Veröffentlicht am Schreiben Sie einen Kommentar

Pflanzen als Begleiter

Pflanzen begleiten den Menschen als Heilmittel, als Ritualpflanze, als Ratgeber, Raum der Stille und als Zierde. In einer Zeit, in der die meisten unter unnatürlichen Lebensbedingungen unnatürlichen Tätigkeiten nachgehen, ist das Wissen um die Kraft der Pflanzen besonders wichtig

Im Duftrausch

Die Liebe des Menschen zu den Pflanzen ist uns in die Seele geschrieben – selbst wenn wir fernab einer natürlichen Umgebung leben, stellen wir uns Pflanzen in die Wohnung, fahren zu unserem Lieblingsbaum hinaus „aufs Land“, bevorzugen pflanzenbasierte Heilwege.

Man muß kein Esoteriker sein, um die den Bäumen und Kräutern innewohnende Kraft zu erkennen. Das Wissen darum, worin die pflanzliche Kraft besteht und wie sie wirkt, geht jedoch mehr und mehr verloren. Nicht nur, weil wir kognitiv so verwirrt und konditioniert sind, daß wir nicht mehr unterscheiden können zwischen einer isolierten oder gar chemisch nachgebauten Substanz und der reinen Pflanzenkraft, sondern auch, weil unsere Lebensgewohnheiten unsere Sinne, unsere Wahrnehmung und unsere Eigenständigkeit mehr und mehr „abschalten“.

Lange bevor ich begann, auf dem Berg Aditi traditionelle Heilpflanzen in Permakultur anzubauen und sie zu destillieren, nahm ich Menschen mit in die wilde Natur und lehrte sie das Wahrnehmen:
Den Entwurzelten führte ich zur Meditation in den Schutz einer Baumheide in den Anagabergen auf Teneriffa, die Verbitterte ließ ich Schafgarbe sammeln auf den Wiesen des Werratals, die Wißbegierige pflanzte mit mir Artemisia thuscula über dem Atlantik und der Ausgebrannte sollte seine Nase tief in die Harzhöhlen des Don Mai Yaang-Baumes stecken.

Chlorophyll und Hämoglobin

Denn diese erhabenen Wesen, deren Chlorophyll (das, was die Pflanzen grün macht) sich von unserem Hämoglobin (das, was unser Blut rot macht) nur durch das zentrale Ion – Magnesium statt Eisen – unterscheidet, vermögen sich nicht nur hervorragend mit uns zu koppeln, sie vermögen auch, Energie in Materie zu wandeln und Prozesse in uns anzustoßen, die wir ohne ihre Hilfe kaum hervorbringen können.

Unsere Vorfahren sammelten akribisch Symptome und Wirkweisen bestimmter Heilpflanzen: vom legendären Huang Ti, Kleopatra und Theophrastus bis zu Hildegard von Bingen: Sie alle wußten ein wenig von der Kraft der Pflanzen und ihrer Verwendung zum menschlichen Wohl.
Was im Laufe unserer Rationalisierung und sozialen Hierarchiesierung an Wissen weitgehend verloren ging, ist das eigentliche Prinzip des „Heilvorgangs“. Liest man die Übersetzungen der Originaltexte, so wird rasch deutlich, daß es keineswegs bestimmte Einzelsubstanzen sind, die die erwünschten Effekte bringen – und daß es auch nicht einzelne Symptome sind, die uns wissen lassen, welche Pflanze denn nun die hilfreiche ist.

Ein Heilverständnis über Resonanz

Das „Heilen“ im weitesten Sinne ist primär kein biochemischer Vorgang. Die Biochemie stellt sich lange nach dem Heilvorgang selbst als eine nebensächliche Folge ein.

Nach der Auffassung der alten Hermeneutiker ist jedes materialisierte Phänomen in dieser Welt – also auch „Krankheit“ an Körper und Seele – ein Resonanzphänomen. Bei den Effekten, die wir als Störung, als Ungleichgewicht wahrnehmen, ist eine Barriere zwischen unserem Körper respektive unserer Seele und dem Umfeld entstanden. Die „Krankheit“ zeigt an, daß an bestimmten Stellen Energie nicht mehr aufgenommen oder abgegeben werden kann.

Ein vollständig durchlässiger Organismus kann nicht „krank“ werden.

Heilung geschieht, wenn genau an diesem Punkt Resonanz erzeugt werden kann – wenn diese „Blockade“ in Kontakt und Wiederhall mit der Gesamtenergie kommen kann. Wir sprechen hier aber nicht zwingend von einem dreidimensionalen Punkt – einem Leberfleck oder einem Tumor oder einer Ansammlung von Schleim oder Wut – sondern von einem energetischen „Punkt“ der vieldimensional wirkt (nicht nur in den physikalischen Dimensionen von Temperatur, Dichte und Geschwindigkeit).

Pflanzen vermögen – nach allem, was ich bisher erfahren, beobachtet und gelesen habe – diese vieldimensionale Antwort zu geben, diese „Resonanz auf den Punkt“ auszulösen, der das menschliche System wieder in Gleichklang bringt.
Und sie vermögen durch ihre ganz besondere Art, die wir suchen, wenn wir Ruhe, Frieden, Kraft brauchen, auch, uns aufzuschließen dafür, diese Resonanz zu empfangen.

Vielleicht kennst Du das, einen ganz bestimmten Platz in der Natur zu haben, an dem Du besonders gut zu Dir kommst und Anspannungen sich lösen. Welche Bäume stehen an diesem Ort ? Welche Kräuter wachsen da ?
Ich persönlich hatte von Kindheit an „Baumfreude“ – besondere Bäume, in die ich mich zurück gezogen habe, wenn ich zu mir kommen wollte.
Mit der Zeit bemerkte ich, daß beispielsweise mein Eichen-Freund in manchen Verfassungen nicht hilfreich war. Ich streifte durch den Wald und … fand … zum Beispiel eine Birke. Sie hatte das, was ich in diesem Moment brauchte.

Oder Omas Hustensaft: Dieser dickflüssige, süße Spitzwegerichsirup half meiner Mutter, ihrem Bruder, meinem Neffen. Aber mir nicht. Ich mochte ihn nicht. Mein Opa ging mit mir hinaus zum Kräutergarten und ließ mich den Schleim und die Hitze in meinen Bronchien spüren. Und dann wies er mich an, von Kraut zu Kraut zu gehen und zu spüren, bei welchem das Gefühl leichter wurde. Es war der Salbei…

Wahrnehmen lernen mit allen Sinnen

Und hier ist ein weiteres wichtiges Thema, das Du wissen solltest, wenn Du die Pflanzen als Begleiter nutzen möchtest:

Es steht in keinem Buch, was DIR JETZT hilft. Wie ich oben schon schrieb, ist es Resonanz, die das Gleichgewicht wieder herstellt. Und um selbst Gegenstand von Resonanz – dem eigentlichen Heilvorgang – sein zu können, mußt Du „in Resonanz gehen“.
Das ist selten geworden, diese Fähigkeit, bei all der Reizüberflutung, die uns dazu zwingt, uns abzuschotten, die uns auf Trab hält mit dem Nächsten und Übernächsten, die uns bequem und abhängig macht.

Mit allen Sinnen Wahrnehmen

Doch wenn Du Heilung und Kraft suchst, wirst Du still halten müssen, wirst zuerst deinen Körper und deine Verfassung wahrzunehmen haben, lauschen, wo „es fließt“ und wo nicht. Es ist, als würdest Du eine Blaupause machen von deiner aktuellen Verfassung, Dir sinnlich greifbar machen, wie die Verfassung hinter den augenscheinlichen Symptomen ist.
Mit dieser „Blaupause“ hat dein Körper die nötigen Informationen, um mit einer Pflanze in Resonanz zu gehen, die genau diesen, deinen Zustand „beantwortet“ – und Dir ermöglicht, wieder ins Gleichgewicht zu kommen.

In meinen „Kleinen Wochenendkursen“ versuche ich dieses Lauschen und Wahrnehmen zu vermitteln. Es ist nicht nur wichtig, um selbst deinen Weg ins Gesundsein zu finden sondern auch, um anderen dienen zu können.

