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Permakultur als Muster – wie Naturkräfte am besten fließen

Salbei in Permakultur

Ich hatte vergangene Woche damit begonnen, die 12 Prinzipien zur Permakultur, die Holmgren in den siebziger Jahren formulierte plastisch zu erläutern. Die ersten 6 Prinzipien haben etwas mit Energie, Verbindung und Kreisläufen zu tun. Dem siebten und achten Prinzip widme ich heute einen ganzen Beitrag. Denn hier geht es um Gestaltung und Muster, hier geht es darum, der Eingriff des Menschen in die natürlichen Gegebenheiten in Einklang mit der Natur zu vollziehen.

Das 7. Permakultur-Prinzip lautet: Gestalte erst Muster, dann Details (Design from Patterns to Details)

Um den Ort zu bestimmen, an dem Du umgeben von wilder Natur einen Garten anlegen willst, braucht es ein Verständnis der übergeordneten Muster in der Natur. Ebenso gilt es zu erkennen, wie Du diesen Garten in sich aufteilst, und damit die größere Muster in der Natur bestmöglich berücksichtigst.

Himmelsrichtungen und Elementarkräfte

Noch vor der geologischen Form, die das Grundstück vorgibt, spielen für mich hier auf Aditi die Himmelsrichtungen eine wesentliche Rolle.
Sicher hast Du bemerkt, daß eine bestimmte Pflanzenart – etwa der Thymian – besser an Plätzen gedeiht, die nach Süden ausgerichtet sind als in andere Himmelsrichtungen. Oder die zarten Lamiaceen – Melisse, Minzen – die Morgensonne in Ostrichtung lieben.

Gartenbau in Permakultur Wild Natural Spirit

Sowohl die westlichen Alchemie als auch die orientalische Elementenlehre nimmt diese großen und existentiellen Zusammenhänge zwischen Himmelsrichtungen, Elementen und Pflanzenkräften auf.

Wenn ich Salbei anbauen möchte, um in seinem Destillat die formgebenden und festigenden Eigenschaften besonders herauszuarbeiten, werde ich ihn in Nordwestrichtung anbauen – denn dort sind die Yangkräfte, die verdichten und materialisieren, am stärksten.
Oder wenn ich die Erdkräfte in Pflanzen besonders fördern möchte – und sogar weiß, welche Kräuter hierfür besonders geeignet sind – so werde ich für sie einen Platz in Südwestrichtung aussuchen – und beispielsweise ein Kamilledestillat erhalten, das jeden Körper, jeden Geist sanft mit den Füßen auf den Boden stellt.

Kräuterrad Permakultur

Licht, Wärme Wasser und heilige Geometrie Diese Zusammenhänge selbst zu entdecken und zu nutzen erfordert ein paar Jahrzehnte Erfahrung – und da und dort schon auch einen Lehrer, der Dir zeigen kann, worauf es ankommt.
Bevor ich den großen Kräutergarten anlegte, überprüfte ich mein Wissen mit einem Kräuterrad von etwa sechs Metern Durchmesser.
Hier konnte ich in der ersten Saison noch einmal überprüfen, ob ich mit den Himmelsrichtungen und den jeweiligen Pflanzenarten zu den Elementen richtig lag. Auch die sehr wichtigen Pflanzennachbarschaften können auf diese Weise noch einmal beobachtet werden: Hier lernte ich zum Beispiel, daß das wertvolle und wundheilende Chamazulen der Schafgarbe in der Nachbarschaft von Lavendel wesentlich stärker ausgeprägt wurde, als in der Nachbarschaft anderer Kräuter.
Sieh Dir dein Grundstück noch einmal mit Blick auf Himmelsrichtungen und Elementarkräfte an, spüre nach und erkenne die großen Muster: Der Permakulturgarten selbst ist im Nordosten des Grundstücks am besten platziert, so können die ordnende Kraft des Nordens und die gebärende Kraft des Ostens am besten auf die Kulturpflanzen wirken, während der Süden des Grundstücks wild und ungezähmt bleiben darf. Licht, Wärme Wasser und heilige Geometrie

Permakultur heißt immer auch: autarke Ressourcennutzung. Eine Maxime in deinem Permakulturgarten sollte sein daß Du möglichst wenig „von außen“ einbringst  auch Wasser, Strom und Erde – und stattdessen lernst, die Wachstumskräfte vor Ort aus sich selbst heraus zu lenken und zu fördern.

