelne nicht viel tun – gegen einen ausufernden Staatsapparat, gegen eine rücksichtslose und lebensfeindliche Landwirtschaft, gegen eine skrupellose Konzernlandschaft, gegen ertrinkende Flüchtlinge und bombardierte Kinder.
Diese Perspektive erfahren wir täglich in den Medien. Es ist eine Metaperspektive. Und auf Metaebene kann eben nur eingreifen, wer „drüber“ steht. Und Du stehst eben nicht „drüber“. Der Journalist auch nicht. Und ich auch nicht.
Statt nun in wütende oder taube Ohnmacht zu verfallen, macht es doch Sinn, zu fragen, was kann ich beitragen ? Und wie kann ich mich dem destruktiven Unfug, der da in Wirtschaft, Politik und „Gesundheitssystem“ ( 😀 ) läuft, entziehen ?
Je mehr Menschen sich diese Frage stellen und hieraus konsequent handeln, desto schneller endet das, was uns so mißfällt – mangels Masse. Weil niemand mehr mit Gift Geld verdient. Weil niemand mehr Dinge kauft oder verkauft, die krank machen. Weil niemand mehr Steuern bezahlt für einen Beamtenapparat, der Unfug durchsetzt.

10 Konkrete Fragen und Ansatzpunkte

Wenn es Dir ernst ist mit dem Systemwandel – ob wegen Klima, wegen Demokratie, wegen sauberem Wasser oder Frieden – dann sind hier 10 einfache Fragen, die Dich aus deiner vermeintlichen Ohnmacht heraus führen und Dir ganz konkrete Ansatzpunkte für deine Macht zum Wandel geben:

