Veröffentlicht am Schreiben Sie einen Kommentar

Phytotherapie verstehen

Hast Du schon einmal in unserer ausführlichen Bibliothek zu Permakultur, Destillation, Heilpflanzen, Naturkosmetik und ätherischen Ölen gestöbert ?
Dort findest Du Wissen in der Tiefe über Pflanzen als Heilerinnen und Begleiterinnen, über unsere Art, maschinenfreie Landwirtschaft in Permakultur zu betreiben und kostbare Destillate vor Ort herzustellen.

Damit die Fülle an Praxiswissen übersichtlich bleibt und Dich in deiner Freude an unserer Naturkosmetik und den Reindestillaten unterstützt, haben wir den Blog nun strukturiert:
Wenn Du über den Menüpunkt https://wild-natural-spirit.org/blog/ auf den Blog kommst, kannst Du in der Seitenleiste wählen, zu welchem Thema Du mehr erfahren möchtest:

  • #Destillation – hier erfährst Du ein wenig über Technik und alchemistischen Vorgang der Destillation
  • #Heilpflanzen – hier findest Du auch die Pflanzenprofile, in denen ich beschreibe, welche Eigenschaften die von uns verwendeten Pflanzen haben, wie wir sie angebaut haben und wie Du sie verwenden kannst
  • #Hydrolate und #ätherische Öle – hier erfährst Du zum Unterschied zwischen Wild Natural Spirit-Reindestillaten und handelsüblichen Hydrolaten und ätherischen Ölen
  • #Naturkosmetik – ist unser Abschnitt zu Beschaffenheit, Wirkweise und Anwendung unserer absolut zusatzfreien Naturkosmetik
  • #Permakultur – und hier etwas Anregung zur Gestaltung deines eigenen Permakulturgartens und zu Grundprinzipien, die Du in der Praxiswoche erfahren und vertiefen kannst

Viel Freude beim Stöbern und Lernen !

Veröffentlicht am Schreiben Sie einen Kommentar

Der Lavendel und sein Hydrolat – Tiefe Weiblichkeit

Naturkosmetik Lavendel

Ich erinnere mich an die endlosen Lavendelfelder der Haute Provence in meiner Kindheit, während unserer Familienurlaube in Frankreich. Was für eine Fülle, was für ein Duft und Rausch an Farben.
Damals wäre es unvorstellbar gewesen, den wärmeliebenden Lippenblütler in Deutschland anzubauen.
Doch aufgrund von Schädlingen und Kälteperioden hat sich in den letzten zehn Jahren die Anbaufläche von Lavendel in Frankreich fast um ¾ reduziert. Zudem wird der kostbare Echte Lavendel (lavendula angustifolia) immer seltener – zugunsten des billigen Lavandin, der nicht annähernd über die Heilkraft des Echten Lavendels verfügt.

Echter Lavendel in oberfränkischer Permakultur

Und so lag es nahe, daß ich es wenigstens versuche: Lavendel auf Aditi anbauen.
Ein gewagtes Experiment – denn zum einen ist die Aufzucht sehr schwierig – vor allem aber sind es eben Kälte und die gefürchtete Glasflügelzikade, die meinen Versuch zu einer Herausforderung werden lassen.
Letztlich gelang mir die Stecklingsvermehrung, die Gewinnung aus Saatgut scheiterte vermutlich aus klimatischen Gründen.

Bei der aufwendigen Vermehrung der Pflänzchen über die Bewurzelung von Seitentrieben zweier großer Mutterpflanzen fiel mir auf, daß solche Lavendel-Pflänzchen besonders gut gediehen, die umgeben von Schafgarbe waren. Als leidenschaftliche Vertreterin der Permakultur nahm ich diesen Wink auf und baute den gesamten Bestand in einer Schafgarben-Lavendel Mischkultur. Mit viel Hingabe hegte ich die skurrilen Wuschelköpfchen, belüftete die Erde, nahm den Klee heraus, schnitt die kindshohe Schafgarbe zurück.
Lavendel braucht viel Licht und Wärme, um seine duftenden Bestandteile voll auszuformen. Und die hatten wir in 2018 und 2019 ja reichlich…
Was für ein wunderschönes Bild – die blau-weiße Pracht von Juni bis August !
Und der Bestand hätte an Reichtum und Gehalt nicht übertroffen werden können:
Tiefdunkelblaues Destillat der Schafgarbe, reich gesättigt mit Chamazulen – und berauschend duftendes Lavendel-Reindestillat haben meine Wahrnehmung bestätigt.

Lavendel als Medizinpflanze

Bereits bei der Aufzucht der Pflanzen breitete sich eine herrliche Beschwingtheit aus, wenn ich mit Fabian im Lavendelfeld arbeitete. Bei der kleinsten Berührung verströmten die Pflänzchen diesen einzigartig herb-blumigen Duft, der beruhigt und doch wach macht. Wach in einer entspannten, ruhigen Art. Hier wurde bereits spürbar, daß die entscheidende Kraft des Lavendel im Ausgleich, in der Ausgewogenheit und im „rechten Maß“ liegt.

Und tatsächlich: Im Europäischen Arzneibuch wird die krampflösende und nach Inhalation auch zentraldämpfende Wirkung beschrieben. Das im Lavendel enthaltene ätherische Öl Linalylacetat soll verantwortlich sein für die milde Beruhigung bei Unruhezuständen, Einschlafstörungen und funktionellen Oberbauchbeschwerden. Den potentiellen Nutzen von Lavendelöl bei Angststörungen konnte eine 2014 publizierte Doppelblindstudie nachweisen.
Das kann ich bestätigen !

Das Spannendste aber fand ich in einer Studie von Ramsey et alteri: Wie bereits vorangegangene Studien hatten die Forschergruppe eine markante „östrogene und anti-androgene Aktivität des Lavendels“ nachgewiesen (das reversible Wachstum der Brustdrüsen, die Unterdrückung männlicher Hormone). Hiet bietet sich womöglich ein guter Ansatz für pubertäre Hormonschwankungen und Hautprobleme.

Diese klinischen Studien bestätigen meine unmittelbaren Wahrnehmungen im Umgang mit dem Lavendel: Auch wenn dem Lavendel heutzutage etwas Altmodisches anhaftet, so ist er in Farbe, Duft und Gestalt doch der Innbegriff des Weiblichen, Fließenden, Öffnenden.
Eine ausgesprochene „Frauenpflanze“, die uns aus der männlich getakteten und hierarchisierten Welt heraushebt in einen unbestimmten Fluß weiblicher Kreativität und Verträumtheit.

Ich habe mir angewöhnt, das Reindestillat des Lavendel einzunehmen und großzügig um mich herum zu versprühen, wenn ich allzu fest, allzu fokussiert meine Gelassenheit und Weichheit zu verlieren drohe.

Kosmetische Wirkung von Lavendel

Lavendel wirkt heilend, durchblutungsfördernd, entzündungshemmend und beruhigend. Das Linalool ist verantwortlich für die hohe Wirksamkeit des Lavendelöls bei Haut- und Nagelpilzerkrankungen (antifungal (gegen Pilze gerichtete) und antibakteriell)
Wie auch in Kamille und Ringelblume ist im Lavendel ein besonders hoher Flavonoid-Gehalt für die hohe immunstärkende und entzündungshemmende Wirkung verantwortlich. Im Vordergrund stehen dabei die Interaktion mit DNA und Enzymen, die Aktivierung von Zellen, ihre Eigenschaft als Radikalfänger, sowie die Beeinflussung verschiedener Signaltransduktionswege in den Zellen.

Das macht unsere Lavendel Gesichtspflege – Naturreines Pflanzendestillat zur Hauterneuerung par excellence. Insbesondere dann, wenn stressbedingte Rötungen du Entzündungen auftreten – denn wie immer ist es die ganze Pflanze, die auf den ganzen Menschen wirkt. Nicht nur die Wirkstoffe, die unmittelbar die gestresste Haut beruhigen, sondern der ganze Komplex Lavendel – ihre weibliche, umhüllende, fließende Art – beantworten das Bedürfnis unseres Körpers und unserer Seele als Ganzes.
Ich gebe in solchen Fällen ein paar Spritzer der Gesichtspflege in heißes Wasser und gönne meiner aufgeregten Haut ein Lavendel-Gesichtsdampfbad. An der Wichtigkeit zum Beispiel der Flavinoide für die Wirkkraft des Lavendels zeigt sich einmal mehr, daß die Verwendung des Reindestillats der Verwendung des abgespaltenen Lavendelöls (nur die ätherischen Bestandteile der Pflanze) deutlich überlegen ist.

Ernte und Verarbeitung

Ich konnte in diesem Jahr erstmalig genug Lavendel ernten, um eine ordentliche Charge Lavendel Reindestillat zu produzieren. Es war herrlich, nach der intensiven Sonnenzeit hinauszugehen und den Moment abzupassen, in dem die Blüten sich öffneten.

Unter strahlendem Mittagshimmel brachten wir Korb für Korb des berauschenden Violetts zur Destille und schwelgten bis tief in die Sommernacht in der grenzenlosen Weiblichkeit dieses Destillats.
Fläschchen um Fläschchen rann aus unserer großen Kupferdestille und zauberte ein Lächeln in unsere Gesichter, das bis heute nachklingt.