Hier wiederum braucht es ein wenig physikalisches Verständnis, um die geologischen Gegebenheiten zu erkennen und zu nutzen.
Es gibt ganze Bücher über ressourcenbewusste Technologien im Permakulturanbau.
Anhand von drei Beispielen möchte ich hier verdeutlichen, wie Du die gegebenen Muster mit deinen gärtnerischen Aktivitäten in Einklang bringst.

Es gibt eine Reihe kostbarer einheimischer Kräuter, die frostempfindlich sind und im Keimstadium etwas mehrt Wärme benötigen, als das auf freiem Feld in unserem Klima gegeben ist. Zu diesem Zweck nutzen Permakultivisten so genannte „Wärmefallen“ – das sind Senken, in denen die Luft länger gefangen bleibt, als auf ebener Fläche. Um die dort festsitzende Luft wärmer als im Umfeld zu machen, arbeitest Du mit der Reflektion von Sonnenlicht: Eine Wasserfläche in Südrichtung potenziert die Sonneneinstrahlung an diese Ort und wärmt die festsitzende Luft um ein paar Grade auf.

Ätherische Hydrolate von Wild Natural Spirit

Oder das Wasserthema, das in den letzten Jahren immer wichtiger wird: Es gibt unzählige kluge und autarke Lösungen, Durch Kondensation Feuchtigkeit zu gewinnen oder zu halten. Im Zusammenhang mit den „Mustern“ die dein Grundstück Dir zeigt, um integrierend zu gärtnern, möchte ich hier die „Swales“ erwähnen. Swales sind eigentlich Gräben um sehr feuchtigkeitsbedürftige Anpflanzungen herum in denen durch besondere, natürliche Materialien oder – noch besser – stark wurzelnde Gehölze – eine Wasserbarriere geschaffen wird. Ich habe meinen ganzen Garten mit „Swales“ umgeben und durchsetzt. In die Swales habe ich Wildrosen gepflanzt – 800 Pflanzen – an deren Fuß wiederum Spitzwegerich aus der Wiese gesetzt ist. Gerade in den beiden letzten Dürrejahren erwies sich diese Maßnahme als wertvoller Segen.

Und natürlich – ganz vorne – stehen die „Muster“ die die Pflanzen und vor allem älteren Bäume auf deinem Grundstück vorgeben. Sie sind nicht nur Schattenspender, Wasserspeicher und Beschützer deines Ortes. Sie verraten Dir auch, wo leichter Zugang zu Grundwasser ist, in welcher Richtung die Erde zugänglicher für die zarten Kräuterwurzeln ist und aus welcher Richtung das „starke Wetter“ kommt.
Begehe nicht den Fehler, große Bäume als Hindernis für deinen Gartenbau zu betrachten. Nicht jedes Kraut braucht volle Sonneneinstrahlung – im Gegenteil: Windschutz, Bodensicherung und die Erschließung tieferer Nährschichten sind liebevolle Geschenke die das alte Wesen den jungen macht, wenn es denn gesehen und geehrt wird.

Anordnung und Beziehung

Und so kommen wir langsam zu den Pflanzennachbarschaften, die ich ja bereits oben schon ansprach. Und damit zu den gestaltenden Eingriffen, die Du nach sorgfältigem Begrefen der vorhandenen Muster nun tun kannst:

Die klassische Permakultur teilt das Grundstück in „Wirtschaftszonen“ auf, die stark mit der Nutzung durch den Menschen und eine traditionelle Autarkie (Selbstversorgung) geprägt sind.
So gibt es Intensivzonen (tägliches Gemüse, Tiere die versorgt werden müssen), Mittelzonen (Kompost und seltener benötigte Kulturen) und so genannte „wild zones“.
Dieses Schema mag einen weiteren Impuls geben, ist für den modernen Permakultivisten aber doch recht weit hergeholt und schon wieder näher am „Nutzen“ als am „Integrieren“.

