Drago – Die sechste Pflanze

by Evelin Rosenfeld on August 27, 2011

Wer unser Sortiment aufmerksam studiert, stellt fest, dass es aus Teneriffa eine sechste Pflanze gibt: Dracaena drago.

Sie ziert unsere Website im Hintergrund – und das hat seine Bewandnis.
Der Drachenbaum, oder, wie die Tinerfeños ihn nennen: der Drago – ist nicht umsonst Wahrzeichen der sieben Kanareninseln.

Aus seinem Stamm fließt das Drachenblut – das echte.
<Anm.: Das im gewöhnlichen Handel erhältliche “Drachenblut” stammt aus einer südamerikanischen Pflanze, riecht sehr unangenehm und hat bestenfalls als Insektenvertreiber eine Wirkung>.

Im Occident findet das Drachenblut der Dracaena drago schon bei Dioscorides (1. Jh. n. Chr.) Erwähnung, in der Antike wie auch dem Mittelalter war es bedeutende Handelsware. In der chinesischen Medizin findet es noch heute Verwendung. Das wahre Wissen um den Drago stammt jedoch wiederum aus der Guanchenkultur: Das dunkelrotes Harz des kanarischen Drachenbaums liefert eine der machtvollsten Räucherungen, die uns bekannt sind.

Drago ist Transformation.

Und daher auch die “sechste Pflanze” im Hintergrund unseres Projekts.

In der körperorientierten Medizin der Guanchen wurde Drachenblut äußerlich bei Skorbut und in der Wundbehandlung als Antiseptikum verwendet, innerlich bei Durchfall und Atemwegserkrankungen. Seine wahre Bedeutung hatte es jedoch als Räucherwerk und in der Herstellung der Mischung für die Einbalsamierung der Titen. Mit dieser dreifachen Mischung reinigten die Guanchen ihre Toten von allen Hindernissen und Schatten des Lebens und führten die Seelen der Gestorbenen zum Licht.

Angewendet bei Heiritualen für Lebende hat es eine außerordentlich starke Wirkung:
Der dunkelrote Rauch dringt in die tiefsten Tiefen des Anwenders ein, berührt seine “Wurzel” – seine seelische und spirituelle Verankerung und Wunden, die hier ihren Anfang nehmen und bis in die Gegenwart fortwirken. Es transformiert uralte Empfindungen von Schmerz, Angst, Getrenntheit in Lebenskraft und öffnet den Weg zu Selbstkontakt und Selbtliebe auf ein Neues.
Bei der Anwendung können die berührten Themen und Empfindungen allerdings noch einmal aktiviert werden. Daher ist es nur den höchsten Curanderas vorbehalten, dieses Harz für Heilbehandlungen einzusetzen.

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