  1. Worin konkret bestehen deine Abhängigkeiten ? Was genau zwingt Dich, in einem Kontext zu verweilen, den Du bereits als destruktiv erkannt hast ?
    Oft ist es unsere Art, unseren Lebensunterhalt zu organisieren, die uns vermeintlich zwingt, an Mechanismen teilzunehmen, von denen wir wissen oder doch wenigstens ahnen, daß sie ein Gesellschaftsmodell aufrecht erhalten, von dem wir uns eigentlich lösen wollen (Ausbeutung, Sinnlosigkeit, Unaufrichtigkeit).
    Betrachte selbstkritisch, was DU hiermit zu tun hast.
  2. Wie verdienst Du dein Geld – und wie viel davon ?
    Wir hier sind an ziemlich viel Geld gewöhnt – jeden Monat, abgesichert und gegen Zeit, die wir mit fremdbestimmten Aufgaben verbringen. Von dem Geld bezahlen wir „Lebensstandard“ und „Sicherheit“.
    Wie nährend ist der Lebensstandard, den Du jeden Monat finanzieren mußt ? Wie sicher ist die Sicherheit, die Dich mindestens 50% deiner Lebenszeit kostet ?
  3. Wovon ernährst Du Dich ? Kochst Du für Dich selbst ? Duften die Lebensmittel, die Du zu Dir nimmst, frisch und sind sie lebendig und einzigartig ? Oder kaufst Du, was bereits auf- und zubereitet ist, versehen mit unnatürlichen Aromen und gleichförmigem Aussehen ?
    Gesunde, natürliche Nahrung ist sehr einfach. Und  sie kostet – Dich und die Umwelt – übrigens viel weniger…
  4. Wie erholst Du Dich und sorgst dafür, daß Du gesund bleibst ?
    Idealerweise nährt Dich JEDER Tag – weil er vielseitig ist, weil Du Körper, Geist und Sinne gleichermaßen einsetzt und weil er Inseln des „Schweifenlassens“ enthält. Sind deine Tage gleichförmig und einseitig, mußt Du natürlich einen „Urlaub kaufen“ – und viel anderes, das Dir das Gefühl von „Freude“ vorgaukelt.
  5. Was tust Du gerne und gut ?
    Verabschiede Dich zunächst einmal von dem „Nutzen“-Gedanken. Geh, wie in Kindertagen, spazieren durch diese aufregende, bunte Welt und folge dem „wow!“. Welche Situationen und Inhalte ziehen Dich an ? Wo möchtest Du wissen, spüren, probieren ? Was wäre, wenn das der Ankerpunkt in deinem Leben würde ?
  6. Kannst überblicken, was es bewirkt ?
    Nachhaltigkeit, Verantwortung, Weitsicht – also wieder heraus aus den Kinderschuhen: Was weißt Du über die Materialien, die Prozesse im Hintergrund, die nötig sind, um deinem Faible nachzugehen ? Je größer der Rahmen ist, in dem Du deine „Arbeit“ tust, je höher die Arbeitsteilung, desto weniger Möglichkeit hast Du, die Wirkung deines Tuns in einem guten Sinne zu beeinflussen. Es wäre Meisterschaft, fändest Du Wege, die keine zerstörerische Spur hinterlassen – weder auf dem Weg zu Dir – noch auf dem Weg, den dein Tun in die Welt geht.
  7. Wer braucht Dich und deine Fähigkeiten ?
    Irgendwie sind wir darauf trainiert, das Wort „Fähigkeiten“ mit Bildung, Gehaltsklasse und Macht („Mitarbeiterverantwortung“) zu verknüpfen. Das ist unnatürlich. Die Eigenart eines Menschen läßt sich nicht in einem einzelnen Themengebiet fassen oder in seiner Art, mit angeeignetem Wissen zu jonglieren. Wenn Du Dich, deine Fähigkeiten und die, die diese Fähigkeiten brauchen, betrachtest: versuche das mal zu tun, ohne in den Kategorien „Bildung, Gehaltsklasse und Macht“ zu denken…
  8. Wieviel Geld brauchst Du (wirklich !), um einfach nur das zu tun, was Dir und anderen gut tut ? Wenn all die Ablenkungen, gekauften Freuden und „Erholungsaktivitäten“ überflüssig werden, weil dein Alltag erfüllt und abwechslungsreich ist, und wenn all die Sicherheitsvorkehrungen, die Du bezahlst, sich erübrigen, weil Du beobachten kannst, wie wenig Währungssicherheit, Rentenkassen und Festanstellungen in Krisenzeiten tragen: Was kommt raus unterm Strich ? Wie wenig (!) Geld brauchst Du wirklich, um gesund zu leben und zu tun, was Dir Freude macht ? Rechne das mal aus …
  9. Wer könnte dieses Geld bereit stellen ?
    Gibt es Menschen, die wirklich brauchen und bezahlen, was Du, und genau Du, hervorbringst ? Diese Frage sind wir in unserer Festanstellungswelt nicht mehr gewöhnt. Doch sie ist natürlich. Und ihre Beantwortung stellt sicher, daß dein Tun eingebettet ist in ein Geben und Nehmen. Dieses Geben und Nehmen, das wieder viel mehr an Einzelbedürfnissen und persönlicher Wertschätzung orientiert ist, führt uns zurück in ein natürliches Gleichgewicht.
  10. Genug gefragt. Nicht alle Antworten sind vorher schon da. Fang JETZT an. Anzufangen bedeutet, eine Dynamik auszulösen, die Du noch nicht kennst. Antworten und Wege zu finden, während Du bereits unterwegs bist. Dieses „Wunder“ – das mich übrigens seit Jahrzehnten in immer erstaunlichere Höhen trägt – kannst Du nur erfahren, wenn Du einfach beginnst.

Mein Beitrag

Nach 20 Jahren Coachingarbeit, in denen ich Menschen bei genau diesen Fragen begleitete und einige Bücher zum individuellen und zum Systemwandel schrieb, zog ich mich 2016 ganz zurück aus der „Wirtschaftswelt“. Zurück auf ein Stückchen Land, das ich von meinen Ersparnissen kaufte, gerade so groß, daß ich noch überblicken kann, was hinein und hinaus kommt, und begann mit viel Lauschen und Beobachten, Kräuter anzupflanzen.
Kräuter aus dem ursprünglichen Saatgut unserer einheimischen, traditionellen Heilpflanzen. Trotz Biologiestudium, trotz jahrzehntelanger Befassung mit Pflanzenheilkunde und Traditioneller Chinesischer Medizin lehrte mich die tägliche Arbeit im Garten, mit der Erde, mit den Insekten, mit den Bäumen und Kräutern, den Lebenspuls noch tiefer zu begreifen.
Schon während meiner reiseintensiven Zeit als Coach und Beraterin hatte ich den Konsum von Informationen, vorgefertigten Lösungen (hierzu zähle ich auch den gesamten Komplex unseres Gesundheitssystems) und neuzeitlichen Annehmlichkeiten immer mehr reduziert.
Nun bin ich den nächsten Schritt gegangen: Erfahre und demonstriere, daß

