Start im Dürre-Jahr: Es kann besser werden ;-)

Nun ist die Erntezeit also bald um.
Das Kamillefeld und die Calendula sind bereits geleert.
In Aditis Lager stehen hunderte von Fläschchen mit kostbarem Hydrolat und ätherischem Öl, Säcke von biozertifizierten Kräutertees verschiedener Sorten, der Knaster wird morgen gerebbelt. Wenn am Montag die Körbe von Pflaumen und Reneclauden als Essig angesetzt sind, ist eingebracht, was Aditi im ersten Anbaujahr geschenkt hat.
Vielleicht noch eine Salbei- und eine Ysopdestillation im Oktober. Die Duft-Manufakteure lieben unser goldfarbenes Ysop-Hydrolat-Öl…

Die Dürre hat allem sehr zugesetzt. Ich bin sehr müde.
Als ich im März erst die große Wiese umbrach – das östliche Stück von der Gemeinde noch hinzukaufte – und mit Jürgen die Eichenpfähle als Umzäunung um den „großen Garten“ – immerhin 3.500 Quadratmeter – setzte, war es so matschig und feucht, daß die Spaten kaum von der Erde zu lösen waren.
Tag für Tag verbrachte ich Stunden im Garten – säte, pikierte, hackte, goß. Der Ysop wuchs endlich  nachdem die Keime zweimal von den Schnecken gefressen worden waren, die Calendula bildete schon einen sattgrünen Teppich, der Salbei machte sich in den aberhundert Saattöpfchen breit. Gleich nach meiner Rückkehr von der Teneriffa-Auszeit verlegten wir 600 Meter 1,5-Zoll-Schlauch über den Berg, brachten den alten Brunnen wieder in Gang und bastelten eine „low budget-Bewässerung“. Im Mai kamen 800 Rosen an, die wir in einer großen Gemeinschaftsaktion binnen 3 Tagen setzten.
Das „Biotop“ wurde in schweißtreibender Hand- und Hackarbeit zur Hälfte von Schlehen und Himbeeren befreit – nun wachsen dort satt Wasserminze und Melisse. Schritt für Schritt fand ich die richtigen Kombinationen und Proportionen, eine Permakultur anzulegen, die artenreich und doch gewerblich nutzbar ist, die wunderschön und zugleich in sich so stabil ist, daß es weder Dünger noch künstlichen Pflanzenschutz braucht und Wasser gut halten kann.
Und dann verließ uns der Regen. In 5 Monaten keine 100 Liter Wasser. Das ist tödlich. Und ich stand Abend für Abend Stunden auf dem Feld und goß. Die Bauern haben ihre Micker-Luzerne und ihren vertrockneten Mais mittlerweile heimgebracht. Die Zuchttiere werden notgeschlachtet, weil es kein Futter gibt.
Doch auf Aditi blüht es, und körbeweise werden orange Calendula-Blüten, die weißen Schafgarbendolden und der duftende, blaue Ysop zur Destille oder zur Solartrocknung gebracht.

Nebenbei fanden viele behördliche Dinge statt – die Biozertifizierung, die Anmeldung der Destille, der Abgleich von Qualitätsvorschriften.
Nun ist fast alles gut versorgt und abgefüllt -. Ich muß mich an die Modernisierung der Website machen.

Und: Ich muß die Produkte verkaufen, die Aditi und ich so mühe- und liebevoll geschaffen haben.
Die Räucherbündel sind ja schon seit Jahren gut etabliert. Salbei, Thymian, Kamille, Nessel und Schafgarbe aus Aditis Schoß sind aus der diesjährigen Ernte hinzugekommen.
Die kostbaren Hydrolate aber, die einzigartig auf dem Markt sind, weil ihnen das ganze ätherische Öl belassen wurde, sind neu. Einzelne Bestellungen kommen bereits herein – tolle Rückmeldungen zur Wirkung und Qualität machen mir Mut.
Zum Glück, denn die „Profis“ aus der biologischen Landwirtschafs-Industrie halten das alles für aussichtslos: Zu klein. Ohne Maschinen geht das nicht. Überlaufener Markt.
Doch Aditi flüstert mir zu: Es ist gut, was Du tust. Und es wird Dich tragen und Gutes in die Welt bringen.
Vertraue !