Vor zwei Wochen haben wir die Wasserminze (mentha aquatica) geerntet und destilliert und damit die Kräuterernte fulminant abgeschlossen.
Jedes mal, wenn wir diese spezielle Ur-Minze ernten, gibt es Helfer*innen, die ausscheren müssen, weil etwas an dieser Pflanze sie so stark vereinnahmt. Ob es der Geruch ist oder die Biochemie oder die Aura: Es ist auf jeden Fall ein mächtiges Kraut, dass bisher vor allem von Menschen geliebt wurde, die einen Kraftschub oder Klärung brauchten.
Nun stieß ich letztens auf eine Studie des National Institute of Health, wo eine ausgedehnte Forschergruppe neue Erkenntnisse zur Mentha aquatica veröffentlicht.
Der Kern der Studie weist darauf hin, dass die Wasserminze derart deutliche neuroprotektive Eigenschaften hat, dass sie einen Durchbruch in der Therapie neuro-psychischer Erkrankungen – Parkinson, Alzheimer und Depressionen – verspricht.
Eine weitere Studie (López, Martín, Gómez-Serranillos, Carretero, Jäger, Calvo) in diesem Kontext zeigt aus Laboruntersuchungen, dass Mentha aquatica eine bemerkenswerte neurochemische Aktivität aufweist, die direkt in den Neurotransmitter-Stoffwechsel eingreift:
Die Extrakte der Wasserminze zeigten in In-vitro-Tests eine signifikante Hemmung der Monoaminooxidase A (MAO-A). MAO-A ist ein Enzym, das Neurotransmitter wie Serotonin, Dopamin und Noradrenalin im Gehirn abbaut. Klassische Antidepressiva (MAO-Hemmer) nutzen diesen Mechanismus: Durch das Blockieren des Enzyms steigt die Verfügbarkeit dieser „Glückshormone“ im synaptischen Spalt.
Unter allen untersuchten Minzarten (einschließlich der Pfefferminze, mentha piperita) wies Mentha aquatica die höchste Bindungsaffinität zum GABA(A)-Benzodiazepin-Rezeptor auf. Der GABA-Signalweg ist der wichtigste beruhigende Mechanismus im zentralen Nervensystem. Substanzen, die hier andocken, wirken angstlösend, stresslindernd und sedierend.
Und beim Lesen lächelte ich und hatte all die Menschen vor Augen, die in den vergangenen Jahren „high“ bei der Wasserminzenernte geworden waren. Ich hatte das immer mit der Druidenkraft in Verbindung gebracht, die ich bei dieser Pflanze wahrnehme und die mich wie ein Donnerblitz von Kopf bis Fuß durchfährt, wenn ich Kontakt zu ihr aufnehme. Nun gibt es also auch eine biochemische und physiologische Erklärung. Gut zu wissen !