  • Landwirtschaft komplett ohne Maschinen, Kredite, Subventionen, Chemie, fossile Energien auf kleinstem Terrain tragfähig ist
  • Gesunderhaltung ohne moderne Medizin und Pharmazie auskommt; die tiefe Befassung mit dem Körper und der Natur eröffnet die alten Wege zur eigenverantwortlichen und ganzheitlichen Heilkunde neu; die tägliche körperliche Arbeit und eine einfache, ursprüngliche Ernährung untermauert dies
  • ein Zehntel meines bisherigen Einkommens  ausreicht, um ein ausgesprochen reichhaltiges, eigenverantwortliches Leben zu führen
  • eine einfache Schafgarbe – in Sorgfalt herangezogen, mit Liebe geerntet und mit Kunst destilliert, ein „Wellnesserlebnis“ ist, das mir kein SPA der Welt in gleicher Tiefe verschaffen kann
Nikotinfreier handverlesener Kräutertabak
Kräutertabak nach der Knastertradition

Ich möchte Dich ermutigen, auch deine Vision zu leben, die Fragen oben ehrlich zu beantworten und Konsequenzen aus den Antworten zu ziehen. Dabei kannst Du ja ein Pfeifchen „Lichtbrise“ oder “Sternenstaub” rauchen (oder räuchern) – das inspiriert deinen Zugang zu deinem Traum und zur göttlichen Führung.
Wenn Du dein Wissen zu den Zusammenhängen in der Natur vertiefen möchtest – sowohl, was deine eigene, körperliche Gesundheit betrifft, als auch, was die großen Zyklen hinter allem, was sich hier auf der Erde ereignet, dann lade ich Dich gerne ein zu einer weiteren Runde „TCM mit Pflanzen“.

Die drei Wochenendseminare auf meinem Permakultur-Kräuterhof. Hier sind die Termine und weiterführende Links:

Fünf Wandlungsphasen der Seele –DIAGNOSTIK ** 03. – 04. Oktober 2020
https://wild-natural-spirit.org/produkt/fernoestliche-heilkunde-diagnostik/

Fünf Wandlungsphasen der Seele – THERAPIE ** 17. – 18. Oktober 2020
https://wild-natural-spirit.org/produkt/fernoestliche-heilkunde-therapie/

Ernährung nach den Fünf Elementen (Theorie und gemeinsames Kochen)  ** 10. Und 11. Oktober 2020
https://wild-natural-spirit.org/produkt/fernoestliche-heilkunde-ernaehrung/

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Alchemie – Das reine Wesen der Dinge

Alchemie

Alchemie und Spagyrik – was ist das eigentlich ? Und was hat Wild Natural Spirit damit zu tun ?
… ich habe mich auf den Weg gemacht, um das herauszufinden: Die Ernte war fast eingebracht, gerade war die Welt durchs „Löwentor“ gegangen (8.8.2020), Mond und Mars standen in Konjunktion, als ich zu meinem Freund Rainer an den Chiemsee fuhr, um endlich gemeinsam Aditis Wermut (artemisia absinthum) alchemistisch auszuarbeiten.
Mein ganzes Auto duftete nach dieser magischen Pflanze, ihr bitter-würziges Aroma und ihre enorme Präsenz saßen mir in jeder Zelle. Ich hatte ihn in seiner ganzen transformierenden Kraft zu Vollmond geschnitten, so wie es die Kunst gebietet, und nun war es an der Zeit, ihn auszuarbeiten.
Bald brannten vier Feuer, die Glaskolben standen bereit, Schmelztiegel, Filter, Helme, gereinigter Alkohol…
Einen vollen alchemistischen Zyklus mit Rainer auszuarbeiten, war schon lange ein großer Wunsch von mir gewesen – in die Tiefe der Elemente abzutauchen, das Augenscheinliche zu zerlegen in seine Grundprinzipien, zu reinigen – und nach langer Arbeit neu zu vereinen als die gereinigte Essenz, das „pure Ganze“.