Planta Tota und der Ursprung


Zuletzt sei noch erwähnt, daß Pflanzen anders als wir Menschen im Verbund leben. Dankenswerter Weise hat zuletzt #PeterWohlleben mit seiner Veröffentlichung „Das geheime Leben der Bäume“ einer breiten Öffentlichkeit gegenüber deutlich machen können, daß Pflanzen nicht in der Art ein Individualbewußtsein leben, wie wir Menschen. Wie auch ich schon früher schrieb – oder #DieterStorl, #ChristianRätsch und viele andere – gibt es eine Entität, auch „Deva“ bezeichnet, die das Wesen einer Pflanzengesamtheit ausmacht und sich in jedem Pflanzenkörper dieser Art wiederfindet.

Diese Deva ist es, die die ausgleichende Resonanz in uns erzeugt – nicht ein bestimmter Wirkstoff dieser Pflanze.
Daher arbeiten traditionelle Heilkundige auch immer mit der „Planta tota“ – der ganzen Pflanze – und nicht mit Auszügen oder Mischungen.
Bei dieser Gelegenheit möchte ich auch meine Skepsis gegenüber alkoholischen Lösungen pflanzlicher Mittel zum Ausdruck bringen – Alkohol ist ein Anti-Biotikum, ein „Gegen-Leben-Stoff“. Er „friert“ das Lebendige ein und verhindert somit den gewünschten Resonanzeffekt – oder stört ihn wenigstens stark.
Auch der Einsatz reiner ätherischer Öle verstößt nicht nur gegen den „Planta tota“ Ansatz – denn hier wurde ja ein wesentlicher Teil des Wirkspektrums der Pflanze abgetrennt. Auch berichten viele meiner Kunden von nachhaltigen und sehr unerwünschten Effekten nach Gebrauch reiner ätherischer Öle. Das ist ja auch klar: Denn die ätherischen Öle sind ein Teil des Abwehrsystems der Pflanzen, sehr oft giftige oder ätzende Chemikalien, die nur im Kontext mit der Intelligenz der ganzen Pflanze „heilvoll“ wirken können.

Salbei Hydrolat

Ich lese mit großer Aufmerksamkeit die unzähligen Berichte der Aromatherapie – und als ausgesprochener „Nasenmensch“ kann ich gut verstehen, daß die extrem starken Düfte verlockend sind und ihre Wirkung haben.
Wenn ich für mich nach Ausgleichung, Kräftigung, Integration Ausschau halte, dann ist es das ganze Wesen der Kamille etwa, die mich mit ihrer kühlenden, nährenden Kraft ummantelt oder die erhabene Stille und Strahlkraft des Sonnenhuts, der mir neue Aufrichtung schenkt. Und so bin ich zutiefst überzeugt vom Einsatz der „Planta tota“ der ganzen Pflanze, die unterschiedliche Informationen in unterschiedlichen Pflanzenteilen enthält, und deren Zusammenspiel erst das Wesen der Deva wiederspiegelt.

Dennoch macht es einen erheblichen Unterschied, ob die Schafgarbe, aus der ich mir einen heilenden Tee bereite, von tonnenschweren Maschinen auf endloser Monokultur gedroschen wurde – oder ob er von Hand gesammelt und nur in Sonnenwärme getrocknet wurde.
Und natürlich enthält eine Heilpflanze auch die Informationen ihres Umfeldes – ob es nun ein verlassenes Bergtal war, wo sie wuchs, oder gleich neben der Autobahn unter Starkstromleitungen …

Laß Dich begleiten

Ich möchte Dich einladen, gleich jetzt den Mantel zu nehmen und hinaus auf die Wiesen und zum Wald zu gehen. Einmal nachzuspüren – was geschieht, wenn Du Dich auf der Wiese mit dem reichen Johanniskraut-Bestand aufhältst ? Im Unterschied zu dem Flecken, an dem die Schafgarbe wächst ? Was macht das Verweilen an der Eiche mit Dir ? Im Unterschied zum Unterschlupf bei den Fichten ?
Über deine sinnliche Wahrnehmungsfähigkeit, feire den Reichtum deiner Sinne, der Dir erlaubt, dein Fließen mit der Natur immer wieder neu herzustellen und zu gestalten.

Unsere Praxiswochen und Wochenendkurse sind “Handfeste Meditation”

Wähle aus einer solchen Wachheit heraus eine Begleitpflanze – eine Pflanze, die Dich in deiner aktuellen Verfaßtheit gut spiegelt, in Resonanz bringt. Gerne kannst Du dafür eine der Aditi-Pflanzen verwenden, bei denen sicher ist, daß sie weder Maschinen noch Wechselstrom, weder Gewalt noch Ausbeutung erfahren haben. Wir haben sie mit Liebe gezogen, mit Sorgfalt gesammelt, nach den Regeln der Kunst destilliert und so in eine Form gebracht, die über längere Zeit stabil und kraftvoll ist.

***

Wenn Du mehr zum Wahrnehmen und Aufbereiten lernen möchtest, fühle Dich herzlich willkommen zu einem meiner Seminare oder pack richtig mit an in einer der Praxiswochen. Die Anmeldungen für 2020 laufen bereits.

Praxiswoche Permakultur 04. – 08. Mai und 10. – 14. Mai 2020

Praxiswoche Destillation in der Kupferdestille 30. Mai – 04. Juni 2020 oder 05. – 09. August 2020

Das Räucherritual – Grundlagen zur Durchführung von Pflanzenopfern 13. – 14. Juni 2020

Das Pflanzenopfer – Medizinpflanzen sammeln und weihen – Grundlagen zur Gewinnung von Heilpflanzen 11. –  12. Juni 2020

Reihe: Fernöstliche und Energetische Heilkunde

Fünf Wandlungsphasen der Seele –DIAGNOSTIK 14. – 15. März und 27 – 28. Juni 2020

Fünf Wandlungsphasen der Seele – THERAPIE 28. – 29. März und 18. –  19. Juli 2020

Ernährung nach den Fünf Elementen 25. –  26. Juli 2020

Veröffentlicht am Schreiben Sie einen Kommentar

Ein Medikament nehmen oder Alternativen lernen?

Wenn selbst die Deutsche Apothekerzeitung die Pharmaindustrie mit der Mafia vergleicht, ist es höchste Zeit, über Alternativen nachzudenken: Dieser Artikel in der Fachzeitschrift bestärkte mich einmal mehr, Wild Natural Spirit weiter nach vorne zu bringen.

Ein Medikament nehmen ? … für mich fiel diese Frage Zeit meines Lebens in 95% der Fälle mit “Nein” aus – selbst wenn ein Arzt mir ein Rezept ausgestellt hatte. Ich hege ein tiefes Mißtrauen gegenüber der symptomorientierten und invasiven Medizin mit ihrer Pharmazeutik. Übrigens nicht zuletzt genährt durch mein vierjähriges Biochemie-Studium.
Die Begleitung einer Pflanze hingegen – als vollständige und und naturbelassene Ganzheit – ist mir von Kindheit an vertraut. Deswegen baue ich ja auch Heilpflanzen an – in Permakultur und ohne Maschinen. Wir müssen von Glück sprechen, dass unsere traditionellen Heilkräuter sich (noch) dem Arzneimittelrecht entziehen können…

Destillation

All denjenigen, die die Unsäglichkeiten in Medizin, Pharmazie und Landwirtschaft durch noch mehr Regeln, Berichte und Zertifikate kontrolliert sehen wollen, sei dieser Artikel an die Hand gegeben.
Er zeigt, wie wenig die hoch gepriesenen “Zertifikate” helfen, wenn wir es mit Menschen zu tun haben, denen es um etwas ganz anderes als Heilung oder Erhaltung geht. Selbst die Biozertifikate – und ich habe ja nun mal auch einen biozertifizierten Betrieb – sind mehr Schall und Rauch. Regulierung und Kontrolle bringen uns nicht weiter – sie belasten vielmehr kleine Unternehmen, die der Dokumentationswut und Gebührenflut der Behörden nicht standhalten können.
Der einfachere Weg, der uns wirklich Sicherheit über die Qualität unserer Heil- und Nahrungsmittel gibt, ist, dort zu kaufen, wo wir sehen können, wie gearbeitet wird, wo wir die Menschen kennen, die produzieren und auch, Wissen zu teilen.

Das Vertrauen hingegen in “große Institutionen”, “staatliche Regulierung”, weiße Kittel und “Zertifikate” ist – so erkennt auch die Deutsche Apothekerzeitung – doch leider eher eine Illusion.