Wenn Du die Hinweise, die ich weiter oben gab, berücksichtigst, wird das Grundstück Dir zeigen, wo der zentrale Garten stimmig sei soll – wo und ob es „Satellite“ gibt.
Auf Aditi gab es beispielsweise ein Stückchen Land, das durch einen Gemeindeweg abgetrennt und vollkommen mit Schlehen, Brombeeren und Brennesseln zugewuchert war.
Es war (mir) wichtig, diesen Teil hereinzuholen. Doch welches Heilkraut hält der Radikalität und Wildheit der Schlehen stand ? In östlicher Richtung ?
Richtig: Hier entstand der Minzengarten – ein Satelliten-Garten, in dem Kräuter prächtig gedeihen, die ihrerseits so invasiv sind, daß sie im zentralen Hauptgarten fehl am Platze gewesen wären – hier aber ihre Bestimmung gefunden haben. Selten habe ich so prächtige Minze, so gehaltvolle Melisse gesehen, wie genau dort.

Minzen

Und auch die unmittelbare Nachbarschaft der Pflanzensorten im Hauptgarten kann Wchstum und Wirkstoffgehalt fördern, den Aufbau der Bodenqualität durch kluge Diversifizierung voranbringen und Schädlinge abhalten. Die Calendula etwa hält Nematoden im Boden in Zaum – eine gute Nachbarpflanze für Wurzelgemüse etwa. Der Lavendel vertreibt saugende Insekten an Schafgarbe und Rosen.

Wenn Du also die Sorten für deinen Garten auswählst, geh vorher hinaus, suche die Pflanzen in wilder Umgebung: Welchen Boden bevorzugen sie ? Welche Nachbarn haben sie natürlicher Weise ?

Keine Pflanze in freier Natur wächst in einem „sauberen“ Flecken, wie ein Blumentopf, frei von Tieren und Begleitpflanzen. Und dies ist mein letzter Hinweis für heute: Als Gärtner/in wirst Du jäten müssen. Quadratmeter für Quadratmeter wirst Du mit deinem Garten diskutieren müssen, wo und wie Du bestehende Muster durchbrichst, wo Du Pflanzen förderst. Und wo Du sie zurückdrängst.
Du wirst Dir nicht nur viel Arbeit sparen, sondern auch mit reicher Ernte und Blütenpracht belohnt werden, wenn Du das wirklich „ausdiskutierst“: Wenn Du eingreifst, beobachte, ob dein Garten den Neuankömmlingen Raum gibt  oder sie gleich wieder überwuchert. Streut er Dir zu bestimmten Kulturen immer wieder die gleiche, wilde Begleitpflanze ein ? Und ist sie förderlich ?7

Wenn Du auf diese Weise deinem Garten zuhörst und folgst  statt ihn zu okkupieren – wird ein neuer Raum entstehen, in dem alles gedeiht und Teil ist. Auch Du selbst.

Und damit hättest Du dann auch das achte Prinzip der Permakultur erschlossen: Integriere, statt abzugrenzen (Integrate Rather than Segregate)

Viele verschiedene Elemente, die zusammenarbeiten, sind nützlicher als einige wenige, die in Konkurrenz zueinander stehen.

Aditis Segen

Der 3,5r Hektar große Berg „Aditi“ in Oberfranken wird mehr und mehr zur Heilquelle für eine integrierte Pflanzenheilkunde: Denn auf Aditi wachsen die traditionellen Heilpflanzen unseres Kulturkreises in Permakultur und werden maschinenfrei und vor Ort zu kostbaren Reindestillaten verarbeitet.
Auf diese Weise stehen die klassischen Medizinpflanzen in potenzierter Form – als „Lebensmittel“ zur Einnahme oder in einer kosmetischen Variante als natürliche Hautpflegemittel für besonders empfindliche und anspruchsvolle Haut zur Verfügung.
Denn wir sind der Auffassung, daß die Heilkraft von Pflanzen in industriellem Anbau und auf langen Transporten aus Billigländern zu stark beschädigt wird, als daß sie ihren Dienst noch gut verrichten können.
Probier es einmal aus: Kaufe ein Päckchen Salbei in der Apotheke (industrieller Anbau), eines aus ausländischem Bioanbau und eines von Aditi (übrigens auch biozertifiziert). Fülle sie in drei Schalen vor Dir und prüfe die Qualität und die Unterschiede mit allen Sinnen.
Diese und viele andere Sinnes-Erkundungen machen wir während der Praxiswochen, zu denen ich Dich herzlich einladen möchte: Komm im Mai gerne zu einer der beiden Praxiswochen Permakultur. https://wild-natural-spirit.org/seminare-und-praxiswochen/
Hier erlebst Du mitten in einem märchenhaften Bestand, wie kostbare Kräuter in Einklang mit Wald, wilden Wiesen, heimischen Tieren und einer gesunden Erde gezogen werden.