Veröffentlicht am Schreiben Sie einen Kommentar

Zarte Glückseligkeit – Der Fenchel und sein Hydrolat

Fenchel Naturkosmetik

Der Fenchel ist eine Pflanze, die auch bei Hildegard von Bingen eine zentrale Rolle spielt. Sie schreibt in ihrem Kräuterbuch „Wie auch immer er gegessen wird, macht er den Menschen fröhlich und vermittelt ihm angenehme Wärme und guten Schweiß und eine gute Verdauung.”“

Und diese Zeilen führen mich zurück in die Momente, in denen ich bei der Hege der außerordentlich zarten Pflanzen alles um mich herum vergaß und erfüllt von tiefer Freude und Genügsamkeit Reihe für Reihe lockerte, die wuchernde Brennnessel beiseite schob und die zauberhaften Fenchelpflänzchen ihre zarten Glieder in die Sonne reckten.
Diese Zartheit nahm der eigentlich groben Arbeit die Mühsal, verlieh meinen Bewegungen und Gedanken etwas Leichtes, Liebevolles. Oder war es die Pflanze selbst, die mich mit ihrem süßlich herben Duft so weich stimmte ? Ist der Fenchel ein Stimmungsaufheller ?

Was hat sie in sich, diese schon bei den Griechen bekannte Heilpflanze ?

(die Griechen nahmen den Fenchel zu sich, um den Hunger zu stillen – das macht das Fenchelaroma übrigens zu einem fabelhaften Appetitzügler bei dem Wunsch nach Gewichtsreduktion)

In den Heilbüchern finde ich diese Einträge: „Fenchel wird verwendet bei der Behandlung von Nieren-, Leber-, Erkältungen, Magen-Darm-Krämpfen und Koliken. Wegen des Gehalts an ätherischen Ölen ist Fenchel auch ein Bestandteil von Arzneimittel zur Behandlung von Erkrankungen der Harnwege, bei Diabetes, Übergewicht und für Magen und Gallenkoliken. Fenchel-Wasser (aqua Foeniculi) wird zur Behandlung von Augen und zum Gurgeln verwendet.“

Und wenn ich mir die Biochemie dieses Doldenblütlers ansehe, so finde ich einen wahren Heil-Cocktail an ätherischen Ölen (unter anderem trans-Anethol, Fenchon, α-Pinen, Camphen, Myrcen, α- und β-Phellandren, α-Terpinen, cis-Anethol, Limonen, Terpinolen, Estragol, p-Cymol; Kraut: α-Phellandren, α-Pinen, cis-Anethol, Myristicin, α-Terpinen, Limonen).
Kein Wunder, daß dem Fenchel so viele heilsame Wirkungen zugeschrieben werden. Unter anderem schreibt das Apothekerbuch für Heilpflanzen über die Öle im Fenchel „ Sie lösen festsitzenden Schleim aus den Bronchien und fördern zugleich dessen Abtransport aus den Atemwegen. Fenchelfrüchte können daher Erkältungsbeschwerden wie Husten und Schnupfen lindern. Außerdem wirkt das Öl verdauungsfördernd und krampflösend, weshalb Fenchel als Tee gegen Blähungen und Völlegefühl hilft.“

Erfreulicher Weise hatte ich mich bei der Wahl des Saatguts für den „Süßen Saatfenchel“ entschieden, der kaum mehr Estragol enthält. So kann ich sicher sein, daß das Fenchelhydrolat bekömmlich ist. denn: Das bei Überdosierung vom  Bundesinstitut für Risikobewertung als gefährlich eingestufte Eugenol und Estragol taucht nur im Fencheltee, nicht aber im Hydrolat auf. Das liegt an deren sehr hohen Siedepunkt. So ist das Hydrolat für Schwangere und Baybies, die den Fenchel als Heilmittel bei Blähungen, zur Milchbildung und als Schlafmittel nutzen, wesentlich sicherer, als der Tee.

Fenchel als Anti-Aging-Mittel in der Naturkosmetik

Und noch etwas entdeckte ich, als ich bei den fast neongelb blühenden, zarten Pflänzchen saß und mich an ihrer skurrilen Form erfreute: Er hat etwas Erfrischendes, Glättendes, Verjüngendes an sich.

Ich las nach und fand, dass das der Fenchel in der Kosmetik – wie auch unser Roter Sonnenhut – ein phänomenal effektives Anti-Aging Mittel ist. Die kosmetischen Test und auch das INCI-Register belegen, daß die Inhaltstoffe des Fenchel kräftigend, geschmeidig machend  und hautpflegend sind und erste Fältchen rasch verschwinden lassen oder mindern.

Wow – das hab ich natürlich gleich ausprobiert. Und zwar mit unserem einzigartigen (!) Reindestillat. In der Tat führte die Verwendung der des Gesichtspflege-Destillats von meinem liebevoll gehegten Fenchel zu einer Auffrischung und Glättung meiner Haut. Für mich – nach TCM-Systematik eher eine „heiße, trockene, feste“ Erscheinung – funktionierte allerdings der Rote Sonnenhut noch besser, der meine Haut tatsächlich um ein Vielfaches jünger erscheinen läßt.

Freundinnen, mit einer eher kühlen, weichen Natur, schwärmen von der Bio Fenchel Gesichtspflege. Nicht nur, weil sie tatsächlich die Haut verjüngt, sondern auch, weil sie eben komplett ohne Zusatzstoffe ist. 100% Pflanzendestillat eben.

Es ist schon spannend, wie sich der Kräuterkreis hier auf Aditi entwickelt und langsam schließt. Ich habe mir die 13 Sorten nicht „ausgedacht“, sie kamen natürlicher Weise, eine nach der anderen hinzu – irgendwie intuitiv, manchmal ganz konkret an bestimmten Plätzen, wo ich „vernahm“, daß hier genau dieses Kraut hin paßt. So war das auch beim Fenchel, der jetzt auf einem nordwestlichen, halbkreisförmigen Beet gedeiht und seine blaugrünen, zart gerieften Stängelchen mit den vielzähligen, feinen Verästelungen in den kühlen Winterhimmel reckt.

Was für ein süßer Gefährte !

Veröffentlicht am Schreiben Sie einen Kommentar

Pflanzen als Begleiter

Pflanzen als Begleiter

Pflanzen begleiten den Menschen als Heilmittel, als Ritualpflanze, als Ratgeber, Raum der Stille und als Zierde. In einer Zeit, in der die meisten unter unnatürlichen Lebensbedingungen unnatürlichen Tätigkeiten nachgehen, ist das Wissen um die Kraft der Pflanzen besonders wichtig

Die Liebe des Menschen zu den Pflanzen ist uns in die Seele geschrieben – selbst wenn wir fernab einer natürlichen Umgebung leben, stellen wir uns Pflanzen in die Wohnung, fahren zu unserem Lieblingsbaum hinaus „aufs Land“, bevorzugen pflanzenbasierte Heilwege.

Man muß kein Esoteriker sein, um die den Bäumen und Kräutern innewohnende Kraft zu erkennen. Das Wissen darum, worin die pflanzliche Kraft besteht und wie sie wirkt, geht jedoch mehr und mehr verloren. Nicht nur, weil wir kognitiv so verwirrt und konditioniert sind, daß wir nicht mehr unterscheiden können zwischen einer isolierten oder gar chemisch nachgebauten Substanz und der reinen Pflanzenkraft, sondern auch, weil unsere Lebensgewohnheiten unsere Sinne, unsere Wahrnehmung und unsere Eigenständigkeit mehr und mehr „abschalten“.

Lange bevor ich begann, auf dem Berg Aditi traditionelle Heilpflanzen in Permakultur anzubauen und sie zu destillieren, nahm ich Menschen mit in die wilde Natur und lehrte sie das Wahrnehmen:
Den Entwurzelten führte ich zur Meditation in den Schutz einer Baumheide in den Anagabergen auf Teneriffa, die Verbitterte ließ ich Schafgarbe sammeln auf den Wiesen des Werratals, die Wißbegierige pflanzte mit mir Artemisia thuscula über dem Atlantik und der Ausgebrannte sollte seine Nase tief in die Harzhöhlen des Don Mai Yaang-Baumes stecken.

Chlorophyll und Hämoglobin

Denn diese erhabenen Wesen, deren Chlorophyll (das, was die Pflanzen grün macht) sich von unserem Hämoglobin (das, was unser Blut rot macht) nur durch das zentrale Ion – Magnesium statt Eisen – unterscheidet, vermögen sich nicht nur hervorragend mit uns zu koppeln, sie vermögen auch, Energie in Materie zu wandeln und Prozesse in uns anzustoßen, die wir ohne ihre Hilfe kaum hervorbringen können.

