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Frühling – ganz leise

Krause-Minze

Zart heben sich die roten und grünen Spitzen aus dem braunen Laub des Vorjahres. Das Alte nährt und schützt – noch – bevor die Minze sich den ganzen Raum nimmt und mit ihrem kraftvollen Grün und dem durchdringenden Duft hervorbricht. Die Wasserminze und die Pfefferminze haben unter dem Altlaub bereits mit ihren pinken Ärmchen das Territorium abgesteckt. Neben ihnen hat kaum etwas anderes Platz. Ganz anders steht die Krause Minze. Die braunen Haupttriebe des Vorjahres stehen weiterhin aufrecht, zart wölben sich die Blattnarben, unter denen bereits die frischen Knospen schlummern.
Sie halten Raum, die Minzen. Und mittels ihrer durchdringenden ätherischen Öle weit über den Leib hinaus.
Eine Eigenschaft, die wir Menschen uns gerade besonders wünschen, nicht wahr ?
Viele von uns haben noch mit Erkältungen zu tun – und das einzigartige Menthol der Minzen hilft, die Bronchien wieder frei zu bekommen. Wer schon einmal billiges “Minzöl” gekauft und auf die Haut aufgetragen hat weiß jedoch, dass das Menthol ganz schön aggressiv sein kann. Daher macht es Sinn, nicht nur die “Speerspitze” dieser altbekannten Heilpflanze zu nutzen – sondern ihr unversehrtes, ganzes Wesen aufzunehmen, das eben neben Menthol, Carvenol und Cineol auch solche Stoffe enthält, die moderieren und ausgleichen.
Ganz besonders die Krause Minze – die als einzige Minzeart kein Menthol enthält – vermag diese sanfte Durchsetzung zu vermitteln.

Die Minze – ob mit oder ohne Menthol – ist weltweit eine beliebte Heil- und Gewürzpflanze.
Sie duftet herrlich im ganzen Raum.
Sie bringt den Frühling auf unsere Zunge.
Aus gutem Grund habe ich für den März daher die drei Minzen aus Aditis Gärten zum Monats-Special gemacht.
Ein besonderer Preis für die dreier-Kombi und nochmal sehr ausführliche Information zu Art und Wirkweise jeder einzelnen Sorte findest Du dort.

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Die Krause Minze und Ihr Hydrolat

Krause-Minze

Ein Frauenkraut, wie es im Buche steht

Gemäß Ovid ging Hades der Nymphe Menthe nach, welche er als Geliebte gewann. Die wurde von der eifersüchtigen Persephone in einen Stock Krause Minze verwandelt.

Die Krause Minze – Mentha spicata crispa – ein behaartes, ausuferndes Fräulein, das eine ganz zauberhaft sanfte Note in sich trägt – ist eher zufällig in Aditis Minzengarten gestolpert. Dort setze ich sie zwischen Wasserminze, Pfefferminze, Liebstöckel und Melisse ein. Ihr „Stückchen“ maß eben einmal 50 Quadratmeter – das mußte reichen.

Und wieder waren es wenige Stecklinge, die ich hatte – und wieder hatte sich das kecke, behaarte Mädchen binnen drei Monaten den ganzen Raum erobert.
Von der raumgreifenden Eigenschaft der Minzen – in Erscheinung und Wirkung – hatte ich ja bereits im einleitenden Artikel über die Minzen, ihre Hydrolate und ätherischen Öle geschrieben (https://wild-natural-spirit.org/wasserminze/) . Wir haben es  bei der ganzen Familie mit Heilkräutern zu tun, die in die Tiefe dringen, die Bewegung und Temperaturausgleich zusammen mit ihrem köstlich frischen Aroma bringen. Allesamt sind sie kostbare Heilkräuter ebenso wie köstliche Würz- und Duftspender. Doch ist dieser Familie auch ihre außerordentliche Vielseitigkeit zueigen. So sagt Walahfrid Strabo (808 – 849 n.Chr), der Abt von der Reichenau in seinem berühmten Gartengedicht, dem „Hortulus“: „Nimmer fehle mir ein Vorrat gewöhnlicher Minze, so verschieden nach Sorten und Arten, nach Farben und Kräften“.

Die Mentholfreie Minze

Die Krause Minze unterscheidet sich ansonsten deutlich von ihren kräftigen, geradlinigen und glattblättrigen Schwestern:
Ihr Wuchs ist verspielt und kurvig, ihre gekrausten Blättchen mit einem silbrigen Flaum überzogen, ihre skurrilen Blütenstände haben ihr wohl auch den Namen „Frauenminze“ eingebracht. Noch mehr als ihre Schwestern wird sie so zum Bienenliebling. Genetisch betrachtet ist sie der Boden für Nanaminze und Marokkanische Minze, deren sanftes Aroma in Speisen und als Beimischung zu schwarzem Tee geschätzt wird (das Destillat ist hier perfekt !)