Bis zum 31. Januar gilt der Frühbucher-Rabatt.

Und in unserem kleinen Online-Lädchen kannst Du alles bestellen, was dein Herz an Kräuterkraft begehrt: www.wild-natural-spirit.org

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Permakultur – Viel mehr als Gartenbau

Permakultut

Wild Natural Spirit ist ein biozertifizierter Permakultur-Betrieb. Denn wir haben uns zum Ziel gesetzt, eine Verbindung zwischen Mensch und Pflanze von höchster Reinheit herzustellen. Auf diese Weise erschließt sich die Heilkraft traditioneller Medizinpflanzen neu.

Permakultur – ein Wort, das mehr und mehr kursiert und doch auch 50 Jahre nach den ersten Veröffentlichungen von Bill Mollison und David Holgren noch immer in der Bedeutungsfindung ist.
Ganz nah am Wort kommt das „Perma“ von „dauerhaft“ und die „Kultur“ bezeichnet, daß es sich nicht um wildes sondern kultiviertes Land handelt.
Ein Permakulturgarten besteht also schon einmal aus einer angebauten, gehegten Fläche, auf der vornehmlich mehrjährige Pflanzen wachsen .

Morrison formulierte aus der integrierenden Landbewirtschaftung, die Hiram King bereits in den 1910er Jahren demonstriert hatte, die „12 Prinzipien der Permakultur“: Hier wird eine Sichtweise deutlich, die der industriellen Effizienz und ökonomischen Planbewirtschaftung entgegenläuft:


1. Beobachte und Handle (Observe and Interact)

Als ich unsere Kräutergärten anlegte, hatte ich nicht vorab gemessen, geplant und gerechnet. Vielmehr zeigten sich in vielen Spaziergängen, in Stunden der Beobachtung und Einfühlung die Bereiche, die offen für Kultivierung waren – und die, die nach wie vor wild sind.
Auch die Kräuterarten, die ich auf Aditi anbaue, wurden mir vom bestehenden, wilden Bestand gezeigt: wilder Salbei, wilder Thymian, wilde Schafgarbe waren bereits vor Ort. Einzelne Pflnzen au sem Bestand herauszunehmen, in vorbereiteten Boden zu setzen und besonders zu hegen brachte gesunde, gehaltvolle Pflanzen hervor.
Eine Fläche, die regelrecht von wuchernden Aschlehen, Brennesseln und Brombeeren erstickt wurde, machte mir deutlich, daß ich hie nicht mit Calendula oder Ysop anzufangen brauchte. Wenn ich hier Kulturpflanzen integrieren wollte, so mußte ich ebenso durchsetzungsstarke Sorten wählen, die in der Lage sind, der Brombeere oder der Brennessel Paroli zu bieten. Hier gedeihen mittlerweile die „invasiven Kräuter“ – Minzen und Melisse – die sich in dem starken Verbund prächtig entwickeln.

2. Sammle und Speichere Energie (Catch and Store Energy)

Ich begann mit der Anlage der Kräutergärten im Jahr 2018. Das extremste Dürrejahr iun Deutschland seit Jahrhunderten. Gut, daß ich die Permakultur-Mechanismen beachtet hatte bei der Anlage der Beete: Wasserrinnen an Beetgrenzen, große Gehölze als Schattenspender und Wasserspeicher, Wiesenstreifen für lebenserhaltende Mulchungen in den ganz argen Phasen.
Der Blick auf die Dinge als Energieform ist keiner, der uns in der Schule beigebracht wird. Im nachhaltigen Gartenbau müssen wir lernen und üben, Gehalt und Qualität von Energie in den verschiedenen Erscheinungsformen zu erkennen.
Auch die Entscheidung für eine autarke Kräutertrocknung, die ausschliesslich durch Sonneneinstrahlung unsere gesamte Ernte haltbar macht, ist in diesem Sinne entstanden.
So wird der bereits vorhandene Reichtum des Landes erhalten und sichtbar – und nicht nur das Sichtbare abgeschöpft.