Unsere Vorfahren sammelten akribisch Symptome und Wirkweisen bestimmter Heilpflanzen: vom legendären Huang Ti, Kleopatra und Theophrastus bis zu Hildegard von Bingen: Sie alle wußten ein wenig von der Kraft der Pflanzen und ihrer Verwendung zum menschlichen Wohl.
Was im Laufe unserer Rationalisierung und sozialen Hierarchiesierung an Wissen weitgehend verloren ging, ist das eigentliche Prinzip des „Heilvorgangs“. Liest man die Übersetzungen der Originaltexte, so wird rasch deutlich, daß es keineswegs bestimmte Einzelsubstanzen sind, die die erwünschten Effekte bringen – und daß es auch nicht einzelne Symptome sind, die uns wissen lassen, welche Pflanze denn nun die hilfreiche ist.

Ein Heilverständnis über Resonanz

Das „Heilen“ im weitesten Sinne ist primär kein biochemischer Vorgang. Die Biochemie stellt sich lange nach dem Heilvorgang selbst als eine nebensächliche Folge ein.

Nach der Auffassung der alten Hermeneutiker ist jedes materialisierte Phänomen in dieser Welt – also auch „Krankheit“ an Körper und Seele – ein Resonanzphänomen. Bei den Effekten, die wir als Störung, als Ungleichgewicht wahrnehmen, ist eine Barriere zwischen unserem Körper respektive unserer Seele und dem Umfeld entstanden. Die „Krankheit“ zeigt an, daß an bestimmten Stellen Energie nicht mehr aufgenommen oder abgegeben werden kann.

Ein vollständig durchlässiger Organismus kann nicht „krank“ werden.

Heilung geschieht, wenn genau an diesem Punkt Resonanz erzeugt werden kann – wenn diese „Blockade“ in Kontakt und Wiederhall mit der Gesamtenergie kommen kann. Wir sprechen hier aber nicht zwingend von einem dreidimensionalen Punkt – einem Leberfleck oder einem Tumor oder einer Ansammlung von Schleim oder Wut – sondern von einem energetischen „Punkt“ der vieldimensional wirkt (nicht nur in den physikalischen Dimensionen von Temperatur, Dichte und Geschwindigkeit).

Pflanzen vermögen – nach allem, was ich bisher erfahren, beobachtet und gelesen habe – diese vieldimensionale Antwort zu geben, diese „Resonanz auf den Punkt“ auszulösen, der das menschliche System wieder in Gleichklang bringt.
Und sie vermögen durch ihre ganz besondere Art, die wir suchen, wenn wir Ruhe, Frieden, Kraft brauchen, auch, uns aufzuschließen dafür, diese Resonanz zu empfangen.

Vielleicht kennst Du das, einen ganz bestimmten Platz in der Natur zu haben, an dem Du besonders gut zu Dir kommst und Anspannungen sich lösen. Welche Bäume stehen an diesem Ort ? Welche Kräuter wachsen da ?
Ich persönlich hatte von Kindheit an „Baumfreude“ – besondere Bäume, in die ich mich zurück gezogen habe, wenn ich zu mir kommen wollte.
Mit der Zeit bemerkte ich, daß beispielsweise mein Eichen-Freund in manchen Verfassungen nicht hilfreich war. Ich streifte durch den Wald und … fand … zum Beispiel eine Birke. Sie hatte das, was ich in diesem Moment brauchte.

Oder Omas Hustensaft: Dieser dickflüssige, süße Spitzwegerichsirup half meiner Mutter, ihrem Bruder, meinem Neffen. Aber mir nicht. Ich mochte ihn nicht. Mein Opa ging mit mir hinaus zum Kräutergarten und ließ mich den Schleim und die Hitze in meinen Bronchien spüren. Und dann wies er mich an, von Kraut zu Kraut zu gehen und zu spüren, bei welchem das Gefühl leichter wurde. Es war der Salbei…

Wahrnehmen lernen mit allen Sinnen

Und hier ist ein weiteres wichtiges Thema, das Du wissen solltest, wenn Du die Pflanzen als Begleiter nutzen möchtest:

Es steht in keinem Buch, was DIR JETZT hilft. Wie ich oben schon schrieb, ist es Resonanz, die das Gleichgewicht wieder herstellt. Und um selbst Gegenstand von Resonanz – dem eigentlichen Heilvorgang – sein zu können, mußt Du „in Resonanz gehen“.
Das ist selten geworden, diese Fähigkeit, bei all der Reizüberflutung, die uns dazu zwingt, uns abzuschotten, die uns auf Trab hält mit dem Nächsten und Übernächsten, die uns bequem und abhängig macht.

Mit allen Sinnen Wahrnehmen

Doch wenn Du Heilung und Kraft suchst, wirst Du still halten müssen, wirst zuerst deinen Körper und deine Verfassung wahrzunehmen haben, lauschen, wo „es fließt“ und wo nicht. Es ist, als würdest Du eine Blaupause machen von deiner aktuellen Verfassung, Dir sinnlich greifbar machen, wie die Verfassung hinter den augenscheinlichen Symptomen ist.
Mit dieser „Blaupause“ hat dein Körper die nötigen Informationen, um mit einer Pflanze in Resonanz zu gehen, die genau diesen, deinen Zustand „beantwortet“ – und Dir ermöglicht, wieder ins Gleichgewicht zu kommen.

In meinen „Kleinen Wochenendkursen“ versuche ich dieses Lauschen und Wahrnehmen zu vermitteln. Es ist nicht nur wichtig, um selbst deinen Weg ins Gesundsein zu finden sondern auch, um anderen dienen zu können.

Planta Tota und der Ursprung


Zuletzt sei noch erwähnt, daß Pflanzen anders als wir Menschen im Verbund leben. Dankenswerter Weise hat zuletzt #PeterWohlleben mit seiner Veröffentlichung „Das geheime Leben der Bäume“ einer breiten Öffentlichkeit gegenüber deutlich machen können, daß Pflanzen nicht in der Art ein Individualbewußtsein leben, wie wir Menschen. Wie auch ich schon früher schrieb – oder #DieterStorl, #ChristianRätsch und viele andere – gibt es eine Entität, auch „Deva“ bezeichnet, die das Wesen einer Pflanzengesamtheit ausmacht und sich in jedem Pflanzenkörper dieser Art wiederfindet.

Diese Deva ist es, die die ausgleichende Resonanz in uns erzeugt – nicht ein bestimmter Wirkstoff dieser Pflanze.
Daher arbeiten traditionelle Heilkundige auch immer mit der „Planta tota“ – der ganzen Pflanze – und nicht mit Auszügen oder Mischungen.
Bei dieser Gelegenheit möchte ich auch meine Skepsis gegenüber alkoholischen Lösungen pflanzlicher Mittel zum Ausdruck bringen – Alkohol ist ein Anti-Biotikum, ein „Gegen-Leben-Stoff“. Er „friert“ das Lebendige ein und verhindert somit den gewünschten Resonanzeffekt – oder stört ihn wenigstens stark.
Auch der Einsatz reiner ätherischer Öle verstößt nicht nur gegen den „Planta tota“ Ansatz – denn hier wurde ja ein wesentlicher Teil des Wirkspektrums der Pflanze abgetrennt. Auch berichten viele meiner Kunden von nachhaltigen und sehr unerwünschten Effekten nach Gebrauch reiner ätherischer Öle. Das ist ja auch klar: Denn die ätherischen Öle sind ein Teil des Abwehrsystems der Pflanzen, sehr oft giftige oder ätzende Chemikalien, die nur im Kontext mit der Intelligenz der ganzen Pflanze „heilvoll“ wirken können.

Salbei Hydrolat

Ich lese mit großer Aufmerksamkeit die unzähligen Berichte der Aromatherapie – und als ausgesprochener „Nasenmensch“ kann ich gut verstehen, daß die extrem starken Düfte verlockend sind und ihre Wirkung haben.
Wenn ich für mich nach Ausgleichung, Kräftigung, Integration Ausschau halte, dann ist es das ganze Wesen der Kamille etwa, die mich mit ihrer kühlenden, nährenden Kraft ummantelt oder die erhabene Stille und Strahlkraft des Sonnenhuts, der mir neue Aufrichtung schenkt. Und so bin ich zutiefst überzeugt vom Einsatz der „Planta tota“ der ganzen Pflanze, die unterschiedliche Informationen in unterschiedlichen Pflanzenteilen enthält, und deren Zusammenspiel erst das Wesen der Deva wiederspiegelt.

Dennoch macht es einen erheblichen Unterschied, ob die Schafgarbe, aus der ich mir einen heilenden Tee bereite, von tonnenschweren Maschinen auf endloser Monokultur gedroschen wurde – oder ob er von Hand gesammelt und nur in Sonnenwärme getrocknet wurde.
Und natürlich enthält eine Heilpflanze auch die Informationen ihres Umfeldes – ob es nun ein verlassenes Bergtal war, wo sie wuchs, oder gleich neben der Autobahn unter Starkstromleitungen …

Laß Dich begleiten

Ich möchte Dich einladen, gleich jetzt den Mantel zu nehmen und hinaus auf die Wiesen und zum Wald zu gehen. Einmal nachzuspüren – was geschieht, wenn Du Dich auf der Wiese mit dem reichen Johanniskraut-Bestand aufhältst ? Im Unterschied zu dem Flecken, an dem die Schafgarbe wächst ? Was macht das Verweilen an der Eiche mit Dir ? Im Unterschied zum Unterschlupf bei den Fichten ?
Über deine sinnliche Wahrnehmungsfähigkeit, feire den Reichtum deiner Sinne, der Dir erlaubt, dein Fließen mit der Natur immer wieder neu herzustellen und zu gestalten.