Das wichtigste innerliche Unterscheidungsmerkmal ist wohl, daß die Krauseminze kein Menthol enthält und so auch von Kindern und sehr empfindlichen Menschen gut vertragen wird. Vielmehr wird das auch in der Nepalesischen Medizin geschätzte Heilkraut durch ihren hohen Gehalt an L-Carvon interessant.
Carvon ist ein keimhemmendes Monoterpen-Keton, das neben der Krauseminze auch im Kümmel vorkommt. Es prädestiniert das Krause Minze-Destillat unter anderem als Mund-, Rachen- und Nasenspülung und zur Desodorierung. Zudem ist das Carvon ein gerne eingesetzter Wirkstoff bei Magen-Darmproblemen in der Alternativen Medizin – und zwar innerlich wie äußerlich (Einreibung) angewandt.
Am spektakulärsten dürften wohl die Studien von Crowell/Kennan/Ahmad sein, in denen eine vorbeugende Wirkung des ebenfalls in der Krauseminze enthaltenen Carvenols gegen Brustkrebs nachgewiesen wurde. Und dies ist dann der letzte naturwissenschaftliche Hinweis, bevor wir uns ganz der unmittelbaren Wahrnehmung hingeben, Denn:

Die Krause Minze ist die Weiblichkeit selbst

Als ich einmal wieder an der großen Kupferdestille stand und Körbe frisch geernteter Krauseminze aus dem Permakultur Garten in die Kolonne füllte, war mir, als würden meine Bewegungen immer langsamer, immer weicher, immer fließender.
Zu Fabians Überraschung (mein lieber Assistent an der Destille), wollte ich nicht wie gewohnt ganz konzentriert und gradlinig zum Ergebnis kommen, stattdessen schlug ich vor, zu Ehren unseres neuen Heilkrauts noch einen Tee aus der aromatischen Krausen Minze aufzubrühen. Genüßlich atmeten wir den süßlich herben Duft ein, vernahmen den ungewöhnlich sanften und doch charakteristischen Geschmack, bevor wir endlich das Feuer unter der Destille entzündeten.

Krause Minze und Fabian

Eine friedvolle, vielschichtige und gleichzeitig belebte Stimmung erfüllte uns, bis der erste Tropfen des Destillats aus dem Kupferrohr rann.
Und nun war es um unsere Konzentration (fast) ganz geschehen: Pure Sinnesfreude, schwelgender Genuß, vergnügtes „Probieren“ begleitete uns während des gesamten Vorgangs.
Das putzige Mägdlein aus dem Minzegarten hatte uns vollends verzaubert….

Als ich am Abend zu Bett ging, nachdem ich dem Bedürfnis einer ausführlichen Pflegerunde nachgegangen war, beschäftigten mich Empfindungen und Gedanken zur Weiblichkeit. Mir kam die harte Arbeit, der ich mich seit drei Jahren aussetze, plötzlich als „zu hart“ vor. Zu zart, zu weich, zu kostbar erschien mir plötzlich mein weiblicher Körper hierfür. Mein Bedürfnis nach Tanz, Sinnlichkeit, Schönheit wogte auf und ich schlief mit dem seligen Gefühl ein, wahrhaft eine Frau zu sein.

Bereits am Morgen setze ich mich hin und suchte unter meinen Klienten und Klientinnen nach solchen, die ein Thema mit „Weiblichkeit“ hatten:
Welche Frauen folgten einem Streben nach unnatürlicher Männlichkeit ?
Welche unter ihnen hatte Traumatisierungen aus der Mann-Frau-Rollenverteilung ?
Welche Frauen lehnten „das Weibliche“ ihres Körpers ab ?
Aber auch unter den Männern:
Welche Männer drohten im Korsett des „Mann-Sein-Müssens“ zu ersticken ?
Hatten Schwierigkeiten, ihren weiblichen Anteil zu integrieren und zu leben ?

Aufforderung zum Fließen-Lassen

Auch meine TCM-Brille war mir hier von Nutzen: Die Kraus Minze ist eindeutig ein Kraut, das der Wasser-Energie (水 , Shui) zuzuordnen ist. Diese Energie korreliert in der TCM mit dem gesamten Urogenitalbereich – auf psychischer Ebene mit „Trauer“. Und auch hier suchte ich nach Menschen, die in diesem Bereich Probleme hatten.

Die Blüte der Krauseminze

All diese Menschen sprach ich an und bat sie, für eine gewisse Zeit das Destillat der Krause Minze zu testen.
Die Rückmeldungen bis dato bestätigen meine Einschätzung: Die Krause Minze ist die Weiblichkeit selbst.