3. Erwirtschafte einen Ertrag (Obtain a Yield)

Ernten erlaubt! Sicher hast Du schon einmal beobachtet, daß Pflanzen sich „freuen“ wenn sie liebevoll (!) geerntet werden. Ein Apfelbaum, dessen reife Früchte Du pflückst, wird deutlich stärker Frischholz produzieren und im kommenden Jahr seinen Blüten- und Fruchtreichtum ausbauen als ein Apfelbaum, dessen Früchte unbeachtet in der Wiese vergären oder in Frost erstarren.
Sicher hat das nicht nur biochemische sondern auch feinstoffliche Hintergründe.

Und deshalb ist gerade an diesem Punkt die Unterscheidung von „Ertrag“ und „Ausbeutung“ wirklich wichtig. Wir hatten im späteren Sommer ein echtes Kapazitätenproblem: Wir schafften es nicht, alle Kräuter zu ernten, die reif waren. Und mein lieber Mitarbeiter Fabian meinte an einem der arbeitsreichen Abende: „Es kann doch auch etwas stehen bleiben, einfach weil es schön ist ?!“. Ja, genau. Und außerdem hatte ich fast vergessen, daß ja auch die Bienen sich freuten und uns eine reiche Spättracht einbrachten.

In jedem Falle gilt: Fülle bringt Fülle hervor. Pflanzen „belohnen“ sich und Dich durch eine liebevolle Zusammenarbeit.

4. Wende Selbstregulierung an und Lerne aus den Ergebnissen
(Apply Self-regulation and Accept Feedback)

In Permakultursystemen reguliert sich vieles selbst – Morrison nannte es „produktive Feedbackschleifen“: Das konnten wir gut beobachten und lernen, als die gefräßige Quecke durch Jäten einfach nicht mehr einzudämmen war – und dann, ohne unser Zutun – die Ringelblumensamen ausfielen, gegen die Quecke ansprießten und ihr letztlich das Licht nahmen. Keine Quecke mehr J
Das machten wir natürlich gleich nach an anderen Stellen !

5. Nutze erneuerbare Ressourcen und Leistungen (Use and Value Renewable Resources)

Mineraldünger ? Kommt bei unserem biozertifizierten Betrieb nicht in Frage.
Fremde Tierscheiße ? Beleibe – nein ! Was haben gefangene Kühe und Ziegen mit Aditi zu tun ?
Nein – die Brennesselinseln, die überall zwischen unseren Beeten gehegt und gepflegt werden, geben uns alles, was wir zur Bodenverbesserung und Eindämmung pflanzenschädlicher Insekten und Würmer brauchen.
Es ist alles vor Ort, was Aditi braucht, um in ihrer ganzen (und von Natur aus vollkommenen) Pracht zu strahlen.

6. Produziere keinen Abfall (Produce No Waste)

Da wir nur eigene Pflanzen verarbeiten, tragen wir auch nicht zu Transport- und Verpackungsbelastung bei, wie dies leider viele große Unternehmen tun, die mit zugekauften, oft importierten Pflanzen arbeiten. Doch wir gehen noch einen Schritt weiter: Selbst unsere Versankartons für die Destillate, Rohdrogen und den Kräutertabak sind zu einem großen Teil wiederverwendete Pappkartons, die ich regelmäßig bei den Gewerbetreibenden in unserem kleinen Städtchen Bad Rodach einsammle. Unsere Destillate haben bewußt keine Umverpackung – und unsere Kunden lernen, daß das ganz und gar nichts mit der „Wertigkeit“ der Produkte zu tun hat.

Jedes Stückchen Pappe, das hier auf den Berg kommt, wird wiederverwertet als Verpackung – oft schneiden wir ganze Abende lang die langen Pappstreifen, in denen die Glasflaschen dann zu Dir kommen…
Der einzige „Müll“, den wir hier produzieren, das ist die „Maische“ der Destillation – die Blüten und Blätter, die nach der Destillation in der Destille zurückbleiben.
Der beste Dünger für unseren Garten !!!

7. Gestalte erst Muster, dann Details (Design from Patterns to Details)

Das ist ein sehr spannender Punkt … … und den heben wir uns für den nächsten Beitrag auf, wie auch die anderen 5 Prinzipien.

Wenn Du Permakultur wirklich spüren und lernen willst, dann komm im Mai gerne zu einer der beiden Praxiswochen Permakultur. https://wild-natural-spirit.org/seminare-und-praxiswochen/
Hier erlebst Du mitten in einem märchenhaften Bestand, wie kostbare Kräuter in Einklang mit Wald, wilden Wiesen, heimischen Tieren und einer gesunden Erde gezogen werden.