Statt Medikamente zu nehmen, können wir uns unserem Körper und unserer Verfaßtheit wieder selbst mehr annähern. Das unglaubliche Wunder feiern und geniessen, das uns mit unserem Leben geschenkt ist. Und wenn etwas “schief” gegangen ist, wenn “Krankheit” sich zeigt… ist es ohnehin höchste Zeit, nach Innen zu gehen statt nach Außen zu verlagern. Diesen Körper, dieses Leben wirklich >>anzunehmen<< und aus eigener Kraft zu nähren und zu leben. In Resonanz zu gehen mit dem Lebendigen selbst – der Natur, den Pflanzen …
Nein: Ich mache keine Heilversprechen.
Nein, ich glaube nicht, dass Menschen das Heilen verkaufen oder lehren oder lernen können.
Doch ich glaube, dass wir uns selbst heil halten und – so Gott will – auch machen können.
Der Einfluß der Natur um uns her, die Wirkung, die Pflanzen und Achtsamkeit auf uns haben können, begleitet uns dabei.

Und deswegen baue ich Heilpflanzen an, die seit Jahrhunderten wohltun und deren Kraft tausendfach beschrieben ist. Und ich baue sie an in einer Art und Weise, die das Mysterium der Heilung würdigt – mit blanker Hand, mit reiner Gesinnung und nicht mehr, als ich auch auf den Weg bringen kann. Und um sie auf den Weg bringen zu können, nutze ich Feuer und Wasser, die Destillation – eine uralte Methode zur Reinigung und Potenzierung der Stoffe.
Das ist, was ich versprechen und Dir an die Hand geben kann.

Veröffentlicht am Schreiben Sie einen Kommentar

TCM für die Haut

Kaum zu glauben, aber eineinhalb Jahre nachdem der erste Permakultur-Garten auf Aditi mit traditionellen Heilkräutern angelegt wurde, machen wir uns jetzt startklar für die international größte Biofach-Messe für Naturkosmetik: Die Vivaness.

Mir ist bewußt, daß meine geradezu schlichten blauen Fläschchen ohne Umverpackung und Metallic-Einlage, mit der 1 Substanz, die „nur“ aus 1 Pflanze besteht, sich deutlich unterscheiden von den glitzernden High-Tec-Lösungen anderer Anbieter.
Gut so !
Mit großem Elan machen wir uns gerade daran, potentiellen Wiederverkäufer/innen zu verdeutlichen, daß unsere Haut sich außerordentlich darüber freut, von Alkohol, Emulgatoren, Stabilisatoren, Nanomaterialien und Mineralölsubstituten verschont zu bleiben. Und daß auch die Anwender/innen sich freuen werden, wenn sie nicht mehr schmieren müssen – sondern ein frischer Sprühnebel von duftendem, naturreinen Pflanzendestillat ein absolut gleich- wenn nicht höherwertiges Pflegeäquivalent ist.
Und: Natürlich ist es ganz entscheidend, daß wir nicht mit reduzierten Hydrolaten sondern mit Volldestillaten arbeiten.
Und natürlich ist ganz zentral für Qualität und Haltbarkeit, daß die Pflanzen, die wir verarbeiten, noch nie eine Maschine gesehen haben, keine Transportwege hinter sich haben und in biozertifizierter Permakultur gewachsen sind.
Eigentlich ganz einfach. Aber außer uns scheint sic weltweit niemand sonst diese Mühe zu machen …

Im Zuge dieser Vorbereitungen habe ich die 9 Sorten Gesichtspflege, die wir bei Wild Natural Spirit aus ausschließlich selbst angebauten Rohstoffen produzieren, noch einmal in den Kontext der TCM (Traditionelle Chinesische Medizin) gebracht.
Denn immer wieder bekomme ich Zuschriften, welche Pflege denn die beste für den jeweiligen Hauttyp sei.

Um mit diesem genialen System der ganzheitlichen Betrachtung umgehen zu können, helfen zunächst zwei Informationen:

  1. Jedes Kraut entspricht einer bestimmten Gesamtverfassung. Diese Gesamtverfassung spiegelt sich auch im Hauttyp wider.
  2. Für die Diagnostik – des Gesamtsystems – in der TCM sind diese Basisgrößen wichtig: feucht/trocken, weich/fest, energiereich/energiearm, kalt/kühl/warm/heiß

Energie muss fließen

Die Traditionelle Chinesische Medizin lehrt uns, nicht nach Symptomen sondern nach einer Gesamtverfassung zu beurteilen, was unser Körper braucht. Diese Sichtweise liegt unserer Gesichtspflege zugrunde: Jede Pflanze spricht eine spezifische Verfaßtheit an. Die ganze Pflanze mit ihrem vollständigen, natürlichen Spektrum vermag, einen spezifischen Hautzustand zu spiegeln und in Balance zu bringen.
Auf dieser Systematik beruhen unsere Anwendungsempfehlungen.

Welche Pflanze am besten zu einer Hautsituation paßt, ist in wenigen Schritten feststellbar:

  • ist das System eher überhitzt oder unterkühlt ?
  • eher feucht oder eher trocken ?
  • eher fest oder eher weich ?
  • energiereich oder energiearm ?

Grundsätzlich gilt:

  • Kamille, Ysop, Melisse, Lavendel und Roter Sonnenhut kühlen  — Schafgarbe , Calendula, Fenchel und Salbei wärmen.
  • Kamille, Melisse, Calendula, Lavendel und Fenchel befeuchten und lockern  —  Schafgarbe, Salbei, Ysop und Roter Sonnenhut trocknen und festigen.
  • Schafgarbe, Melisse, Lavendel und Roter Sonnenhut leiten Energie ab  — Ysop, Calendula, Kamille, Fenchel und Salbei führen Energie zu.

Und so ergeben sich die kosmetischen Empfehlungen:

Unrein ist nicht gleich unrein

Feuchtigkeitsspendende Sorten

Ringelblume und Melisse enthalten gleichermaßen feuchtigkeitsspendende Wirkstoffe. Die Ringelblume hat dabei allerdings einen festigenden, formgebenden Effekt, die Melisse einen beruhigenden, weichmachenden.
Ringelblume – Calendula officinalis ist eine erdig-nährende Wohltat für empfindliche und gereizte Haut, die sich nach Aufbau und Strahlkraft sehnt.
Zitronenmelisse – Melissa officinalis ist eine zitronig-zarte Wohltat für angespannte, irritierte Haut, die eher empfindlich ist und sich nach Pflege und Entspannung sehnt.

Klärende Sorten

Sowohl Kamille mit dem hohen Chamazulengehalt als auch Salbei mit dem hohen Gehalt an Thujon werden für unreine Haut empfohlen. Doch achten wir bei Wild Natural Spirit darauf, daß die Kamille einen befeuchtenden, kühlenden Effekt mit sich bringt, während der Salbei eher trocknet und wärmt.
Echte Kamille – Matricaria chamomilla ist eine wiesenduftende Wohltat für unreine und entzündliche Haut, die sich nach Reinheit und Schutz sehnt.
Echter Salbei – Salvia officinalis ist eine herb-frische Wohltat für wunde und schlaffe Haut, die sich nach Verfeinerung und Klärung sehnt.

Porenverfeinernde Sorten

Großporige Haut fordert Reinigung, Durchblutung und Festigung. Für eine energiereiche Grundverfassung bieten sich eher die Cumarine des Lavendel an, dagegen kurbelt der Campher des Ysop eher spannungsarme Strukturen an.
Lavendel – Lavendula angustifolia ist eine  eine extravagant verwöhnende Wohltat für großporige und zu Unreinheiten neigende Haut, die sich nach Klärung und Geschmeidigkeit sehnt.
Ysop – Hysoppus officinale ist eine zitronig-frische Wohltat für müde, fahle Haut, die eher kräftig strukturiert ist und sich nach Belebung sehnt.

Verjüngende Sorten

Die ersten Fältchen, eine nachlassende Spannkraft der Haut – sowohl der Rote Sonnenhut (Echinacea) als auch der Fenchel bringen hier rasch Glättung und Straffung. Der Sonnenhut spricht hier eher bei energiereichen Verfassungen an (von allem ein bisschen zu viel) – der Fenchel eher energiearme (Ermüdung).
Roter Sonnenhut – Echinacea purpurea ist eine fruchtig duftende Wohltat für trockene und zu Fältchen neigende Haut, die sich nach Feuchtigkeit und Kräftigung sehnt.
Fenchel – Foeniculum vulgare eine zart-schmeichelnde Wohltat für spröde Haut, die sich nach Geschmeidigkeit sehnt.