Unsere Praxiswochen und Wochenendkurse sind “Handfeste Meditation”

Wähle aus einer solchen Wachheit heraus eine Begleitpflanze – eine Pflanze, die Dich in deiner aktuellen Verfaßtheit gut spiegelt, in Resonanz bringt. Gerne kannst Du dafür eine der Aditi-Pflanzen verwenden, bei denen sicher ist, daß sie weder Maschinen noch Wechselstrom, weder Gewalt noch Ausbeutung erfahren haben. Wir haben sie mit Liebe gezogen, mit Sorgfalt gesammelt, nach den Regeln der Kunst destilliert und so in eine Form gebracht, die über längere Zeit stabil und kraftvoll ist.

***

Wenn Du mehr zum Wahrnehmen und Aufbereiten lernen möchtest, fühle Dich herzlich willkommen zu einem meiner Seminare oder pack richtig mit an in einer der Praxiswochen. Die Anmeldungen für 2020 laufen bereits.

Praxiswoche Permakultur 04. – 08. Mai und 10. – 14. Mai 2020

Praxiswoche Destillation in der Kupferdestille 30. Mai – 04. Juni 2020 oder 05. – 09. August 2020

Das Räucherritual – Grundlagen zur Durchführung von Pflanzenopfern 13. – 14. Juni 2020

Das Pflanzenopfer – Medizinpflanzen sammeln und weihen – Grundlagen zur Gewinnung von Heilpflanzen 11. –  12. Juni 2020

Reihe: Fernöstliche und Energetische Heilkunde

Fünf Wandlungsphasen der Seele –DIAGNOSTIK 14. – 15. März und 27 – 28. Juni 2020

Fünf Wandlungsphasen der Seele – THERAPIE 28. – 29. März und 18. –  19. Juli 2020

Ernährung nach den Fünf Elementen 25. –  26. Juli 2020

Veröffentlicht am Schreiben Sie einen Kommentar

Ein Medikament nehmen oder Alternativen lernen?

Alternative Medizin

Wenn selbst die Deutsche Apothekerzeitung die Pharmaindustrie mit der Mafia vergleicht, ist es höchste Zeit, über Alternativen nachzudenken: Dieser Artikel in der Fachzeitschrift bestärkte mich einmal mehr, Wild Natural Spirit weiter nach vorne zu bringen.

Ein Medikament nehmen ? … für mich fiel diese Frage Zeit meines Lebens in 95% der Fälle mit “Nein” aus – selbst wenn ein Arzt mir ein Rezept ausgestellt hatte. Ich hege ein tiefes Mißtrauen gegenüber der symptomorientierten und invasiven Medizin mit ihrer Pharmazeutik. Übrigens nicht zuletzt genährt durch mein vierjähriges Biochemie-Studium.
Die Begleitung einer Pflanze hingegen – als vollständige und und naturbelassene Ganzheit – ist mir von Kindheit an vertraut. Deswegen baue ich ja auch Heilpflanzen an – in Permakultur und ohne Maschinen. Wir müssen von Glück sprechen, dass unsere traditionellen Heilkräuter sich (noch) dem Arzneimittelrecht entziehen können…

Destillation

All denjenigen, die die Unsäglichkeiten in Medizin, Pharmazie und Landwirtschaft durch noch mehr Regeln, Berichte und Zertifikate kontrolliert sehen wollen, sei dieser Artikel an die Hand gegeben.
Er zeigt, wie wenig die hoch gepriesenen “Zertifikate” helfen, wenn wir es mit Menschen zu tun haben, denen es um etwas ganz anderes als Heilung oder Erhaltung geht. Selbst die Biozertifikate – und ich habe ja nun mal auch einen biozertifizierten Betrieb – sind mehr Schall und Rauch. Regulierung und Kontrolle bringen uns nicht weiter – sie belasten vielmehr kleine Unternehmen, die der Dokumentationswut und Gebührenflut der Behörden nicht standhalten können.
Der einfachere Weg, der uns wirklich Sicherheit über die Qualität unserer Heil- und Nahrungsmittel gibt, ist, dort zu kaufen, wo wir sehen können, wie gearbeitet wird, wo wir die Menschen kennen, die produzieren und auch, Wissen zu teilen.

Das Vertrauen hingegen in “große Institutionen”, “staatliche Regulierung”, weiße Kittel und “Zertifikate” ist – so erkennt auch die Deutsche Apothekerzeitung – doch leider eher eine Illusion.

Statt Medikamente zu nehmen, können wir uns unserem Körper und unserer Verfaßtheit wieder selbst mehr annähern. Das unglaubliche Wunder feiern und geniessen, das uns mit unserem Leben geschenkt ist. Und wenn etwas “schief” gegangen ist, wenn “Krankheit” sich zeigt… ist es ohnehin höchste Zeit, nach Innen zu gehen statt nach Außen zu verlagern. Diesen Körper, dieses Leben wirklich >>anzunehmen<< und aus eigener Kraft zu nähren und zu leben. In Resonanz zu gehen mit dem Lebendigen selbst – der Natur, den Pflanzen …
Nein: Ich mache keine Heilversprechen.
Nein, ich glaube nicht, dass Menschen das Heilen verkaufen oder lehren oder lernen können.
Doch ich glaube, dass wir uns selbst heil halten und – so Gott will – auch machen können.
Der Einfluß der Natur um uns her, die Wirkung, die Pflanzen und Achtsamkeit auf uns haben können, begleitet uns dabei.

Und deswegen baue ich Heilpflanzen an, die seit Jahrhunderten wohltun und deren Kraft tausendfach beschrieben ist. Und ich baue sie an in einer Art und Weise, die das Mysterium der Heilung würdigt – mit blanker Hand, mit reiner Gesinnung und nicht mehr, als ich auch auf den Weg bringen kann. Und um sie auf den Weg bringen zu können, nutze ich Feuer und Wasser, die Destillation – eine uralte Methode zur Reinigung und Potenzierung der Stoffe.
Das ist, was ich versprechen und Dir an die Hand geben kann.

Veröffentlicht am Schreiben Sie einen Kommentar

Die Krause Minze und Ihr Hydrolat

Krause-Minze

Ein Frauenkraut, wie es im Buche steht

Gemäß Ovid ging Hades der Nymphe Menthe nach, welche er als Geliebte gewann. Die wurde von der eifersüchtigen Persephone in einen Stock Krause Minze verwandelt.

Die Krause Minze – Mentha spicata crispa – ein behaartes, ausuferndes Fräulein, das eine ganz zauberhaft sanfte Note in sich trägt – ist eher zufällig in Aditis Minzengarten gestolpert. Dort setze ich sie zwischen Wasserminze, Pfefferminze, Liebstöckel und Melisse ein. Ihr „Stückchen“ maß eben einmal 50 Quadratmeter – das mußte reichen.

Und wieder waren es wenige Stecklinge, die ich hatte – und wieder hatte sich das kecke, behaarte Mädchen binnen drei Monaten den ganzen Raum erobert.
Von der raumgreifenden Eigenschaft der Minzen – in Erscheinung und Wirkung – hatte ich ja bereits im einleitenden Artikel über die Minzen, ihre Hydrolate und ätherischen Öle geschrieben (https://wild-natural-spirit.org/wasserminze/) . Wir haben es  bei der ganzen Familie mit Heilkräutern zu tun, die in die Tiefe dringen, die Bewegung und Temperaturausgleich zusammen mit ihrem köstlich frischen Aroma bringen. Allesamt sind sie kostbare Heilkräuter ebenso wie köstliche Würz- und Duftspender. Doch ist dieser Familie auch ihre außerordentliche Vielseitigkeit zueigen. So sagt Walahfrid Strabo (808 – 849 n.Chr), der Abt von der Reichenau in seinem berühmten Gartengedicht, dem „Hortulus“: „Nimmer fehle mir ein Vorrat gewöhnlicher Minze, so verschieden nach Sorten und Arten, nach Farben und Kräften“.

Die Mentholfreie Minze

Die Krause Minze unterscheidet sich ansonsten deutlich von ihren kräftigen, geradlinigen und glattblättrigen Schwestern:
Ihr Wuchs ist verspielt und kurvig, ihre gekrausten Blättchen mit einem silbrigen Flaum überzogen, ihre skurrilen Blütenstände haben ihr wohl auch den Namen „Frauenminze“ eingebracht. Noch mehr als ihre Schwestern wird sie so zum Bienenliebling. Genetisch betrachtet ist sie der Boden für Nanaminze und Marokkanische Minze, deren sanftes Aroma in Speisen und als Beimischung zu schwarzem Tee geschätzt wird (das Destillat ist hier perfekt !)