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Calendula officinalis – Ringelblume

Calendula-Ernte

Lebensfreude pur: Die Ringelblume und ihr Destillat

Heute beginne ich mit der Reihe zu den Wild Natural Spirit-Hydrolaten. Und den Anfang macht die zauberhafte Ringelblume, die mit ihrem strahlenden Orange und dem eindringlich „grünen“ Duft auf ganz Aditi für Farbenfreude und Frische sorgt.

Die Ringelblume ist traditionell ein kostbares Mittel zur Wundheilung und bei Prellungen. Eingenommen lindert sie Erschöpfungszustände und stärkt die Immunkraft. Äußerlich angewendet löst sie Verspannungen und Rauheit.

Ihr lateinischer Name – Calendula officinalis – spielt auf die außerordentliche Ausdauer an, mit der sie blüht und blüht und blüht. Calendae – das sind die die „zusammengerufenen Monate, die sich aneinanderreihen”. Auf Aditi erfrischt sie den Blick von März bis November. Und obwohl sie eine einjährige Pflanze ist, ist sie derart samenreich, daß Du gewiß sein kannst, sie in den Folgejahren reichlich wiederzufinden.

In unserem Permakulturgarten ist das strahlende Orange der Ringelblume ein Lichtblick

Diese Pflanze ist ein Vorbild für Fülle, Fleiß, Steh- und Strahlkraft – und so nimmt es nicht Wunder, daß die Anthroposophen ihr struktur- und widerstandsbildende Kräfte zuordnen. Auch in der Homöopathie erkennt man die Ringelblume als eine, die bei tiefen, strukturellen Störungen angewandt wird, so etwa finden sich bei Gerhard Bleul, Patrick Kreisberger, Ulf Riker folgende Indikatoren: Hautverletzungen mit zerrissenem, zerfetztem Gewebe //  Druck- und Schweregefühl im Hinterkopf // Bohren und Wühlen tief in der Nabelgegend. In der TCM würde man von „windinduzierter, trockener Hitze“ sprechen.
In der Volksmedizin werden Ringelblumensalbe und Ringelblumentee von jeher als Wundheilmittel, Krampflöser und Entzündungshemmer verwendet.

Wer ist diese solide, knall-grün und knall-orange Strahlende mit weit geöffnetem Blütenkorb und aufrechtem Stengel ?

Und wie wirkt sie auf den Menschen ein ?

Strahlkraft in Orange

Unser Ringelblumentee zaubert orange Blüten in die Tasse

Als ich die Calendula säte, fühlte ich mich wie bei keiner anderen Pflanze aufgefordert, sehr tiefe und wohlgeformte Saatlöcher zu stechen, die Samen mit großer Sorgfalt und Ordnung in die Erde zu legen. Und das, obwohl ich wußte, daß sie eine Lichtkeimerin ist.
Und als sie prächtig sproßte, gab es kaum ein „zartes“ Stadium, wie es beim Keimen typisch ist: Nein, sie war kaum aus der Erde hervorgebrochen und sogleich kräftig, dickwandig und intensiv grün. Diese strukturbildende Kraft aus dem Inneren, die Raum nimmt, nennen wir beim Menschen „Stoma“.

Das ist es, was sie ist und woran sie unseren Organismus erinnert.
Auf allen Ebenen – wenn sie gelassen wird.

Als wir Stunden im Calendulafeld standen und Blüte für Blüte pflückten, waren wir bald benommen – sowohl von diesem orangen Farbrausch als auch von dem intensiv würzig-krautigen Duft, den die aromatischen Öle (v.a. Cadionol und Jonon) der Pflanze verströmten. Wie in einem Rausch, der sich sehr dynamisch anfühlte und eine gewisse „Handfestigkeit“ in unserem Ausdruck verursachte, brachten wir die Körbe dann zur Trocknung. Wir bestanden förmlich aus „Stoma“.

Damit diese „raum-bildende Kraft aus dem Inneren“ der Calendula vordringen kann – durch die dichteren Schichten des Körperlichen hinein in die subtilen Ebenen des Emotionalen, des Geistigen, des Seelischen und Spirituellen – benötigt gerade dieser solide Kraftprotz Verfeinerung und einen Transportweg.