Beruhigende Sorten

Irritierte Haut kann auf innere und/oder äußere Einflüsse mit Reizungen, Rötungen, Ausschlägen und Juckreiz reagieren. Bewährte Kräuter hierfür sind Schafgarbe und Melisse – wobei erstere ihre lindernde Wirkung eher bei Menschen entfaltet, deren System eher mit Verschleimung kämpft und letztere eher bei Verfasstheiten anschlägt, die trocken sind.
Melisse – Melissa officinalis
Schafgarbe – Achillea millefolium ist eine blumige Wohltat für irritierte, zu Rötungen neigende Haut, die sich nach Schutz und Beruhigung sehnt.
Melisse – Melissa officinalis ist eine zitronig-frische Wohltat für müde, fahle Haut, die eher kräftig strukturiert ist und sich nach Belebung sehnt.

Alle Destillate findest Du im Online-Lädchen mit ausführlichen Detailinformationen zu Pflanzen, Anwendung und Herstellung.

Altes Wissen

Seit 1991 befasse ich mich mit den Prinzipien der TCM, von 1988 bis 1992 studierte ich Biochemie. Und es ist, wie bei jedem Versuch, wissen zu wollen: Je mehr ich beobachte, lese und lerne, desto mehr habe ich den Eindruck, nichts zu wissen.
Die Arbeit auf Aditi für Wild Natural Spirit bringt mich in das unmittelbare Erfahren: Ich kann beobachten, wie sich die Pflanzen hier im Unterschied zu maschineller Monokultur entwickeln, ich kann riechen, schmecken, spüren, wie anders der Salbei ist, der hier gewachsen ist als der, den ich in der Apotheke oder gar im Supermarkt kaufe.
Die Leitlinien der TCM helfen mir, Einflüsse und Wirkung ganzheitlich zu betrachten – zusätzlich zur kausalistischen Betrachtung unserer westlichen Naturwissenschaften.

Während der Praxiswochen und Themenseminare biete ich Gelegenheit, dieses Wissen zu teilen und zu erfahren. Fühle Dich eingeladen.

Veröffentlicht am Schreiben Sie einen Kommentar

Die Krause Minze und Ihr Hydrolat

Ein Frauenkraut, wie es im Buche steht

Gemäß Ovid ging Hades der Nymphe Menthe nach, welche er als Geliebte gewann. Die wurde von der eifersüchtigen Persephone in einen Stock Krause Minze verwandelt.

Die Krause Minze – Mentha spicata crispa – ein behaartes, ausuferndes Fräulein, das eine ganz zauberhaft sanfte Note in sich trägt – ist eher zufällig in Aditis Minzengarten gestolpert. Dort setze ich sie zwischen Wasserminze, Pfefferminze, Liebstöckel und Melisse ein. Ihr „Stückchen“ maß eben einmal 50 Quadratmeter – das mußte reichen.

Und wieder waren es wenige Stecklinge, die ich hatte – und wieder hatte sich das kecke, behaarte Mädchen binnen drei Monaten den ganzen Raum erobert.

Von der raumgreifenden Eigenschaft der Minzen – in Erscheinung und Wirkung – hatte ich ja bereits im einleitenden Artikel über die Minzen, ihre Hydrolate und ätherischen Öle geschrieben (https://wild-natural-spirit.org/wasserminze/) . Wir haben es  bei der ganzen Familie mit Heilkräutern zu tun, die in die Tiefe dringen, die Bewegung und Temperaturausgleich zusammen mit ihrem köstlich frischen Aroma bringen. Allesamt sind sie kostbare Heilkräuter ebenso wie köstliche Würz- und Duftspender. Doch ist dieser Familie auch ihre außerordentliche Vielseitigkeit zueigen. So sagt Walahfrid Strabo (808 – 849 n.Chr), der Abt von der Reichenau in seinem berühmten Gartengedicht, dem „Hortulus“: „Nimmer fehle mir ein Vorrat gewöhnlicher Minze, so verschieden nach Sorten und Arten, nach Farben und Kräften“.

Die Mentholfreie Minze

Die Krause Minze unterscheidet sich ansonsten deutlich von ihren kräftigen, geradlinigen und glattblättrigen Schwestern:
Ihr Wuchs ist verspielt und kurvig, ihre gekrausten Blättchen mit einem silbrigen Flaum überzogen, ihre skurrilen Blütenstände haben ihr wohl auch den Namen „Frauenminze“ eingebracht. Noch mehr als ihre Schwestern wird sie so zum Bienenliebling. Genetisch betrachtet ist sie der Boden für Nanaminze und Marokkanische Minze, deren sanftes Aroma in Speisen und als Beimischung zu schwarzem Tee geschätzt wird (das Destillat ist hier perfekt !)

Das wichtigste innerliche Unterscheidungsmerkmal ist wohl, daß die Krauseminze kein Menthol enthält und so auch von Kindern und sehr empfindlichen Menschen gut vertragen wird. Vielmehr wird das auch in der Nepalesischen Medizin geschätzte Heilkraut durch ihren hohen Gehalt an L-Carvon interessant.
Carvon ist ein keimhemmendes Monoterpen-Keton, das neben der Krauseminze auch im Kümmel vorkommt. Es prädestiniert das Krause Minze-Destillat unter anderem als Mund-, Rachen- und Nasenspülung und zur Desodorierung. Zudem ist das Carvon ein gerne eingesetzter Wirkstoff bei Magen-Darmproblemen in der Alternativen Medizin – und zwar innerlich wie äußerlich (Einreibung) angewandt.
Am spektakulärsten dürften wohl die Studien von Crowell/Kennan/Ahmad sein, in denen eine vorbeugende Wirkung des ebenfalls in der Krauseminze enthaltenen Carvenols gegen Brustkrebs nachgewiesen wurde. Und dies ist dann der letzte naturwissenschaftliche Hinweis, bevor wir uns ganz der unmittelbaren Wahrnehmung hingeben, Denn:

Die Krause Minze ist die Weiblichkeit selbst

Als ich einmal wieder an der großen Kupferdestille stand und Körbe frisch geernteter Krauseminze aus dem Permakultur Garten in die Kolonne füllte, war mir, als würden meine Bewegungen immer langsamer, immer weicher, immer fließender.
Zu Fabians Überraschung (mein lieber Assistent an der Destille), wollte ich nicht wie gewohnt ganz konzentriert und gradlinig zum Ergebnis kommen, stattdessen schlug ich vor, zu Ehren unseres neuen Heilkrauts noch einen Tee aus der aromatischen Krausen Minze aufzubrühen. Genüßlich atmeten wir den süßlich herben Duft ein, vernahmen den ungewöhnlich sanften und doch charakteristischen Geschmack, bevor wir endlich das Feuer unter der Destille entzündeten.

Krause Minze und Fabian

Eine friedvolle, vielschichtige und gleichzeitig belebte Stimmung erfüllte uns, bis der erste Tropfen des Destillats aus dem Kupferrohr rann.
Und nun war es um unsere Konzentration (fast) ganz geschehen: Pure Sinnesfreude, schwelgender Genuß, vergnügtes „Probieren“ begleitete uns während des gesamten Vorgangs.
Das putzige Mägdlein aus dem Minzegarten hatte uns vollends verzaubert….

Als ich am Abend zu Bett ging, nachdem ich dem Bedürfnis einer ausführlichen Pflegerunde nachgegangen war, beschäftigten mich Empfindungen und Gedanken zur Weiblichkeit. Mir kam die harte Arbeit, der ich mich seit drei Jahren aussetze, plötzlich als „zu hart“ vor. Zu zart, zu weich, zu kostbar erschien mir plötzlich mein weiblicher Körper hierfür. Mein Bedürfnis nach Tanz, Sinnlichkeit, Schönheit wogte auf und ich schlief mit dem seligen Gefühl ein, wahrhaft eine Frau zu sein.

Bereits am Morgen setze ich mich hin und suchte unter meinen Klienten und Klientinnen nach solchen, die ein Thema mit „Weiblichkeit“ hatten:
Welche Frauen folgten einem Streben nach unnatürlicher Männlichkeit ?
Welche unter ihnen hatte Traumatisierungen aus der Mann-Frau-Rollenverteilung ?
Welche Frauen lehnten „das Weibliche“ ihres Körpers ab ?
Aber auch unter den Männern:
Welche Männer drohten im Korsett des „Mann-Sein-Müssens“ zu ersticken ?
Hatten Schwierigkeiten, ihren weiblichen Anteil zu integrieren und zu leben ?