Das wichtigste innerliche Unterscheidungsmerkmal ist wohl, daß die Krauseminze kein Menthol enthält und so auch von Kindern und sehr empfindlichen Menschen gut vertragen wird. Vielmehr wird das auch in der Nepalesischen Medizin geschätzte Heilkraut durch ihren hohen Gehalt an L-Carvon interessant.
Carvon ist ein keimhemmendes Monoterpen-Keton, das neben der Krauseminze auch im Kümmel vorkommt. Es prädestiniert das Krause Minze-Destillat unter anderem als Mund-, Rachen- und Nasenspülung und zur Desodorierung. Zudem ist das Carvon ein gerne eingesetzter Wirkstoff bei Magen-Darmproblemen in der Alternativen Medizin – und zwar innerlich wie äußerlich (Einreibung) angewandt.
Am spektakulärsten dürften wohl die Studien von Crowell/Kennan/Ahmad sein, in denen eine vorbeugende Wirkung des ebenfalls in der Krauseminze enthaltenen Carvenols gegen Brustkrebs nachgewiesen wurde. Und dies ist dann der letzte naturwissenschaftliche Hinweis, bevor wir uns ganz der unmittelbaren Wahrnehmung hingeben, Denn:

Die Krause Minze ist die Weiblichkeit selbst

Als ich einmal wieder an der großen Kupferdestille stand und Körbe frisch geernteter Krauseminze aus dem Permakultur Garten in die Kolonne füllte, war mir, als würden meine Bewegungen immer langsamer, immer weicher, immer fließender.
Zu Fabians Überraschung (mein lieber Assistent an der Destille), wollte ich nicht wie gewohnt ganz konzentriert und gradlinig zum Ergebnis kommen, stattdessen schlug ich vor, zu Ehren unseres neuen Heilkrauts noch einen Tee aus der aromatischen Krausen Minze aufzubrühen. Genüßlich atmeten wir den süßlich herben Duft ein, vernahmen den ungewöhnlich sanften und doch charakteristischen Geschmack, bevor wir endlich das Feuer unter der Destille entzündeten.

Krause Minze und Fabian

Eine friedvolle, vielschichtige und gleichzeitig belebte Stimmung erfüllte uns, bis der erste Tropfen des Destillats aus dem Kupferrohr rann.
Und nun war es um unsere Konzentration (fast) ganz geschehen: Pure Sinnesfreude, schwelgender Genuß, vergnügtes „Probieren“ begleitete uns während des gesamten Vorgangs.
Das putzige Mägdlein aus dem Minzegarten hatte uns vollends verzaubert….

Als ich am Abend zu Bett ging, nachdem ich dem Bedürfnis einer ausführlichen Pflegerunde nachgegangen war, beschäftigten mich Empfindungen und Gedanken zur Weiblichkeit. Mir kam die harte Arbeit, der ich mich seit drei Jahren aussetze, plötzlich als „zu hart“ vor. Zu zart, zu weich, zu kostbar erschien mir plötzlich mein weiblicher Körper hierfür. Mein Bedürfnis nach Tanz, Sinnlichkeit, Schönheit wogte auf und ich schlief mit dem seligen Gefühl ein, wahrhaft eine Frau zu sein.

Bereits am Morgen setze ich mich hin und suchte unter meinen Klienten und Klientinnen nach solchen, die ein Thema mit „Weiblichkeit“ hatten:
Welche Frauen folgten einem Streben nach unnatürlicher Männlichkeit ?
Welche unter ihnen hatte Traumatisierungen aus der Mann-Frau-Rollenverteilung ?
Welche Frauen lehnten „das Weibliche“ ihres Körpers ab ?
Aber auch unter den Männern:
Welche Männer drohten im Korsett des „Mann-Sein-Müssens“ zu ersticken ?
Hatten Schwierigkeiten, ihren weiblichen Anteil zu integrieren und zu leben ?

Aufforderung zum Fließen-Lassen

Auch meine TCM-Brille war mir hier von Nutzen: Die Kraus Minze ist eindeutig ein Kraut, das der Wasser-Energie (水 , Shui) zuzuordnen ist. Diese Energie korreliert in der TCM mit dem gesamten Urogenitalbereich – auf psychischer Ebene mit „Trauer“. Und auch hier suchte ich nach Menschen, die in diesem Bereich Probleme hatten.

Die Blüte der Krauseminze

All diese Menschen sprach ich an und bat sie, für eine gewisse Zeit das Destillat der Krause Minze zu testen.
Die Rückmeldungen bis dato bestätigen meine Einschätzung: Die Krause Minze ist die Weiblichkeit selbst.

Probier es selbst aus !

Wenn Du mehr zu Wild Natural Spirit erfahren möchtest – der Heilkräutermanufaktur im Frankenland, wo kein Kraut je eine Maschine sieht und in biozertifizierter Permakultur gedeiht, bis es von Hand geerntet und zu kostbaren, zusatzfreien Präparaten vor Ort weiterverarbeitet wird, dann schau vorbei auf der Website: www.wild-natural-spirit.org

Dort kannst Du in Praxiswochen auch die Kunst des Destillierens oder die Grundzüge der Permakultur erlernen, oder an Wochenenden mehr zu Art und Verwendung von Heilkräutern.

Mehr zu den Minzen findest Du in diesen Artikeln:

Veröffentlicht am 1 Kommentar

Die Glatte Minze (Pfefferminze) – und Ihr Hydrolat

Geradeaus denken mit der Kraft der Pfefferminze

Minzen sind dank des ihnen gemeinsamen Menthols sehr raumgreifend und vermögen, tief in Zellen und Bewusstsein vorzudringen. Vergangene Woche schrieb ich ausführlich über die Minzen als Gruppe von Heilkräutern : Sie haben einige Gemeinsamkeiten. Ergänzend zum Pfalnzenprofil der Wasserminze, widme ich mich heute der Glatten Minze, besser bekannt als „Pfefferminze“. Es ist die zweite von drei Sorten in den Permakulturgärten von Wild Natural Spirit.

Minzen

Aus einer Kreuzung der Wasserminze (Mentha aquatica) mit der Grünen Minze (Mentha spicata) ging 1696 in einem Arzneigarten in England die Hybride Pfefferminze (Mentha × piperita) hervor, die einen angenehmeren Duft und Geschmack hat als ihre Eltern. Von anderen Minzen unterscheidet sich die Pfefferminze vor allem durch den hohen Menthol– und Cineolgehalt und niedrigen Carvongehalt bzw. durch den schärferen Geschmack (daher der Name „Pfefferminze“). Die Minze mit dem bläulichen Stängel und den dunkelgrünen, leicht haarigen Blättern kam erst in diesem Sommer in die WNS-Gärten: Als gakelige 6 Stecklinge hatten sie auf dem vorbereiteten Beet im Minzegarten reichlich Platz. Ich war ein bißchen skeptisch, ob die „paar Stängel“ anwachsen und sich ebensogut vermehren würden, wie die Wasserminze.

Die Pflanze ist in Gestalt, Farbe und Geruch feiner, ätherischer als dir kräftigen Wildminzen, trägt einen violetten Schimmer in Blatt, Stängel und Blüte und hat sehr differenzierte, schlanke und glatte Blätter.
… vier Monate später – ich hatte nicht viel Zeit für die Hege dieser Neuankömmlinge gehabt während der Ernte – standen wir an dem vollständig bewachsenen Beet und staunten: Ein bezaubernder, zart-frischer Duft umrahmte hunderte von kräftig aufragenden, blühenden Minzepflanzen bescherte uns im ersten Schnitt fast 14 Kilo Ernte. Anders, als bei den meisten anderen Heilkräutern in unseren Bio-Gärten, trocknete ich die Pfefferminze vor der Destillation. Durch den Trocknungsprozess lassen sich die Duft- und Wirkstoffe dieser Athletin besser während der Destillation herauslösen.

Atemberaubend: Der natürliche Bodyscan

Und dann kam endlich der Moment, in dem wir die Kolonne unserer großen Kupferdestille mit der Pfefferminze befüllten: Stolze 10 Kilo Trockengewicht und ein herrlich frisch-feiner Duft.
Ich hatte im Artikel über die Minzen im Allgemeinen ja bereits geschrieben, daß dieser Familie das Raumgreifende gemeinsam ist.
Doch was geschah, als wir die Metnhat piperita (Pfefferminze)= destillierten: Im wahrsten Sinne atemberaubend war der Effekt, der mich beim Einatmen hinab und hinein in all meine Zellen führte, ich spürte meinen Körper, jedes Glied, jede Zelle ganz differenziert und klar.
Das erinnerte mich an den Bodyscan nach dem Yoga: In dem – oft geführt durch mich – die Aufmerksamkeit der Yogis Schritt für Schritt durch den ganze Körper gelenkt wird. Durch diese gezielte Aufmerksamkeit führen wir unserem Körper – Organ für Organ – Energie zu, können erkennen, ob es Störungen oder Ungleichgewichte gibt und diese ad hoc ausräumen.

Diesen „Scan“ löste das Hydrolat der Pfefferminze bei mir aus, als ich destillierte.  Dabei „triggerte“ sie meinen Körper Zelle für Zelle, belebte und aktivierte ihn – während mein Geist sehr klar und ruhig wurde.