Probier es selbst aus !

Wenn Du mehr zu Wild Natural Spirit erfahren möchtest – der Heilkräutermanufaktur im Frankenland, wo kein Kraut je eine Maschine sieht und in biozertifizierter Permakultur gedeiht, bis es von Hand geerntet und zu kostbaren, zusatzfreien Präparaten vor Ort weiterverarbeitet wird, dann schau vorbei auf der Website: www.wild-natural-spirit.org

Dort kannst Du in Praxiswochen auch die Kunst des Destillierens oder die Grundzüge der Permakultur erlernen, oder an Wochenenden mehr zu Art und Verwendung von Heilkräutern.

Mehr zu den Minzen findest Du in diesen Artikeln:

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Die Wasserminze – und ihr Hydrolat

Bio Kräutertee Minze

Die Kraft der Druiden: Die Wasserminze

Pflanzen der Gattung Minzen (Mentha) zählen zu den ältesten Heilpflanzen der Menschen. Häufig wurden sie auch bei diversen Ritualen eingesetzt.
Wenn man in Büchern oder online zu „Minze“ recherchiert, wird immer wieder die Artenvielfalt festgestellt – aber nicht differenziert. Sogar in expliziten Schriften zur Phytotherapie findet sich die Aussage, daß die Minzen in ihrer Wirkweise sehr ähnlich seien. Stimm das ?
Es gibt zig Minze-Sorten in Europa. Drei dieser Sorten wachsen auch in meinen Permakultur-Gärten und werden hier auf Aditi zu kostbaren Spirits verarbeitet.

  • Die Krause Minze – Mentha spicata crispa – ein behaartes, ausuferndes Fräulein, das eine ganz zauberhaft sanfte Note in sich trägt.
  • Die glatte Minze – Mentha piperita – die edle Klassikerin, dezent frisch mit einem Hauch „Pfeffer“, woher auch die Bezeichnung „Pfefferminze“ stammt.
  • Die Wasserminze – Mentha aquatica – eine uralte Druidenpflanze, die sich mit ihren runden Blättern und ihrem kompakten Wuchs deutlich von den üblichen Minzen unterscheidet.

Gemeinsam ist den Minzen das Raumgreifende

Biochemisch gibt es bei den Minzen ein augenfälliges, gemeinsames Merkmal. Das Menthol: Ein intensiv duftendes ätherisches Öl mit sehr ungewöhnlichen, heilkräftigen Eigenschaften.
Menthol hat die Eigenschaft, bei lokaler Anwendung Kälte-, Wärme- Schmerz- und Druckrezeptoren zu erregen. Denn es bewirkt eine Änderung der Zellmembran mit einer vermehrten elektrischen Aktivität. Hohe Konzentrationen von Menthol entfalten eine lokal anästhesierende Wirkung. Daher wird Pfefferminzöl von jeher bei Kopfschmerzen und Verspannungen äußerlich verwendet. Zudem öffnen die Öle Nasenschleimhäute und Bronchien, wenn sie inhaliert werden.
Das Menthol ist raumgreifend und vermag, alles zu durchdringen.
So kennen wir die „Minzen“.

Doch sie können noch viel mehr –Duft, Geschmack, Aussehen und Wirkung unterscheiden sich von Art zu Art erheblich, wenn wir mit der ganzen Pflanze arbeiten und etwas genauer hinsehen. Biochemisch läßt sich das zurückführen auf unterschiedliche Gehalte der ebenfalls hochwirksamen Carvone (ein keimhemmendes Keton vor allem in der Krause Minze), Cineol (das ist der Stoff, der die Schleimbildung bei Erkältungen hemmt und am stärksten in der Mentha piperita vorkommt), Limonene (die für den Duft aber auch für die reizende Wirkung verantwortlich sind – und Basis für die Herstellung von synthetischem THC sind). Die Wasserminze ist die Ur-Minze und hat den höchsten Limonen-Gehalt.