Aufforderung zum Fließen-Lassen

Auch meine TCM-Brille war mir hier von Nutzen: Die Kraus Minze ist eindeutig ein Kraut, das der Wasser-Energie (水 , Shui) zuzuordnen ist. Diese Energie korreliert in der TCM mit dem gesamten Urogenitalbereich – auf psychischer Ebene mit „Trauer“. Und auch hier suchte ich nach Menschen, die in diesem Bereich Probleme hatten.

Die Blüte der Krauseminze

All diese Menschen sprach ich an und bat sie, für eine gewisse Zeit das Destillat der Krause Minze zu testen.
Die Rückmeldungen bis dato bestätigen meine Einschätzung: Die Krause Minze ist die Weiblichkeit selbst.

Probier es selbst aus !

Wenn Du mehr zu Wild Natural Spirit erfahren möchtest – der Heilkräutermanufaktur im Frankenland, wo kein Kraut je eine Maschine sieht und in biozertifizierter Permakultur gedeiht, bis es von Hand geerntet und zu kostbaren, zusatzfreien Präparaten vor Ort weiterverarbeitet wird, dann schau vorbei auf der Website: www.wild-natural-spirit.org

Dort kannst Du in Praxiswochen auch die Kunst des Destillierens oder die Grundzüge der Permakultur erlernen, oder an Wochenenden mehr zu Art und Verwendung von Heilkräutern.

Mehr zu den Minzen findest Du in diesen Artikeln:

Veröffentlicht am 1 Kommentar

Die Glatte Minze (Pfefferminze) – und Ihr Hydrolat

Geradeaus denken mit der Kraft der Pfefferminze

Minzen sind dank des ihnen gemeinsamen Menthols sehr raumgreifend und vermögen, tief in Zellen und Bewusstsein vorzudringen. Vergangene Woche schrieb ich ausführlich über die Minzen als Gruppe von Heilkräutern : Sie haben einige Gemeinsamkeiten. Ergänzend zum Pfalnzenprofil der Wasserminze, widme ich mich heute der Glatten Minze, besser bekannt als „Pfefferminze“. Es ist die zweite von drei Sorten in den Permakulturgärten von Wild Natural Spirit.

Aus einer Kreuzung der Wasserminze (Mentha aquatica) mit der Grünen Minze (Mentha spicata) ging 1696 in einem Arzneigarten in England die Hybride Pfefferminze (Mentha × piperita) hervor, die einen angenehmeren Duft und Geschmack hat als ihre Eltern. Von anderen Minzen unterscheidet sich die Pfefferminze vor allem durch den hohen Menthol– und Cineolgehalt und niedrigen Carvongehalt bzw. durch den schärferen Geschmack (daher der Name „Pfefferminze“). Die Minze mit dem bläulichen Stängel und den dunkelgrünen, leicht haarigen Blättern kam erst in diesem Sommer in die WNS-Gärten: Als gakelige 6 Stecklinge hatten sie auf dem vorbereiteten Beet im Minzegarten reichlich Platz. Ich war ein bißchen skeptisch, ob die „paar Stängel“ anwachsen und sich ebensogut vermehren würden, wie die Wasserminze.

Die Pflanze ist in Gestalt, Farbe und Geruch feiner, ätherischer als dir kräftigen Wildminzen, trägt einen violetten Schimmer in Blatt, Stängel und Blüte und hat sehr differenzierte, schlanke und glatte Blätter.
… vier Monate später – ich hatte nicht viel Zeit für die Hege dieser Neuankömmlinge gehabt während der Ernte – standen wir an dem vollständig bewachsenen Beet und staunten: Ein bezaubernder, zart-frischer Duft umrahmte hunderte von kräftig aufragenden, blühenden Minzepflanzen bescherte uns im ersten Schnitt fast 14 Kilo Ernte.

Anders, als bei den meisten anderen Heilkräutern in unseren Bio-Gärten, trocknete ich die Pfefferminze vor der Destillation. Durch den Trocknungsprozess lassen sich die Duft- und Wirkstoffe dieser Athletin besser während der Destillation herauslösen.

Atemberaubend: Der natürliche Bodyscan

Und dann kam endlich der Moment, in dem wir die Kolonne unserer großen Kupferdestille mit der Pfefferminze befüllten: Stolze 10 Kilo Trockengewicht und ein herrlich frisch-feiner Duft.
Ich hatte im Artikel über die Minzen im Allgemeinen ja bereits geschrieben, daß dieser Familie das Raumgreifende gemeinsam ist.
Doch was geschah, als wir die Metnhat piperita (Pfefferminze)= destillierten: Im wahrsten Sinne atemberaubend war der Effekt, der mich beim Einatmen hinab und hinein in all meine Zellen führte, ich spürte meinen Körper, jedes Glied, jede Zelle ganz differenziert und klar.
Das erinnerte mich an den Bodyscan nach dem Yoga: In dem – oft geführt durch mich – die Aufmerksamkeit der Yogis Schritt für Schritt durch den ganze Körper gelenkt wird. Durch diese gezielte Aufmerksamkeit führen wir unserem Körper – Organ für Organ – Energie zu, können erkennen, ob es Störungen oder Ungleichgewichte gibt und diese ad hoc ausräumen.

Diesen „Scan“ löste das Hydrolat der Pfefferminze bei mir aus, als ich destillierte.  Dabei „triggerte“ sie meinen Körper Zelle für Zelle, belebte und aktivierte ihn – während mein Geist sehr klar und ruhig wurde.

Der Effekt dieses Hydrolats geht also weit hinaus über den würzigen Geschmack, das klären der Atemwege und das Schmerzmittel bei Verspannungen : Das Hydrolat der Pfefferminze unterstützt uns dabei, unsere Selbstheilungskräfte zu aktivieren, indem sie uns den Körper in all seinen Schichten und Bereichen verdeutlicht, uns durchdringt und vitalisiert.

Die Tests in der kosmetischen Anwendung waren auch sehr erfreulich: Schwellungen, Verfärbungen, Stauungen verschwanden nach kurzer Anwendung sehr rasch, denn sie reinigt, klärt, entgiftet und entstaut.

Schade eigentlich, daß wir „nur“ diese eine Charge haben und damit die Pfefferminze in diesem Jahr nur als Sonderedition in begrenzter Anzahl anbieten können. Aber ich will ja nicht undankbar sein: Erstaunlich, daß wir sie in diesem Jahr überhaupt schon ernten konnten. Und sicher wird es nächstes Jahr reichlich geben…

Veröffentlicht am Schreiben Sie einen Kommentar

Bio Kräutertee

Von der Kunst des Tee-Machens

Ich war ja immer eher Kaffeetrinkerin – Tees waren eher was für kalten Winterabende. Und außerdem war das „Zeug“ das ich in kleinen Beuteln abgepackt kaufen konnte – Bio hin oder her – immer mehr Staub als Pflanze. Kamillentee – igitt !

Das hat sich radikal verändert vor zwei Jahren, seit ich nicht nur in bescheidenem Umfang meine Küchenkräuter hinter dem Haus habe, sondern auf derzeit 5.000 Quadratmetern aromatische Kräuter in biozertifizierter Permakultur anbaue. Logischerweise habe ich beim Ernten die Kräuter auch probiert: frisch und mit Wasser übergossen, geraucht und destilliert.
Und dieses Aroma, dieser Duft und die sehr unterschiedlichen, deutlich wahrnehmbaren Effekte auf Geist, Körper und Gemüt werden mir mehr und mehr zur Leidenschaft.

Die Würzigkeit der handgesammelten Salbeiblüten- und –blätter – ein unglaublicher Gaumenschmaus – und zugleich hervorragender Streßpuffer in einer Zeit, in der ich Aufgaben für vier habe ! Viel viel mehr noch, als ein Kraut das „Lunge und Darm reinigt und kräftigt“, wie Hildegard von Bingen schreibt.
Oder der Ysop – den kannte ich bis vor Kurzem gar nicht: der kräftig-zitronige Duft am frühen Morgen, die blauen Blüten auf dem Tassenboden… und „zack!“ – wacher geht nicht !

Ich lerne Tee ganz neu kennen und genießen. Lichtjahre entfernt von dem trocken-staubigen Gebrösel, das ich bisher damit assoziierte.

Aber warum erst jetzt ?
Und warum haben die gekauften Tees selten nach etwas geschmeckt ?

Herausfinden, was Aditis´ Rohdrogen so köstlich und kostbar macht

Klar wächst eine Pflanze kraftvoller, wenn sie nicht in Mono- sondern in Permakultur steht, wenn sie ihre Kraft aus dem Ökosystem und nicht aus der Pflanzenschutzspritze oder Tierkacke holt und wenn sie von Hand gepflegt und gesammelt wird statt von schweren Maschinen.