Zwischenprodukte
Alchemie und Spagyrik
Zwischenprodukte
Alchemie und Spagyrik

Ich sah die heilige Pflanze in den Glaskolben – auf dem einen rannen die Kondensationsstreifen schlangenförmig, wie es der Alkohol macht, in dem anderen teilte sich der Wassernebel in immer feinere Tröpfchen. Das leise „pling pling“ der aus dem Helm tropfenden Destillate begleitete uns mit dem Knistern des Feuers durch mehr als 12 Stunden. Bei der Verwendung des natürlich entstandenen Alkohols für den Auszug sprechen die Alchemisten davon, „der Schlange den Kopf und den Schwanz abzuschlagen“, das heißt, die erste und die dritte Fraktion zu verwerfen um den giftigen Methylalkohol in der ersten Fraktion und die Fuselöle in der dritten Fraktion abzusondern.
Überhaupt ist der ganze Vorgang eine Flut intensiver sinnlicher und feinstofflicher Eindrücke, jeder Handgriff, jede Farberscheinung trägt einen bildreichen Aphorismus, der sehr gut umschreibt, was hier im Tiegel – aber auch im Alchemisten selbst – geschieht.

Die Reinigung der Erde, etwa: Nach langem Glühen und Rühren gewinnen wir die fast weiße Rohasche aus ca 800g Pflanzenmaterial und solvieren sie in destilliertem Wasser diese Mischung wird erneut erwärmt. Dann entnehmen wir den festen Sulfur aus dem Kolben der alkoholischen Destillation und verdampfen die verbliebene Flüssigkeit. Die Lösung wird abfiltriert das was an Festem im Filter verbleibt ist das caput mortuum.
Oder der fixe Sulfur, der durch den Vulkan geht: Der fixe Sulfur aus der Destillation des alkoholischen Auszugs wird abgedampft. Er wird durch den Vulkan gehen und stellt dann das Feuerelement dar.

Den ganzen restlichen Tag und die Nacht saßen wir an den Feuern, destillierten den Wermut in gereinigtem Wasser und in gereinigtem Alkohol, filtrierten, veraschten, kalzinierten. Am nächsten Tag, exakt um 12h37, vollzogen wir die chymnische Hochzeit:
Das gewonnene Sal (die veraschten und geschmolzenen Rückstände des Wermuts) steht für den Körper. Ihm wird zuerst der Merkur – der Geist, Shiva, das alkoholische Destillat – beigefügt, dem Körper der Geist eingehaucht. Und dann folgte der Sulfur – die (gereinigte) Seele, Shakti des Wermut, die im Wasserdampfdestillat der Pflanze ausgearbeitet wurde. (Das ist auch die Ebene, auf der Wild Natural Spirit arbeitet).

Wir gewannen eine lichtgelb leuchtende Essenz, deren Duft bereits durchschlägt. Ein Tröpfchen auf der Zunge erzeugt eine regelrechte „Explosion“. Nie habe ich etwas so kraftvolles und reines in Händen gehalten !

Was ist Alchemie

Die Smaragdtafel (Tabula Smaragdina) ist wohl die älteste Aufzeichnung alchemistischer Praktiken. Sie wird dem ägyptischen Hermes Trismegistos zugeschrieben. Hermes Trismegistos galt von der Spätantike bis zur frühen Neuzeit als Verfasser einer Reihe von philosophischen, astrologischen, magischen und alchemistischen Schriften. Die Tabula ist einer der berühmtesten Texte alchemistischer und hermetischer Literatur. In den rund zwölf allegorischen Sätzen spiegelt sich die Vorstellung eines Zusammenhangs von Mikrokosmos und Makrokosmos. Sie bildete die Basis der ersten „wissenschaftlichen“ Arbeiten zur Heilkunst in Europa, etwa die des berühmten Paracelsus oder Agricola.