Die Seele der Ringelblume

Bei der Wasserdampfdestillation werden nicht nur die (wasserlöslichen) Wirkstoffe der Pflanze von den Grobstoffen (Fasern) gelöst, sondern es werden auch die feinstofflichen Informationen in den Wasserkorpus aufgenommen und dort gespeichert. Aus genau diesem Grunde sind es eigentlich die Hydrolate – und nicht die mit ihrer Intensität bestechenden ätherischen Öle – die die Heilkraft der Pflanze enthalten. Denn Wasser ist der Stoff, der Leben bringt, der Wahrnehmung, Anbindung und Erneuerung ermöglicht. Wir bestehen größtenteils aus Wasser. Setzen wir die kraftvolle Ringelblume also dem Feuer-Wasser (Wasserdampf) aus, so erhalten wir ein ätherisches Hydrolat, das das „von Innen Hervorbrechende“, die „klare Raumgrenze“ und die „Eigenständigkeit“ als subtile Information enthält.
Anders als beim Teeaufguß der Rohdroge entziehen wir mit dem Reindestillat die körperliche Information (Reproduktion, Interaktion, Substanzbildung) und destillieren den „reinen Wirkstoff“, die „Seele der Pflanze“.
Und diese Seele ist bei der Calendula eben eine, die Rückgrat gibt, die in Bewegung bringt, die Raum definiert.

So berichtete kürzlich eine Bekannten, die unter rheumatischen Gelenkschmezen leidet, die Ringelblume habe ihr wohlgetan. Bei ihr waren die Schmerzen in einer inneren Erstarrung und einem äußeren Grenzverlust begründet. Die Ringelblume bringt den Stau in Fluß. Natürlich wirkt das ätherische Hydrolat – wie auch die Blüte bekannt aus der Volksheilkunde – bei Wundheilung und Ekzemen – wenn der Organismus im Inneren geschwächt oder „in Unordnung“ ist. Anders als die Schafgarbe, die auch eine zauberhafte Wundheilerin ist, setzt die Calendula an der Strukturinformation an, ordnet, kräftigt, richtet auf.
Und so ist Calendula-Hydrolat wunderbar, wenn Erschöpfung, Müdigkeit, Übellaunigkeit den Tag verdunkeln.
Aber jetzt habe ich schon wieder viel zu viel geschrieben…
… es geht weiter – am übernächsten Donnerstag mit der nächsten Folge.

In meinem kleinen „Laden“ (https://wild-natural-spirit.org/shop/ ) findest Du 2 Sorten naturreiner Destillate der Ringelblume: Einmal das als Lebensmittel zugelassene Reindestillat, das eingenommen werden kann oder mit dem Du Getränke und Speisen verfeinerst. ZUm anderen ein kosmetisch zugelassenes Destillat, bei dem der Gehalt der ätherischen Öle in einer überprüft hautverträglichen Konzentration gehalten werden. Dort findest Du auch die Rohdroge, herrlich unversehrte, getrocknete Ringelblumenblüten, wenn Du direkt auf körperlicher Ebene ansetzen und vielleicht eine klassische Ringelblumensalbe oder einen leckeren Blütentee machen möchtest.

Bei Fragen zu den Pflanzen wende Dich gerne per Mail an mich. Ich will allerdings keine „Gesundheitsberatung“ machen (darf ich auch gar nicht) . Aber ich kann Dir von der Pflanze berichten, so daß Du selbst nachspüren kannst, ob die Resonanz für Dich und deine Verfassung stimmig ist.


Auf einem kleinen Berg im Bayerisch-Thüringischen – genannt „Aditi“ – lebt ein Permakulturprojekt für den Anbau reinster Medizinpflanzen.
Unsere handgesammelten, biozertifizierten Kräuter sind auch pur eine Kostbarkeit. Als Tee, Schmuckdrogen hochwertige Bestandteile von Kosmetik und Naturheilmitteln. Wild Natural Spirit legt Wert auf Tradition: Wir verwenden keine Maschinen, fügen Erde und Pflanzen keine fremden Stoffe hinzu und sammeln unsere Ernte per Hand. Unsere Pflanzen aus Eigenanbau werden frei von elektrischen Magnetfeldern sanft in unserer autarken Solartrocknung getrocknet.


Der Einstiegsartikel zu dieser Reihe erschien am 3. Oktober 2018  in den Newslichtern und ist hier nachzulesen: https://www.newslichter.de/2018/10/heilsame-hydrolate/