Doch da ist noch etwas, das ganz entscheidend für Farbe, Aroma und Duft der Pflanze ist: Ich glaube, ein ganz wesentlicher Grund ist, daß wir hier bei Wild Natural Spirit ziemlich große Pflanzenteile am Stück trocknen.
Das ist eine Kunst – denn das Risiko, daß die Pflanze nicht schnell genug und vollständig durchtrocknet, ist groß und könnte alles verderben. In den landwirtschaftlichen Trocknungsanlagen werden die Kräuter mit gigantischen Hitzegebläsen einige Stunden durch betonierte Kammern geschleudert und zuletzt händisch oder maschinell zusammengekehrt und verpackt. Klar, daß da nicht mehr viel Aroma übrig ist…
Und so habe ich mich daran gemacht, die „Kunst des Kräutertrocknes“ zu ergründen.

Sonne und Wind lieben ihr (Kräuter)Kind

Wir haben letztes Jahr eine kleine Solar-Darre gebaut, in der die Kräuter in dünner Schicht auf luftigen Sieben liegen in einer großen Holzkammer. Die Holzkammer wird ohne Stromzufuhr mit Luft durchströmt, die über einen Sonnenkollektor an der Front der Holzkammer erzeugt und in Bewegung gebracht wird. Das funktionierte prima und brachte Rohdrogen höchster Güte hervor.
Und das alles ohne Strom, ohne Maschinen – dafür mit sehr, sehr viel Handarbeit.
Denn die Kräuter müssen zweimal täglich von Hand gewendet und gelockert werden, um in der vorgegebenen Zeit (48h) auf einen Feuchtigkeitsanteil von weniger als 15% herunter zu trocknen.

Trocknung der handgesammelten Salbeiblätter in der autarken Solar-Darre
Trocknung der handgesammelten Salbeiblätter in der autarken Solar-Darre

Die letztes Jahr auf diese Weise erzeugten Kräutertees und Schmuckdrogen (ganze Blüten) waren im Handumdrehen ausverkauft. Wo bekommt man schon das ganze, unbeschadete Blatt ? Die unversehrte Blüte, die noch alle Farbpigmente trägt ? In Bioqualität ?
Kein Wunder, wenn sogar ich zur leidenschaftlichen Teetrinkerin werde …

Es waren wohl nicht nur Teeliebhaber und Kräuterkennerinnen unter den Käufern – auch kleine Kosmetik- und Naturheilmittelhersteller fragen ständig nach, wann die nächste Charge bereit ist. So war klar: Wir brauchen für die Wild Natural Spirits mehr Trocknungskapazität.
Und so begannen Jürgen und ich im Januar, das Kräuterhäuschen zu bauen.
Es funktioniert nach dem gleichen Prinzip, wie unsere Test-Darre – hat aber vier Trocknungskammern, (selbstgebaute) Kollektoren von insgesamt 11 Quadratmetern Fläche – und ist weiterhin und nach wie vor zu 100% autark.

Und so strahlt das kräftige Gelb der Ringelblume mich gerade aus meiner dampfenden Teetasse an, der Duft der vorhin gepackten Wasserminze erfüllt das ganze Haus.

Dieses Jahr werden wir zu den bereits etablierten Sorten Ringelblume, Schafgarbe, Wasserminze, Melisse, Kamille, Salbei und Ysop noch ein paar weitere Köstlichkeiten hinzunehmen: Der Lavendel steht prächtig, auch der Sonnenhut (Echinacea purpurea), die krause und die glatte Minze kommen hinzu und natürlich natürlich der Immunkönig Thymian. Sieh Dich gerne in dem kleinen Online-Laden um – die erste Ernte dieses Jahr ist in vollem Gange und einige Sorten sind bereits wieder vorrätig: www.wild-natural-spirit.org

So Gott will. Denn alles hängt am Wetter.

Tipps zur Zubereitung:

Entnimm dem Wild Natural Spirit-Beutel 4, 5 Zweige oder Blüten mit Blättern für 1 Liter Tee. Brich die trockenen Kräuter erst unmittelbar bevor Du sie mit heißem Wasser übergießt: Du wirst den Duft zwischen deinen Fingerspitzen bemerken, der Dich zu uns in den Kräutergarten entführt. Laß die Kräuter 3 – 7 Minuten – je nach Geschmack ziehen, bevor Du sie trinkst.
Und achte darauf, daß ein wenig von der Kostbarkeit Dich vom Tassenboden aus anlächelt. Das Auge genießt mit …

Bio Ysop Kräutertee

Entnimm dem Wild Natural Spirit-Beutel 4, 5 Zweige oder Blüten mit Blättern für 1 Liter Tee. Brich die trockenen Kräuter erst unmittelbar bevor Du sie mit heißem Wasser übergießt: Du wirst den Duft zwischen deinen Fingerspitzen bemerken, der Dich zu uns in den Kräutergarten entführt. Laß die Kräuter 3 – 7 Minuten – je nach Geschmack ziehen, bevor Du sie trinkst.
Und achte darauf, daß ein wenig von der Kostbarkeit Dich vom Tassenboden aus anlächelt. Das Auge genießt mit …

Veröffentlicht am Schreiben Sie einen Kommentar

Natürliche Pflanzenapotheke

Das Beste vom Kraut

Unsere Vorfahren wußten die Heilkräfte von Salbei, Kamille und Co zu schätzen. Wild Natural Spirit belebt das alte Wissen neu. Seit drei Jahren lebt Evelin Rosenfeld ich im Herzen Deutschlands auf einem kleinen Berg namens „Aditi“. 35.000 Quadratmeter wildes Land werden nun nach und nach zu einem paradiesischen Permakulturgarten mit ganz besonderen Schätzen.

Kürzlich traf ich mich mit einer Freundin, die schon seit langem Kosmetika herstellt und erfolgreich verkauft. Sie war interessiert an meinen Destillaten als Rohstoff für ihre eigenen Produkte. Auf ihre Frage „Was ist in so einer 100ml-Flasche alles drin?“ antwortete ich : „Etwa 0,7 Kilo Schafgarbenblüten“. Sie blickte mich ungläubig an und fragte nochmals „In dieser 1 Flasche ? Wieviel muß ich mir da vorstellen ?“ Ich lächelte und sagte: „Anderthalb 10-Litereimer, etwa“.
Sie war sprachlos.
Als sie mich wenig später auf Aditi besuchen kam und uns bei der Arbeit im Garten überraschte, flossen die Tränen. „Das ist ja unschätzbar, was Du da machst. Dieser Ort – und der Garten – unglaublich, ich habe noch nie so eine Melisse gesehen“.
Ja, dachte ich bei mir. Was ich hier tue ist wie aus einer anderen Zeit. Und ich weiß, wofür ich es tue.

Unsere liebe Natur birgt alles in Fülle, was wir Menschen brauchen, um gesund in Körper und Geist zu sein. All die industriellen Produkte, die wir konsumieren, die Pharmazie und Kosmetik sind nicht nur für unsere eigene Gesundheit immer wieder mit unschönen Nebeneffekten verbunden. Vor allem liegt ihrer Herstellung ein Vorgang zugrunde, der unser aller Basis – eine gesunde Natur – zerstört. Ob es die Maschinen auf den Feldern, die in Laboren isolierten Stoffe oder all die Vorrichtungen zu Haltbarkeit und Aussehen sind: All dies ist überflüssig. Und meist sogar schädlich.

… wenn sich denn manche wieder die Mühe machten, die Natur zu lesen und ihr zu folgen!

Sie sind selten geworden, die handgesammelten Heilkräuter, die unseren Vorfahren Vitalität und ein hohes Alter schenkten – auf unbelasteten Wiesen unmittelbar vor der Haustür gewachsen. Noch seltener sind die Präparate, die die Kräuterfrauen und Alchemisten damals in höchster Reinheit für die Menschen in ihrer Umgebung zubereiteten. Und doch erinnern wir uns an das Wissen um den Salbei, den unsere Großmutter gesammelt hatte. An die Calendula, die im häuslichen Medizinschrank unverzichtbar war. An den Fenchel, den der Großvater gegen seine Blähungen nahm.
Mit meinem alten Herzensprojekt „Wild Natural Spirit“ ( https://www.sein.de/raeucher-rituale-der-weg-der-pflanzendevas/  ) nehme ich unsere mitteleuropäische Tradition der Heilkräuter neu auf:
Auf Aditi (àhttps://wild-natural-spirit.org/permakultur-und-heilort/ ) werden in Permakultur und ohne jegliche Maschinen aromatische Kräuter von Hand angebaut und gesammelt. Nur durch die Sonne gedarrt verwandeln wir sie zu reinsten Tees und Rohdrogen. Oder wir bringen die Kräuter frisch aus dem Garten in die große Kupferdestille. Die auf diese Weise gewonnenen Pflanzendestillate sind reich gesättigt mit ätherischen Ölen, die unseren Hausmitteln volle Kraft verleihen.