Der Effekt dieses Hydrolats geht also weit hinaus über den würzigen Geschmack, das klären der Atemwege und das Schmerzmittel bei Verspannungen : Das Hydrolat der Pfefferminze unterstützt uns dabei, unsere Selbstheilungskräfte zu aktivieren, indem sie uns den Körper in all seinen Schichten und Bereichen verdeutlicht, uns durchdringt und vitalisiert.

Die Tests in der kosmetischen Anwendung waren auch sehr erfreulich: Schwellungen, Verfärbungen, Stauungen verschwanden nach kurzer Anwendung sehr rasch, denn sie reinigt, klärt, entgiftet und entstaut.

Schade eigentlich, daß wir „nur“ diese eine Charge haben und damit die Pfefferminze in diesem Jahr nur als Sonderedition in begrenzter Anzahl anbieten können. Aber ich will ja nicht undankbar sein: Erstaunlich, daß wir sie in diesem Jahr überhaupt schon ernten konnten. Und sicher wird es nächstes Jahr reichlich geben…

Veröffentlicht am 2 Kommentare

Die Wasserminze – und ihr Hydrolat

Minzen

Die Kraft der Druiden: Die Wasserminze

Pflanzen der Gattung Minzen (Mentha) zählen zu den ältesten Heilpflanzen der Menschen. Häufig wurden sie auch bei diversen Ritualen eingesetzt.
Wenn man in Büchern oder online zu „Minze“ recherchiert, wird immer wieder die Artenvielfalt festgestellt – aber nicht differenziert. Sogar in expliziten Schriften zur Phytotherapie findet sich die Aussage, daß die Minzen in ihrer Wirkweise sehr ähnlich seien. Stimm das ?
Es gibt zig Minze-Sorten in Europa. Drei dieser Sorten wachsen auch in meinen Permakultur-Gärten und werden hier auf Aditi zu kostbaren Spirits verarbeitet.

  • Die Krause Minze – Mentha spicata crispa – ein behaartes, ausuferndes Fräulein, das eine ganz zauberhaft sanfte Note in sich trägt.
  • Die glatte Minze – Mentha piperita – die edle Klassikerin, dezent frisch mit einem Hauch „Pfeffer“, woher auch die Bezeichnung „Pfefferminze“ stammt.
  • Die Wasserminze – Mentha aquatica – eine uralte Druidenpflanze, die sich mit ihren runden Blättern und ihrem kompakten Wuchs deutlich von den üblichen Minzen unterscheidet.

Gemeinsam ist den Minzen das Raumgreifende

Biochemisch gibt es bei den Minzen ein augenfälliges, gemeinsames Merkmal. Das Menthol: Ein intensiv duftendes ätherisches Öl mit sehr ungewöhnlichen, heilkräftigen Eigenschaften.
Menthol hat die Eigenschaft, bei lokaler Anwendung Kälte-, Wärme- Schmerz- und Druckrezeptoren zu erregen. Denn es bewirkt eine Änderung der Zellmembran mit einer vermehrten elektrischen Aktivität. Hohe Konzentrationen von Menthol entfalten eine lokal anästhesierende Wirkung. Daher wird Pfefferminzöl von jeher bei Kopfschmerzen und Verspannungen äußerlich verwendet. Zudem öffnen die Öle Nasenschleimhäute und Bronchien, wenn sie inhaliert werden.
Das Menthol ist raumgreifend und vermag, alles zu durchdringen.
So kennen wir die „Minzen“.

Doch sie können noch viel mehr –Duft, Geschmack, Aussehen und Wirkung unterscheiden sich von Art zu Art erheblich, wenn wir mit der ganzen Pflanze arbeiten und etwas genauer hinsehen. Biochemisch läßt sich das zurückführen auf unterschiedliche Gehalte der ebenfalls hochwirksamen Carvone (ein keimhemmendes Keton vor allem in der Krause Minze), Cineol (das ist der Stoff, der die Schleimbildung bei Erkältungen hemmt und am stärksten in der Mentha piperita vorkommt), Limonene (die für den Duft aber auch für die reizende Wirkung verantwortlich sind – und Basis für die Herstellung von synthetischem THC sind). Die Wasserminze ist die Ur-Minze und hat den höchsten Limonen-Gehalt.

Minzen auf Aditi: Zauberhafte Anderswelt

Der Minzengarten

Auf Aditi haben die Minzen zusammen mit der Melisse einen eigenen Garten. Einen Garten, der vor 1,5 Jahren noch ein unsäglich verwachsener Schlehenhain war, in dem außer Brombeeren, Schlehen und Brennesseln keine andere Pflanze eine Chance hatte, zu gedeihen. Die Bauern meinten, es sei das unfruchtbarste Stück im ganzen Landkreis, Freunde warfen schon beim Hinsehen das Handtuch, als es darum ging, dieses Stückchen Land urbar zu machen. Doch als Permakultivistin wußte ich: Hier herrscht ein besonders mildes Klima, die Senke, umgeben von Schlehen, vermag Temperaturschwankungen abzupuffern und Wasser zu speichern. Und ich wußte: Hier kann ich die „Invasiven“ ansetzen, diejenigen Kräuter also, die in üblichen Gärten alles plattmachen und sich rücksichtslos ausbreiten. Denn mit Brombeeren und Brennesseln und den Schlehen rundherum haben sie ein Gegengewicht auf Augenhöhe. Nach Tagen (oder Wochen) unsäglicher körperlicher Arbeit – das Ausgraben und Entwirren der alten Schlehen, dicht an dicht – lagen 800 Quadratmeter also offen und ich konnte mit der eigentlichen Bodenaufbereitung beginnen.
Noch sind wir bei den Gemeinsamkeiten. Und gemeinsam meinen prächtigen Minzearten, daß ich die Bepflanzung mit nur je 3 – 7 Stecklingen begann. Aus diesen 3 bis 7 Ästchen Wasserminze, Krause Minze, Glatter Minze und Melisse wurde binnen 3 Monaten ein geschlossener Bestand: Die Einschätzung war richtig gewesen: Diese Lippenblütler erfassen alles, nehmen es in Beschlag und behaupten ihren Platz.
Dieses „Raumgreifen“, das den Minzen gemeinsam ist, können wir bei ganzheitlicher Betrachtung dem gezielten Einsatz der jeweiligen Art nutzen: Denn je nachdem, ob wir die Sanftheit der Krause Minze, die mentale Aktivierung der Glatten Minze oder die enthebende Wirkung der Wasserminze aufnehmen wollen: Wir können bei den Minzen sicher sein, daß sie ihre Kraft auch in die hintersten Winkel bringen und dort verankern.
Doch zum Raumgreifenden kommt dann eben die besondere Eigenart. Und weil diese so unterschiedlich sind, widme ich mich heute erst einmal einer der wichtigsten „heiligen Pflanzen“ der keltischen Vorfahren: Der Wasserminze.

Rausch der Götter: Die Wasserminze

Bio Kräutertee Minze

Interessiert man sich für Heilweisen und Magie bei den Kelten, so trifft man auf 3 zentrale „Heilige Pflanzen“: Mädesüß, Eisenkraut und Wasserminze.
Die Wasserminze mit ihrem gedungenen Wuchs, den kugelrunden Blüten und dem sehr erdig-eindringlichen Duft unterscheidet sich nicht nur äußerlich sehr von ihren sonst eher ätherischen, schlank gewachsenen Minze-Schwestern.
Wenn wir die Wasserminze ernten – ausschließlich bei Neumond – sind wir bereits nach kurzer Zeit in einem rauschähnlichen Zustand. Der intensive Duft hebt uns aus alltäglichem Denken heraus und öffnet die Wahrnehmung für feinstoffliche Informationen. Das war wohl auch einer der Effekte, den die Druiden zu schätzen wußten, und den sie in Form von Räucherungen oder Schnupftabak der Wasserminze nutzten (beide Kräutertabake von Wild Natural Spirit enthalten Wasserminze 😉 ) .
So wie die mentha piperita (Glatte Minze) uns auf das Geistig-Weltliche zu fokussieren weiß, so de-fokussiert und die Wasserminze, erlaubt uns, uns über die alltäglichen Einflüsse hinwegzuheben und eine Einsicht in größere Zusammenhänge zu gewinnen. Sie vermag einfach, das „Unwirkliche“ vom „Wirklichen“ zu scheiden. Auf körperlicher Ebene setzte man das Kraut früher als fiebersenkendes Mittel und auch zur Beendigung unerwünschter Schwangerschaft ein.
Anders jedoch als etwa die Schafgarbe oder die Cedronella canariensis geht diese Wahrnehmungsveränderung nicht mit Verfeinerung oder Aufhebung einher. Ganz im Gegenteil: Die Durchsetzungskraft und der Wagemut dieser außergewöhnlichen Minze geben ihr etwas joviales, strahlendes, respektgebietendes.

Das wird bei der Anwendung des ätherischen Hydroalts besonders deutlich. Eingenommen oder in der Aura versprüht erschließt sich der stärkende und horizonterweiternde Effekt der Wasserminze am deutlichsten.
Mal ganz abgesehen von dem köstlichen Geschmack…

***
Seit 2 Jahren baue ich auf einem 3,5 Hektar umfassenden Berg namens „Aditi“ in biozertifizierter Permakultur traditionelle Heilpflanzen an. Ausschließlich per Handarbeit – zusatz- und maschinenfrei – werden diese zu kostbaren Präparaten weiterverarbeitet. Allen voran die Destillate. Sieh Dich gerne um in meinem kleinen Online-Laden oder komm zu einer der Praxiswochen.