Minzen auf Aditi: Zauberhafte Anderswelt

Der Minzengarten

Auf Aditi haben die Minzen zusammen mit der Melisse einen eigenen Garten. Einen Garten, der vor 1,5 Jahren noch ein unsäglich verwachsener Schlehenhain war, in dem außer Brombeeren, Schlehen und Brennesseln keine andere Pflanze eine Chance hatte, zu gedeihen. Die Bauern meinten, es sei das unfruchtbarste Stück im ganzen Landkreis, Freunde warfen schon beim Hinsehen das Handtuch, als es darum ging, dieses Stückchen Land urbar zu machen. Doch als Permakultivistin wußte ich: Hier herrscht ein besonders mildes Klima, die Senke, umgeben von Schlehen, vermag Temperaturschwankungen abzupuffern und Wasser zu speichern. Und ich wußte: Hier kann ich die „Invasiven“ ansetzen, diejenigen Kräuter also, die in üblichen Gärten alles plattmachen und sich rücksichtslos ausbreiten. Denn mit Brombeeren und Brennesseln und den Schlehen rundherum haben sie ein Gegengewicht auf Augenhöhe. Nach Tagen (oder Wochen) unsäglicher körperlicher Arbeit – das Ausgraben und Entwirren der alten Schlehen, dicht an dicht – lagen 800 Quadratmeter also offen und ich konnte mit der eigentlichen Bodenaufbereitung beginnen.
Noch sind wir bei den Gemeinsamkeiten. Und gemeinsam meinen prächtigen Minzearten, daß ich die Bepflanzung mit nur je 3 – 7 Stecklingen begann. Aus diesen 3 bis 7 Ästchen Wasserminze, Krause Minze, Glatter Minze und Melisse wurde binnen 3 Monaten ein geschlossener Bestand: Die Einschätzung war richtig gewesen: Diese Lippenblütler erfassen alles, nehmen es in Beschlag und behaupten ihren Platz.
Dieses „Raumgreifen“, das den Minzen gemeinsam ist, können wir bei ganzheitlicher Betrachtung dem gezielten Einsatz der jeweiligen Art nutzen: Denn je nachdem, ob wir die Sanftheit der Krause Minze, die mentale Aktivierung der Glatten Minze oder die enthebende Wirkung der Wasserminze aufnehmen wollen: Wir können bei den Minzen sicher sein, daß sie ihre Kraft auch in die hintersten Winkel bringen und dort verankern.
Doch zum Raumgreifenden kommt dann eben die besondere Eigenart. Und weil diese so unterschiedlich sind, widme ich mich heute erst einmal einer der wichtigsten „heiligen Pflanzen“ der keltischen Vorfahren: Der Wasserminze.

Rausch der Götter: Die Wasserminze

Bio Kräutertee Minze

Interessiert man sich für Heilweisen und Magie bei den Kelten, so trifft man auf 3 zentrale „Heilige Pflanzen“: Mädesüß, Eisenkraut und Wasserminze.
Die Wasserminze mit ihrem gedungenen Wuchs, den kugelrunden Blüten und dem sehr erdig-eindringlichen Duft unterscheidet sich nicht nur äußerlich sehr von ihren sonst eher ätherischen, schlank gewachsenen Minze-Schwestern.
Wenn wir die Wasserminze ernten – ausschließlich bei Neumond – sind wir bereits nach kurzer Zeit in einem rauschähnlichen Zustand. Der intensive Duft hebt uns aus alltäglichem Denken heraus und öffnet die Wahrnehmung für feinstoffliche Informationen. Das war wohl auch einer der Effekte, den die Druiden zu schätzen wußten, und den sie in Form von Räucherungen oder Schnupftabak der Wasserminze nutzten (beide Kräutertabake von Wild Natural Spirit enthalten Wasserminze 😉 ) .
So wie die mentha piperita (Glatte Minze) uns auf das Geistig-Weltliche zu fokussieren weiß, so de-fokussiert und die Wasserminze, erlaubt uns, uns über die alltäglichen Einflüsse hinwegzuheben und eine Einsicht in größere Zusammenhänge zu gewinnen. Sie vermag einfach, das „Unwirkliche“ vom „Wirklichen“ zu scheiden. Auf körperlicher Ebene setzte man das Kraut früher als fiebersenkendes Mittel und auch zur Beendigung unerwünschter Schwangerschaft ein.
Anders jedoch als etwa die Schafgarbe oder die Cedronella canariensis geht diese Wahrnehmungsveränderung nicht mit Verfeinerung oder Aufhebung einher. Ganz im Gegenteil: Die Durchsetzungskraft und der Wagemut dieser außergewöhnlichen Minze geben ihr etwas joviales, strahlendes, respektgebietendes.

Das wird bei der Anwendung des ätherischen Hydroalts besonders deutlich. Eingenommen oder in der Aura versprüht erschließt sich der stärkende und horizonterweiternde Effekt der Wasserminze am deutlichsten.
Mal ganz abgesehen von dem köstlichen Geschmack…

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Seit 2 Jahren baue ich auf einem 3,5 Hektar umfassenden Berg namens „Aditi“ in biozertifizierter Permakultur traditionelle Heilpflanzen an. Ausschließlich per Handarbeit – zusatz- und maschinenfrei – werden diese zu kostbaren Präparaten weiterverarbeitet. Allen voran die Destillate. Sieh Dich gerne um in meinem kleinen Online-Laden oder komm zu einer der Praxiswochen.