Wasser, Feuer und Heilkraut. Pur.

Nach dem großartigen Start unserer Hydrolate im vergangenen Jahr habe ich sehr – SEHR – viel geforscht, gelernt und weiterentwickelt zu den Schätzen, die hier auf 35.000 Quadratmetern Permakultur in Hand angebaut werden.
Ich hatte ja bereits berichtet von den einwandfreien Analyseergebnissen: Entgegen der landläufigen Meinung, daß Hydrolate nur wenige Wochen haltbar sind, konnten wir durch Labortests nachweisen, daß in unseren Destillaten soviel ätherisches Öl enthalten ist, daß eine Haltbarkeit von 18 Monaten garantiert werden kann. (ich glaube ja, es hat auch etwas mit der Qualität der eingebrachten Pflanzen zu tun 😉 )
Das ist enorm wichtig – denn so brauchen wir weder Alkohol noch Silberionen noch sonst irgendwelche üblichen Stoffe zur Haltbarkeit zuzusetzen.

Unsere Destillate sind also pures Pflanzendestillat.
Das ist für die Wirkkräfte ideal.
So können wir – wie die alten Kräuterfrauen und Alchemisten vor Jahrhunderten – die pure Pflanze in „Fläschchen“ bringen, ohne der Deva die geringste Veränderung zuzufügen.
Salbei pur. Ysop pur. Calendula pur.

Und wie erwartet, sammeln sich auf unserer Produktseite viele Rückmeldungen von Anwender/innen, die nicht nur die Wirkung im bekannten Rahmen der jeweiligen Heilpflanze bestätigen, sondern auch eine ganze Reihe komplexerer, auch feinstofflicher Wirkungen werden hier berichtet. Ich lese diese Rückmeldungen und sammle sie sorgfältig – denn es entstehen klare Wirkmuster und Spektren für die naturreinen Pflanzendestillate. (in vergangenen Newslichterausgaben hatte ich diverse Pflanzenprofile veröffentlicht, in denen ich diese Muster bereits skizziere (https://www.newslichter.de/?s=hydrolate ).

Als besonders kraftvolle Hydrolate haben sich Kamille und Melisse herauskristallisiert, die offenbar exakt die Bedürfnisse reizüberfluteter Großstadtmenschen treffen (https://wild-natural-spirit.org/produkt/melisse-hydrolat/ und https://wild-natural-spirit.org/produkt/bio-pflanzenwasser-kamille/ ). Beide Pflanzen gehören von jeher in die europäische Kräuterapotheke: Die Kamille als fiebersenkendes, entzündungshemmendes und reinigendes Mittel, die Melisse – eine von Plinius schon verehrte Heilerin – ist ein klassisches Mittel zur Stimmungsverbesserung. Hildegard von Bingen schreibt „Melisse macht das Herz glücklich“.
Diese Wirkkräfte durch die Wasser-Destillation zu reinigen und zu sammeln ist uns hervorragend gelungen.

Wir bleiben also dabei und werden diese traditionellen Hausmittel weiter produzieren – in diesem Jahr kommen zu den sechs bestehenden Sorten Schafgrabe, Melisse, Calendula, Ysop, Salbei und Kamille noch fünf weitere hinzu – Minze, Lavendel, Fenchel, Liebstöckel und Thymian. Allerdings werden wir den Begriff „Hydrolat“ so nicht mehr verwenden, weil Hydrolate einfach nur einen „Rest“ des Reindestillats sind, der von der Aroma-Industrie nach zahlreichen Extraktionen des ätherischen Öls als Abfallprodukt eben auch noch verkauft wird. Unser „Das Beste vom Kraut“ ist das naturreine Pflanzendestillat des jeweiligen Heilkrauts. Und so wird es künftig auch auf der Flasche stehen. 

Forschen und Lieben

Und mit jedem Tag mehr, den wir im Garten verbringen und an der Destille, verstehen wir mehr zu den Heilkräften unserer Pflanzen. Lange haben wir an der Destillationstechnik und an unserem Ansatz der Pflanzengewinnung gearbeitet – und forschen und lieben und entdecken.

Auch bei der Aufbereitung der Pflanzen habe ich neues entdeckt: Die Destillate, die wir zu den Hausmitteln verarbeiten beschenken uns mit dem vollen Bogen der Heilpflanze. Wenn ich den Destillationsprozess jedoch etwas in Druck, Temperatur und Dauer moderiere und durch zusätzliches Rühren und Filtrieren das Destillat verfeinere (nach wie vor OHNE irgendetwas hinzuzusetzen), erhalte ich eine Gesichtspflege, die phänomenal rein und zugleich wirksam ist. In Kombination mit Öl. Ich glaube, da habe ich etwas gefunden, was uns das cremen und schmieren endgültig erspart – und stattdessen rosige Frische in unser Antlitz zaubert J Zu den Entdeckungen und Anwendungen schreibe ich dann … ganz bald !

Jetzt aber erst einmal hinaus zu den Melisse-Männchen (wir nennen die etwa 80 Zentimeter hohen Melisseberge so – weil sie einfach erstaunlich und urig sind)… sie wird die erste sein, die am kommenden Wochenende durch die Destille gehen wird.

Veröffentlicht am Schreiben Sie einen Kommentar

Alternative Heilkunde

Naturreine Pflanzendestillate

Wild Natural Spirit steht eindeutig für Pflanzenheilkunde statt Pharmaindustrie. In den vergangenen Tagen habe ich mit meinem alten Freund Martin (der übrigens vor 9 Jahren das wunderbare Logo von Wild Natural Spirit entworfen hat) viel über die Zukunft von Wild Natural Spirit nachgedacht.

Die naturreinen Pflanzendestillate sind einerseits kostbare Hausmittel (Heilmittel darf ich ja nicht sagen) – denn sie enthalten das Reindestillat der klassischen, mitteleuropäischen Heilpflanzen. Durch die Destillation wird die heilende Wirkung, die wir alle aus Kindheitstagen von Salbei, Kamille, Ringelblume und Co kennen, verdichtet und verfeinert.

Das Naturreine Pflanzendestillat des Hyssopus officinale

Die bisherige Bezeichnung “Hydrolat” führte – sowohl bei Kunden wie auch bei den Behörden – immer wieder zu Verwirrungen: Denn “Hydrolate” sind üblicherweise das Abfallprodukt der Destillation, bei der es eigentlich um die Gewinnung ätherischer Öle geht. Die Pflanzen werden in der Regel in mehreren Fraktionen dem Wasserdampf ausgesetzt. Dabei fließt eine Flüssigkeit aus der Destille, die aus zwei Bestandteilen besteht: Zum einen das teure, sehr reaktive ätherische Öl, zum anderen die wässrige Phase, das Hydrolat. Das ätherische Öl wird abgesondert und vom Hydrolat getrennt. Um – bei der industriellen – Gewinnung von ätherischen Ölen die Ausbeute zu maximieren, wird die wäßrige Phase wieder und wieder destilliert, bis das letztlich “leere” Hydrolat übrig bleibt. (Es ist nicht – ganz – ohne Wirkstoffe – aber weitgehend frei von ätherischen Ölen.)

Das Naturreine Pflanzendestillat der Achillea millefolium

Da das bei unseren Pflanzendestillaten anders ist und wir explizit nur einmal, sehr langsam und unter ganz spezifischen Temperatur- und Mengenverhältnissen destillieren, werden unsere Hausmittel künftig nicht mehr “Hydrolat” heißen, sondern “Naturreines Pflanzendestillat”. Die Naturreinen Pflanzendestillate von Wild Natural Spirit sind reich gesättigt mit ätherischen Ölen und durchlaufen den Destillationsprozess nur 1mal. So wird deutlich, daß wir Wert auf die behutsame Behandlung der Pflanzen legen, die wir hier auf Aditi anbauen und verarbeiten. Und wir folgen damit auch unserem Prinzip, die Kraft der ganzen Pflanze – und nicht nur bestimmter Bestandteile – zu nutzen.