Veröffentlicht am Schreiben Sie einen Kommentar

Der Rote Sonnenhut – und sein Destillat

Roter Sonnehut

Purpurkraft für Leib und Seele

Die Information, daß Echinacea purpurea auch in Aditis Permakultur-Garten stehen sollte, kam recht spät. Zwischen März und Mai 2018 hatte ich bereits die traditionellen Heilpflanzen, allesamt Sonnen- Signaturen, bereits ausgesät. Auch das Aussetzen der gezogenen Jungpflanzen in einer besonderen, nach Himmelsrichtung und Pflanzennachbarschaften geordneten Weise hatte längst begonnen. Doch ein besonders sonnenexponiertes Feldstück am Südrand des Gartens, das ich bereits händisch und mit viel Sorgfalt zur Bepflanzung aufbereitet hatte, wartete noch auf seine Bestimmung.
Und da kam er: Der Rote Sonnenhut.

Ich war etwas verwirrt, denn anders als alle anderen Heilkräuter, die ich anbaue, ist der Korbblütler kein typisch aromatisches Kraut. Die Echinacea ist uns allen seit Jahrzehnten als immunstärkendes Mittel zur Vorbeugung und Heilung von Erkältungskrankheiten bekannt. Doch wir kennen sie nur als alkoholische Lösung des Frischpreßsafts. Alkohol kommt mir nicht an die Pflanzen ! Und Wurzeln reiße ich auch nicht aus ! … sollte ich diese besondere Pflanze wirklich noch aufnehmen ? So spät im Jahr, während sich die Dürre bereits ankündigte ?
Mein Bauch sagte: Ja !

Ich hatte Glück und bekam noch sehr hochwertiges Biosaatgut und so ging ich eines frühen Morgens hinaus, zog mit den Händen die Saatrinnen und arbeitete die Samen mit den Füßen in die Erde ein. Es war ein Ritual für sich, ich hatte unmittelbaren Kontakt zur Deva des machtvollen Sonnenhuts und er stand da, auf dem höchsten Punkt des Hauptgartens, erschuf einen Raum im Raum – ein-eindeutig – lange bevor die Keimung begann. Und die dauerte… fast 8 Wochen sah ich täglich mehrmals nach dem Sonderling, goß ihn mit Brunnenwasser nach den sengenden Tagen des Dürrejahres. Und dann endlich sprießten die ersten Keimblätter. Zauberhaft differenziert, wie Schiffchen, markant zugespitzt und gerillt. Die Sonnenwende lag längst hinter uns und mir wurde klar, daß er in diesem Jahr nicht mehr zur Blüte kommen würde. Auch erschien es mir unwahrscheinlich, daß der Nachzügler den Winter überstehen würde –  doch ich hörte nicht auf, ihm besondere Zuwendung zu geben, ihn zu hegen und zu fördern.

Diese Pflanze ist personifizierte Stehkraft

Mit dem ersten Frost hingen alle Pflanzen braun und schlaff herab – sie hatten kaum 30 Zentimeter Höhe geschafft und ich hatte nicht viel Hoffnung… Doch spätestens im Mai des Folgejahres wußte ich: Der Rote Sonnenhut ist genau richtig hier. Eine duftende, pinke Blütenpracht erstrahlte, das Feld strotze nur so von Kraft mit seinen bis zu 2 Meter hohen, roten Sonnenhüten. 

Allein, sich in die Mitte des Feldes zu begeben und einfach nur zu spüren, was diese majestätischen und bizzaren Pflanzen mit der Wahrnehmung, mit Ausrichtung und Stimmung machen, war bereits ein Genuß für mich und viele meiner Seminarteilnehmer. Wir alle waren fasziniert von der Unmittelbarkeit und Souveränität, die uns ad hoc erreichte und erfüllte.
Und von der Wärme und Kraft, die sich im Herzraum sammelte.Dieser Effekt verstärkte sich, als wir begannen, die fast Handteller-großen Blüten zu ernten und Tee daraus zu bereiten:

Anwendungsformen der Echinacea

Experiment No 77:

Bisher berichten alle, die mit mir den Blüten- Aufguss des Sonnenhut verkostet haben, daß sie eine unmittelbare Stabilisierung erfahren. Präsenz, Klarheit und Ruhe sind die wiederkehrenden Feedbacks zur Wirkung des Tees. Und dies bereits in sehr geringer Dosierung.
Ich prüfte, ob ich die Blüten frei verkaufen darf und experimentierte lange mit den Trocknungsbedingungen: Es ist eine Kunst eine Blüte, die für sich schon stolze 20 Gramm auf die Waage bringt und einen gigantischen, bestachelten Blütenboden hat, so trocken zu bekommen, daß sie haltbar ist. Es gelang. Und sogar so, daß das intensive Pink der Blütenblätter erhalten blieb.
Und so kann ich für die kalte Jahreszeit unser Teesortiment um diese zauberhaften, kraftvollen Blüten ergänzen. Sie sind als Teeaufguss ein sagenhaftes Klärungs- und Kräftigungsmittel. Ihre immunstärkende Eigenschaften sind ja ohnehin bekannt.

Doch die eigentlich bahnbrechende Entdeckung machte ich bei der Destillation.

Kirschmango – und Präsenz JETZT

Fabian und ich waren ganz schön aufgeregt, als wir das Erntegut zur Destille brachten. Stolze 15 Kilo des Roten Sonnenhuts hatten wir geschnitten, der nun erstmalig seinen Geist in der großen Kupferdestille offenbaren sollte.
Bereits beim Schnitt war eine außergewöhnliche Ruhe und Erdung entstanden. Der Rote Sonnenhut vermag einen Raum zu schaffen, ja regelrecht zu definieren, in dem kein Zweifeln, kein Zögern, kein Kreisen mehr Bestand hat. Erdung. Hier und Jetzt.
Wir füllten die Pflanze in die Kolonne, verschlossen das System, entzündeten den Feuerring unter der Destille und warteten. Andächtig.
Und wieder forderte er unsere Geduld und Hingabe.
Die großen Blüten mit den dicken Köpfen machten es dem Dampf schwer, empor zu dringen, hielten ihn fest, ließen den Druck mehr und mehr steigen.

Der hohe Druck sorgte dafür, daß die ätherischen Öle bereits in der ersten Fraktion größtenteils gelöst wurden und ins Destillat eingingen. Bereits bei den ersten Tropfen verbreitete sich ein phänomenal, fruchtiger Duft. „Kirsche-Mango“, meinte Fabian. Und überdeutlich war wieder diese tiefe Ruhe, Präsenz und Klarheit.
Ein fast körperlich spürbarer Raum entstand, eine Eindeutigkeit.

Ruhe im Herzen, Schutz auf der Haut

Bei Tests mit Anwendern im Nachhinein wurde oft von einer „Ego-Stärke“ gesprochen: Einer ruhigen, souveränen Ich-Wahrnehmung die entstand. Während des Destillations-Seminars (Praxiswoche https://wild-natural-spirit.org/produkt/praxiswoche-destillation-2/ ) wurde zudem die Herzensqualität deutlich: Nicht nur ihre Farbe, auch ihr Duft und ihre subtile Wirkung erzeugt die Echinacea über das Herzchakra.

Neben all diesen „feineren“ Aspekten enthält das Destillat drei Inhaltsstoffgruppen: die Flavonoide (wichtigster Inhaltsstoff: Cichoriensäure), Alkamide und Polysaccharide (Zuckerverbindungen). Docjones zum Beispiel schreibt hierzu: Zusammen bewirken diese Inhaltsstoffe erwiesenermaßen die Anregung des Immunsystems und die Wundheilungsförderung der Haut. Außerdem wirkt das Kraut nachweislich entzündungshemmend. An dieser Reaktion sind die Polysaccharide und Alkamide maßgeblich beteiligt.
Die aktiven Komponenten des Sonnenhutkrauts sind Chichoriensäure, Alkamine und Polysaccaride. Sie bewirken, dass sich der Körper gegen unerwünschte Fremd- und Schadstoffe wehrt – und zwar gründlich. So empfehle ich das Destillat bei Schwächungszuständen oder vor Beginn der kalten Jahreszeit.

Und diese Wirkung machen wir uns auch bei der Gesichtspflege zunutze: Wie immer schließen wir an die Herstellung des Reindestillats zur inneren und äußeren Anwendung die modifizierte Destillation unserer Naturkosmetik an:

Hier erhalten wir ein sehr feines Hydrolat, das die Haut sanft befeuchtet und leicht strafft. In der INCI (offizielle Liste kosmetischer Inhaltstoffe) wird der Echinacea-Extrakt als „hautpflegend, kräftigend, feuchtigkeitsspendend“ belegt. Ich persönlich habe nach zwei Wochen Testanwendung bei meiner Gesichtspflege beobachtet, daß Fältchen und Rötungen zurück gingen und sich meine wettergewöhnte Haut deutlich erholte. Und das alles ohne Alkohol. Ohne Konservierung. Die reine Pflanze mit ihrem gesamten Spektrum an Wirkstoffen und ätherischen Ölen.