Kupferstich von Stolzius von Stolzenburg, Theatrum Chymicum anno 1614, Bildquelle Wikimedia
Kupferstich von Stolzius von Stolzenburg, Theatrum Chymicum anno 1614, Bildquelle Wikimedia

Die Trennung zwischen Chemie und Alchemie im 18./19. Jahrhundert markiert einen Wendepunkt im menschlichen Verständnis der Natur: In der Alchemie gehen wir von einer belebten, sich ständig wandelnden Natur aus. Nichts, das lebt und unveränderlich wäre. Das Unveränderliche, das, was sich im alchemistischen Prozess nicht mehr lösen und wandeln lässt, nennen wir „caput mortuum“ – Totenkopf. Es wir aus dem alchemistischen Prozess herausgenommen,

Die moderne Chemie geht von fixen Elementen mit einem festen, atomaren Aufbau aus. Sie analysiert die Wirkung von Stoffen über das quantitative Vorkommen bestimmter Elemente – und betrachtet auch den Körper, auf den eine Substanz wirkt, als fest definiertes Gefüge biochemischer und physikalischer Abläufe. Kopfschmerzen – Aspirin – das ist die einfache Lösung, die gerade in der Inneren Medizin so wenig wirklich löst.
Die bis heute naturwissenschaftlich unerklärte „vis vitalis“ – die Lebenskraft, die einem Gemenge von festen Stoffen Bewusstsein, Empfindungsvermögen, Gestaltungskraft einhaucht, wurde schlicht ausgeklammert.
Die Alchemisten hingegen interessieren sich für genau dieses Phänomen. Neben der Signaturenlehre, der Transmutation und der Nutzung kosmischer Einflüsse ist die Alchemie ein komplexes Handwerk, eine anspruchsvolle Wissenschaft. Es geht darum, das Ursprüngliche, Lebendige zu reinigen vom Leblosen – dem Caput mortuum – , das sich nicht mehr wandelt und somit leb- und wertlos ist.
Das in vielen Destillations-, Veraschungs- und Schmelzvorgängen gewonnene „reine Lebendige“ jedoch wird dann – nach Ausscheidung des caput mortuum“  in der sogenannten „Chymnischen Hochzeit wieder vereint.

„Visita Interiora Terrae Rectificando Invenies Occultum Lapidem”
„Untersuche die inneren Bereiche der Erde. Durch Reinigen wirst Du den verborgenen Stein finden“

Was macht Alchemie

Die Alchemie ist die hohe Kunst der Heiler und Wissenschaftler zwischen dem 1. Jahrhundert und etwa dem 18. Jahrhundert, in dem langsam die neuzeitliche Naturwissenschaft oberhand bekam mit ihrem mechanistisch-kausalistischen Ansatz. Mittlerweile ist ihr Einfluß so weit gewachsen, daß die alten Heilwege nicht nur weitgehend als wirkungsloses Blendwerk diskreditiert sind, sondern daß kein anderer als ein etablierter Naturwissenschaftler, bezeugt von pharmazeutischen Institutionen,  behaupten darf, ein Heilmittel zu kennen oder zu haben.
In unserer Zeit kennen wir letzte Reste der Alchemistischen Kunst unter dem Begriff „Spagyrik“. Drei, vier Unternehmen weltweit widmen sich dieser Kunst und wagen immerhin die Aussage:

Spagyrische Essenzen wirken ganzheitlich und regen Psyche und Körper an, wieder ins Lot zu kommen und sich so selber zu heilen. Sie können vorbeugend zur Gesundheitserhaltung sowie zur Therapie von akuten und chronischen Beschwerden bei Menschen wie auch bei Tieren eingesetzt werden.“
Zitat von der Website der Heidak AG in der Schweiz

Feuer hüten die ganze Nacht
Alchemie und Spagyrik
Feuer hüten die ganze Nacht
Alchemie und Spagyrik

Ich kann ja bereits bei der Herstellung der Wild Natural Spirit Essenzen beobachten und erfahren, wie nicht nur die sorgfältige technische Handhabung, sondern auch das „Beseelen“ der verarbeiteten Pflanzen zu einer erstaunlichen Erhöhung der Wirkkräfte führt. Und hier arbeiten wir „nur“ mit der Seele der Pflanze.
Durch den kompletten alchemistischen Prozess zu gehen – auch den fixen Sulfur (Rückstand im Destillationskessel) zu gewinnen, die Pflanze ganz zu veraschen und hinzuzufügen verstärkt Resonanz und Verfeinerung des gesamten Ergebnisses.

Und nicht nur in der „Flasche“, die wir letztlich befüllen mit spagyrischer Tinktur (alkoholisches Destillat), spagyrischer Essenz (Wasserdampf-Destillat) und der verglühten Asche des Wermut, halten wir ein hoch schwingendes „Instrument“, eine Verwandlung des ursprünglichen Wermuts, der nur noch aus den gereinigten Grundprinzipien in der für ihn eigenen Zusammensetzung besteht.