So stellen wir sicher, das DAS BESTE der Heilpflanze unbeschadet und vollwertig Eingang in die Hausapotheken der Menschen findet, die der Natur mehr vertrauen, als der Pharmaindustrie.

Veröffentlicht am 3 Kommentare

Ein natürliches Antidepressivum

Der Ysop und sein Hydrolat – Aufwachen !! 🙂

Psalm 51.9 weiß über den Ysop: “Entsündige mich mit Ysop, so werde ich rein; wasche mich, so werde ich weißer als Schnee!”
Sowohl im alten wie auch im neuen Testament taucht dieses Pflanze – im Hebräischen ésov „Heiliges Kraut“ genannt – immer wieder auf um zu reinigen, zu weihen und zu schützen. Doch was wissen wir heute von dem unscheinbaren Lippenblütler, der nur in der Blütezeit mit seinem königlichen Blau alles überstrahlt?

Sein hoher Camphergehalt machte ihn in der Antike zum „Meister Propper der Vorzeit“. Und auch, daß auf seinen Blättern der kostbare Pilz Penicillum wächst. Das hat ihn ganz sicher und sehr greifbar zum Schutzkraut gegen Infektionen und Seuchen gemacht.

Der Ysop und sein Hydrolat: Wake up !

In der traditionelle Heilkunde kennen wir den Ysop als Magenmittel. Als Tee wird Ysop unter anderem bei Atemwegserkrankungen, Asthma und Husten empfohlen. Seine schleimlösende Wirkung erleichtert das Abhusten und mildert die Beschwerden. Aufgrund seiner entzündungshemmenden Eigenschaft werden Öl und Hydrolat gerne für Gurgellösungen verwendet: Heiserkeit, Zahnfleisch- und Mundschleimhautentzündungen und Mandelentzündungen klingen rasch ab. Für äußerliche Waschungen und Einreibungen bei rheumatischen Beschwerden wird es auf die schmerzenden Gelenke aufgetragen. Ebenso soll es eine vermehrte Schweißbildung mindern. (siehe: https://www.uni-frankfurt.de/55706381/Alkaloide )

All dies ist richtig – und in den meisten Fällen auf Campher und seine Gerbstoffe zurückzuführen. Doch setzen all diese Anwendungen (nur) an den Symptomen an. Um die ganze Kraft des Ysops zu begreifen und zu nutzen, müssen wir seinem Wesen näher kommen. Und ihn in der wirksamsten Form „einfangen“: In der Wasserdampfdestillation.

Als ich in diesem Jahr gleich drei Anläufe brauchte, diesen komplexen, ganz und gar auf das Essentielle gerichteten Halbstrauch aus Samen zu ziehen, wurde mir nach und nach deutlich, worin sein eigentlicher Charakter besteht: Aufrecht steht er – golden fällt er – das Destillat des Ysop ist goldfarben und der Duft eindringlich-aromatisch.

Nach dem äußerst empfindlichen und zarten Keimstadium legten die Pflänzchen mit einem Mal zu: Sonne, Trockenheit und sorgfältige Pflege (vor allem: frei halten von gröberen Krauten) gaben ihm rasch Kraft und bald duftete das ganze Feld holzig-zitronig. Er grenzt sich ab – wenn er alt genug ist – breitet sich nicht aus, hält sein Territorium.
Neben den charakteristischen, duftgebenden Campherderivaten bringt die Reifung der Pflanze auch Limonen, Pinen und Rosmarinsäure in die festen, dunkelgrünen Blättchen. Und dies ist es – neben dem Blau, das die Rohdroge im heißen Wasser freisetzt – was dem Ysop-Tee ein unvergleichliches Aroma und eine echte Wachmacher-Qualität verleiht.

Der Ysop und sein Hydrolat: Wake up !

Foto: Evelin Rosenfeld

Doch was geschieht, wenn wir den Ysop der Wasserdampfdestillation aussetzen ? Ich war wie in lupenreiner Konzentration, als ich das zähflüssige, goldene Öl aus der Destille tropfen sah. Öl- und Wasserphase blieben weitgehend getrennt (daher: Unser das Naturreine Pflanzendestillat vor der Anwendung bitte gut schütteln !). Er machte mich klar und präzise – ganz unmittelbar. Das Geistige hatte Vorrang – und war wohl definiert und definierend ganz und gar präsent.

Diese Wirkung testete ich bei einigen Klient/innen, die unter Konzentrationsschwäche oder Stimmungsschwankungen litten. Besonders bei Menschen, die sedierende Mittel zu sich nehmen oder sich aus eigenen, physiologischen Gründen in einer Verfaßtheit von Dämmrigkeit, Schwere, Vernebelung befanden, zeigte das Hydrolat überraschende Wirkung:
Ein Sprüher auf das Dritte Auge (Zirbeldrüse) wirkte wie ein Blitzschlag, wie ein Weckruf: Die Menschen fühlten sich schlagartig präsent und klar, der Blick war offen und gerichtet, der Körper gestrafft und bewegungswillig.

In der kosmetischen Verwendung klärt der Ysop Unreinheiten, verfeinert das Hautbild, behebt infektiöse Ausschläge und umgibt uns mit seinem inspirierenden Duft.

Mein kleiner Tip für die Gourmets:
Ysop-Hydrolat in gutem Mineralwasser oder in Apfelsaft ist ein köstlicher, aufputschender Cocktail. … ganz ohne Alkohol. Ich habe mir mittlerweile angewöhnt, Ysop-Tee statt Kaffe am Morgen zu trinken: Weil es besser schmeckt und weil es wirklich wach macht!

Hier geht es zum Artikel “Die Ringelblume und Ihr Hydrolat

*** Meine Empfehlung für das Hydrolat

Wenn Du statt Tee das Naturreine Pflanzendestillat verwendest, sprichst Du eine komplexere Ebene an:
Das reich mit ätherischen Ölen gesättigte Hydrolat erreicht nicht nur das Symptom, sondern auch die komplexen Zusammenhänge, die zu deinen Beschwerden führen.
Hydrolate können äußerlich und innerlich angewendet werden. Äußerlich werden sie über die Hautoberfläche aufgenommen – und wirken auch in der Haut, die dein „Kommunikationsorgan“ ist. Wie ein „Parfum“ einfach nur in deine Aura gesprüht, beeinflussen sie deine Resonanzfähigkeit.

Innerlich eingenommen genügt ein Sprüher unter die Zunge: Dort gelangt das hochwirksame ätherische Öl in der wäßrigen Lösung des Pflanzendestillats direkt in den Blutkreislauf.

Schädliche Wirkungen von Hydrolaten sind nicht bekannt.
***
Bitte lagere die naturreinen Pflanzendestillate von Wild Natural Spirit im Kühlschrank. Das MHD befindet sich seitlich am Etikett und beträgt in der Regel 18 Monate – meist aber länger, weil in unseren Hydrolaten das gesamte ätherische Öl der Pflanze belassen wurde

Veröffentlicht am 1 Kommentar

Naturkosmetik und nachhaltige Landwirtschaft

Heilpflanzen und Naturkosmetik brauchen gesunden Kräuterbau

Heilpflanzen wachsen an Heilorten. Und so können Naturkosmetik oder pflanzliche Heilmittel kaum auf Rohstoffen basieren, die mit Maschinen in Masse angebaut wurden, industrielle Aufbereitung erfahren haben und tausende Kilometer Transport hinter sich haben.

Wenn Du Heilung bei den Pflanzen suchst, dann sollte auf jeden Fall klar sein, daß der Ort, an dem sie wachsen und die Art, wie sie aufgewachsen und geerntet worden sind von höchster Wichtigkeit für ihre Kraft und Reinheit ist.
“Apothekerware” – und auch die Rohstoffe der bekannten Naturkosmetik-Riesen – stammen aus industriellem Anbau (Riesenmaschinen, verdichtete Böden, manchmal biozertifiziert) – aber das sagt nicht viel. Sie wurden in elektromagbetischen Kammern mit Luftstrom getrocknet (tödlich für die ätherischen Öle und die feinstofflichen Qualitäten) und oft über lange Strecken importiert.
Such Dir … etwas Besseres.

Und dann lohnt es sich auch, Dich ein bisschen mit Energetik und Alchemie zu befassen – denn eine “Essenz” hat eine ganz andere Qualität als ein “Tee” oder eben ein Destillat (das ist das, was wir machen).
Für eine erste Orientierung habe ich eine extra Seite hierfür auf der Homepage:

Viel Freude !