Gut genährt

Gestern schnitt ich die letzten Blüten und brachte sie in die Darre. Es ist Zeit, die Stauden zurückzuschneiden und auf den Winter vorzubereiten.
Ein wenig Lockerung der Erde, ein wenig selbstgemachte Brennesseljauche und die wärmenden Sonnenstrahlen des Spätsommers tun ihm gut, meinem Roten Sonnenhut.

Ich bin ganz sicher, daß er auch nächstes Jahr in seinem herrlichen Violett von Aditis höchstem Punkt strahlen wird und uns alle erneut Verzaubert.

Danke.

***
Seit 2018 bebaue ich mein 35.000 qm großes, bio-zertifiziertes Naturgrundstück in Oberfranken auf 5.000 Quadratmetern mit traditionellen Heilpflanzen in Permakultur. Alle Arbeiten erfolgen maschinenfrei. Die handgesammelten Rohdrogen werden in einer Solar-Darre natürlich getrocknet. Die Destillate entstehen vor Ort in einer 100-Liter Kupferdestille auf offenem Feuer und werden direkt abgefüllt.

In dem Sortiment von Wild Natural Spirit biete ich aus der Echinacea purpurea drei unterschiedliche Produkte an:
Das Reindestillat („Das Beste des Sonnenhut“), die Gesichtspflege „Roter Sonnenhut“ und die getrockneten Blüten als Tee oder Rohdroge „Purpur Sonne“.

Viel Freude damit !

Veröffentlicht am 1 Kommentar

Von der Kunst des Tee-Machens

Die Kunst des Teemachens

Unser Permakultur Bio Kräutertee

Ich war ja immer eher Kaffeetrinkerin – Tees waren eher was für kalten Winterabende. Und außerdem war das „Zeug“ das ich in kleinen Beuteln abgepackt kaufen konnte – Bio hin oder her – immer mehr Staub als Pflanze. Kamillentee – igitt !

Das hat sich radikal verändert vor zwei Jahren, seit ich nicht nur in bescheidenem Umfang meine Küchenkräuter hinter dem Haus habe, sondern auf derzeit 5.000 Quadratmetern aromatische Kräuter in biozertifizierter Permakultur anbaue. Logischerweise habe ich beim Ernten die Kräuter auch probiert: frisch und mit Wasser übergossen, geraucht und destilliert.
Und dieses Aroma, dieser Duft und die sehr unterschiedlichen, deutlich wahrnehmbaren Effekte auf Geist, Körper und Gemüt werden mir mehr und mehr zur Leidenschaft.

Die Würzigkeit der handgesammelten Salbeiblüten- und –blätter – ein unglaublicher Gaumenschmaus – und zugleich hervorragender Streßpuffer in einer Zeit, in der ich Aufgaben für vier habe ! Viel viel mehr noch, als ein Kraut das „Lunge und Darm reinigt und kräftigt“, wie Hildegard von Bingen schreibt.
Oder der Ysop – den kannte ich bis vor Kurzem gar nicht: der kräftig-zitronige Duft am frühen Morgen, die blauen Blüten auf dem Tassenboden… und „zack!“ – wacher geht nicht !

Ich lerne Tee ganz neu kennen und genießen. Lichtjahre entfernt von dem trocken-staubigen Gebrösel, das ich bisher damit assoziierte.

Aber warum erst jetzt ?
Und warum haben die gekauften Tees selten nach etwas geschmeckt ?

Herausfinden, was Aditis´ Rohdrogen so köstlich und kostbar macht

Kräutertee bio

Klar wächst eine Pflanze kraftvoller, wenn sie nicht in Mono- sondern in Permakultur steht, wenn sie ihre Kraft aus dem Ökosystem und nicht aus der Pflanzenschutzspritze oder Tierkacke holt und wenn sie von Hand gepflegt und gesammelt wird statt von schweren Maschinen.

Doch da ist noch etwas, das ganz entscheidend für Farbe, Aroma und Duft der Pflanze ist: Ich glaube, ein ganz wesentlicher Grund ist, daß wir hier bei Wild Natural Spirit ziemlich große Pflanzenteile am Stück trocknen.
Das ist eine Kunst – denn das Risiko, daß die Pflanze nicht schnell genug und vollständig durchtrocknet, ist groß und könnte alles verderben. In den landwirtschaftlichen Trocknungsanlagen werden die Kräuter mit gigantischen Hitzegebläsen einige Stunden durch betonierte Kammern geschleudert und zuletzt händisch oder maschinell zusammengekehrt und verpackt. Klar, daß da nicht mehr viel Aroma übrig ist…
Und so habe ich mich daran gemacht, die „Kunst des Kräutertrocknes“ zu ergründen.

Sonne und Wind lieben ihr (Kräuter)Kind

Wir haben letztes Jahr eine kleine Solar-Darre gebaut, in der die Kräuter in dünner Schicht auf luftigen Sieben liegen in einer großen Holzkammer. Die Holzkammer wird ohne Stromzufuhr mit Luft durchströmt, die über einen Sonnenkollektor an der Front der Holzkammer erzeugt und in Bewegung gebracht wird. Das funktionierte prima und brachte Rohdrogen höchster Güte hervor.
Und das alles ohne Strom, ohne Maschinen – dafür mit sehr, sehr viel Handarbeit.
Denn die Kräuter müssen zweimal täglich von Hand gewendet und gelockert werden, um in der vorgegebenen Zeit (48h) auf einen Feuchtigkeitsanteil von weniger als 15% herunter zu trocknen.

Trocknung der handgesammelten Salbeiblätter in der autarken Solar-Darre
Trocknung der handgesammelten Salbeiblätter in der autarken Solar-Darre

Die letztes Jahr auf diese Weise erzeugten Kräutertees und Schmuckdrogen (ganze Blüten) waren im Handumdrehen ausverkauft. Wo bekommt man schon das ganze, unbeschadete Blatt ? Die unversehrte Blüte, die noch alle Farbpigmente trägt ? In Bioqualität ?
Kein Wunder, wenn sogar ich zur leidenschaftlichen Teetrinkerin werde …

Es waren wohl nicht nur Teeliebhaber und Kräuterkennerinnen unter den Käufern – auch kleine Kosmetik- und Naturheilmittelhersteller fragen ständig nach, wann die nächste Charge bereit ist. So war klar: Wir brauchen für die Wild Natural Spirits mehr Trocknungskapazität.
Und so begannen Jürgen und ich im Januar, das Kräuterhäuschen zu bauen.
Es funktioniert nach dem gleichen Prinzip, wie unsere Test-Darre – hat aber vier Trocknungskammern, (selbstgebaute) Kollektoren von insgesamt 11 Quadratmetern Fläche – und ist weiterhin und nach wie vor zu 100% autark.

Und so strahlt das kräftige Gelb der Ringelblume mich gerade aus meiner dampfenden Teetasse an, der Duft der vorhin gepackten Wasserminze erfüllt das ganze Haus.

Dieses Jahr werden wir zu den bereits etablierten Sorten Ringelblume, Schafgarbe, Wasserminze, Melisse, Kamille, Salbei und Ysop noch ein paar weitere Köstlichkeiten hinzunehmen: Der Lavendel steht prächtig, auch der Sonnenhut (Echinacea purpurea), die krause und die glatte Minze kommen hinzu und natürlich natürlich der Immunkönig Thymian. Sieh Dich gerne in dem kleinen Online-Laden um – die erste Ernte dieses Jahr ist in vollem Gange und einige Sorten sind bereits wieder vorrätig: www.wild-natural-spirit.org

So Gott will. Denn alles hängt am Wetter.

Tipps zur Zubereitung:

Entnimm dem Wild Natural Spirit-Beutel 4, 5 Zweige oder Blüten mit Blättern für 1 Liter Tee. Brich die trockenen Kräuter erst unmittelbar bevor Du sie mit heißem Wasser übergießt: Du wirst den Duft zwischen deinen Fingerspitzen bemerken, der Dich zu uns in den Kräutergarten entführt. Laß die Kräuter 3 – 7 Minuten – je nach Geschmack ziehen, bevor Du sie trinkst.
Und achte darauf, daß ein wenig von der Kostbarkeit Dich vom Tassenboden aus anlächelt. Das Auge genießt mit …

Bio Ysop Kräutertee

Entnimm dem Wild Natural Spirit-Beutel 4, 5 Zweige oder Blüten mit Blättern für 1 Liter Tee. Brich die trockenen Kräuter erst unmittelbar bevor Du sie mit heißem Wasser übergießt: Du wirst den Duft zwischen deinen Fingerspitzen bemerken, der Dich zu uns in den Kräutergarten entführt. Laß die Kräuter 3 – 7 Minuten – je nach Geschmack ziehen, bevor Du sie trinkst.
Und achte darauf, daß ein wenig von der Kostbarkeit Dich vom Tassenboden aus anlächelt. Das Auge genießt mit …