Auch mit uns selbst hat sich eine Transmutation vollzogen, das Feuer der Nacht, die Dämpfe aus dem Kolben, die Konzentration auf den Vorgang der Reinigung und die Kraft des Lebendigen hat uns Adepten selbst verwandelt.

Ausblick

Alchemie und Spagyrik: so ist das also !
Ich bin sehr dankbar, mit Rainers erfahrener Begleitung diesem Vorgang einmal ganz beigewohnt zu haben. Und ich hüte unser „Werk“ mit Argusaugen und tiefem Respekt. Wir haben besprochen, daß wir 20 mal 5 ml der spagyrischen Essenz frei geben. Wenn Du eines der kostbaren Fläschchen erhalten möchtest, schreibe mit bitte.

Wird diese Erfahrung Auswirkungen auf unsere Arbeit für Wild Natural Spirit haben ?
Bis dato bin ich bereits sehr zufrieden mit den Ergebnissen, die wir aus der reinen Wasserdestillation unserer Heilkräuter erzielen. Die Produktbewertungen quellen über von erstaunlichen und erfreulichen Rückmeldungen zur Qualität der Spirits.

Evelin und Rainer bei der chymnischen Hochzeit
Alchemie und Spagyrik
Evelin und Rainer bei der chymnischen Hochzeit
Alchemie und Spagyrik

Die alchemistischen Prinzipien basieren ja ebenso wie die von mir seit 30 Jahren genutzte TCM (Traditionelle Chinesische Medizin) auf der Elementenlehre. Überhaupt gibt es viele Übereinstimmungen der beiden Ansätze aus so unterschiedlichen Kulturen wie dem alten Ägypten und dem Alten China.
Doch weiter lernen will ich sicher !

Jetzt ist allerdings erst einmal geboten, daß wir lernen, mit der großen neuen Kupferdestille umzugehen – eine Alambique diesmal, die uns eine noch langsamere und differenziertere Aufschließung unserer Kräuter ermöglicht.
Im Oktober dann gibt es erst einmal TCM in der Tiefe mit den drei Seminaren zu Diagnostik, Therapie und Ernährung nach den Fünf Elemnten.
und … wer weiß … vielleicht gibt es in 2021 ja ein Seminar mit Rainer zu den Grundlagen der Alchemie.


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Ein Sommertag auf Aditi

Permakultur

In diesen Tagen schwelgen wir in Sonnenhut, Ysop und Calendula – der reinste Farb- und Duftrausch. (Das begehrte Sonnenhut-Destillat und der Calendulablütetee sind also wieder verfügbar)
Auch Lavendel und Wasserminze sind bald zur Ernte reif. So komme ich kaum dazu, zu schreiben und Dich teilhaben zu lassen an der intensiven Ernte und Produktionszeit auf Aditi.
Heute morgen nehme ich mir aber die Zeit, einmal einen Sommertag auf Aditi zu beschreiben, während Frederik seit 6h30 die Wiese senst:

Wenn wir aufwachen, am Morgen, versüßt uns noch vor der Dusche und dem ersten „Denken“ ein Gang in den Garten den Tagesbeginn. Wir schwelgen in der Fülle des großen Gartens, der, obwohl die Ernte fortgeschritten und Salbei, Melisse und Schafgarbe bereits geschnitten sind, überbordet an Blütenpracht und dem Klang der feinen Devas, die hier überall tanzen, wirken, strahlen.
Zurzeit sind die Vögel etwas leiser – dafür brummt und summt es allerorts.
Der leuchtend blau blühende Ysop ist über und über umschmeichelt von hunderten Weißlingen und Pfauenaugen, auf den riesigen, violetten Sonnenhüten tummeln sich Bienen und Hummeln. Wir atmen diese Schönheit ein, lassen uns berühren und ummanteln von der zarten Pracht. Mit dieser süßen Energie aufgetankt gehen wir durch den Garten und sehen nach, welche der Pflanzen, welche der Blüten bereit für den Schnitt sind. Freilich gibt es den Mondrhythmus und für die Pflanzen spezifische Rahmengrößen, in denen sie am besten gesammelt werden. Doch über der Theorie, über dem Wissen aus Jahrhunderten, steht das Wetter, steht der Tag, so wie er heute ist.
Ich nehme wahr, daß nach den beiden heftigen Dürrejahren nun ein Jahr läuft, in dem extreme Temperaturschwankungen und ungewöhnliche Wassergaben nicht nur unsere Kräuter, sondern besonders Bäume und Mykorrhiza fordern. Der Morgentau ist so ausgeprägt, daß ich die „Morgenpflanzen“ erst mittags schneiden kann. Ich nehme wahr, daß Strahlung unterschiedlichster Art und Herkunft eine Anpassung von uns allen – auch von den Pflanzen – fordert.
Hier auf Aditi leben wir ja wie in einer Kuppel, eine ganz eigene und autarke Atmosphäre, die die Kraft des Heilen, der Sonne und der Liebe speichert und zu halten vermag. Und doch sind wir verbunden mit dem Geschehen des Ganzen. Die Pflanzen und Spirits, die wir hier für Dich gewinnen, sollen Dir ja Kraft geben, den sich vollziehenden Wandel unbeschadet und freudvoll zu erfahren und zu integrieren. Für Menschen, die besonders sensitiv reagieren auf die aktuellen Strömungen, helfen die Destillate von Salbei, Sonnenhut und Ringelblume gut bei der Stabilisierung und Strukturierung. Wer dynamischer unterwegs ist und die subtilen Signale besser erfassen und sich „eintunen“ will, wählt eher die Destillate der Wasserminze, der Schafgarbe und des Ysop, die die nötige Verfeinerung und Klarsicht bringen.

Aber zurück zu einem Erntetag auf Aditi: Nachdem wir uns ein Bild von der Situation im Garten gemacht und auch auf die „Arbeitstafel“ im Lager gesehen haben, sucht sich jeder seine Aufgaben für den Tag. Wer erntet, wird sich auch um die Nachsorge kümmern – das ist bei uns ebenso wichtig, wie vor dem Schnitt mit der Pflanze zu meditieren, bis die Deva Hand und Schere führt. Also Schneidwerkzeug geschliffen, Rodhacke, Schubkarre und Erntekörbe gepackt – und hinaus in die Sonne, in den Garten.

Da hocke ich nun – mitten im violettblauen Meer des Ysop, atme den Campherduft der heiligen Pflanze, lasse die langen Dolden mich umschmeicheln, sehe bis hinab zum holzigen Stamm der starken Pflanzen. Ich spüre das leise Rieseln, das die Deva vom Scheitel bis zur Wurzel mit einem feinen Lichtregen durch mich hindurch schickt. Die Weite der Schöpfung, meine Unwissenheit und meine Geborgenheit im kosmischen Lebensfluss werden greifbar für mich und ich beginne, zu schneiden. Korb um Korb. Stunden später trage ich die Körbe zur Darre, schliesse den von der Sonne erhitzten Raum auf, schichte das kostbare Erntegut Sieb um Sieb in die Trockenschränke. Kehre den Boden, laufe durch die Sonne zurück zum Haus.
Dort sitzt Fabian und wiegt und packt und etikettiert den erntefrischen Baldrian-Blütentee. Er ist versunken im tiefen Zauber, in der bodenlosen Ruhe der Pflanze, Teepackung für Teepackung reiht sich neben ihm auf, während das Wasser im Destillationskessel zu sieden beginnt.

Und da kommt auch schon Frederik, mit einer Schubkarre hochgetürmter Erntekörbe voll von Sonnenhut. Klar, präsent, kraftvoll sind seine Bewegungen – geführt von Echinacea, deren fruchtig aromatischer Duft schon bald den Destillenplatz umgeben wird. Bis zum Sonnenuntergang wird das Tropfen im Glastrichter, wird das Klappern der Fläschchen zu hören sein – zwischen dem Rauschen der Bäume und dem Summen der Bienen.

Die haben uns übrigens eben neuen Honig beschert, den ich abends mit Volker abgefüllt habe. Er ist sehr süß geworden und cremig, unser Heilkräuter-Honig.
Vielleicht hast Du Glück und es gibt auch noch ein Glas für Dich….

Konntest Du den Sommerwind auf der Haut ein wenig spüren ? Aditis Düfte vernehmen und die Liebe, in der wir hier miteinander wirken ? … ich geh jetzt mal hinunter zur Wasserminze – unserem „Druidenkraut“ – und wünsche Dir einen zauberhaften Tag !